Energiekosten Bedienen Sie Ihren Heizungsthermostat richtig

Sie haben sich vorgenommen, nachhaltiger zu leben? Prima! Wir verraten, wie Mieter und Eigentümer beim Heizen Kosten und Emissionen sparen können
Heizung

2018 die Füße hochgelegt? Wir helfen Ihnen dabei, in diesem Jahr Heizkosten und Emissionen zu sparen

In diesem Artikel
Nicht mehr heizen mehr als nötig
Dämmen kann jeder
Fenster vor Kälte schützen
Beim Wohnen langfristig denken!

Nach Hause kommen, Heizung aufdrehen: Die Wärme zu Hause gehört so selbstverständlich zu unserem Leben, dass wir vergessen, wie viel Rohstoffe, Energie und Infrastruktur nötig sind, um sie bereitzustellen. Und wie viele Emissionen das mit sich bringt: Pro Kopf verursachen wir nur durch das Heizen zu Hause durchschnittlich 1,8 Tonnen CO2 jährlich. Das entspricht der Menge, die jeder Weltbürger insgesamt verursachen dürfte, ohne das Klima weiter aufzuheizen. Grund genug, sich das einmal genauer anzusehen. Auch ohne großen Aufwand und handwerkliches Geschick können Sie viel erreichen:

Nicht mehr heizen mehr als nötig

Niemand soll in der eigenen Wohnung frieren. Aber nicht jeder Raum in der Wohnung oder im Haus muss bullig warm sein. Im Schlafzimmer reichen in der Regel 16 Grad Celsius, im Wohnzimmer 20. Über den Daumen gepeilt gilt: Wenn Sie in einem Raum die Temperatur von 24 auf 20 Grad herunterregeln, können Sie dabei rund ein Fünftel der Heizkosten einsparen – und die entsprechenden Emissionen. Übrigens: Bei den meisten Thermostaten bedeutet die Ziffer 3 eine Temperatur von rund 20 Grad Celsius. Die 2 steht für 16 bis 18 Grad.

Wenn Sie tagsüber unterwegs sind, können Sie die Thermostate beim Verlassen der Wohnung auf 16 Grad herunterregeln. Sie ganz abzustellen lohnt sich in der Regel nicht, weil viel Zeit und Energie dafür aufgewendet werden muss, die Bude bei der Rückkehr wieder warm zu bekommen. Wenn die Thermostate in Ihrer Wohnung älter sind und möglicherweise nicht mehr einwandfrei funktionieren, können Sie auch selbst neue montieren oder montieren lassen (und sie beim Auszug mitnehmen. Bewahren Sie deshalb die alten auf).

Achten Sie außerdem auf geschlossene Türen zwischen warmen und kühleren Räumen. Das hält nicht nur die Wärme im Zimmer, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, die im kühleren Raum kondensieren und dann für feuchte Wände sorgen könnte.

Dämmen kann jeder

Für Eigentümer lohnt es sich, sich über Fördermöglichkeiten für einzelne Maßnahmen oder eine Komplettsanierung zu informieren, etwa auf der Seite co2online.de. Dabei kommt zum Beispiel ein Austausch der alten Heizungspumpe, eine Dämmung der obersten Geschoss-  und der Kellerdecke oder ein Austausch der Fenster in Frage. Oder eine Dämmung der kompletten Gebäudehülle, vorzugsweise mit natürlichen Dämmmaterialien.

Aber auch Mieter können mit kleinen Maßnahmen für mehr Gemütlichkeit und geringere Heizkosten sorgen (fragen Sie aber im Zweifel vorher Ihren Vermieter). So lassen sich undichte Fenster einstellen oder mit neuen Dichtungen versehen, Heizkörper entlüften und Nischen für Heizkörper mit Alu-kaschierten Styroporplatten dämmen.

Fenster vor Kälte schützen

Fenster sind echte Wärmebrücken: Bei klirrender Kälte sollten Sie nachts – sofern vorhanden – Rollläden oder Rollos herunterlassen und die Gardinen zuziehen. Auf diese Weise können Sie Wärmeverluste um mehr als 20 Prozent verringern. Beim Lüften gilt die Faustregel: Lieber kurz und effektiv als Dauerlüftung „auf kipp“.

Heizlüfter und Radiatoren sind übrigens Energiefresser – genauso wie Raumklimaanlagen im Sommer. Wenn möglich, sollten Sie auf solche Geräte verzichten.

Beim Wohnen langfristig denken!

Für den Heizenergieverbrauch sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: der Dämmstandard und die Quadratmeterzahl. Die Wohnfläche ist vor allem bei schlecht gedämmten Wohnungen entscheidend: je weniger, desto geringer der Energieverbrauch. Aus diesem Grund sind WGs eine günstige und klimafreundliche Art zu wohnen.

Wer aus dem WG-Alter heraus ist und genug Geld für ein repräsentatives Eigenheim zusammen hat, sollte sich das Modell „Häuschen im Grünen“ gut überlegen. Denn selbst wenn es sich um ein Plusenergiehaus handelt: In jedem Haus stecken energieintensive Materialien, vielleicht wurde Ackerland dafür vernichtet – und die Pendelei in die Stadt sorgt für zusätzliche Emissionen.