Der Bernina Express

Die Strecke des Bernina Express-Zuges führt vom Schweizer Chur im Rheintal über die Alpen bis ins italienische Tirano – Berge, Täler, Seen, Gletschern und Palmen inklusive. Die extra großen Panorama-Fenster sind also jeden Cent wert. Die Strecke von Chur nach Tirano ist UNESCO-Weltkulturerbe. Auf der höchsten Bahnstrecke über die Alpen (höchster Punkt: 2253 Meter) fährt der Zug über 196 Brücken, durch 55 Tunnel und die Lok bewältigt Steigungen von bis zu sieben Prozent – eine der steilsten Eisenbahnstrecken der Welt. Während der Fahrt überquert man unter anderem einen Kreisviadukt, auf dem die Bahn in einer Schleife einen großen Höhensprung hinlegen muss.

Entlang der Cinque Terre

Gleich fünf malerische und rustikale Dörfer reihen sich entlang des 12 Kilometer langen Küstenstreifens an der Italienischen Riviera. Die Cinque Terre (also Fünf Länder) schieben sich auf der Zugstrecke von Levanto bis La Spezia zwischen die idyllischen Weinberge und Olivenbäume auf der einen Seite und das Ligurische Meer auf der anderen. Genau wie Vernazza (Foto) ist jedes der Dörfer dabei mindestens einen Besuch und ein Postkartenmotiv wert.

Die Flåmbahn

Jahr für Jahr strömen unzählige Besucher nach Flåm. Kein Wunder, gehört das winzige Dörfchen doch zu den dramatischsten, spektakulärsten Orten, die Norwegen zu bieten hat. Es liegt im Aurlandsfjord, dem innersten Seitenarm des tiefsten und zweitlängsten Fjords der Welt, dem 204 Kilometer langen und 1.308 Meter tiefen Sognefjord. Eine ganz besondere Aktivität sollten sich Urlauber bei einem Besuch in Flåm auf keinen Fall entgehen lassen: Die Fahrt mit der berühmten Flåmbahn vorbei an tiefen Schluchten, schneebedeckten Bergen und donnernden Wasserfällen. Die Flåmsbana schlängelt sich an steilen Hängen von Myrdal 20 km durch die wunderschöne norwegische Natur. 

Die Brockenbahn

Kaum eine Zugstrecke der Welt wird märchenhafter sein als die der Brockenbahn. Durch Nadelwälder hindurch schiebt sich die Dampflokomotive an dem beeindruckenden Panorama des Harzes vorbei. Vom Bahnhof Drei Annen Hohne (542 m ü. NN) aus umrundet die cineastische Lokomotive den höchsten Berg Norddeutschlands in einer Spirale 1,5-mal. Nach 18,9 Kilometern endet die Fahrt am Bahnhof Brocken (1.125 m). 

Die Raumabanen

Umgeben von einer Wiesenlanschaft fährt die Raumabanen durch ein Panorama beeindruckender Zinnen und wunderschöner Fjorde. Während der 114 km langen Strecke von Dombås bis zum Isfjord (Åndalsnes) überquert die Bahn unter anderem auch die historische Kylling bru. Kleiner Tipp: Unbedingt Wandersachen einpacken. Denn jeder Zwischenstopp lädt zum Entdecken ein.

Von Belgrad nach Bar

Eine der imposantesten Bahnstrecken führt von der Hauptstadt Serbiens zum Adriatischen Meer - von Belgrad ins kleine montenegrinischen Bar. Vor allem die Bergwelt Montenegros ist ein echter Geheimtipp. Auf der Strecke überquert die Bahn das Mala-Rijeka-Viadukt – die 498,8 Meter lange und mit 198 Metern höchste Eisenbahnbrücke Europas. Wer die abenteuerliche Bahnfahrt auf seine To-Do-Liste schreibt, kann gleich den Kauf eines Balkan Flexipasses einplanen. Mit dem Ticket kann man sich innerhalb von 3, 5, 7, 10, oder 15 Tagen unbegrenzt durch Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Montenegro, Rumänien und die Türkei chauffieren lassen – mit der Bahn natürlich.

Der Mont-Blanc Express

An Bord des Mont-Blanc Express bereist man in anderthalb Stunden zwei Länder - die Schweiz und Frankreich. Zwischen Martigny und Chamonix erwarten die Fahrgäste die tiefe Trientschlucht und die höchsten Gipfel der Alpen. Auf einem 2,5 Kilometer langen Zahnrad-Abschnitt bezwingt die Bahn eine Steigung von 20 Prozent. Die Strecke gehört sicherlich zu den eindrucksvollsten Routen der Alpen, die sich mit der Bahn zurücklegen lassen.

Der Glacier Express

Von St. Moritz in acht Stunden über den Oberalppass nach Zermatt, über 291 Brücken und durch 91 Tunnel – der Glacier Express gilt als eine der schönsten Bahnrouten und als "langsamster Schnellzug der Welt". Die Strecke passiert die Rheinschlucht, mehrere Pässe – und am Ziel wartet das gigantische Highlight: das Matterhorn. Die Verpflegung an Bord entspricht der Umgebung: alles auf allerhöchstem Niveau. 

West Highland Line

Zumindest in klassischen Märchen spielen Zugstrecken eine eher untergeordnete Rolle. Aber wenn sie vorkämen, dann sähen sie wohl aus, wie der Glenfinnan-Viadukt an der schottischen West Highland Line. Für diese Annahme spricht auch, dass das 380 Meter lange Bauwerk ein beliebtes Motiv moderner Märchen ist: Gleich in mehreren Harry-Potter-Verfilmungen passierte der Hogwarts-Express den Viadukt. Zwischen Glasgow und dem malerischen Hafen von Mallaig führen unzählige Kilometer durch moosbewachsene Täler, schroffe Felslandschaften und schneebestäubte Highland-Gipfel. Es ist eine Fahrt für Genießer, die etwas Zeit mitgebracht haben und sich an den Baukonstruktionen vergangener Jahrhunderte erfreuen können. Die gesamte Fahrt dauert trotz des Müßigganges des Zuges weniger als drei Stunden, es empfiehlt sich aber, unterwegs Stopps einzulegen, um die beruhigende Wirkung der Highlands voll und ganz aufnehmen zu können. In Mallaig angekommen, lässt sich per Fähre dann noch die Isle of Skye entdecken.

Der Snowdon Mountain Railway

Im Norden von Wales (in Llanberis) startet die einzige Zahnradbahn Großbritanniens. Visitwales.com verspricht eine Reise in ein mystsiches Land der Feen, Riesen und Könige. Von King Arthur höchstpersönlich besiegt soll der monströse Riese Rhita am Snowdon begraben liegen - gleich neben den Rittern Artus'. Mit einer Höhe von 1.085 Metern dominiert zumindest der Bergriese auch heute noch die Landschaft des prächtigen Snowdonia-Nationalparks. Wenn wir auch keine geheimnisvollen Gestalten versprechen können, lohnt sich die Bahnfahrt durch die typisch walisische Landschaft allemal. Vor allem im Sommer, denn die Bahnen fahren nur von Ende März bis Ende Oktober.

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