Carbon Capture and Storage Klimarettung oder Ablenkung? Mojib Latif bezieht Stellung

16.05.2022             Engl.: Mojib Latif, meteorologist, oceanographer, climatologist, university lecturer portrait
16.05.2022             Engl.: Mojib Latif, meteorologist, oceanographer, climatologist, university lecturer portrait
© Melina Mörsdorf / Laif
Video: RTL/ntv/GEO/stern; Foto: Melina Mörsdorf
Seit November 2025 ist die Speicherung von CO₂ im Boden in Deutschland erlaubt. Klimaforscher Mojib Latif erklärt aus wissenschaftlicher Sicht, warum das nur eine Ausrede gegen die Energiewende ist

Carbon Capture and Storage (CCS) ist eine Methode, die im Kampf gegen den Klimawandel helfen soll. Dabei wird entweder CO2 aus der Atmosphäre oder aus Industrieabscheidungen gewonnen, in Wasser gelöst und als neue chemische Mischung in poröses Gestein gepresst. Somit kann ein geeigneter Untergrund, wie beispielsweise Basalt oder Sandstein, das Kohlendioxid dauerhaft speichern. Was in Island bereits im industriellen Maßstab Alltag ist, soll nun auch in Deutschland vermehrt zum Einsatz kommen. Im November 2025 gab die Bundesregierung dafür grünes Licht. Insbesondere im Industriesektor gäbe es gute Möglichkeiten, CO2 abzuscheiden und es beispielsweise in dem porösen Sandstein der Nordsee zu speichern.

Caption/Abstract=Carbfix domes are seen at the Hellisheidi power plant near Reykjavik on October 11, 2021. At the base of an Icelandic volcano, the newly-opened plant is sucking carbon dioxide from the air and turning it to rock, locking away the main culprit behind global warming. (Photo by Halldor KOLBEINS / AFP)
Caption/Abstract=Carbfix domes are seen at the Hellisheidi power plant near Reykjavik on October 11, 2021. At the base of an Icelandic volcano, the newly-opened plant is sucking carbon dioxide from the air and turning it to rock, locking away the main culprit behind global warming. (Photo by Halldor KOLBEINS / AFP)
© HALLDOR KOLBEINS / AFP
Kann ein CO2-Tresor im Boden unser Klima retten?

Was auf den ersten Blick wie eine gute Methode im Kampf gegen die Klimakrise erscheint, wird von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kritisch gesehen. Denn die Abscheidung von CO2 aus fossilen Energien könnte auch nur eine Ausrede sein, um an dieser Art der Energiegewinnung festzuhalten. Diese Meinung vertritt unter anderem der renommierte Klima- und Ozeanforscher Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Welche Alternative zu Carbon Capture and Storage (CCS) wirklich im Kampf gegen die Klimakrise hilft und welche Bedenken er noch äußert, zeigt das Videointerview mit RTL/ntv-Reporterin Clara Pfeffer.