Satellitenbilder Vorher-Nachher-Fotos zeigen, wie krass der Mensch die Erde verändert

Bevölkerungswachstum, übertriebene Nutzung von Ressourcen, internationale Konflikte - keine Frage, unsere Welt befindet sich im Umbruch. Aus dem Weltraum betrachtet, zeigen sich die Auswirkungen des menschlichen Handelns besonders deutlich. Wir zeigen sechs Satellitenaufnahmen

Über Jahrtausende waren die Auswirkungen des Menschen auf die Erde meist auf dessen direkte Umgebung beschränkt. Doch das hat sich in den vergangenen Jahrhunderten deutlich geändert.

Durch den technisch-naturwissenschaftlichen Fortschritt und eine stetig wachsende Weltbevölkerung hat der Mensch eine zentrale Rolle mit großen Einflussmöglichkeiten für den Zustand des Planeten eingenommen. Die Folgen des menschlichen Handelns auf seinem Heimatplaneten sind aus der Distanz der Satelliten-Umlaufbahnen besonders deutlich zu sehen.

Nutzen Sie den Slider in der Mitte der Bilder, um die Unterschiede zwischen den einzelnen Satellitenaufnahmen zu sehen. Ziehen Sie diesen dazu von links nach rechts.

Atatürk-Staudamm: Ein neuer See

Der Atatürk-Staudamm in der Türkei gehört mit 169 Metern Höhe und knapp zwei Kilometern Länge zu den größten der Welt. Die acht Turbinen des 1990 fertiggestellten Staudamms haben eine Leistung von 2400 Megawatt. Darüber hinaus dient der Staudamm auch der Bewässerung von Baumwollfeldern südöstlich des Stausees.

Das Bauwerk ist umstritten, da sein Bau ökologische, aber auch kulturelle und politische Probleme mit sich brachte. So mussten etwa 60.000 Menschen umgesiedelt werden und wichtige archäologische Stätten wie die antike Metropole Samosata wurden vom Stausee überflutet. Zudem verschlammt der Stausee durch Erosion zusehends, da das Erdreich des umliegenden Gebiets in den Stausee gespült wird.

Shanghai: Explodierende Megacity

Der Raum um die chinesische Megacity Shanghai gehört zu den dynamischsten Regionen der Welt. Die Satellitenaufnahme vom Juli 1988 zeigt noch ein klar definiertes, dicht verbautes Zentrum um den Fluss Huangpo vor dessen Einmündung in den Jangtse. Um die Stadt erstrecken sich landwirtschaftliche Flächen, in die zahlreiche kleinere Städte und Dörfer eingebettet sind. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme zählte der Großraum Shanghai bereits mehr als 7 Millionen Einwohner.

Im Jahr 2017 wurde die Bevölkerungszahl des Großraums Shanghai bereits auf 25 Millionen geschätzt, für das Jahr 2035 werden 34 Millionen Einwohner erwartet. Die Bevölkerungsentwicklung geht mit massiven Veränderungen des Erscheinungsbildes der chinesischen Metropole einher. Wie die Aufnahme vom August 2017 zeigt, hat sich Shanghai im Laufe der Jahre nach allen Richtungen stark ausgedehnt. Dabei wurde auch die Küstenlinie durch Landgewinnung deutlich verändert und die landwirtschaftliche Fläche verkleinert.

Fiery Cross Reef: Neuland im Ozean

Die beiden Satellitenbilder von Mai 2014 und Juni 2018 verdeutlichen, welchen Aufwand Staaten betreiben, um ihre Interessen zu wahren. So wurde innerhalb weniger Jahre ein ganzes Korallenriff im Südchinesischen Meer in eine Insel verwandelt, auf der eine kleine Stadt samt Sportanlagen errichtet wurde. Die künstliche Insel ist Sitz des Oberkommandos der chinesischen Seestreitkräfte und verfügt sogar über einen eigenen Flughafen.

Madre de Dios: Gold aus dem Regenwald

Gerade einmal zwei Jahre liegen zwischen den beiden Satellitenaufnahmen der Region Madre de Dios im Südosten Perus. Die Fotos zeigen die Folgen des illegalen Goldabbaus sowie die Entwaldung am Rio Madre de Dios.

Tausende Hektar Wald wurden bereits in dem Gebiet am Fluss gerodet, um dort Gold fördern zu können. Zudem gelangen jedes Jahr schätzungsweise 30-40 Tonnen Quecksilber durch den illegalen Goldabbau in die Umwelt. Die auf den lokalen Märkten verkauften Fische überschreiten weit die Quecksilbergrenzwerte, fast 80 Prozent der peruanischen Bevölkerung weist gefährlich überhöhte Quecksilberwerte auf.

Golmud: Energie der Sonne

Der Vergleich der beiden Satellitenaufnahmen von Ende 2015 und Anfang 2018 zeigt, wie rasch die Entwicklung der Solarenergie in China voranschreitet. In China werden seit 2013 die meisten Photovoltaik-Anlagen weltweit installiert. Die Entwicklung schreitet sogar rascher voran als geplant, 2017 waren Solaranlagen mit insgesamt 105 Gigawatt installierter Leistung in Betrieb. Damit ist China Spitzenreiter, auf Platz 2 und 3 folgen Japan und Deutschland.

Rondonia: Entwaldung

Früher hatte der tropische Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Rondônia ein stattliches Ausmaß: Er umfasste ein Gebiet, das der fünffachen Fläche der Schweiz entsprach.

Heute ist Rondônia eines der Zentren der Entwaldung im Amazonasbecken, wie die beiden Aufnahmen von 2000 und 2018 zeigen. Die Hauptgründe sind die Landwirtschaft und Infrastruktur-Projekte. Tausende Quadratkilometer Regenwald wurden bereits abgeholzt - legal und illegal.

New Human Footprint: Unsere Welt im Umbruch

New Human Footprint

Die Bilder und Informationen dieses Artikels stammen aus dem Buch "NEW HUMAN FOOTPRINT - Unsere Welt im Umbruch".

  • Titel: NEW HUMAN FOOTPRINT - Unsere Welt im Umbruch
  • Autoren: M. Eisl, G.Mansberger
  • Verlag: eoVision, Salzburg
  • Preis: 49,95 €
  • ISBN: 978-3-902834-24-9
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