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Reisebericht: Schiffsreise mit Grundberührung
(mit Auszügen aus dem Bordtagebuch)
Geplant war diese Reise von Bremerhaven über die Orkney-Inseln nach Island und weiter nach Norden bis Spitzbergen, um anschließend wieder südwärts an der einmaligen norwegischen Küste entlang wieder in Bremerhaven anzukommen.
"Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel"
Wer einmal eine Schiffsreise unternommen hat, wird von einem Virus befallen, dem Wunsch, wieder einmal mit dem Schiff unterwegs zu sein. So geht es zumindest uns, aber wir haben das auch schon von viele Mitreisenden bestätigt bekommen. Nicht nur, das es eine recht bequeme Reiseart ist, wo man sein Hotelzimmer gewissermaßen immer bei sich hat, nein diese Zeit an Deck, dem Rauschen des Meeres, des Windes und der Wellen zu lauschen und dabei die Seele baumeln zu lassen, ist eine ganz besondere Erfahrung.
Norwegen hatten wir schon einige Male mit dem Wohnmobil bereist und nun wollten wir diese faszinierende Landschaft vom Wasser aus erleben.
"Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel." Mit diesem Wunsch wurden wir vom Shantychor in Bremerhaven verabschiedet. Was diese so leicht dahin gesagten Worte bedeuten, wurde uns später so richtig klar. Aber erst einmal ging die Fahrt hinaus auf das Meer in Richtung Norden.
Ein Seetag war angesagt, und da die See etwas rau war und wir nur 16°C Außentemperatur mitten im Juli hatten, erkundeten wir erst einmal das Schiff. Die "Mona Lisa" ist ein schönes Schiff mit viel Fläche und hübschen Sitzecken und die Lieblingsplätze im Innen- und Außenbereich waren schnell ausgemacht.
Die Orkney-Inseln
Am nächsten Morgen haben wir die Insel Mainland, die Hauptinsel der Orkney-Inseln erreicht. Unser Schiff liegt auf Rede vor Kirkwall ( Kirchenbucht ) und wir gehen mit einem Tenderboot an Land. Ein kalter "Saunanebel" empfängt uns, es ist bedeckt und nur 14°C bei ruhiger See.
Kirkwall ist eine hübsche Kleinstadt, die man allein erkunden kann. Eine mächtige Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert überragt weithin die Stadt. Nebenan finden wir die Ruinen des Earls- und Bischofspalastes. Die Ruinen lassen erahnen, was für beeindruckende Gebäude das einst gewesen sind.
Beeindruckt sind wir auch von der Blütenpracht im Ort. Das hätten wir bei dem rauen Klima gar nicht erwartet.
Die Fahrt geht weiter nach Norden und am nächsten Tag fahren wir an der Vulkaninsel Jan Mayen vorbei, sie liegt im Nebel gehüllt und wir können die Insel eher erahnen, denn sehen.
Island
Island empfängt uns bewölkt und regnerisch.Wir haben uns zu einem Ausflug über Land entschlossen. Das Land ist von Lavafeldern bedeckt, wirkt feucht und moorig. Schafe, Pferde und Ziegen sind oft verstreut zu sehen.
Island hat die Größe der alten DDR, aber nur 2,5 Einwohner pro km², Deutschland 250.
Wir fahren zunächst ins Zentrum des Gewächshausanbaus, wo die Erdwärme genutzt wird. In der Nähe liegt auch ein erloschener Explosionskrater, eine karge, beeindruckende Landschaft.
Weiter geht es zu den Geysiren, an die man immer sofort denkt, wenn man den Namen Island hört. Ehrlich gesagt hatte ich sie mir größer vorgestellt. Das ganze Gebiet ist eine glucksende, dampfende und in vielen Erdfarben schimmernde Gegend.
Beeindruckend ist es schon, wenn die Erdwärme bis an die Erdoberfläche dringt.
Besonders angetan hat es uns aber der Gullfoss, der "Goldene Wasserfall". Obwohl das Wetter nicht besonders ist, können wir uns nicht satt sehen.
Der NP Thingvellir mit seiner herrlichen, felsigen Landschaft überzeugt uns, später noch einmal eine Reise über Land zu unternehmen, um die Vielzahl der Gräben, Wasserfälle und arktischen Pflanzenwelt genauer betrachten zu können.
Ein schönes Land.
Das bis hierher die amerikanische Platte reicht und mitten durch diese Insel geht und man Erdgeschichte hautnah erleben kann, ist schon ein tolles Gefühl.
Zurück an Bord fahren wir westlich um Island, die Berge erinnern an Norwegen. Wir sehen den ersten Gletscher und Wale.
Akureyri
Am nächsten Morgen fahren wir in den längsten Fjord Islands, 60 km. Es ist kühl, nur 11°C. Wir beobachten wieder Delphine. Steuer- und Backbord sehen wir Ansiedlungen, der Fjord ist das zweitbewohnteste Gebiet Islands. Es fängt wieder an zu regnen und die Wolken hängen tief in den Bergen.
Einen Ausflug zur Walbeobachtung hätten wir uns schenken können, so viele Wale waren nicht zu sehen. Interessanter war da die Fahrt über Land. Besonders fiel uns auf, dass es hier fast keine Bäume gibt, eine Sünde der Vergangenheit. Nun ist man dabei, das Land wieder aufzuforsten.
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Hallo Schoena,
Ich bevorzuge für meine Reisen eher die wärmern Gegend unseres Planeten und Nebel habe ich auch genug hier bei mir zu Hause.
Aber natürlich habe ich deinen Reisebericht hier in meiner warmen Stube sehr genossen und mit Spannung gelesen. Weiter in den Norden als bis Kopenhagen bin ich noch nicht gekommen. Zweifellos ist der Norden Europas eine wunderschöne Gegend!
Danke für deinen tollen Bericht und deine schönen Bilder.
Liebe Grüsse aus der neblig kalten Schweiz
Guido
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Ich habe Deinen Bericht mit Interesse gelesen. Er hat mir sehr gut gefallen, weil er informativ und anschaulich (durch die tollen Fotos) war.
Liebe Grüße - Gudrun -
Hallo Schoena,
Glückwunsch zu deinem Schreibstil, der hebt sich angenehm von der Masse ab. Deine Schilderungen lassen noch mehr Bilder vor dem geistigen Auge entstehen, und was noch viel wichtiger ist: Du verleihst deinen Beschreibungen damit eine große Authentizität deiner. Treffende Worte statt platter Superlative. WUNDERBAR!
Grüße aus Augsburg
Reinhold -
Ein schöner, lebhafter Bericht. Gratuliere.
Gruß Beate -
Sehr schöne Fotos und gut geschrieben.
Ich hoffe es passiert uns nicht. Wir fahren im July auch mit ein Schiff, für 3 Wochen. Es scheint uns sehr lang. Wir fahren erst zum Nordkap, dann Spitsbergen, Grönland und Island. Wenn wir zurück sind schreibe ich dann hier mein Bericht.
Grüß Anneken -
Geysire und Gletscher, Moose, Flechten, das Rentier und die brütenden Seeschwalben ... Dank Deines Reiseberichts sehe ich alles lebhaft vor mir. War schön mit Dir zu reisen!
LG Beate -
Hallo Schoena,
ein sehr schön, kurzweilig und informativ geschriebener Bericht, der mir die "kalte" Region bei angenehmen Temperaturen näher bringt.
Deine Fotos unterstreichen Deinen Erlebnisbericht mit schönen Eindrücken!
LG Robert -
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Ich bin auch eher eine "Südländerin", aber Mitternachtssonne würde mich auch noch mal reizen. Deine stimmungsvolle Beschreibung der Mitternachtssonne hat mir am besten gefallen.
LG Friederike -
Eine ausgezeichnete Morgenlektüre. es ist der 21.November und die Temperaturen stimmen mit Deinen erlebten Sommertemperaturen nicht überein- es ist heute wärmer...
Du bringst mir den Norden mit deinem netten Schreibstil sehr nah.
Gruß
Claus -
Der Beitrag macht Lust auf diese Reise. Sehr hilfreich und inhaltlich gut !
LG,
Michael -
Ich liebe den Norden, vielen Dank für den tollen Bericht! Schade für das nicht so tolle Ende.
Liebe Grüße
Gerald -
Eine interessante Route habt Ihr da gehabt, nur schade, dass Ihr die letzten Stationen aufgrund des Schiffschadens nicht mehr anlaufen konntet!
LG Susi -
Sawasdee krap Ingeborg,
eine schöner Reisebericht, der hat viele Erinnerungen geweckt.
Ich war mit der MS "EUROPA" von 1966 - 1969 immer auf Nordlandkreuzahrt.
Nur ich mußte arbeiten. -
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gern, bin ich dabei gewesen...
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Durch Zufall bin ich auf diesen Bericht gekommen. Und war sofort gefangen von deiner guten Berichterstattung. Via Schiff kannte ich den Norden noch nicht, aber jetzt habe ich diese Reise doch noch gemacht. Gerade das Richtige bei einer Außentemperatur von 33° in Wien!:-))
LG Christina -
Ein sehr interessanter und informativer Bericht. Ich habe noch nie eine Kreuzfahrt gemacht und weiß auch nicht so genau, ob das was für mich wäre. Aber ihr habt ja viel Schönes erlebt, auch wenn die Reise dann nicht wie geplant endete.
Viele Grüße, Steffi -
Hallo Ingeborg -
Dein Bericht ist anschaulich und stilistisch sehr gut geschrieben. Ich liebe den Norden und würde gerne mal mit dem Postschiff die ganze Route bis hinauf fahren - leider wird das wohl nichts mehr. Da ist es besonders schön, via Reisebericht mitzuerleben.
@ Christina: Wenn's bei uns so heiß ist, würde ich am liebsten in den Norden auswandern!
Ich habe auch noch nie eine Kreuzfahrt gemacht, aber einige recht abenteuerliche Fährfahrten mit ganz schönem Seegang - da steh' ich nach Möglichkeit im Bug und genieße das Auf und Ab, wenn das Schiff die Wellen "abreitet". Lustig sind nach solchen Fahrten die "Seebeine", die gewohnt sind, die Wellen abzufedern - wenn man dann wieder festen Boden unter den Füßen hat, stakst man eine Weile ziemlich unbeholfen durch die Gegend.
Schade, dass Deine Reise so einen Abbruch nahm - aber auf der anderen Seite war's doch auch ein kleines Abenteuer. LG Bärbel
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