Tiernahrung Fressen unsere Hunde zu viel Fleisch?

Der Hund gehört heute zur Familie - und hat mittlerweile auch ganz ähnliche Ernährungsgewohnheiten wie sie. Doch sollte man sein Haustier wirklich mit Fleisch in Lebensmittelqualität füttern?
Labradore beim Fressen

Junge Labradore beim Fressen

Fressen unsere Hunde zu viel Fleisch?

Ja. Allein die Katzen und Hunde der USA lägen beim Fleischverbrauch weltweit an fünfter Stelle, wären sie eine eigene Tier-Nation. Das hat ein Professor der University of California hochgerechnet. Noch problematischer aber als die Menge des Fleisches ist die Qualität – sie ist zu hoch.

Als bei uns zu Hause wieder ein Hund einzog, habe ich mich durch das Angebot geklickt: hochwertiges Muskelfleisch, getreidefreie Rezeptur, verfeinert mit Wildkräutern und Waldbeeren. Auf den Etiketten sind Fleischstücke appetitlich in Szene gesetzt. Manchmal ist ein heulender Wolf zu sehen. Mit diesem Futter, so das Versprechen, kann mein Hund sich fast so ernähren wie sein Urahn.

Dabei fressen echte Wölfe ihre Beute mit Haut, Haar und Knochen. Und die Sofawölfe sind eh längst weiter. Sie begleiten uns seit Zehntausenden Jahren. In dieser Zeit haben Mensch und Hund gelernt, Kohlenhydrate zu verdauen. „Des Menschen bester Freund“ bekam die längste Zeit eher einen Rest Getreidebrei als ein Stück Sonntagsbraten.

Das ist vorbei. Inzwischen gehört der Hund zur Familie. Schlachtabfälle? Wer auf unserem Sofa schläft, hat Besseres verdient – auch wenn seine Vorfahren von unseren Hinterlassenschaften gelebt haben. Es ist paradox: Wir wissen, welche Folgen unser Fleischkonsum für Boden, Wasser, Klima hat. Deshalb verzichten viele von uns auf Steak oder lernen wenigstens, Nierchen und Kutteln zu lieben, damit ein Tier vollständig verwertet wird.

Unsere Hunde aber bekommen weitaus mehr und besseres Fleisch, als sie bräuchten. Mancher Hersteller wirbt damit, dass die Zutaten seines Dosenfutters auch für Menschen geeignet wären. Das heißt: Rinder sterben für andere Vierbeiner, die uns näherstehen. Regenwald wird für Dosenfutter gerodet. Das ist eine einseitige Tierliebe. Mein Hund muss keinen Müll fressen. Aber er braucht auch kein Steak.

Katze rohes Fleisch
Klimakiller Hund und Katze
So verringern Sie ihren CO2-Pfötchenabdruck
Unsere vierbeinigen Freune torpedieren ungewollt unsere Klimaschutz-Bemühungen. Vor allem, weil sie Massen von Fleisch vertilgen
Zur Startseite
GEO Nr. 5/2019
GEO Nr. 05/2019
So macht der Kopf den Körper fit
Die aktuelle Ausgabe von GEO darüber, wie Hirnforscher die Geheimnisse von Ausdauer und Kraft entdecken