Rundreise Myanmar und Chiang Mai

Reisebericht

Rundreise Myanmar und Chiang Mai

Reisebericht: Rundreise Myanmar und Chiang Mai

Hier unser Reisebericht unserer dreiwöchigen Rundreise durch Myanmar und Nordthailand im November 2008

Myanmar und Chiang Mai

Nach rund 24-stuendiger Anreise (Flüge München – Doha - Bangkok - Chiang Mai) sind wir ziemlich schlapp im Norden Thailands angekommen. Die ersten beiden Tage widmeten wir den unzähligen Wats (Tempelanlagen), den nicht enden wollenden bunten Märkten und zur Belohnung gabs abends natürlich leckere Meeresfrüchte und das von uns so schwer vermisste BEER CHANG! Nicht zu vergessen, entspannende Massage nach all dem "Stress"!
Nun versuchten wir, unsere Weiterreise nach Burma/Myanmar zu organisieren. Gar nicht einfach!
Da wir Chiang Mai zum zweiten Mal besuchten, beschränkten wir uns hier auf den Wat Doi Suthep und das Old Chiang Mai Cultural Center mit den Angehörigen verschiedener Bergstämme (u.A. den sog. 'Langhalsfrauen'). Ein Ausflug führte uns ins Goldene Dreieck, wo Thailand, Laos und Burma/Myanmar aufeinandertreffen.
Da die direkte Weiterreise nach Burma vom Norden Thailands weder auf dem Landweg noch per Flug möglich war, mussten wir zurück nach Bangkok fliegen, von dort aus weiter nach Yangoon, der Hauptstadt Burmas (für unsere CO2-Sünden werden wir wohl einen Wald pflanzen muessen).

Unser erster Eindruck dieses südostasiatischen Landes war: Burma ist ... anders ...

Mingalaba - so wurden wir nach umfangreicher Überprüfung unserer Visa am Flughafen in Yangoon freundlich begrüsst! Was genau uns hier in diesem unbekannten Land erwartete, wussten wir bis Dato auch nicht so recht. Nach schwieriger Unterkunftssuche machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Durch das nächtliche, chaotische Verkehrsgedränge auf/entlang der geschäftigen Hauptverkehrsstrasse zwischen allem, was irgendwie (meistens ohne Licht und hoffnungslos überladen) fahrbar ist.

Die Hälfte der Einheimischen hier stammen überraschenderweise aus Indien. Wir irrten durch Chinatown auf der Suche nach 'schmackhaften Abendessen'. Ausser der goldglänzenden und erhabenen Shwegadon-Pagode und chaotischem Dasein in allen Ecken konnten wir Yangoon nicht viel abgewinnen.

Reisen in Myanmar ist wg. der zum grossen Teil fehlenden touristischen Infrastruktur für Individualreisende nicht einfach, deshalb entschieden wir uns, für die beiden Wochen ein Taxi mit Guide und Fahrer zu nehmen. Wir wollten lieber einige Tage im Auto verbringen und die Landschaft/das Leben bewundern als einfach von A nach B zu fliegen.

Froh, die Hauptstadt Myanmars hinter uns lassen zu können, gings im klapprigen Gefährt (ohne Klimaanlage) Richtung Inle Lake. Es ist beeindruckend, wie lange man für ein paar Kilometer benötigen kann! Die Fahrt aber war GIGANTISCH (ca. 700 km - ca. 22 h Fahrzeit in 2 Tagen): pflügende Wasserbüffel in glänzenden Reisfeldern, exotisch aussehende Burmesen in ihren Longyis (eine Art Rock für Männer), Pferdegespanne aus dem letzten Jahrtausend, bethelnusskauende neugierig und freundlich dreinblickende Leute, in brauner Brühe waschende Frauen mit bemalten Gesichtern, Stelzenhäuser, UND UND UND ...

Nach zweitägiger Fahrt bezogen wir unser Quartier in Nyaungshwe beim Inle See. Hier hatten wir eine super Tour. Per Boot gings über den Inle-See, wo wir von den "Einbeinruderern" begeistert waren. Auf schmalen Booten balancierend, schlingen sie einen Fuss um das Ruder und bewegen es im Stehen, damit die Hand zum Fischen freibleibt. Zahlreiche Händler bieten auf dem "Schwimmenden Markt" ihre Waren (auch Souvenirs) aus ihren kleinen Booten zum Verkauf an.

Ebenfalls interessant sind die Stelzenhäuser, in denen die Leute direkt über dem Wasser wohnen, sogar einige Ställe mit vollgefressenen Schweinen sind diesen Stelzenhäusern angeschlossen. Beim bunten Markt von Indein konnten wir auch ein grosses Pagodenfeld mit zahlreichen Stupas besichtigen.

Am nächsten Tag machten wir mit einem einheimischen Guide eine Trekkingtour, wo wir auf tolle Landschaften, bekannte Früchte, Pagoden, Höhlentempel und interessante Bergdörfer trafen. Bei einer Tasse Tee in einer Bauernhütte erläuterten sie uns die Herstellung von Bergzigaretten. Abends besuchten wir das Heissluftballon-Fest in Taunggyi. Tausende Besucher säumten die "Festmeile" - und wir mittendrin! Weiter gings in ca. 12 h nach Mandalay.

Wir dachten, unsere bisherigen Fahrten wären nicht zu toppen, aber: die Strecke vom Inle Lake nach Mandalay war nochmals um einige Klassen unwegsamer! Kaum ein zurückgelegter km hat den Name 'Strasse' verdient, nur etwa die Hälfte ist asphaltiert, der Rest besteht aus Kieswegen und unbefestigten Staub- und Schlaglochwegen! Aber auch hier konnten wir während der Fahrt liebreizende Landschaften bewundern. Unsere Karre wand sich stotternd zwischen Bergen und Schluchten hindurch, vorbei an hübschen Höhenzügen und tiefen, fruchtbaren Tälern. Wir sahen das einfache Leben der Bewohner, die mit viel Einsatz jeden nutzbaren qm bewirtschaften. Unterwegs besichtigten wir die berühmten Kalksteinhöhlen in Pindaya mit einer Vielzahl von Buddhastatuen.

In Mandalay hatte unser Guide für uns wieder straffes Programm vorgesehen! Wir besuchten die beiden Königsstätten Amapura und Ava, welche von birmanischen Herrschern prunkvoll errichtet wurden. Besonders interessant sind in Mandalay die traditionellen Kunsthandwerker-Familien. Wir suchten eine 'Goldblättchenschlägerei' auf, in der die Goldplättchen stundenlang von Hand (unzählige schwere Hammerschläge auf hauchdünne Goldplättchen) bearbeitet werden.

Der Königspalast war für uns nicht wirklich beeindruckend, da der urspr. Palast 1945 bei einem Gefecht abgebrannt war und heute nur noch der überwiegend durch Zwangsarbeit rekonstruierte Palast zu sehen ist. Auf dem Mandalay Hill genossen wir bei Sonnenuntergang den faszinierenden Panoramablick in alle Richtungen. Ebenso besichtigten wir die U-Bein-Brücke, mit 1,2 km die längste Teakholz-Brücke der Welt. Sie wurde von vielen Bettlern, Invaliden und Lepra-Kranken gesäumt, welche hoffnungsvoll auf unsere kleinen Geldscheine warteten.

Morgens waren wir im bekannten Mahagandhayon-Kloster, wo täglich um 10.15 Uhr hunderte von Mönchen (z. T. bis zu 3.500) geduldig und demütig auf das Befüllen ihrer Almosenschale warteten (umlagert von dutzenden photografierenden Touristen).

Bei einem Ausflug per Boot besuchten wir dann Mingur mit der einst gewaltigsten Pagode aller Zeiten. Hier wurden wir von einer Schar von Souvenirverkäuferinnen erst Mal so richtig belagert! Unser Guide, Tin Htuen, war mittlerweile auch aufgetaut und muss mit uns einiges mitmachen, was er bisher sicher so noch nicht kannte! Durch ihn lernten wir viele burmesische 'Lokale' und Speisen kennen, welche wir von uns aus mit Sicherheit niemals aufgesucht hätten! Unser Hauptnahrungsmittel beschränkte sich zumeist auf Reis und Bier, da der Anblick/Geruch vieler burmesischer Spezialitäten für uns nicht wirklich lekker schien.
Nach drei tollen, wenn auch recht stressigen Tagen gings weiter nach Bagan, DEM Höhepunkt jeder Myanmar-Reise!

Die Weiterfahrt nach Bagan war teilweise recht bedrückend. Die Menschen in der Trockenzone mit savannenähnlichem Charakter sind überwiegend sehr arm. Viele Kinder und ältere Leute standen verzweifelt am "Strassen"-rand und bettelten um ein bisschen Geld.

Der Besuch Bagans zählt zweifelsohne zum Höhepunkt einer Myanmar-Reise. Hier trifft man auf 2230 beeindruckende Tempel, Stupas, Klosteranlagen und andere Gebäude.
Wir besichtigten einige Bauten, am imposantesten waren die Bauwerke für uns bei Sonnenuntergang, wir kamen uns vor, als lebten wir in einer lange vergangenen Zeit!

Eine Halbtagestour führte uns zum Mt. Popa. Nach dem Erklimmen etlicher schmaler und klebriger, übel riechender Stufen (das ganze natürlich barfuss) bot sich uns eine tolle Aussicht auf die Bergkulisse und das Flachland. Entlang dem Aufstieg tummelten sich freche, teilweise auch recht aggressive Affen, auf der Suche nach Essbarem in den Taschen der Besucher.

Weiter ging unsere Reise in 2 Tagen zurück in die Hauptstadt Yangoon, wo wir von unseren 2 Begleitern „abgesetzt“ wurden. Für uns war es nicht immer einfach, rund um die Uhr von einem bemutternden, fürsorglichen Guide begleitet zu werden ...

Im Kontrast zu unserer 12-taegigen Burma-Rundreise sassen wir anschliessend in der Hauptstadt Yangoon in einem klimatisierten Business-Hotel und versuchten, über die zahlreichen Erlebnisse der vergangenen Tage ein Resumee zu ziehen ...

In der Hoffnung auf einen demokratischen Wandel bemühen sich die Menschen in diesem Entwicklungsland, ihre tägliche Arbeit unter teilweise unmenschlichen, harten Bedingungen (beispielsweise im Strassenbau) zu meistern. Trotz kritischer, unterschiedlicher Ansichten/Bedenken sollte man unserer Meinung nach dieses Land besuchen, da sehr viele Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus leben. Natürlich verdient das Regime an jeder Reise mit, dennoch schöpfen die Einheimischen durch die ausländischen Besucher Hoffnung auf eine bessere, freiere Zukunft.

Die zum grössten Teil auf unseren Bildern zu sehende 'Idylle', beispielsweise mit Reis vollbepackter Ochsenkarren im grünen Reisfeld, ist hier keine Touristenattraktion, sondern harter Arbeitsalltag, um überleben zu können.


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Kommentare

  • glaspalast

    Toll, dass du in dieses Land gefahren bist. Denn wie du richtig darstellst, die einfache Bevölkerung braucht den Tourismus. Denn sonst hört man überhaupt nichts mehr von diesem Land und die Machthaber können tun und lassen, was sie wollen.
    Ich war im Februar 2008 in diesem Land und verlasse mich immer weniger auf die Medien in der Beurteilung von Zuständen in einem Land.
    Im Grund genommen habe ich die gleiche Reise in der Gruppe gemacht. Wir sind, lt. Reiseleiter, geflogen, um Zeit zu sparen wegen der unheimlich schlechten Straßen. Wir haben aber noch genug vom Leben der Bevölkerung auf dem Land gesehen.
    Servus
    Herbert

  • anna.laselva

    .... ich wunderte mich seinerzeit (Myanmar im November 2007), weshalb wir so oft das Flugzeug für relativ sehr kurze Strecken benutzten..... Hut ab für die Strapazen, die Du auf Dich genommen hast. Vielleicht hast Du dadurch nicht ganz so viel gesehen wie organisiert, dafür aber wesentlich intensiver, außerdem selbstbestimmt.
    Ansonsten kann ich mich auch nur dem Kommentar von Herbert anschließen.
    Mingalabar Anna

  • GiselaHH

    Individuell in Myanmar zu reisen, scheint tatsächlich sehr schwierig zu sein. Empfehlen kann ich da eine Gruppenreise mit dem örtlichen Veranstalter "Columbus" in Deutschland vertreten durch "World Insight" und hier insbesondere die Reiseleiterin JEAN.
    In Myanmar kann man den Charme des alten Asien, den es heute fast nicht mehr gibt, noch erleben. Wer das noch erleben möchte, muss sich beeilen!

  • Individualreisen

    Individualreisen
    mein Kommentar :
    Ich klicke Euch an, um mich vorzubereiten auf meine 3-wöchige Myanmar-Reise ,die mich ( ab nächster Woche) auch in total abgelegene Gebiete an der Laotisch-Chinesischen Grenze führen wird.
    Wir reisen übrigens über Chang-Mai ein..aber es war nicht leicht, die Erlaubnis zu erhalten.
    Ich werde hinterher berichten...mahnt mich, wenn es zu lange dauert !

  • klarinos

    Ich fahre im Januar 2010 für 4 Wochen individuell durch Burma und habe hier einige gute Infos gefunden. Herzlichen Dank!
    LG, Michael

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