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Sehenswürdigkeiten, Kunst & Kultur

Reisetipp: Der Golm Der Golm: 5 Sterne bei 1 Bewertung

Der Golm: Golm
 
 
 
 
 

Der Golm: Das erlebten unsere Mitglieder

  • Der Golm: Bewertet mit 5 Sternen
    Vinni 12.03.12

    Kriegsgräber im Hinterland von Usedom

    Im Osten der Insel Usedom, in Richtung polnische Grenze bei der Ortschaft Kamminke, befindet sich befindet sich die mit 69 m die höchste Erhebung der Insel (der Streckelsberg bei Koserow ist die höchste Kliffküste mit 58 m). Man hat einen schönen Ausblick auf das polnische Swinemünde, auch wenn Hafen und Hochhäuser, die man zu sehen bekommt, nicht wirklich schön sind. Aber am Aussichtspunkt ist leicht zu glauben, dass der Golm bei den frühen Bädertouristen ein beliebter Ausflugsort war.

    Besiedelt ist das Gelände aber schon viel länger. Es wurden Spuren eines bronzezeitlichen Burgwalls gefunden, von dem aber leider nicht viel zu sehen ist. Ein Hügel unter Hügeln – und das Wort Golm heißt genau das: der Name leitet sich vom slawischen Wort für Hügel ab.

    In jüngerer Zeit hat der Golm aber eine ganz andere Bedeutung bekommen – er ist eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands. Während des Zweiten Weltkrieges wurde damit begonnen, den Golm als Soldatenfriedhof zu nutzen. Beigesetzt wurden zunächst vorwiegend Soldaten der in Swinemünde stationierten Marineeinheiten. Zusätzlich zum Marinefriedhof entstanden kurze Zeit später Begräbnisstätten für Soldaten des Heeres sowie für Luftwaffenangehörige des nahegelegenen Fliegerhorstes Garz. Nur rund 1.000 der etwa 3.000 hier begrabenen Soldaten sind namentlich bekannt. In den Mittagsstunden des 12. März 1945 kam es zu einem amerikanischen Bombenangriff auf die Stadt Swinemünde, in der sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Flüchtlingsströmen mehr als 100.000 Menschen aufhielten. Rund 20.000 von ihnen verloren bei diesem Angriff ihr Leben. Nahezu alle Opfer wurden anonym in Massengräbern auf dem Golm bestattet, nur von 432 waren die Namen bekannt. Von bisher 237 weiteren auf dem Golm Bestatteten konnten durch Nachforschungen nach 1990 die Namen ermittelt werden. Für sie wurden vier Gedenktafeln eingeweiht.

    Bedrückende Geschichte, die in dem wundergoldenen Herbstlicht der Buchenwälder aber einen eher andächtig-besinnlichen Eindruck machte. Eine friedliche Stimmung, die die Schrecken des Krieges ein wenig abmildert.

    Schade nur, dass manchen Menschen mal wieder nichts heilig ist, und sie sogar die Bronzegedenkplatten des Friedhofs klauen. :p Als Konsequenz wurden alle Metallteile abmontiert, um sie durch was weniger gefährdetes zu ersetzen. Jetzt gibt es nackte Blöcke ohne Gedenktafeln und selbst im Mahnmal fehlen den metallenen Buchstaben. Der Text, der jetzt nicht mehr lesbar ist, heißt eigentlich: „Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“.

    Bilder von Vinni zu Der Golm

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