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Reisebericht: Mit dem Zug durch Japan
Mit dem Japan Rail Pass in 25 Tagen von Tokio nach Nagasaki
Tokyo - nachdem ich im strömenden Regen vom Busbahnhof in Taipei zum Flughafen gefahren und natürlich am falschen Terminal ausgestiegen bin (es gibt nur zwei, also 50%ige Wahrscheinlichkeit, den richtigen zu erwischen oder nicht), musste ich eine halbe Stunde mit vollem Gepäck um 06.00 von Terminal 1 zu Terminal 2 laufen, da ist der Tag auch schon gelaufen ;-(
Dann hat es eine Zeit gedauert, bis ich den richtigen CheckIn-Schalter gefunden habe, denn EvaAir hat ja nur so 100 verstreut im ganzen Terminal, danach ging es aber flott, und ich habe sogar einen Fensterplatz bekommen.
Ca. 3 Std. Flug, also ein Nichts für Menschen wie mich, dann natürlich wieder eine halbe Stunde laufen, weil der Flieger am allerletzten Gate angedockt hat, danach 40min anstellen für die Einreisekontrolle. Mein Rucksack hat sicher schon die 47. Runde gedreht, als ich ihn dann endlich vom Band nahm, wobei ich ja immer froh bin, wenn er überhaupt da ist.
Jetzt kommt die übliche Prozedur: Geld wechseln und hin zum Informationsschalter. Das Mädel dort war echt nett und hat mir noch jede Menge Informationsmaterial für Tokyo und meine folgenden zwei Tage in Nikko und Mt. Fuji gegeben. Auch eine Alternative zu meinem reservierten Hostel, falls es mir nicht gefällt (ich weiss nicht warum, aber irgendwie habe ich ein komisches Gefühl, was mein gebuchtes Hostel betrifft).
So, nun muss ich das erste Mal die öffentlichen Verkehrsmittel in Japan erkunden, da der Flughafen ganz schön weit von Tokyo entfernt ist. Also ein Ticket für die Bahn kaufen, und auch noch einmal umsteigen, um zu meinem Hostel zu kommen. Die Japaner schauen alle recht interessiert, als sie mich in den Zug einsteigen sehen - der Lange mit den beiden Rucksäcken fällt echt auf.
Ich schaffe aber diese erste Prüfung und komme ohne Probleme am Zielbahnhof an. Die Beschreibung im Internet heisst: Gehe zum Westausgang! Ja, aber es ist nirgends einer angeschrieben! Erst der dritte Befragte kann mir dann den Weg zeigen - einfach aussen ums Bahnhofsgebäude herum, denn zu dem Ausgang kommt man nur, wenn man mit der U-Bahn ankommt - Super, mein Gefühl bestätigt sich wieder mal, denn die nächste Angabe ist: 200m gerade aus.
Nun, es gehen 3 Strassen vom Bahnhof weg und je nachdem bei welcher Tür man rausgeht, passt jede. Da ich aber sowieso keine Lust habe, mich dorthin zu schleppen, frage ich einen Taxifahrer. Der gibt die Adresse in sein Navi ein und los geht's. Das Navi lotst uns durch so enge Gassen, dass ich schon Mitleid mit dem armen, alten Mann hatte. Schliesslich haben wir es nach 2x fragen aber doch gefunden.
Ich versuche den Eingang vom Hostel zu finden, aber da ist keiner. Plötzlich kommt wer vom Keller hoch und fragt, ob ich Harald bin. Er geleitet mich in den Keller, wo aus 3 Räumen das Hostel besteht.
Ich wusste es, mein Gefühl lässt mich nie im Stich. Aber warum hat keiner in den 20 Bewertungen auf der Webside was davon erwähnt? Nein, ich bin keine Ratte, die im Keller haust, noch dazu für 5 Tage, also schenke ich ihm die EUR 3.50 Anzahlung und mache mich auf den Weg zur Alternative, die nur 10 Gehminuten entfernt ist.
Auf dem Weg dorthin komme ich an einem anderen Hotel vorbei, welches recht günstige Zimmerpreise angeschlagen hat, also gehe ich rein. Alles etwas düster und die Teppiche sind zu weich. Eine ältere Dame kommt auf mich zu und redet in einem Schwall von Japanisch auf mich ein, ein Mann im Anzug verdeckt sein Gesicht und verschwindet schnell im Aufzug. Als ich mich wieder zur Tür umdrehe, sehe ich, dass der Zimmerpreis auf Stundenbasis ist. Ratet mal, wo ich gelandet bin???
Ich gehe also in das empfohlene Hotel weiter, und die haben sogar ganz neu dazugebaut - Schlafsäle für Rucksacktouris. Sieht echt toll aus, und sehr sauber auch noch. Ich checke also mal für drei Tage ein. Zwei total nette Mädels aus Thailand kommen noch dazu, sonst sind wir ganz allein.
Nachdem ich eine kleine Erkundungsrunde in meiner neuen Wohngegend gedreht habe (sieht sehr nett aus hier bei der Ikebukuro Station) und mir ein Sandwich mit gebratenem Hühnchenfleisch besorgt habe, sitze ich mit den zwei Thais noch bis 23.00 in der grossen Küche, denn sie sind schon das zweite Mal hier und haben jede Menge Tipps für mich.
Als sie mich fragen, wie alt ich sie schätze, bin ich ehrlich und sage 18-20. Sie sagen Danke schön, denn sie sind beide schon 27 und ab nächstem Jahr fertig mit ihrer Dentistenausbildung. Ich kann diese kleinen Mädels einfach nicht richtig schätzen.
Die Nacht alleine in meinem 6Bett-Schlafsaal wird angenehm kühl und ohne Mücken - HERRLICH!!!
Heute gehe ich es ganz gemütlich an und liege bis 08.15 im Bett, danach ein kleines Frühstück und mal überlegen, womit ich heute meine Stadtbesichtigung beginne.
Ich entscheide mich für den Kaiserpalast mit den schönen Parkanlagen, weil das Wetter hervorragend ist - blauer Himmel, Sonnenschein und an die 22 Grad - PERFEKT!
Es gibt ja 14 Metrolinien in Tokyo, die leider von zwei verschiedenen Unternehmen betrieben werden, und ich habe mir am Flughafen noch einen 2Tagespass für die eine gekauft, da es den nur dort gibt, und er recht günstig ist.
Jetzt muss ich also versuchen, nur mit der einen Linie auszukommen, oder die andere zusätzlich bezahlen, was ja ein sparsamer Mensch wie ich gar nicht in Erwägung zieht.
Dieses Mal ist es aber einfach, da meine Linie von meinem Bahnhof direkt zum Park fahrt. Es ist eine wirklich schöne Anlage und noch dazu sind jede Menge westliche Touris unterwegs - meine einsame Zeit hat ein Ende.
Zuerst gehe ich eine Zeit mit einem Texaner, der mit seiner Tochter unterwegs ist, dann mit einem Pärchen aus Schottland. Nach den schönen Ostgärten des Kaiserpalastes gehe ich zur berühmten Brücke, die direkt zum Eingang des Palastes führt, welcher aber nur für 2 Tage im Jahr dem gemeinen Volk geöffnet wird. Heute ist natürlich keiner dieser Tage. Gegen Mittag bin ich mit meiner Tour fertig und setze mich auf eine Parkbank, um zu überlegen, was ich als nächstes mache.
Das Sony-Building ist nicht weit weg, und der berühmte (grösste der Welt) Fischmarkt ist auch in Reichweite, also losmarschieren. Das Wetter ist unverändert schön und bei der Temperatur kommt man nicht ins Schwitzen - toll.
Im Sony-Building sieht man die Unterhaltungselektronik der Zukunft. Leute vergesst die LCD-Fernseher, ich habe die nächste Generation gesehen. OLED Bildschirme, die an der dicksten Stelle 3mm dick sind, mit einer Bildqualität, die dich echt umhaut. Es gibt noch ein paar andere Gustostückerl, abgesehen von den hübschen Mädels, die dort präsentieren, aber der Bildschirm war der absolute Hit.
Dann gehe ich doch noch zu Fuss zum Fischmarkt, obwohl mein linker Fuss schon wieder NEIN sagt, aber ich gehe nun mal so gerne. Dort sehe ich dann, was nach dem grossen Geschäft am Morgen passiert, das ich schon so oft im TV gesehen habe - das grosse Aufräumen. Man, die produzieren da gehörig viel Mist jeden Tag.
Danach in einen sehr ruhigen Tempel, wo ein Priester für ein älteres Paar eine Messe abhält, was sehr mystisch ist, so mit Gesang und Trommel. Anschliessend mit der Metro zu dem schönen Kannon-Tempel, wo echt was los ist, Touris bis zum Umfallen, sogar Deutsche habe ich gehört.
Beim Zurückgehen zur Metro falle ich noch in eine Sushi-Bar ein, und schlage mir damit den Bauch voll - echt lecker.
So, jetzt versuche ich noch meine Wäsche zu waschen, falls ich heute noch dran komme, denn heute ist hier wesentlich mehr los, ein neuer ist auch in meinem Zimmer, aber gesehen habe ich ihn noch nicht.
Mit dem Wäschewaschen ist es dann leider nichts mehr geworden, da irgend so eine Kuh ihre Wäsche im Trockner gelassen hat und weggegangen ist. Die Kleine von der Rezeption hat sich diese nicht rausnehmen getraut, denn es ist ja persönliches Hab und Gut. Herrgott, wir sind Backpacker, da hast du keine persönlichen Momente mit 5 Fremden im Raum.
Nun ja, wir waren dann im Endeffekt zu dritt im Zimmer und die beiden anderen sind erst um Mitternacht mit viel Getöse angerückt. Irgendwie konnte ich dann nicht mehr richtig einschlafen, und der eine ist dann auch noch um 06.00 schon wieder ausgezogen. Das sind eben die Nachteile eines Dorms (so heissen diese Zimmer auf Englisch).
Der andere ist aber ein recht netter aus Hongkong, und reist heute nach Rom-Paris-Brüssel-Amsterdam-London weiter. Ja, wir Backpacker kommen ganz schön rum.
Nach einem ruhigen Frühstück ziehe ich gegen 09.00 wieder los zu meiner Metro-Station. Heute fange ich mit dem grossen Park in Ueno an, der lt. meinen beiden Thai Girls recht schön sein soll. Vorher tausche ich aber noch meinen RailPassGutschein, den ich in Taipei erworben habe, gegen den echten am Bahnhof um, was schon mal 20min dauert.
Dann meint das Mädel, ich sollte doch lieber für den Zug nach Nikko, den ich morgen nehmen will, Plätze reservieren, denn der ist immer sehr voll am Morgen. Gut, also wieder alles retour und zur Reservierungsstelle. Dort dauert es eine halbe Stunde, bis wir die Züge gefunden haben und auch noch welche, wo freie Plätze sind. Das Mädel hatte recht, war ein guter Tipp.
Dafür habe ich jetzt auch einen Zugplan mit allen Zeiten für ganz Japan, das ist sicher nicht schlecht für die nächsten drei Wochen.
Mit fast einer Stunde Verspätung geht nun also doch die Fahrt nach Ueno los. Der Park ist wirklich schön, und es sind jede Menge Japaner unterwegs. Apropos, ich habe noch nie so viele Männer in dunklen Anzügen mit Krawatte und Laptoptasche gesehen wie hier. Und noch dazu zu jeder Zeit und überall.
Wenn ich um 11.00 in der U-Bahn sitze, sind die auch da. Wenn ich um 13.00 im Park bin, sind die auch da. Wenn ich um 15.00 in der U-Bahn sitze, sind die auch da. Ich frage mich schön langsam, welche Arbeitszeiten die haben.
Dafür sind die Japaner echt das freundlichste Volk der Welt. Sogar der Reklamezettel-Verteiler verbeugt sich 3x, bevor er dir seinen Zettel in die Hand drückt. Wenn ich jemanden frage, und er kann kein Englisch, holt er sofort einen Zettel und zeichnet mir den Weg auf oder fragt so lange andere, bis er jemanden findet, der mir helfen kann. Findet er niemanden, entschuldigt er sich 100x und verbeugt sich ebenso oft.
Auch im Umgang untereinander ist das so, was ich immer wieder beobachten kann - gefällt mir sehr, denn ich bin ja auch ein sehr, sehr höflicher Mensch, bis mir wer zu sehr auf die Ei.. geht, dann kommt meine andere Seite zum Vorschein. Vielleicht sollte ich noch ein wenig daran arbeiten ;-)
Im Park habe ich mir dann beim Zoo noch eine recht leckere kleine Pizza gegönnt, und dann bin ich mit U-Bahn in eine Gegend, wo sich die Mädchen treffen, die wie ihre Manga-Figuren gekleidet und geschminkt sind. Mir wurde aber schon gesagt, dass die sich immer nur am Samstag treffen, und heute ist leider nicht Samstag.
War dann auch so, nur 2 waren da, die aber sogar mit mir geplaudert haben. Dafür habe ich beim Weggehen schönes Deutsch von 4 Mädels und einem Jungen gehört. Hurrah, Österreicher, die ersten die ich seit 9 Wochen treffe. Das Salzburger Festspielhaus führt Mozart in Tokyo auf und 150 Ösis sind hier und geniessen einen gut bezahlten Urlaub mit etwas Arbeit ;-)
3 von ihnen sind sogar schon das dritte Mal hier und immer noch total begeistert. Kann ich nur bestätigen, Tokyo ist eine tolle Stadt. Total sauber, alles gepflegt, freundlich Menschen und bildhübsche Mädchen. Männer, da kommt ihr aus dem Schauen nicht raus, was euch da den ganzen Tag über den Weg läuft. Heute habe ich ein paar gefragt, ob ich sie fotografieren darf, damit ihr sehen könnt, wovon ich rede. Die haben sich sogar gefreut und gleich mitgemacht.
Dann bin ich noch, obwohl ich schon wieder hundemüde bin, denn ich bin ja schon wieder seit 6 Std. unterwegs, zum Rathaus, denn das ist eines der neuen Wahrzeichen von Tokyo. Ein zweitürmiger Wolkenkratzer, der aber auch eine kostenlose Aussichtsplatform im 45. Stock hat, also nichts wie rauf.
Die Sonne ist mittlerweile verschwunden und Wolken ziehen auf, es wird windig und ein wenig kälter. Hoffentlich regnet es morgen in Nikko nicht, wäre echt schade.
Auf dem Rückweg, ich gönne mir ein Bahnticket, denn dann bin ich 40min früher im Hostel als mit der U-Bahn, hole ich mir noch ein Shrimp-Sandwich, denn marschieren macht hungrig.
Im Hostel sichere ich mir gleich den Schlüssel für den Waschraum und los geht es mit einer Waschmaschine, auf der alles in Japanisch geschrieben ist. Ich schmeisse alles rein, Waschpulver dazu und drücke auf START. Keine Ahnung was da jetzt für ein Programm läuft. Vielleicht gehe ich morgen neue Sachen kaufen.
Nun gut, die Aktion Wäschewaschen hat noch bis 23.00 gedauert, weil der Filter des Trockners so verstopft war, dass die Wäsche zwar total heiss war, aber eben auch feucht, weil der Wasserdampf nicht abziehen konnte. Also Harri als Allround-Genie den Filter zerlegt, gereinigt, und dann lief es wieder.
Als ich zurück zu meinem Zimmer kam, stand dort am Waschbecken (sind vor den Zimmern) eine ganz liebe, bildhübsche aus Bayern, die mir erzählt, dass gestern ihr ganzes Zimmer Wäsche gewaschen hat, und dann alles im Zimmer zum Trocknen aufgehängt hat, weil dieser blöde Trockner nicht funktioniert. Toll, und wieso sagen sie das niemandem bei der Rezeption?
Ansonsten ist sie aber echt interessant, denn sie sucht jetzt schon seit zwei Wochen eine Praktikumsstelle als Architektin hier in Tokyo, bekam aber leider bis jetzt nur Absagen, was sie schon ein wenig deprimiert. Aber sie gibt nicht auf und bleibt noch zwei Wochen auf der Suche, leider mittlerweile schon bei den zweitklassigen Büros.
Dann noch ein wenig mit dem schüchternen Japaner in meinem Zimmer plaudern, der sich nicht einmal ausziehen traut, und mit Hose, Unterleibchen, Hemd und sogar Pulli im Bett liegt. Erst als ich mich ausziehe und ihn darauf hinweise, dass die dicke Bettdecke recht warm ist, fängt er zögernd an sich zu entkleiden. Neben seinem Kopf hat er drei Stück Seife liegen - hat wohl Angst, dass es hier streng riechen könnte. Sind schon ein komisches Volk ;-)
Als ich dann meine Füsse mit der nach Menthol riechenden Salbe, die ich von meiner lieben Nachbarin bekommen habe, eincreme, war das Thema Geruch wohl auch keines mehr ;-))))))
Die Nacht war wieder mal sehr unruhig, weil wir einen neuen haben, der nicht einmal sein Bett gemacht hatte, und dies erst gegen 01.00 tat, als er eintraf. Bin also wieder nicht so richtig zum Schlafen gekommen, da ich um 05.50 auf musste, um meine Züge nach Nikko zu erreichen.
Nikko - Es hat in der Nacht geregnet, und die Luft ist etwas kühler als die letzten Tage. Ich packe sicherheitshalber meine Regenjacke ein und ziehe in den jungen Morgen. Zuerst mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof und dann zum ersten Mal mit dem Shinkansen Richtung Nikko.
Die Beschilderung zum Shinkansen ist nicht gerade tourifreundlich, aber nach 2x fragen finde ich dann doch den richtigen Bahnsteig. Und da steht dieses Ungetüm! Das alte Eisenbahnerherz meines Vaters wäre wohl jetzt knapp vorm Zerspringen vor Aufregung und Vorfreude. Sieht echt geil aus dieser Zug. Noch dazu sind es Waggons mit zwei Etagen und die liebe Tante von der Reservierung hat mir obere Etage mit Fensterplatz gebucht - SUPER.
Als er dann endlich losfährt, denke ich mir: Nun, das ist alles? Aber kaum hat er Tokyo verlassen, gibt er richtig Gas. Scheisse, da flitzt nur alles so an dir vorbei!!! Jede Hundertstelsekunde ein Hochspannungsmast flugflugflug, und die Landschaft zieht so schnell an dir vorüber, dass die Augen bald müde werden, so musst du dich anstrengen. Das alles noch dazu recht ruhig und ohne nennenswerte Erschütterungen.
VATI, das wäre was für dich!!!
Nach einmal umsteigen in einen kleinen Regionalzug bis ich nach ca. 2 Std. in Nikko angekommen - und es regnet in Strömen. Ich bin begeistert. Da fährt man so weit, um eine der schönsten Tempelanlagen Japans zu sehen, und dann regnet es. Eine nette ältere Japanerin begleitet mich zum TouriInfoBüro und erzählt mir, was sie schon alles in Europa gesehen hat. Sogar in Wien war sie schon und fängt gleich an aufzuzählen, was sie dort alles besucht hat - war echt eine ganz liebe.
Im TouriBüro bekomme ich jede Menge Infomaterial und eine Busfahrkarte zu der Tempelanlage. Also raus zum Busbahnhof, wo eine junge Blondine ebenso wartet. Also anquatschen, es ist Emily aus Bristol in England. Wir verstehen uns auf Anhieb und ziehen gemeinsam zur Tempelanlage. Sie hat ein wirklich fröhliches Gemüt, und der Regen macht ihr überhaupt nichts aus.
Die Anlage ist echt imposant und liegt mitten im Wald, was noch mehr zur Stimmung beiträgt. Als mich eine dunkelhäutige Frau bittet, ein Foto von ihr zu machen, muss ich bald lachen, denn Gladys ist aus Südafrika, wohnt aber seit 30 Jahren in Wien und spricht perfekt Deutsch. So, nun sind wir komplett, und wir 3 bleiben bis zum Ende des Tages zusammen.
Nachdem wir fast 4 Std. in der Anlage verbracht haben, schlägt Emily vor, zum See und Wasserfall zu fahren, der in der Nähe ist. Also alle rein in den nächsten Bus und dort hin. Eine halbe Stunde nur Kurven den Berg rauf, und ich habe einen leeren Magen. So was mag ich gar nicht, aber überlebe es doch. Die Kälte dort oben auf 1.600m ist aber ein anderes Kapitel, denn dafür bin ich mit meinem T-Shirt und der Regenjacke doch ein wenig underdressed.
Also schliessen wir das recht schnell ab, essen noch eine Kleinigkeit in einem schön warmen Lokal und fahren dann nach Nikko zurück. Gladys fährt mit mir gemeinsam nach Tokyo, Emily bleibt noch einen Tag in Nikko und muss morgen nach 6 Wochen in Japan zurück nach England. Sie hat 4 Wochen in Sapporo Englisch unterrichtet, was ihr totalen Spass gemacht hat und würde am liebsten noch länger bleiben. Gladys will auch unbedingt noch einmal nach Japan, denn sie war nur zwei Wochen hier, was ihr viel zu wenig war.
Im Zug treffen wir noch auf einen anderen Österreicher, der ebenfalls schon seinen letzten Tag hat, und auch in ganz Japan unterwegs war. Wir kleines Bergvolk sind ja doch auch überall zu finden ;-)
So, morgen verlasse ich Tokyo für immer und fahre zum Mt. Fuji, dem heiligen Berg der Japaner. Wenn ich Glück habe, sehe ich ihn, wenn nicht, dann geht es mir so wie Gladys, welche 2 Tage da war, und nichts vom Berg gesehen hat. So wie das Wetter momentan ist, kann es schon sein, dass es mir ähnlich ergeht.
Mt. Fuji - der Abend ging sehr ruhig vorüber. Ich habe ein Hostel über Internet gebucht und mich über die hohen Preise der Hotels an meinem nächsten Ziel gewundert, aber Mt. Fuji ist nun mal ein auch bei Japanern sehr gefragter Ort. Also nix mit Einzelzimmer, wieder ein Schlafsaal.
Am Zimmer habe ich dann noch lange mit meinem Japaner geplaudert, denn heute sind wir Gott sei Dank alleine im Zimmer. Der ist echt nett und hat mich zu sich eingeladen, wenn ich in Osaka bin und Zeit habe. Die Nacht verlief sehr ruhig, und ich konnte endlich mal wieder durchschlafen.
Um 07.00 aufstehen, Frühstück mit Kuchen und warmer Erdbeermilch (was die eben hier darunter verstehen, schmeckt eher wie Wasser mit Erdbeergeschmack und 2 Tropfen Milch). Dann mit vollem Gepäck zum Zug, der mich zum Busbahnhof bringen soll.
So, mittlerweile ist es 08.15 (habe noch ein wenig mit meinem Japaner getratscht), und ich stehe mit vollem Gepäck mitten in der Stosszeit am Bahnhof. Jetzt erlebe ich doch noch dass, was ich bis jetzt nur vom TV kannte. Männer in Uniform mit weissen Handschuhen drücken die Menschen in die Waggons (der Vorortzug ist wie ein U-Bahnwaggon). Und ich mittendrin mit grossem Rucksack am Rücken und kleinem in der Hand.
Da bekommst schon ein beklemmendes Gefühl, aber erleben muss man das schon mal ;-)
Endlich wieder im Freien marschiere ich zum Busbahnhof, den ich vorgestern bei meiner Tour zum neuen Rathaus schon gesehen habe, nur mein Bus fährt nicht von hier ab, sondern von ganz wo anders. Wäre auch zu schön gewesen.
Nach zwei Mal fragen und 5 Häuserecken weiter, bin ich dann schweissgebadet endlich am richtigen Terminal. Fahrkarte kaufen und 30min auf den nächsten Bus warten, denn der, den ich eigentlich wollte, ist mir natürlich genau vor der Nase davongefahren.
Ein älteres Ehepaar aus England wartet auch, also beginnt eine recht nette Unterhaltung, denn die beiden sind über jede Info, die ich gestern noch aus dem Reise KnowHow Reiseführer gefiltert habe, dankbar. Im Bus danke ich dann wieder mal dem Schicksal, denn dadurch, dass ich so spät zum Ticketkaufen gekommen bin, habe ich einen Platz im zweiten Bus (der erste ist voll), welcher nur halb voll ist, und ich kann mich in der letzten Reihe ausbreiten.
Die Fahrt dauert 2 Std. und ist recht langweilig, da sie fast nur am Freeway geschieht, und der ist so gut wie überall mit Lärmschutzwänden links und rechts tapeziert, man sieht also nichts von der Landschaft.
Endlich angekommen gehe ich wie gewohnt zur Touri-Info und fratschle die Damen aus. Die sind wie immer recht nett und versorgen mich mit jede Menge Material, nur den Mt. Fuji können sie leider nicht sichtbar machen, der versteckt sich wie erwartet hinter einer dicken Wolkenschicht. Dann rufen sie mir noch bei meinem Hostel an, denn die holen mich lt. Internet bei Anruf ab.
5min später ist mein Taxi auch schon da und bringt mich direkt in das leider etwas abgelegene Hostel. Das ist dafür aber eine Wucht, da hat das Internet mal nicht übertrieben, echt schön und gross und total sauber. Ich bekomme ein 4Bett-Zimmer für EUR 17.50 die Nacht, was in Japan sehr günstig ist.
Da es gerade mal 11.40 ist, borge ich mir ein Fahrrad aus und mache mich auf dem Weg, einen der 4 Seen hier zu umrunden - Lake Kawaguchiko. Meine Hosteltante hat gemeint, das sind gerade mal 25km, also locker zu schaffen. Das Wetter ist OK, die Sonne scheint mal, dann wieder nicht, dann mal schon, ein wenig Wind bläst, aber zum Fahren ideal.
Mein Bike sieht aus wie das von Vietnam, aber es hat eine 3Gang-Schaltung, und was für eine. Nun, ich habe ja jetzt schon seit 15 Jahren kein Fahrrad mehr, deshalb weiss ich nicht, ob das schon normal ist. Aber wenn ich schalte, kommt kein Kettenrasseln mehr, sondern einfach nur Klick, und der Gang ist drin - toll!
Zuerst bleibe ich noch bei einem Burgerladen stehen und schmeisse mit einen Teriaki-Burger mit gebackenen Zwiebelringen rein, denn ein leerer Sack fährt nicht.
Es gibt einen schönen Fahrradweg rund um den See, und die Kirschbäume stehen hier noch in voller Blüte. Dürfte hier wegen der Höhenlage vielleicht etwas später passieren wie in Tokyo, denn da waren sie ja schon am Verblühen. Ich fotografiere also wie verrückt und geniesse die Umgebung, die mich sehr an das Salzkammergut erinnert, was ihr auf den Fotos sehen könnt.
Bei einem Tempel ist ein kleiner Markt, wo die Kinder vergnügt von einem Stand zum anderen ziehen. Ich parke also mein Bike und bitte den Herren vom ersten Stand, meine Regenjacke doch für mich aufzubewahren, bis ich wieder zurück bin. Der verbeugt sich wie immer 3x, und ich fange auch schon so an ;-)
Es gibt Spielzeug-, Wurf- und jede Menge Essensstände. Ich genehmige mir ein kleines Spiesschen mit Hühnerfleisch, Zwiebeln und Paprika und fotografiere die Kinder beim Toben - ist echt was los hier. Nach einer halben Stunde hole ich mir wieder meine Jacke ab und bedanke mich verbeugender Weise recht freundlich bei dem Herren für die Aufbewahrung.
Nach etwa 3 Std. bin ich wieder am Ausgangspunkt. Da entdecke ich einen Friseur und bremse mich sofort ein, denn meine Haare sind schon 2 Wochen nicht geschnitten worden, und der letzte hat nicht wirklich meine bestellten 2mm akzeptiert. Also rein und fragen, ob es möglich wäre. Der Laden ist leer und der junge Mann begrüsst mich freundlich.
Ich versuche ihm zu erklären, was ich will, aber der will mich nicht dran nehmen und labbert mich mit japanisch bis zum Umfallen voll. Irgendwie kann ich mir aber keinen Reim darauf machen, denn es ist ja offen und keiner sitzt im Stuhl.
Da geht er raus, ich folge ihm ins Nachbarlokal, da steht ein riesiger Inder, der erklärt mir dann, dass in 5min eine Kundschaft kommt, was der Grund ist, warum er mich jetzt nicht dran nehmen kann. Als ich nach dem Preise frage, haut es mich fast um - EUR 18.00 für mich. Das sind nach EUR 0.50 in Vietnam und EUR 2.00 in Taiwan schon mehr als mir lieb ist.
Ich bedanke mich bei den beiden und schmeisse mich in den Supermarkt nebenan, um für die nächsten Tage einzukaufen, denn mit dem Fahrrad transportiert es sich doch leichter zurück zum Hostel.
Oh, ein richtiger, grosser Supermarkt!!! Ich hatte seit 4 Wochen keinen mehr, ich kann mich gar nicht trennen vom dem Angebot. Nun sehe ich erst, dass Japan gar nicht so teuer ist, denn plötzlich zahle ich für 1.5l Apfelsaft das gleiche, was ich in den kleinen Stores für 0.5l bezahle.
Wir sind mit unseren Billa, Mondo, Hofer und Konsorten echt verwöhnt, die kannst du in den Städten wie Taipei oder Tokyo lang suchen. Lauter kleine Läden, die alle das gleiche Sortiment und identische Preise haben, obwohl sie unterschiedlich heissen.
Der Korb meines Bikes ist knallvoll, und wenn es morgen regnet, dann habe ich auch genug zum Essen im Haus und muss nicht raus.
Macht euch also keine Sorgen um mich ;-)))
Samstag morgen, ein Blick aus dem Fenster und es ist so, wie die Wettervorhersage es angekündigt hat, bewölkt, total zu.
Ich gönne mir also ein gutes Frühstück mit Jacobs Vanille Cafe und einem Apfelkuchen. Ein junges Paar aus Italien ist auch im Raum, und bald tratschen wir angeregt über das ideale Leben.
Die beiden sind mit ihrem Leben in Italien sehr unzufrieden. Zu wenig Monatslohn und keine Zukunftsaussichten. Ein Kanadier hat ihnen gestern Abend lautstark (ich konnte vom PC aus mithören) das Auswandern schmackhaft gemacht, was jetzt ordentlich in ihnen arbeitet. Leider hat der gute ganz schön bunt gemalt, was sicher nicht so ist, denn dort schenk dir auch keiner was.
Ich versuche sie etwas zu ernüchtern, und schlage ihnen vor, doch mal auf die kanadische Botschaft in Rom zu gehen, die können ihnen am besten sagen, wie ihre Chancen sind, mit ihren Fähigkeiten einen Job zu finden oder vielleicht sogar gleich einen vermitteln.
Danach beschliesse ich trotz leichtem Nieselregen und nur 8 Grad die 20min ins Zentrum zu marschieren, um mich dort ein wenig umzusehen. Auf dem Weg dorthin komme ich bei einem alten Friseurladen vorbei. Ich schaue durchs Fenster rein, es sitzt keiner drin, und das am Samstag um 12.00 - unvorstellbar bei uns, aber die Japsen haben scheinbar andere Termine lieber.
Die Tür ist offen, also gehe ich rein und rufe halblaut 'Kon Nichi Wa'. Da höre ich etwas rascheln und schon sehe ich den Kopf einer älteren Dame aus einem Zimmer gucken. Sie faselt etwas in Japanisch, verschwindet wieder, um in 5 sec wieder vor mir zu stehen. Ich werde in den Laden gebeten. Vorher frage ich, ob ich die Schuhe ausziehen muss, aber sie verneint.
Der Laden hat seine Einrichtung aus den 50ern, was ihm aber ein gemütliches Flair verleiht. Mitten im Raum steht eine Heizsäule auf der ein alter Teekessel vor sich hindampft. Ich darf mich setzen und frage sicherheitshalber, was ein Schnitt auf 2mm kostet. Sie verlangt nur EUR 12.00, was zu den 18.00 von gestern schon mal ein ordentlicher Nachlass ist. Ganz sicher ist sie sich aber nicht, ob sie mich richtig verstanden hat und fragt noch 2x nach, ob ich wirklich so kurze Haare haben will, dann setzt sie zaghaft an und hört gleich wieder auf.
Ich solle doch bitte prüfen, ob das die richtige Länge ist. Also gut, es wird geprüft und für in Ordnung befunden ;-) Jetzt legt sie richtig los. Sie macht das richtig sorgfältig und prüft mit strengem Blick, ob sie auch kein Härchen übersehen hat.
Dann wird der Nacken und auch rundherum rasiert, aber so richtig mit Schaum. Danach kommt der alte Teekessel zum Einsatz, denn Tücher werden mit dem heissen Wasser begossen und auf die rasierten Stellen gelegt. Anschliessend kommen parfümierte Tücher mit denen sie mir den ganzen Kopf abreibt und ein wenig massiert. Man oh man, so bin ich auch nicht nie behandelt worden. Zum Schluss kommt noch ein riesiger Puderschwamm über mich - husthust!
Als sie fertig machen will, frage ich sie, ob sie mir auch noch meinen Bart stutzen könnte, was natürlich sofort mit Kamm und Schere erledigt wird. Die EUR 12.00 hat sie sich redlich verdient, und zum Abschluss bekomme ich auch noch ein Foto mit ihr.
Als ich dann gegen 13.00 endlich im Zentrum angekommen bin, ist dort alles zu und es giesst mittlerweile auch ordentlich von oben. Ich gehe nach einer kleinen Runde wieder zurück Richtung Hostel, nicht ohne vorher bei meinem Lieblingssupermarkt vorbeizugehen. Dort gibt es auch warmes Essen zu kaufen, und ich entscheide mich für panierte Leibchen, wobei ich keine Ahnung habe, was drin ist, denn ich kann nur die angegebenen Kalorien pro Leibchen lesen - von 300 bis 390 (4 verschiedene Sorten).
Im Hostel angekommen schmeisse ich sie in den Mikro und schon ist mein Mittagessen fertig. Es sind Gemüseleibchen mit unterschiedlicher Füllung und schmecken recht gut. Im Kühlschrank habe ich noch Senf und Chilipaste gefunden, welche zur freien Verwendung sind - perfekt.
Den restlichen Nachmittag verwende ich dazu, meine nächsten Ziele herauszufinden wobei mir ein Japaner in meinem Zimmer sehr freundlich zur Seite steht. Ich bin mir zwar sicher, dass die neue Route (ich hatte schon eine, aber zu Hause plant es sich ja nicht so leicht) auch nicht 100%ig ist, aber was soll's. Dann gehe ich noch in den Videoraum, wo ein 102cm Sony LCD steht und sehe mir den DaVinci Code noch einmal an (war die interessanteste DVD). Es giesst immer noch in Strömen, und ein wenig Ruhe tut meinem Fuss auch recht gut.
Am Abend gibt es dann noch ein Süppchen im Becher und ein langes Plauscherl mit einer 65jährigen Dame aus England, die ich gestern schon kennen gelernt habe, und die sehr interessant ist. Sie hat ein Haus in England, welches sie vermietet und gemeinsam mit ihrer staatlichen Pension kann sie das ganze Jahr herumreisen. Nur zu den Feiertagen (Weihnachten und so) ist sie zu Hause, wo sie bei ihren Schwestern oder Nichten wohnen kann.
So was nenne ich wirklich traveler, das wäre mir aber zuviel, der Typ bin ich dann doch nicht.
Ab ins Bett und hoffen, dass sich Hr. Fuji morgen endlich sehen lässt!
Mein einziger Zimmergenosse steht schon wieder um 05.00 auf, ist aber recht leise. Ich glaube, der geht Fischen zum See, denn seine Klamotten sehen irgendwie so aus.
Um 07.00 sehe ich aus dem Fenster und es ist - Schei.. - total zu. Also stehe ich um 08.00 missmutig auf und frühstücke den Rest von meinem gestrigen Apfelkuchen wieder mit meinem geliebten Vanille Cafe.
Doch siehe da, gegen Ende meines Frühstücks kommt plötzlich Sonne beim Fenster herein, die Wolkendecke reisst total auf. Ich ziehe mich schnell an und laufe die 5min zur Hauptstrasse vor, von wo aus man angeblich den Berg sehen soll.
Huuuuuurrrrrrrrrahhhhh, er ist da!!!! Zwar nicht ganz klar, aber wir wollen ja bescheiden bleiben, hätte ja auch anders sein können. Also wieder zum Hostel zurücklaufen und schnell ein Fahrrad ausborgen, denn die schönsten Stellen für Fotos sind an der Nordseite des Sees, und das ist mir zu weit zum Laufen.
Im Hostel hat noch keiner mitbekommen, dass Hr. Fuji zu sehen ist und alle freuen sich sehr, als ich die gute Botschaft verkünde - natürlich erst nachdem ich eines der nur 4 Fahrräder gemietet habe. Die anderen drei waren daraufhin recht schnell vergriffen.
Als ich auf die Strasse zum See rauskomme, laufen da jede Menge Japaner mit Nummerntaferln durch die Gegend, dürfte wohl heute ein Lauf um den See sein, denn sie werden von Familienmitgliedern am Weg eifrig angefeuert.
Ich bin recht schnell an den zwei Plätzen, die mir schon am Freitag recht gut gefallen haben, nur da hatte ich ja noch keinen Schimmer, wo dieser Berg eigentlich ist. Heute kann ich darüber nur lachen, denn eigentlich ist der riesig.
An die 50 Fotos werden gemacht, auch mit meiner mitgeschleppten grossen Minolta, wobei ich längst bereue, dass ich die dabei habe, weil meine neue Fuji einfach ein Hammer ist. Bin schon am überlegen, ob ich nicht ein Päckchen mit allen unnötigen Sachen mache und nach Hause schicke. Ich habe nur keine Ahnung, wie unser Zoll mit solchen Paketen umgeht.
Gegen 11.00 fahre ich wieder zurück zum Hostel, denn es gibt da einen Bus, der fährt zur 5. Station am Mt. Fuji hoch, und das erst seit gestern, denn bis dahin lag zuviel Schnee. Die Hosteltante ruft mir sogar sicherheitshalber an, ob wirklich offen ist. Ja, es ist, und es hat 10 Grad auf 2.800m.
Nun darf ich wieder die 20min ins Zentrum zum Busbahnhof latschen und nehme den nächsten Bus um 13.00. Ein Pärchen aus Schweden steht ebenfalls beim Buswartehäuschen, und ich frage sie, ob sie weiss, dass es am Berg 10 Grad hat und wahrscheinlich der Wind blasen wird, denn sie hat Sommerkleidchen an und ebensolche Schuhe mit Löcher. Er steht mit Hemd und Sakko daneben. Manchmal frage ich mich schon, wie die so eine Reise überleben, denn sie sind schon seit einer Woche in Japan unterwegs.
Wie wir so warten, zieht eine dicke Wolkenwand über den Berg, und wir sehen gerade noch die rechte Seite des Sockels. Verdammt, jetzt habe ich EUR 12.00 bezahlt, und bis wir dort sind, ist vielleicht alles wieder zu, denn die Fahrt dauert 50min.
Der Bus fährt, wie alles in Japan, pünktlich ab, und je näher wir kommen, desto schöner wird das Wetter. Ab 1500m sehen wir die ersten Schneefelder, ab 2500m ist eine dicke Schneedecke UND blauer Himmel. Als wir auf 2800m aussteigen, steht der gesamt Gipfel in voller Pracht ohne eine Wolke vor uns - einfach GEIL!!!
Ich mache also wieder jede Menge Fotos und kaufe mir ein Würstchen an einem der Stände. Ist fast Jahrmarktstimmung hier, weil ja Sonntag ist, und jede Menge Japaner hierher einen Ausflug machen. Auch hier sind manche Mädels ein wenig underdressed, obwohl es durch die Sonneneinstrahlung nicht so kalt scheint, wie es eigentlich ist, aber bibbern ist bei vielen angesagt.
Eigentlich bin ich begeistert, es hat sich echt ausgezahlt, hier hoch zu fahren. Von hier kann man auch bis zum Gipfel wandern, allerdings nur im Sommer, wenn er fast schneefrei ist.
Nach einer Stunde geht es wieder retour und gegen 16.00 bin ich wieder im Hostel und schreibe mein Tagebuch. Für heute reicht es, und morgen geht es um 08.00 zuerst mit dem Bus und dann mit dem Zug nach Kyoto.
Kyoto - die Nacht verlief ruhig, mein Fischer hat ausgecheckt, dafür habe ich jetzt drei Franzosen im Zimmer - zwei Mädchen und einen Jungen, die sogar Englisch können, eine sogar ein wenig Deutsch. Leider hat die eine vergessen ihren Wecker abzustellen, also wurden wir alle um 06.00 geweckt. Ist mir aber auch schon mal passiert, also kein Grund auf sie böse zu sein, denn sonst sind alle drei sehr ruhig und ganz nett.
Nach dem Frühstück bringt der Hostelbus mich und noch 4 Mädels zum Bahnhof, wo ich mir ein Busticket nach Mishima kaufe, von wo ich dann in den Shinkansen nach Kyoto umsteigen kann. Den Bus muss ich nach einer Stunde wechseln, aber der nächste steht schon am gegenüberliegenden Gate und fährt 5min später auch schon ab.
Am Bahnhof in Mishima reserviere ich mir einen Sitzplatz und muss dann fast eine Stunde auf den Zug warten, was für eine Jause genutzt wird. Eine kleine Japanerin, die ich schon im Bus kennen gelernt habe, leistet mir Gesellschaft und versucht mit sehr gebrochenem Englisch sogar sich zu unterhalten. Zwischendurch zischen hinter uns andere Expresszüge durch, da bebt der ganze Bahnhof, wenn die durchrauschen - ein Wahnsinn.
Sie sitzt sogar im gleichen Waggon wie ich, nur leider 4 Reihen hinter mir. Die Fahrt verläuft sehr ruhig, und die Gegend ist nicht erwähnenswert, da wir fast die ganze Zeit durch verbautes Gebiet fahren.
Als ich aussteige gehe ich bei ihr vorbei, um mich zu verabschieden, da drückt sie mir einen aus Papier gefalteten Kranich in die Hand und wünscht mir noch gute Reise. Die Japaner sind echt liebe Menschen! Welche Bedeutung dieses Geschenk hat, werde ich aber erst in Hiroshima erfahren.
Bei dem Bahnhof wieder mal den richtigen Ausgang zu finden, gestaltet sich wie immer recht schwierig. Die Bahnhöfe hier kann man mit nichts bei uns vergleichen, das sind richtige Städte mehrgeschossig über und unter der Erde.
Im Infobüro, welches ich dann auch noch gefunden habe, bekomme ich wie immer einen Haufen Papier in die Hand gedrückt und auf geht es Richtung Hostel. Das ist dieses Mal ein wenig weiter von der Station entfernt (ca. 15min), aber was soll's.
In meinem Zimmer schläft um 15.00 wie tot ein Japaner, der wird nicht einmal durch meinen Lärm wach, da ich mein Bett beziehen muss. Nach kurzem Studium des Infomaterials entscheide ich mich für eine ganz alte, traditionelle Gegend, welche nur 2 Bahnstationen von mir entfernt ist (Gojo). Also hin zum Bahnhof und nach kurzer Erklärung des Ticketautomaten durch einen jungen Japsen (Beschriftung nur in Japanisch), Ticket gekauft und auch schon im Lokalzug drin.
Dort sitzen ein paar junge Schülerinnen, welche ganz tolle Hüte zu ihrer Schuluniform tragen, sich aber so überhaupt nicht fotografieren lassen wollen (siehe Fotos). Die alte Gegend entpuppt sich, als ganz enge Gasse mit jeder Menge Restaurants. Nachdem ich sie das erste Mal durchlatscht bin, gehe ich zum Flussufer, wo viele verliebte Pärchen eng aneinander gekuschelt sitzen.
Ich lerne eine recht lustige japanische Radfahrerin kennen, mit der ich eine gute halbe Stunde plaudere. Sie war schon in London, Amsterdam und Berlin und will das nächste Mal unbedingt nach Österreich kommen, nachdem ich jede Menge Werbung dafür gemacht habe.
Dann gehe ich wieder zu der schmale Gasse zurück und treffe meine erste Maiko (Geisha Schülerin), die sehr traurig ist, weil sie gerade von einer älteren Dame ordentlich zur Sau gemacht wurde. Wer den Film GEISHA gesehen hat, der weiss, dass das Leben einer Maiko recht hart ist.
Ich plaudere dann noch ein wenig mit einem Schweden, der auch hier ist, um ein paar von den Maikos und Geishas zu fotografieren, allerdings mit einer riesigen Ausrüstung. Als ich ihm ein paar von meinen Fotos zeige, welche ich mit meiner kleinen Fuji aufgenommen habe, ist er allerdings total begeistert - JAJA, die kann was!!!
Danach retour zum Hostel, denn die Sonne geht unter, und ich habe nur ein T-Shirt an, es wird zu kühl, und ich bin müde. Der Japse schläft immer noch, und meine anderen Zimmergenossen (alles Japse) finden das auch schon sehr merkwürdig. Ich nehme an, der wird dafür die Nacht zum Tag machen, hoffentlich nicht uns das Schlafen schwer.
Ich tratsche noch ein wenig mit drei Girls aus Amerika und den wachen Japsen aus meinem Zimmer, dann duschen und noch ein wenig für morgen informieren, also Reiseführer lesen.
Nach einer recht ruhigen Nacht, bin ich mit allen anderen vom 6Bett-Zimmer um 07.30 aufgestanden. Ein dicker Inder ist noch gegen 22.00 gestern gekommen und hat leider das letzte freie Bett über mir in Beschlag genommen. Wenn er sich umgedreht hat, dachte ich immer, der Mt. Fuji bricht gleich aus ;-)
Nach einem guten Frühstück, welches ich gemeinsam mit ein paar Engländern auf der Terrasse in der Sonne eingenommen habe, bin ich Richtung Kaiserpalast losgezogen, da gegen 10.00 eine geführte Tour beginnen soll. Ich dachte mir, ich gehe mal zur nächsten U-Bahnstation, aber der Weg ist viel länger, als es auf dem Stadtplan aussieht.
Schliesslich und endlich habe ich sie doch gefunden und auch noch das komplizierte Ticketkaufsystem bei Automaten auf denen kein Wort in Englisch steht überlistet.
Im Kaiserpalastgarten angekommen stehen ein paar Leute vor der Übersichtstafel herum, und ich frage einen älteren Herren, was denn los ist. Da heute Feiertag ist, ist der Palast geschlossen. Na toll, gerade dann, wann die Leute Zeit haben, um Besichtigungen zu machen, sperren die zu, damit ihr eigenes Personal den Feiertag geniessen kann.
Der Mann gehört zu einer Frau, welche beide aus Kalifornien sind und von einer uralten Japanerin begleitet werden. Sie bieten mir an, mit ihnen mit dem Taxi zum Goldenen Pavillon (Kinkakuji Tempel) mitzufahren. Super, der ist nämlich ganz im Norden und echt blöd zu erreichen. Mit dem Taxi sind wir jedoch relativ schnell da.
Sie wollen kein Geld von mir, also kaufe ich die Eintrittskarte der alten Dame, die sich irrsinnig darüber freut. Der Pavillon liegt wunderschön an einem kleinen Teich, und das Licht ist ideal (siehe Fotos).
Die ganze Parkanlage ist sehr schön angelegt. Anschliessend wollen sie ganz in den Süden runter, was eine ordentliche Strecke ist, also verabschiede ich mich, denn es gibt einen empfohlenen Wanderweg, der noch bei 2 anderen Tempeln vorbeiführt (Ryonji Tempel und Daikakuji Tempel), ausgehend von diesem.
Es ist ganz schön warm heute und der Weg ist die ganze Zeit nur bergab, was meinem Fuss und meiner geliebten Zehe nicht gerade gut tut. Die beiden Tempel sind aber sehr schön angelegt, und ich treffe auch die Japse von meinem Hostel, verliere sie aber leider wieder, da heute eine Menge Menschen unterwegs sind.
Nach dem letzten Tempel stehe ich etwas verloren vor der in Japanisch geschriebenen Bushaltestellentafel. Sollte ich mich über das öffentliche Netz in Tokyo beschwert haben, sorry, denn das ist superklasstoll gegen das in Kyoto. Hier läuft viel mehr mit Bussen, was total schwer zu verstehen ist.
Da fragt mich ein junger Japse, wo ich denn hin will - zur Nijo Burg. Er lacht, denn da will er auch hin, da wohnt er nämlich. Ich kann gerne mit ihm mitkommen. Super, die Engel sind da, wenn man sie braucht. Er lotst mich perfekt zur Burg, und ich brauche nur noch ca. 500m gehen, dann stehe ich vor dem Haupteingang.
Es ist eine riesige Anlage, wieder mit einem wunderschönen Garten. Berühmt ist die Anlage für ihre Holzfussböden, die der Burgherr so installieren hat lassen, dass sie bei jedem Schritt einen anderen Ton abgeben, damit man ihn nicht überraschen kann, weil lautlos anschleichen nicht mehr möglich ist. Anschliessend fahre ich mit der Metro zum Kyoto Bahnhof, denn davor ist der Busbahnhof, von wo ich dann wieder den Bus zum Tempel der 1001 Buddhas (Sanjusangendo Tempel) nehmen will.
An der Businfo erklärt man mir, welchen Bus ich nehmen muss, und kurz darauf fährt er auch schon ab. Der Tempel mit den 1001 Buddhas ist gigantisch. Fotografieren ist zwar verboten, aber ein paar verschwommene Fotos kann ich doch machen.
Danach will ich zum angeblich schönsten Tempel von Kyoto, da er auf einem Hügel hoch über der Stadt thront, und man soll ihn kurz vor Sonnenuntergang aufsuchen, was in einer Stunde sein wird - Kiyomizu Tempel. Also mit dem nächsten Bus dorthin.
Man muss dann noch ca. 15min eine enge Gasse steil nach oben wandern, was ich mir mit einem leckeren Rumrosinen-Kirschblüten-Eis versüsse.
Der Tempel liegt wirklich schön, und das Licht ist nun ideal für Fotos. Ich treffe nun auch wieder meine 4 aus dem Hostel, und wir bleiben zusammen, da es eine recht lustige Gruppe ist - 2 aus Japan, ein Franzose und eine aus Laos, die aber auch in Frankreich lebt.
Erst als sie uns rausschmeissen, verlassen wir die Anlage, es war wunderschön dort oben. Wir fahren wieder mit dem Bus Richtung Hostel, gehen noch was Einkaufen, und das war es dann für heute.
Im Endeffekt bin ich nun von 09.00 bis 19.30 auf den Beinen und sass nur ca. 25min, was ich ordentlich spüre, aber schön war's trotzdem - Kyoto ist toll!
Am Abend habe ich noch einen recht netten Schweizer kennen gelernt, der auch bei mir im Zimmer nächtigt, und wir haben uns für morgen ausgemacht, gemeinsam loszuziehen.
Wir beginnen mit dem Kaiserpalast und sind rechtzeitig zur Führung (die einzige Chance da rein zu kommen) im Anmeldebüro und starten dann, leider mit 100 anderen auch, die Führung durch das riesige Gelände, wobei wir nur ein Viertel davon zu sehen bekommen, was aber auch schon eine Stunde dauert.
Das Wetter ist heute wieder perfekt und sogar noch ein wenig wärmer als gestern. Michael, der Schweizer, ist Architekt und von jeder Gebäudeecke begeistert. Mich faszinieren eher die wunderschön angelegten Gärten, und ich kann vom Fotografieren gar nicht aufhören.
Dann fahren wir mit dem Bus zum Philosophenweg. Wir haben uns wieder eine Tageskarte zugelegt, weil wir alle festgestellt haben, dass man mit den Bussen hier einfacher vorwärts kommt, und man sieht dabei auch was im Gegensatz zur U-Bahn. Mittlerweile haben wir auch schon das System durchschaut, und haben Spass daran, darüber zu tüfteln, welche Buskombination die schnellste zum Ziel ist. Der Philosophenweg ist ein alter Weg entlang eines 3m breiten Kanals, der sehr idyllisch und weit weg vom hektischen Verkehr liegt und von einem zum anderen Tempel führt. Das Sonnenlicht schimmert durch die Blätter, und die Vögel zwitschern, wodurch eine sehr romantische Stimmung entsteht.
Die Tempel arbeiten wir alle fleissig ab und treffen gegen 17.00 auf eine Gruppe Amerikaner, die alle in den typischen Dressen der Kampfsportler gekleidet sind. Michael betreibt auch Kampfsport in der Schweiz, also fragt er neugierig, was sie hier machen.
Es sind 600 Kampfsportler aus der ganzen Welt seit 6 Tagen hier, um bei einem ganz berühmten Meister zu trainieren. Michael ist Feuer und Flamme und will unbedingt dort vorbeischauen. Wir lassen uns den Weg beschreiben und marschieren los.
Gerade rechtzeitig zur Verabschiedung der letzten 100 kommen wir im Budo-Center von Kyoto an. Es herrscht eine ganz eigenartige Stimmung dort, denn alle sind traurig, dass sie ihren Meister verlassen müssen und verabschieden sich lautstark von ihm mit x Verbeugungen.
Michael fragt, ob er auch ein paar Stunden dort trainieren kann, aber sie wimmeln ihn recht schnell ab. Dürfte scheinbar nur über Vermittlung der Landesvereine möglich sein.
Etwas enttäuscht marschieren wir ab und nehmen den nächsten Bus Richtung des Tempels, wo ich gestern den Sonnenuntergang beobachtet habe, weil Michael ihn auch sehen will.
Leider kommen wir viel zu spät dort an und dürfen nicht mehr in die Anlage rein. Danach versagen meine Füsse, weil ich schon wieder 9 Std. unterwegs bin, weshalb ich den nächsten Bus zurück zum Hostel nehme. Michael geht noch ein wenig bummeln in Gojo, dem alten Zentrum von Kyoto, wo ich ja schon am ersten Abend war.
Nachdem ich gestern Abend für mich beschlossen habe, noch 2 Nächte in Kyoto zu bleiben, frage ich heute Morgen freundlich an der Rezeption meines Hostels nach, ob sie irgendwo im Haus ein Bett für mich haben - NEIN, total voll, denn es ist ja GOLDEN WEEK in Japan. Zwei Feiertage in einer Woche, weshalb sie die meisten Japse frei genommen haben, um im eigenen Land herumzureisen.
Ich überlege, welche Alternativen ich habe, und disponiere um. Den für heute geplanten Ausflug nach Nara verlege ich auf morgen, denn wenn ich am Nachmittag kein Bett in Kyoto finde, kann ich hoffentlich morgen dort übernachten. Den für Freitag geplanten Ausflug mit dem Regionalzug nach Inari verlege ich auf heute, denn das ist nur 10min entfernt.
Inari - Das Wetter ist wieder toll, und der Zug ist auch recht schnell gefunden. Am Bahnhof von Inari folge ich einfach den Menschenmassen, und schon bin ich beim Schrein, dem berühmten Fushimi-Inari-Schrein, welcher für seine 10.000 Torii (die grossen roten Tore) berühmt ist, die Japaner über viele Jahre hinweg gespendet haben.
Der Tempel liegt am Waldrand, und der Weg durch die Torii zieht sich den ganzen Hügel hinauf bis zum Gipfel. Nach einer halben Stunde habe ich eher das Gefühl, es sind 10.000 Stufen und nicht Torii, mir läuft, genauso wie den Japsen, der Schweiss den Rücken runter.
Als ich bei jeder Menge kleiner Schreine in einer seitlichen Sackgasse angekommen bin, denke ich mir, dass ist der Gipfel, ich habe es geschafft - denkste. Ein junger Japaner erklärt mir, dass ich erst bei der Mittelstation (sozusagen) bin. Oje, es geht noch viel weiter rauf!
Na gut, aufgeben ist wie immer nicht drin, also marschiere ich weiter, Stufe für Stufe. Da sehe ich einen alten, grauhaarigen Mann vor mir. Gekleidet in feinstem Anzugstoff mit Weste und Krawatte, dazu einen Gehstock. Er geht ganz ruhig, und ich sehe beim Vorbeigehen keinen Schweisstropfen auf seiner Stirn. Ich grüsse freundlich, er bleibt kurz stehen, um mich zu mustern, und grüsst dann zurück.
Da ich immer wieder Fotos mache, überholt er mich und ich ihn dann wieder, was sich ein paar Mal so ergibt. Schliesslich und endlich ist er aber doch vor mir am Gipfel, und ich treffe ihn bei einem kleinen Stand wieder, wo er mit den Besitzern spricht. Ich grüsse ihn wieder und zeige, dass ich grossen Respekt vor seiner Leistung habe.
Die Ladenbesitzerin kann ein paar Worte Englisch und erzählt mir, dass er 92 Jahre alt ist und jeden Monat einmal den Weg zum Gipfel meistert, um sich bei den Göttern und Geistern für sein gutes Leben zu bedanken, was ich auch einige Male gesehen habe. Wir plaudern dann noch ein wenig, da die Ladenbesitzerin eine Nichte hat, die in Wien Musik studiert. Dann darf ich noch ein Foto von dem Mann und seiner Frau machen, welche hinauftransportiert wurde, um ihn dort empfangen zu können. Sie freuen sie sehr über das Foto und lachen noch lange darüber.
Beim Abstieg treffe ich noch auf ein Schweizer und ein Deutsches Pärchen, mit letzteren sitze ich noch bei der Mittelstation, als der alte Mann wieder dort eintrifft. Er sieht mich, lacht und deutet mit dem Finger auf mich, ich stehe auf, gehe hin zu ihm, verbeuge mich und gebe ihm die Hand. Der Mann hat eine wahnsinnige Ausstrahlung, fasziniert mich echt (siehe Fotos).
Beim Runtergehen überhole ich ihn dann wieder und verabschiede mich nun endgültig von ihm. Ich gehe wieder zum Bahnhof und fahre eine Station retour Richtung Kyoto. Bei Tofukuji steige ich aus, denn da soll der grösste Zen-Tempel von Kyoto sein. Auf dem Weg von der Bahnstation dorthin frage ich eine kleine Japanerin, ob sie weiss, wie man am besten dorthin kommt. Sie ist auch ein Touri, kennt den Weg nicht, kann aber die Japanischen Wegweiser lesen, also finden wir ohne Umwege zum Tempel.
Der ist nicht besonders und zum Tröpfeln fängt es auch noch an, denn der Himmel hat sich verfinstert, also fahre ich bald wieder nach Kyoto zurück, denn ich will ja noch ein Bett für Freitag und Samstag finden.
Ich umkreise also die Gegend um den Bahnhof, aber jedes Hotel hat nur ein Bett für Freitag, Samstag ist alles voll - ein Hammer. Ich glaube, das ist die Goldene Woche für die Hotelbesitzer, deshalb heisst die so ;-)
Als ich ein recht schönes Hotel finde, die zwar auch nur ein Bett für Freitag haben, gebe ich auf und reserviere mir dieses. Muss ich eben Kyoto früher verlassen. Auf dem Weg zurück zum Hostel komme ich noch an einem kleinen Hotel vorbei und gehe rein. Fragen kostet ja nichts. Eine total nette ältere Dame schmeisst den Laden scheinbar alleine, denn sonst ist niemand zu sehen.
Sie hat noch ein Zimmer und sogar für zwei Nächte - SUPER!!! Sie zeigt es mir, und es ist in Ordnung, also zahle ich an und mache mit ihr aus, dass ich mein Gepäck schon morgen früh vorbei bringen kann, denn ich will ja morgen nach Nara fahren und kann erst um 16.00 einchecken.
Im Hostel musste ich ja heute in ein anderes Zimmer umziehen, aber ich habe Glück, es ist noch keiner im Zimmer, und ich kann mir das beste Bett aussuchen - unten und beim Fenster, dass ein Fliegengitter hat und so wie die letzten Nächte auch, immer offen ist, sonst stirbst du vor Hitze und Gestank im Raum (6 Personen)!
Nara - nach einem gemütlichen Frühstück habe ich meine Rucksäcke zu meinem kleinen Hotel gebracht und bin dann zum Bahnhof weitergelaufen, um den nächsten Zug nach Nara zu nehmen.
Nach 50min bin ich auch schon da und besorge mir beim Infocenter einen Plan der Stadt und des grossen Parks, in dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind (es gibt sogar einen in Deutsch). Dann folge ich der breiten Masse, denn es sind ca. 20min Fussweg vom Bahnhof bis zum ersten Tempel.
Es sind jede Menge Schulklassen unterwegs und ein paar Mutige fangen immer wieder ein kleines Gespräch mit mir an - ist immer wieder lustig. Wenn einem der Mut verlässt, und er oder sie lachend in die Menge läuft, übernimmt der nächste. So komme ich gut unterhalten am ersten Ziel an.
Ist aber kein besonderer Tempel mit einer Pagode, aber eines der beiden Highlights von Nara taucht zum ersten Mal auf - die Rehe. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt. Total zahm bewegen sie sich inmitten der Tausenden Touris, lassen sich streicheln, werden gefüttert und natürlich ununterbrochen fotografiert. Ich habe keine Ahnung, wie viele es sind, aber auf gute 100 würde ich sie schon schätzen.
Dann marschiere ich zum eigentlichen Höhepunkt des Tages weiter, dem Todaiji Tempel, dem grössten Holzgebäude der Welt. Für seinen Bau mussten 26.000 Bäume gefällt werden, was damals 4.000 japanische Häuser bedeutete. Er stammt aus dem Jahr 728 und ist 57m lang, 50m breit und 49m hoch (heute habe ich meinen Reiseführer neben mir liegen, deshalb so viele Infos ;-)).
Schon der erste Blick von der Seite zeigt gigantisches. Es ist fast Jahrmarktstimmung, da jede Menge kleine Stände auf dem Weg zum Tempel sind und alle drängen sich durch das grosse Tor in den Vorhof. Ein wirklich schönes Gebäude, beeindruckend. Im Tempel ist mittens eine grosse bronzene Buddha-Statue, die von zwei weiteren links und rechts begleitet wird. Der grosse Buddha wiegt geschätzte 25 Tonnen und ist 16m hoch!
Ich halte mich relativ lange dort auf, denn der Ort hat eine tolle Ausstrahlung und dann noch die Rehe davor, das hat was. Dann marschiere ich hoch zur Nigatsu-Halle, von der man einen schönen Blick auf die Stadt und den Todaiji hat. Dort hat sich eine Schulklasse niedergelassen, die scheinbar alle etwas von dieser Halle zeichnen müssen, und ein paar sind echt gut, soweit ich es aus dem Augenwinkel betrachten konnte. Mir gefallen vor allem die vielen Lampen dort.
Dann gehe ich langsam zum nächsten, dem eigentlichen Lampentempel. Schnell kann ich nicht, denn aus Osaka sind ein paar Schulklassen da, die alle einen Fragebogen dabei haben und mit den 10 Fragen mich als liebstes Opfer auserkoren haben. Nachdem ich dann die Fragen schon das fünfte Mal beantwortet habe (sie haben sich in kleine Gruppen aufgeteilt), brauchten sie sie gar nicht mehr stellen, ich erzählte ihnen gleich alles in einem Satz, was sie dann wieder sehr verwundert.
Durch die Kinder bin ich dann sehr in Stress gekommen, denn die liebe Tante von der Infostelle hat mir verraten, dass heute um 13.00 eine Prozession ist, welche ich natürlich nicht versäumen wollte. Leider habe ich die Entfernung zum Startort total unterschätzt, und die Wege durch den Wald sind auch nicht gerade toll beschildert, also bin ich zu spät gekommen und habe nur mehr die Musik spielen gehört.
Jetzt bleibt mir nur noch eines übrig, und das sollte ich bei meinem lädierten Fuss eigentlich nicht machen - ich muss laufen, um die Prozession zu überholen, bevor sie im Tempel verschwinden. Gesagt - Getan! Hat sich aber echt ausgezahlt (siehe Fotos).
Ich bin dann noch recht lange im Park gesessen und habe den Menschen und den Rehen zugesehen, immer wieder lustig. Die Tiere haben überhaupt keine Menschenscheu und liegen, stehen oder gehen inmitten der Menschenmassen umher. Da fürchten sich manche Menschen mehr vor ihnen, vor allem, wenn sie im Rudel über die Keksverteiler herfallen.
Dann wieder zu Fuss retour zum Bahnhof, rein in den nächsten Zug und ab nach Kyoto. Meine alte Dame wartet schon im Hotel auf mich (hat sie mir gesagt, nur auf mich), denn sie will mir unbedingt sagen, dass sie es doch geschafft hat, ein Nichtraucherzimmer für mich zu organisieren. Das freut mich sehr, obwohl das Raucherzimmer, das ich mir gestern angesehen habe, eigentlich überhaupt nicht nach Rauch gerochen hat.
Dann borgt sie mir noch ihren Laptop und los ging es mit Tagebuchschreiben und Fotouploads.
Ich habe in meinem Einzelzimmer traumhaft gut geschlafen und musste mich echt aus dem Bett quälen. Ist das erste Mal seit zwei Wochen, dass ich wieder ein Zimmer für mich alleine habe - ab und zu tut das echt gut.
Nach einem kleinen Frühstück mit Tee und Keksen mit Cremefuellung marschiere ich zur Kyoto Station, da ich für den Vormittag Himeji und für den Nachmittag dann Teile von West-Kyoto geplant habe. Beim Reservierungsschalter frage ich nach einem Sitzplatz im nächsten Zug nach Himeji, und der liebe Mann sagt mir um 12.49. Schande, alle Züge bis dahin sind voll, also muss ich umdisponieren - West-Kyoto am Vormittag und Himeji am Nachmittag. Umgekehrt wäre mir lieber gewesen, denn wenn ich in Himeji länger bleiben möchte, dann hätte ich den anderen Teil einfach gestrichen, ist nicht so wichtig.
West Kyoto - Also rein in den Vorortzug und ab zum ersten Tempel namens Tenryuji. Naja, den Eintritt hätte ich mir schenken können, denn der Tempel hat nichts, was ich nicht schon gesehen habe, aber das weiss man ja leider vorher nie. Die Eintrittsgebühren bewegen sich übrigens zwischen EUR 1.80 und 3.60.
Es ist heute wolkenlos und ganz schön warm. Als nächstes gehe ich zum Bambuswald, und der ist wirklich schön, weil das Licht auch noch tolle Effekte zaubert. Zum nächsten Tempel komme ich gar nicht mehr, denn ich habe schon wieder zu viel Zeit mit Fotografieren vertrödelt, also rasch zurück zur Bahnstation und mit den nächsten Zug wieder zur Kyoto Station, damit ich meinen Shinkansen nach Himeji nicht versäume.
Himeji - Geht sich alles aus, sogar noch ein kleiner Snack am Bahnhof, ist ja schliesslich Mittagszeit, also Fütterungszeit! Die Fahrt dauert fast genau eine Stunde und am Bahnhof von Himeji ist die Hölle los. Ich bewege mich wie immer mit der Masse, denn die wandern 100%ig alle zur berühmten Burg - Weltkulturerbe. Vor der Burg ist noch ein kleiner Markt, da hole ich mir danach noch mein Abendessen.
Der erste Anblick der Burg haut mich fast um - man, sieht die toll aus. Hier wurden die meisten Szenen vom Fernsehmehrteiler Shogun gedreht. Es geht über den Burggraben durch das grosse Tor hinein in den riesigen Vorhof. Die Burg ist so gewaltig gebaut worden, dass sich keiner jemals die Mühe gemacht hat, sie anzugreifen, weshalb sie so gut wie original erhalten ist - Baujahr 1620. Unter Kennern wird sie auch "Burg des weissen Reihers" genannt, da die weisse Burgsilhouette aus der Ferne wie ein graziöser Reiher erscheint.
Na gut, Ticket kaufen und rein mit mir. Den Mittelpunkt der Anlage stellt natürlich der fünfstöckige Turm dar. Den gibt es nun zu erklimmen, was hunderte andere auch wollen. Ich setze mich zu ein paar anderen Japanern in den Schatten und lasse die in der Sonne angestellten mal rein, vielleicht wird es ja weniger.
Nach 10 min ist die Menschenschlange tatsächlich verschwunden, und ich mache mich ebenfalls auf den Weg in den Turm. Erste Etage, ein paar Ausstellungsstücke, rauf in die zweite Etage, das gleiche, rauf in die dritte Etage - halt, da ist die Menschenmenge wieder. Die stehen alle vor dem Aufgang in die dritte Etage und keiner weiss, warum es nicht weitergeht. Also brav anstellen, was genau 20 min dauert. Leider riegeln sie genau 3 Personen vor mir wieder die Treppe ab, quatschen irgend etwas auf Japanisch in ihr Megaphon und verschwinden.
Keiner der Japaner sagt nur ein Wort oder verzieht das Gesicht, man hört nur EIN lautes Murren - MEINES, denn es vergehen noch einmal 10 min bis der Typ wieder kommt, und die Treppe wieder frei gibt. Dann sehe ich allerdings, wo das Problem liegt, denn es geht in einem durch bis in die oberste Etage und da ist sehr wenig Platz. Sie können also nur dann Menschen rauf lassen, wenn die anderen wieder herunten sind, und da oben ist noch so ein kleiner Schrein, was sie veranlasst, da natürlich länger zu bleiben. Es muss ja gespendet werden, die Glocke geläutet werden, die Stäbchen geschüttelt und geworfen werden, und so weiter!
Man hat einen tollen Ausblick von dort oben, aber meine Zeit drängt, denn ich habe einen reservierten Platz im Zug um 16.49, also wieder hinunter. Das ganze übrigens ohne Schuhe, die hat man in einem Plastiksackerl in der Hand. Jetzt könnt ich euch aber nicht im geringsten vorstellen, wie der Geruch ist, wenn ca. 200 Menschen in Socken daherstinken, und ihre Schuhe in der Hand noch das Gestank-i-Tüpfelchen drauf setzen. Die sehr geruchsempfindlichen Japanerinnen versuchen dann mit diversen duftgetränkten Tüchern vor der Nase dagegen anzukämpfen, was nicht so wirklich hilft bei der Hitze.
Die Holzböden sind aber toll, und im Gegensatz zu denen im Schloss Nijo in Kyoto auch ganz leise.
Am Markt hole ich mir dann eine Portion geröstete Nudeln mit Rindfleisch und verschlinge diese dann am Bahnsteig, wo ich noch ca. 15 min Zeit hatte.
Morgen geht es dann nach Okayama, Platz im Zug ist schon reserviert, um 9.49 geht es ganz gemütlich los. Dort gibt es auch eine Burg und einen angeblich ganz tollen Garten. Es ist generell recht schwierig, sich für irgend etwas hier zu entscheiden. Wenn du jemanden fragst, schwärmt dir jeder von etwas anderem vor, und du weisst erst wieder nicht, was du dir nun ansehen sollst.
Ich höre jetzt mal auf die Japaner und deshalb fahre ich nach Okayama und dann weiter nach Kurashiki. Zimmer in Okayama habe ich auch schon per Internet reservieren können, ein Einzelzimmer, denn die Jugendherberge liegt wieder mal am Ars.. der Welt.
Eigentlich wollte ich ja nach Koyasan und in einem Tempel übernachten, was aber mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen würde, weil die Anreise länger dauert, und mein JapanRailPass ist ja auf 21 Tage limitiert, weshalb ich es dann doch gestrichen habe.
Der JRP ist wohl die günstigste Art in Japan zu reisen, aber andererseits entsteht dadurch auch ein gewisser Stress, denn die 21 Tage beginnen mit dem Tag der ersten Nutzung. Da ich ja runter bis Nagasaki will, muss ich nun ein wenig Gas geben, denn für Kyoto und Umgebung habe ich viel länger gebraucht als vorgesehen, was aber auch unbedingt notwendig war. Die Stadt ist ein Traum, und im Vergleich zur modernen Business-Stadt Tokyo viel traditioneller - hier kann man leben!
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich noch einmal nach Japan kommen werde, das Land ist echt toll und die Menschen sind so freundlich, so etwas habe ich noch nie erlebt.
Die goldene Woche ist morgen auch vorbei, worüber ich nicht unglücklich bin, denn diese Woche hat es sich echt überall abgespielt, das war sagenhaft. Jetzt wird es wieder ruhiger, und hoffentlich wieder leichter ein Bett zu bekommen.
Okayama - es ist mir echt schwer gefallen, von Kyoto Abschied zu nehmen. Mir ist die Stadt ans Herz gewachsen. Als ich dann am Bahnhof bei der Touri-Info vorbei ging, musste ich lachen, denn ich kann mich noch gut erinnern, wie ich hier angekommen bin und mir die ersten Infos geholt habe. Jetzt bin ich schon fast wie zu Hause hier.
Der Shinkansen bringt mich in 70min nach Okayama, wo mich schon wieder ein hypermoderner Bahnhof mit jeder Menge Shops erwartet. Zuerst gehe ich zur Zugsinfo, denn ich will ja morgen Früh gleich weiterfahren. Da es aber nur ein Lokalzug ist, kann man keine Plätze reservieren, also reserviere ich dafür gleich für den übernächsten Tag für die Fahrt nach Hiroshima.
Dann wie immer zur Touri-Info Stadtpläne und sonst. Infos holen. Mein Ryokan soll nur 2min vom Bahnhof entfernt sein, was mir die Tante bestätigt. Also gerade aus, die Stiegen runter, links ums Eck, und wirklich, ich bin da - KLASSE. Die Dame an der Rezeption ist fast die gleiche, wie die der letzten zwei Tage, nur ein wenig gestresster, da eine ganze Schulklasse gerade in der Halle steht.
Sie kopiert meinen Reisepass und kassiert im voraus. Als ich ihr zeige, dass ihr kleines Ryokan in meinem deutschen ReiseKnowHow-Reiseführer steht, kopiert sie sich vor lauter Freude den auch gleich und bedankt sich bei mir, als ob ich dafür verantwortlich wäre. Dann lässt sie noch meine Rucksäcke aufs Zimmer bringen, ich darf aber nicht rauf, denn Einchecken ist erst ab 15.00.
Also ziehe ich los Richtung Korakuen Gärten, welche mir mein Japanischer Hostelfreund so ans Herz gelegt hat. Ich muss den Bus Nr. 18 nehmen, finde die Busnummer 18 am Bus, der gerade einfährt, aber nicht, obwohl ich mir sicher bin, dass es der richtige ist, denn es steigen jede Menge Menschen ein, und am richtigen Gate steht er auch. Ich frage also eine junge Japanerin, und sie bestätigt mir, dass es der richtige ist.
Sie setzt sich hinter mich und fragt mich die üblichen Fragen, die ich nun schon 100x beantwortet habe:
Von wo kommst du?
Wie lange bist du in Japan?
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