Nach Booten, Seezeichen oder Vögeln sucht man in Renate Allers Oceanscapes vergeblich. Bewusst verzichtete sie auf "Motive" im herkömmlichen Sinn. Selbst die Perspektive ist immer dieselbe. Zehn Jahre lang hat sie von einem bestimmten Punkt am Südstrand von Long Island den Atlantik porträtiert. Die Variation des Themas schufen allein der Wind und das Licht.
Jeder Strandspaziergänger kennt das: Sind die Sinne erst geschärft, die lauten Eindrücke des Alltags verblasst, öffnen sich uns die Augen für die unendlich feinen Nuancen des Lichts, die das Meer mal düster, mal zart und freundlich erscheinen lassen. Die Bandbreite seiner Stimmungen ist unendlich. Denn der Ozean ist, das zeigt Renate Aller in beeindruckender Reduktion und Ästhetik, ein Spiegel unserer Seele.

Texte von Jasmin Seck, Petra Roettig, Richard B. Woodward
Festeinband
84 Seiten
42 Farbabbildungen