Grüner Weihnachtsschmuck So finden Sie den umweltfreundlichen Weihnachtsbaum

Stichproben zeigen immer wieder: Rückstände von Pestiziden - darunter auch Glyphosat - finden sich in vielen Christbäumen. Doch es geht auch ohne
Nordmanntannen

Auf Weihnachtsbaum-Plantagen wie hier in Schleswig-Holstein kommt auch das Ackergift Glyphosat zum Einsatz

In diesem Artikel
Sind Pestizide in Weihnachtsbäumen gesundheitsgefährlich?
Öko-Christbäume: besser für Boden, Wasser und Artenvielfalt

Weihnachten ohne Christbaum? Für viele undenkbar – gilt die Fichte oder Tanne im Wohnzimmer doch als Inbegriff von weihnachtlicher Heimeligkeit. Das Geschäft hat allerdings auch seine Kehrseite. Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hin. Denn in diesem Jahr werden knapp 30 Millionen Bäume für den Hausgebrauch verkauft. "Um diese Massen zu produzieren", sagt die Pestizid-Expertin Corinna Hölzel vom BUND, "werden meist in Monokulturen Pestizide und Dünger eingesetzt, damit die Bäume schnell und gleichmäßig wachsen und sattgrün sind."

Stichproben zeigen immer wieder, dass die Bäume, die wir uns ins warme Wohnzimmer holen, mit Rückständen solcher Herbizide und Insektizide belastet sind. So ließ der NDR von einem unabhängigen Labor fünf Bäume von verschiedenen Erzeugern untersuchen. In allen fanden die Prüfer Pestizidrückstände. In einer Stichprobe des BUND aus dem Jahr 2017 waren 13 von 17 Bäumen pestizidbelastet. Auf einem Baum fanden die Tester sogar vier verschiedene Spritzmittel. "Auffällig und beunruhigend ist die hohe Mehrfachbelastung. Viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt", sagt Corinna Hölzel.

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Sind Pestizide in Weihnachtsbäumen gesundheitsgefährlich?

Die unmittelbare Gesundheitsgefahr, die von den Pestiziden ausgeht, ist allerdings offenbar gering. Entwarnung gibt der Toxikologe Edmund Maser von der Universität Kiel. Vor den Konzentrationen, die beim NDR-Test gefunden wurden, müsse man keine Angst haben. Nur in höheren Konzentrationen können die Stoffe Schleimhautreizungen oder Allergien auslösen. Rudolf Fenner von der Umweltschutzorganisation Robin Wood weist aber darauf hin, dass der flächendeckende Einsatz von Glyphosat, Mineraldünger und Co. Boden und Grundwasser schädigt und die Artenvielfalt verringert.

Dass es auch ganz ohne Gift geht, zeigen immer mehr Bio-Erzeuger. Sie nutzen statt der Giftspritze zum Beispiel Shropshire-Schafe, die sich aus den zarten Triebspitzen von Fichten und Tannen nichts machen – aber das Gras unter den Bäumen kurz halten.

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Öko-Christbäume: besser für Boden, Wasser und Artenvielfalt

Zwar liegt der Anteil der verkauften Öko-Bäume am Gesamtverkauf bei unter einem Prozent, schätzt Fenner. Doch die Nachfrage steigt. Das zeigt auch die wachsende Zahl der Verkaufsstellen. "Waren es vor zwölf Jahren nur 50, gibt es heute schon rund 745 Stellen, an denen Bio-Bäume verkauft werden", sagt Rudolf Fenner. Für Robin Wood hat er eine aktuelle Liste zum Herunterladen zusammengestellt.

Beim Kauf sollten Verbraucher auf die Siegel der Bio-Anbauverbände achten –  oder darauf, dass der Baum aus einem FSC-zertifizierten Wald stammt. Denn auch in Forsten, die nach den Kriterien des Forest Stewardship Council bewirtschaftet werden, sind Pestizide und Mineraldünger tabu. Teurer sind die umweltschonend angebauten Nadelträger übrigens kaum. Und wo keine Bio-Bäume angeboten werden, sollten Käufer darauf achten, dass der Baum aus regionaler Erzeugung stammt. Am besten einer zum Selberschlagen aus dem nächstgelegenen Waldbetrieb, empfiehlt Rudolf Fenner.

Eine besonders naturschonende Alternative holt sich Corinna Hölzel jedes Jahr zu Weihnachten ins Wohnzimmer: geschmückte Tannenzweige aus dem eigenen Garten in einer Vase. "Dass die Zweige am Baum fehlen, fällt kaum auf", sagt die BUND-Frau.