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Reisetipp: Reinebriggen Reinebriggen: 3 Sterne bei 5 Bewertungen

Reinebriggen: Blick nach Reine
 
 
 
 
 

Die Wanderung von Reine aus hinauf zum 420 m hoch gelegenen Sattel des Reinebriggen ist eine der bekanntesten Wanderung auf den Lofoten. Der Aufstieg ist kurz, aber sehr steil (Steigung bis zu 70%). Der Pfad ist nicht markiert, aber deutlich erkennbar. Nur bei trockener Witterung begehbar!

Startpunkt der Wanderung:
Vom Parkplatz am Ortseingang von Reine folgt man der E10 wenige Meter in Richtung Süden, am Tunneleingang nimmt man die alte Küstenstraße und folgt dieser wenige hundert Meter bis bei einem Strommast nach rechts ein deutlich sichtbarer Pfad den Hang hinauf führt, dem man bis zum Sattel des Reinebriggen folgt.

Länge: ca. 1,5 km einfach, 3 km hin- und zurück
Höhenmeter: hin- und zurück ca. 400 Meter Aufstieg, 400 m Abstieg
Reine Gehzeit: je nach Kondition 50 – 90 Minuten einfach, 2-3 Std. hin- und zurück

Vom Sattel des Reinebriggen aus besteht die Möglichkeit den rechts davon gelegenen 450 m hohen Gipfel des Reinebriggen zu besteigen, hierfür muss man allerdings einige wenige Meter klettern. Außerdem kann man dem Pfad vom Sattel aus einige Meter weiter nach links dem Grat entlang folgen. Der komplette Weiterweg von hier bis zur 730 m hohen Helvete wird aber nur erfahrenen Kletterern mit Seilsicherung empfohlen.

Reinebriggen: Das erlebten unsere Mitglieder

  • Reinebriggen: Bewertet mit 4 Sternen
    debby83 06.08.09

    Extrem steiler Aufstieg und ein Ausblick wie aus dem Flugzeug

    Der Weg hinauf ist steil, sehr steil, extrem steil. Ungefähr nach der Hälfte der Strecke bereue ich losgegangen zu sein, aber aufgeben und umkehren kommt natürlich nicht in Frage. Die zwei Nächte zuvor habe ich, wegen des Windes, der am Faltdach unseres VW-Busses rüttelte, kaum geschlafen – wirklich fit bin ich nicht. Auf dem letzten Stück muss ich alle paar Meter verschnaufen, fast könnte man meinen ich sei in Höhen über 3000 m unterwegs, dabei liegt das Ziel dieser Anstrengungen gerade mal 420 m über dem Meeresspiegel. Obwohl es nicht besonders warm ist, rinnt mir der Schweiß in Strömen über Gesicht und Rücken. Vor Anstrengung bekomme ich Kopfschmerzen. Ich habe das Gefühl senkrecht eine sehr schlechte Leiter, bei der die Sprossen mal dicht aufeinander folgen, mal weit auseinanderliegen und nicht immer sehr stabil sind, heraufzuklettern. Hinzu kommt, dass ich leider nicht komplett schwindelfrei bin und mich die ganze Zeit frage, wie ich hier jemals wieder herunterkommen soll. Doch alle, die ebenfalls nicht so ganz, aber zumindest einigermaßen schwindelfrei sind, kann ich beruhigen. Der Rückweg ist letztlich weniger schlimm, als ich vermutet hatte, und zumindest für mich war er problemlos. Wem aber schon schwindelig wird, wenn er nur auf einen Stuhl oder eine 2 m hohe Leiter steigt, dem kann ich diese Wanderung nicht empfehlen.

    Obwohl ich das Gefühl habe noch langsamer als eine Schnecke den Hang hinauf zu kriechen sind wir in 60 Minuten oben – unser Reiseführer hatte 80 Minuten als normale Gehzeit angegeben. Es geht also wohl noch deutlich langsamer. Doch bevor ich die Aussicht genießen kann, brauche ich erst ein paar Minuten um mich zu erholen. Ich kann mich nicht erinnern am Ziel einer Wanderung jemals so erschöpft gewesen zu sein. Auf der anderen Seite des Sattels geht es 420 m fast senkrecht hinunter, eine Weile muss ich mich daran erst gewöhnen.

    Der Ausblick auf die Bergwelt der Lofoten und auf das auf mehrere kleine Inselchen verteilte Fischerdorf Reine ist grandios und kaum beschreibbar. Ein Blick wie aus dem Flugzeug. Betrachtet man das Dorf mit dem Fernglas wirkt es von hier oben wie eine Modelllandschaft. Ein paar Meter folgen wir dem Pfad noch nach links und blicken steil hinunter auf den Reinevatnet. Dieser See liegt auf 60 m NN, ist aber 69 m tief, d. h. seine tiefste Stelle liegt unterhalb des Meeresspiegels. Kaum zu glauben, denn besonders groß ist der See nicht.

    Fazit: Extrem steile Wanderung zu einem grandiosen Aussichtspunkt. Anstrengend aber empfehlenswert!

    (Da wir aber einige Tage zuvor die für mich nochmals um einiges beeindruckendere Gipfel- und Gratwanderung auf die Matmora unternommen hatten, bei der das Verhältnis von Anstrengung zu Aussicht deutlich besser war (siehe Tipp "Matmora"), bekommt diese Wanderung von mir „nur“ 4 Sternchen.)

    Noch ein paar praktische Tipps und Hinweise:
    - In einigen Reiseführern wird diese Wanderung als „Tour für Jedermann“ beschrieben, die auch in einfachen „Turnschuhen“ zu begehen sei. Das kann ich nicht unterschreiben und ich bezweifle, ob die Autoren dieser Bücher die Wanderung selbst unternommen haben. Ein gewisses Maß an Kondition sollte man schon mitbringen und ich kann keinem raten in Turnschuhen hier raufzusteigen. Klar, man kann letztlich wahrscheinlich auch den Himalaya in Turnschuhen oder gar barfuß überqueren (was einige Flüchtlinge notgedrungen vielleicht auch tun), doch meiner Meinung nach sind für diese Tour gute Bergstiefel Pflicht!
    - Außerdem sollte man mindestens einen Stock dabei haben. Für den Aufstieg habe ich die Stöcke teilweise als eher hinderlich empfunden, da man ab und zu schon die Hände zur Hilfe nehmen muss. Beim Abstieg hätte ich aber nicht auf sie verzichten wollen. Die Belastung der Knie ist schon mit Stöcken sehr groß.
    - Den Hinweis, dass der Weg nur bei trockener Witterung begehbar ist, sollte man ernst nehmen. Bei uns hat es auf dem Rückweg angefangen zu regnen, zum Glück waren wir da aber schon wieder recht weit unten im Birkenwald. Doch auch hier waren einige Stellen durch den Regen sehr glitschig geworden und deutlich schwieriger zu bewältigen als beim trockenen Aufstieg. Ein völlig unzureichend ausgestattetes Pärchen (einfachste Straßenschuhe, keine Regenkleidung), das uns entgegen kam, konnten wir zum Glück zum Umkehren bewegen.

    Von den hier in der Reisecommunity hochgeladenen Fotos weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die diese Tour bereits unternommen hat. Ihr freue mich, wenn ihr anderen den Tipp erweitert und mit euren Erfahrungen und Fotos ergänzt.

    Bilder von debby83 zu Reinebriggen

  • Reinebriggen: Bewertet mit 2 Sternen
    lofoti 01.02.12

    bitte nur mit Stöcken und guten Verhaltenskenntnissen am berg

    Wenn ich heute vor dem Aufstieg zum Reinebringen stehe kommen mir immer die Tränen.
    Traurigerweise steigen seit vielen Jahren, seitdem die Tour erstmals in Reiseführern publiziert wurde, immer mehr Leute ohne aussreichende Kenntnisse und Ausrüstung auf den Reinebringen und andere Berge der Lofoten.
    Zerstören die sensible Landschaft, ohne daß ihnen das auffällt.
    Manche steigen sogar mit 30 kg Gepäck hinauf um oben zu zelten, wenn das ohne Stockhilfe geschieht werden wie bei Übergewichtigen die Trittstufen in extremo vernichtet. Und ein Einsehen haben diese Leute nicht.
    Als ich 1991 das erste mal den Aufstieg unternahm, brauchte ich nur 30 minunten, nein das ist kein Scherz, heute jedoch 1 Stunde.
    Damals gab es keine Steilstufen. Die vielen Steilstufen, entstanden durch Zerstörung der Trittstufen, weil die Leute keine Stöcke benutzen, die beim Aufstieg mindestens genauso hilfreich sind wie beim Abstieg -natürlich nur bei richtiger Anwendung. Dann brauch beim Aufstieg vielleicht nur einmal die Hand zur Hilfe nehmen-
    Denn durch das richtige Abstützen verteilt man sein Gewicht auf 3 Stellen und kann so das Abrutschen und Abtreten der Grasnarbe verhindern. Und die richtige Tritttechnik hilft ebenso.
    Tut man es nicht entstehen nach und nach Steilstufen von vielen Metern Höhe, da das ablaufende Wasser immermehr Ansatzpunkte findet die nun mehr lose getretene dünne Erdauflage und Grasnarbe wegzuschwemmen.
    1991 gab es keine einzige Steilstelle. heute gibt es mehrere.
    Den getrampelten Umgehungspfaden wird es in naher Zukunft genauso ergehen und mit der Zeit werden die sensblen Passagen auf der gesamten Hangbreite zerstört sein.

    Eine Wanderung, die früher für wirklich fast jeden mit normaler Kondition und ohne Höhenangst möglich war wird so alsbald zu einer Tour mit Kletterschwierigkeitsgrad 2-4 werden.
    Ich habe in den 90ger Jahren am allersersten Lofotenreiseführer fotografisch mitgewirkt und viele Jahre lang kleine Wandergruppen auf den Lofoten geführt und trotzdem davon Abstand genommen einen eigenenen Lofotenwanderführer zu schreiben.um die Landschaft zu schützen.
    Manche Touren habe ich sogar aus meinem Wanderprogramm genommen um die Landschaft zu schonen
    Leider haben dies andere nicht getan.
    Ich bedaure zutiefst diese Entwicklung, zu der auch das Internet sein Scherflein beigetragen hat.
    Ich weiß das es illusorisch ist, und manchen wird mein Wunsch elitär erscheinen., aber: Es wäre besser, man würde über bestimmte Touren nicht berichten, damit diese vom Massentourismus verschont bleiben und die Turnschuhtouristen nicht in Versuchung kommen.

  • Reinebriggen: Bewertet mit 4 Sternen
    Seeigel 10.08.09

    Achtung! Suchtgefahr!

    Achtung!
    Ein Aufstieg auf den Reinebringen macht süchtig!
    Schon 2x haben wir die Mühen des Ausstiegs auf uns genommen, um diesen fantastischen Ausblick zu geniesen. Man kann sich nicht satt sehen und möchte am liebsten oben bleiben. Und beim nächsten Lofoten-Besuch geht es garantiert wieder hoch.
    Bei vorherigen Regen ist der Abstieg jedoch noch schwieriger als der Aufstieg, da alles rutschig und glatt wird.

    Als Reiseführer kann ich empfehlen: Lofoten, Edition Elch, ISBN 3-937452-02-8

    Bilder von Seeigel zu Reinebriggen

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  • Reinebriggen: Bewertet mit 4 Sternen
    BernieMayer 06.08.09

    leider nicht...

    Wir standen 2004 am Fuße des Reinebriggen und sind an der alten Küstenstrasse zweimal auf und ab gegangen und haben den Aufstieg nicht gefunden bzw. nicht gedacht dass es wirklich da rauf geht. Da uns damals nähere Detailinfos zum Aufstieg fehlten sahen wir von einem "Versuch" irgendwo aufzusteigen ab, denn wenn man unten steht und raufsieht denkt man ernsthaft - da kann es nicht rauf gehen, aber irgendwann besuche ich mit Sicherheit wieder die faszinierende Inselwelt der Lofoten und da steht der Reinebriggen nochmal am Programm.

  • Reinebriggen: Bewertet mit 4 Sternen
    doubleegg 13.08.09

    Ein kleiner Trost ...

    für alle, die den schwer zu findenden Einstieg verpassen oder die aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht hoch klettern können: der Blick auf Reine ist auch auf Sealevel noch eine Augenweide.

    Bilder von doubleegg zu Reinebriggen

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