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GEO-Leserfoto Ein kreisrunder Regenbogen über Island – das phänomenale Foto kurz erklärt

Ein seltener Anblick: Ein Regenbogen formt sich zu einem kreisrunden Ring über Islands Hochland
Ein seltener Anblick: Ein Regenbogen formt sich zu einem kreisrunden Ring über Islands Hochland
© Peter Schwager
Wenn Sonnenlicht auf Regen trifft, erblicken wir an manchen Tagen einen farbigen Bogen am Horizont. Wie einem GEO-Leserfotografen eine Aufnahme eines ganzen Kreises gelang und warum die Jagd nach dem Ende des Regenbogens vergeblich ist, erklären wir in diesem Artikel

Schönheit liegt bekanntermaßen im Auge der betrachtenden Person. Bei dem Phänomen eines Regenbogens gilt das Sprichwort sogar buchstäblich, – denn es ist ein optisches. Das Spektakel erblicken wir nur, wenn wir genau so stehen, dass die als farbig erkannten Wellen des in einer Gruppe von Wassertröpfchen gebrochenen Sonnenlichts exakt in unsere Augen reflektiert werden. Die wichtigsten Zutaten: Die Sonne im Rücken und eine Vielzahl an Wassertropfen im Blickfeld – dabei ist es egal, ob jene aus Regenwolken, Gartenschläuchen oder Wasserfällen in der Luft sind. Was zählt, ist der Winkel, aus dem die reflektierten Lichtwellen unsere Augen erreichen. Je nach Grad (zwischen 42° und 41°) wird aus dem gebrochenen Sonnenlicht die ganze Schönheit der Spektralfarben (rot bis blau-violett) des Regenbogens.

Die Perspektive ist Formsache

Doch nicht nur unsere Farbwahrnehmung ist eine Frage der Perspektive. Denn der Regenbogen ist eigentlich nur ein Teil eines Kreises. Der Horizont macht uns dabei meist einen Strich durch die vollständige Rechnung. Das erklärt unter anderem auch, warum eine Suche nach dem Ende des Regenbogens vergebens ist.

Wer sich auf einen höheren Punkt begibt, wird zwar auch hier auf keinen sagenhaften Topf voll Gold hoffen dürfen, aber auf eine Portion Glück. Denn die braucht es neben den richtigen Witterungsbedingungen, um von dort aus das ganze Spektakel zu erblicken.

So sind es vor allem überraschende Zufälle, die eine Aufnahme wie diese möglich machen: "Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass es runde Regenbögen gibt", erzählt der Fotograf Peter Schwager. Sein Foto entstand über dem pittoresken Hochland von Island – aus einem Hubschrauber ohne Türen. Farbige Berge, Regen, Wolken, die Sonne und schließlich Regenbögen: Der Schweizer berichtet von einer dramatischen Szenerie. Mit einem weitwinkligen 11-24 mm-Objektiv fotografierte er drauf los und schoss eine Reihenaufnahme des farbigen Naturschauspiels: "Wie aus heiterem Himmel war der runde Regenbogen da – wie eine Fata Morgana". Und wer ganz genau hinschaut, erkennt sogar den Ansatz eines schwächeren zweiten Bogens – samt umgekehrter Anordnung der Spektralfarben.

Auf einer Höhe von rund 300 Metern seien sie laut Nachfrage an den Piloten in diesem Moment gewesen. "Danach flog der Hubschrauber etwas tiefer und schon war das untere Viertel des Regenbogens nicht mehr sichtbar". Ein Glück also, dass der GEO-Leserfotograf seine Kamera im richtigen Moment am Auge hatte und seine Perspektive dadurch verewigte.

Mehr Fotos von Peter Schwager finden Sie auf seinem Instagram-Account. Alle Informationen dazu, wie Sie an unserem GEO-Leserfoto-Wettbewerb teilnehmen können, finden Sie hier: 


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