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Fotografen-Dynastie Heimhuber Die Alpen waren sein zweites Atelier

Joseph Heimhuber schleppt seine Kamera in die Berge – und entwickelt die Bilder gleich vor Ort im Dunkelkammerzelt: Der Bayer ist im Allgäu des 19. Jahrhunderts ein Pionier der Landschaftsfotografie
Fotohaus Heimhuber

Fritz und Eugen Heimhuber: Die Brüder führen das Werk ihres Vaters Joseph fort

Sie sind Fotografen und begeisterte Bergsteiger: Die Familie Heimhuber dokumentiert ab dem späten 19. Jahrhundert Landschaften und Leute des Allgäus. Ihr Archiv birgt mehrere Hunderttausend Aufnahmen – und aus diesem stammen auch die meisten der Bilder von Bergbauern, die in GEOEPOCHE Nr. 92 „Bayern – Die Geschichte eines ganz besonderen deutschen Staates“ zu sehen sind. 

 

Begründer der Fotografen-Dynastie ist Joseph Heimhuber, der 1877 ein Atelier in Sonthofen eröffnet, gut 100 Kilometer südwestlich von München. Doch er will nicht nur Porträts schießen, sondern auch die Schönheit der Alpen festhalten. Kein leichtes Unterfangen: So schwer ist die Ausrüstung, dass Joseph mehrere Träger braucht, um sie über Felsen und Schnee in die Höhe zu schaffen. Oben auf den Bergen muss er Fotoplatten mit lichtempfindlicher Emulsion bestreichen und die Aufnahmen dann sogleich entwickeln – in einem Dunkelkammerzelt. 

Sein Talent beeindruckt offenbar auch den ranghöchsten Mann Bayerns: Joseph darf den Prinzregenten Luitpold mit der Kamera bei der Jagd begleiten; 1899 steigt er sogar zum „Königlichen Bayerischen Hof-Photographen“ auf.

Joseph Heimhubers Söhne Fritz und Eugen übernehmen das Atelier, vererben es dann an ihre Nachkommen weiter – und heute führt die Familie das Unternehmen in fünfter Generation. 

Weitere Bilder und Informationen: https://www.fotohaus-heimhuber.de/

Bayern, Foto: imago/Arkivi
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