Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Reisebericht

Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Reisebericht: Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Spaniens Süden bezaubert nicht nur durch seine kulturelle Vielfalt und verspielte, maurische Baukunst, sondern bietet auch eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft voller Gegensätze. Zerklüftete Berge, eingeschnitten von tiefen Schluchten, interessante Städte mit lebendiger Vergangenheit und pittoreske weiße Dörfer laden zum Verweilen und Entdecken ein.

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Cordoba

Wir folgen dem Lauf des Guadalquivir und erreichen einige Zeit später unser nächstes Ziel - Cordoba.
Mit ihren 330 Tsd. Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt Andalusiens und reich an kulturellem Erbe. In maurischer Zeit erlebte sie ihre Blütezeit und entwickelte sich zu einem Zentrum von Kunst und Wissenschaft.



Cordoba

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Wir beginnen unseren Stadtspaziergang an der Puerta de Almodovar, dem westlichen Stadttor mit seinen eindrucksvollen, zinnenbekrönten Mauern.
Dahinter erstreckt sich die Altstadt und das jüdische Viertel mit einer mittelalterlichen Synagoge.



Weiter geht es durch die weiß getünchten Gassen zum Alcazar. Diese große Palastanlage wurde im 14 Jh. erbaut und diente den Katholischen Königen als Wohnsitz. In späterer Zeit war hier das Stadtgefängnis untergebracht und anschließend - bis ins Jahr 1955 - diente die Anlage als Militärstützpunkt.
Hinter den mächtigen, trotzigen Mauern trauen wir kaum unseren Augen, als sich ein wahres Gartenparadies vor uns auftut. Alles grünt und blüht hier, und die Orangenblüten verströmen ihren betörenden Duft. Plätschernde Springbrunnen und große, quadratische Wasserbecken laden zum Ausharren und Entspannen ein



Alcazar von Cordoba



In der Nähe des Alcazars windet sich der Fluss Guadalquivir durch das Stadtzentrum. An seinen Ufern und im seichten Flussbett befinden sich noch die Reste von antiken Wassermühlen.
Auch die späteren Sultane wussten, das Wasser für ihre Palastgärten zu verwenden. Aus römischer Zeit stammt wohl auch die mehrfach renovierte Fußgängerbrücke Puente Romana.



Cordoba



Zweifellos die bekannteste Sehenswürdigkeit Cordobas ist die Mezquita. Dieses 23000 Quadratmeter große Gotteshaus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Baubeginn der ehemaligen Moschee fand im Jahr 785 statt, mehrere imposante Ausbauten folgten. Nach der Rückeroberung der Christen wurde im 16 Jh. in ihrem Inneren eine komplette Kathedrale errichtet. Die beeindruckende Mezquita hat 19 Seitenschiffe, und die Decke wird von einem Wald aus 800 kunstvoll dekorierten Säulen gestützt.
Trotz der Touristenmassen strömt die Kathedrale eine stimmungsvolle, Ehrfurcht gebietende Ruhe aus.



Cordoba



Zurück geht es wieder durch die autofreien, engen Gassen der Altstadt. Ein besonderes Kleinod ist die Calleja de las Flores, die Blumengasse. Die weißen Fassaden sind mit bunten Blumen geschmückt, und der Turm der Mezquita blitzt zwischen den Häuserreihen fotogen hervor.



Blumengasse Cordoba



Festung Castillo de Almodovar

Auf unserem Weg nach Sevilla machen wir einen Zwischenstopp bei der auf einem Felsstock thronenden Festungsanlage Castillo de Almodovar. Die „Ritterburg wie aus dem Bilderbuch“ mit ihren vielen Zinnen und Türmen wurde wahrscheinlich in maurischer Zeit errichtet. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt die Festung Graf Conde de Torralva, der 1903 umfassende Restaurierungen startete.



Castillo de Almodovar



Sevilla

Nach dem Ausflug in die mittelalterliche Welt fahren wir weiter und erreichen schließlich Sevilla, die größte Stadt Andalusiens.
Da gerade Karfreitag ist und die Karwoche („Semana Santa“) in ganz Andalusien mit allerlei Prozessionen begangen wird, ist Sevilla voll von einheimischen Touristen. Rund um die Kathedrale stehen Menschenschlangen, sodass wir dieses Gotteshaus nur von außen bewundern können.



Kathedrale von Sevilla



Glücklicherweise haben wir für den großartigen Real Alcazar, den Königspalast, Tickets vorgekauft. Wir sind froh, den Massen entfliehen zu können und schlendern durch die weitläufige Palast- und Gartenanlage, die noch in heutiger Zeit dem König von Spanien bei einem Stadtbesuch als Residenz dient.
Die vielen prächtigen Bauten vereinen maurische Anmut und christliche Eleganz widerspruchslos. Auch die kunstvollen Gemächer und lauschigen Innenhöfe mit ihren verspielten Details zeigen den Glanz der Vergangenheit. Sprachlos wähnen wir uns beinahe wie in einem Märchen aus 1001 Nacht!
Ein weiterer Höhepunkt ist der Garten, der einer grünen Oase inmitten der Großstadt gleicht. Schatten spendende Bäume mit einladenden Sitzbänken, begrünte Beete, und natürlich zahlreiche Wasserspiele sind schöne Blickfänge. Sogar ein Labyrinth wartet auf Erkundung.
Auch die Zeit scheint hier anders zu vergehen, denn plötzlich ist es 19h geworden und der Real Alcazar schließt seine Pforten.



Real Alcazar



Am nächsten Morgen besichtigen wir den Plaza Espana, der 1929 für die Iberoamerikanische Ausstellung im Parque de Maria Luisa angelegt wurde. Dieser Platz wird vom Museum Pabellon de Espana dominiert, dessen Fassade maurische, gotische, barocke und klassizistische Stile vereint. In der halbkreisförmigen Front wurden 52 Fliesenbilder verewigt, die die verschiedenen Provinzen Spaniens darstellen sollen. Ein Hauch von Venedig entsteht durch einen Wasserkanal, der dem Gebäudeverlauf folgt. Dieser wird durch mehrere wunderschön verzierte Brücken überspannt.



Plaza Espana



Auch Sevilla liegt am Fluss Guadalquivir. Direkt am Ufer steht der Torre del Oro, der Goldturm. Er wurde 1222 erbaut und diente später als Zwischenlager des Inka- und Aztekengoldes. Heute beherbergt er das Schifffahrtsmuseum und schimmert nur mehr im Sonnenlicht golden.
Daneben starten Ausflugsboote zu einer einstündigen Flusstour. Leider regnet es mittlerweile und alles wirkt grau in grau. Trotzdem finden wir es sehr interessant, die Stadt auch aus einer anderen Perspektive entdecken zu können.



Torre del Oro



Ausgrabung Italica

Einige Kilometer nördlich von Sevilla stoßen wir auf die römische Ausgrabung Italica. Sie wurde 206 v. Chr. gegründet und hatte zu Glanzzeiten etwa 10.000 Einwohner. Sogar zwei Kaiser wurden angeblich hier geboren, Trajan (53 -117) und der ihm nachfolgende Hadrian (76-138).
Besonders sehenswert sind die gut erhaltenen Fußbodenmosaike der ehemaligen Häuser und das ovale Amphitheater mit seiner imposanten Größe von 160 Metern Länge und 137 Metern Breite. Einst fanden 25000 Zuschauer hier Platz.



Italica


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Kommentare

  • Wilfried_S.

    Auf mehreren Reisen durch Spanien haben wir vieles von dem auch gesehen und so gab es ein erfreuliches "Wiedersehen" - Danke!
    Sogar die Schlucht von Monachil haben wir 2008 ebenfalls durchwandert :-))
    Für Granada habe ich nur einen Tipp: Wir haben die Alhambra bei Tag und ZUSÄTZLICH bei NACHT besucht. Für die Abendöffnung braucht man auch separate Eintrittskarten und die Anzahl der Besucher ist ebenfalls begrenzt, bei unserem Besuch im Septemer 2008 drängten sich abends aber wesentlich weniger Besucher durch den Nasridenpalast als untertags. Die exzellente Beleuchtung betonte die wunderbare Architektur und war auch für das Fotografieren sehr hilfreich.
    Aber zurück zu Deinem Bericht. Er hat mir durch Deine unerhaltsame Schreibweise sehr gut gefallen, es gibt unzählige großartige - und einge "nur" gute, aber unbedingt dazugehörende - Bilder und so fällt die Entscheidung über die Beurteilung leicht :-))
    lg Wilfried

  • Blula

    Liebe Tamara!
    Mit einigen Tagen Verspätung habe ich gerade Deinen schönen Bericht entdeckt und mich sogleich "drübergemacht". Ich habe ja vor Jahren auch einmal eine Reise nach Andalusien unternommen, bin dabei aber längst nicht so viel herumgekommen wie Du. Auch Gibraltar habe ich nicht besucht. Du zeigst mir hier noch so viele lohnenswerte Orte auf. Eine erneute Reise in den Süden Spaniens steht sowieso schon länger auf meinem Wunschzettel und Dein ausgezeichneter Bericht verstärkt meine Reiselust noch mehr.
    Vielen Dank, auch für die Bilder, die Du hier beigefügt hast.
    LG Ursula

  • weltreisen

    ich möchte mich den "nostalgischen" kommentaren von Ursula und Wilfried anschliessen, denn auch für mich gab es einige bekannte orte - einschliesslich - wieder zu entdecken, die wir auf mehreren reisen in südspanien besucht haben. Danke.
    inge

  • traveller27

    Dieser sehr informative, kurzweilig geschriebene sowie anschaulich und reichlich bebilderte Bericht macht wirklich Lust auf eine Andalusien-Rundreise. Ich stelle mir dazu noch die feurige Gipsy-Flamenco Musik vor und schon geht’s ab in den Süden. Vielen Dank dafür!
    LG Harald

  • trollbaby

    Liebe Tamara!
    Obwohl ich vor 10 Jahren selbst in Andalusien war, habe ich nur einen Bruchteil dessen gesehen, was Ihr besucht habt! Umso begeisterter bin ich daher nun mit Dir "unterwegs" gewesen und habe Plätze entdeckt, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Vielen Dank für Deinen kurzweiligen und gut bebilderten Bericht!
    LG Susi

  • Elaira

    Liebe RC-Freunde, vielen lieben Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichtes! Ich freue mich, dass ich eure Reiseerinnerungen wecken konnte. Ich war wirklich überrascht, wie vielseitig und interessant Andalusien ist.
    Lieber Wilfried, wir haben von der Nachtbesichtigung der Alhambra gehört, ich kann mir vorstellen, dass es toll war! Die großartige Atmosphäre der Paläste ist in der Nacht sicher noch mehr spürbar als am Tag. Mit meinem kleinen Sohn wäre das aber leider nicht möglich gewesen :-(.
    Danke euch allen nochmals LG Tamara

  • TomHa

    Hallo Tamara,
    bei mir wurden Erinnerungen an Andalusien wach. Wir hatten zwar nicht die gleichen Ziele besucht, aber die Alhambra in Granada hatten wir auch auf dem Programm. Uns hat Andalusien unheimlich gut gefallen.

    Viele Grüße
    Thomas

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