Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Reisebericht

Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Reisebericht: Andalusien – Schmelztiegel der Kulturen

Spaniens Süden bezaubert nicht nur durch seine kulturelle Vielfalt und verspielte, maurische Baukunst, sondern bietet auch eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft voller Gegensätze. Zerklüftete Berge, eingeschnitten von tiefen Schluchten, interessante Städte mit lebendiger Vergangenheit und pittoreske weiße Dörfer laden zum Verweilen und Entdecken ein.

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Wir nützen die Osterferien für eine Mietwagenrundreise durch Andalusien. Ein vielseitiges, farbenprächtiges Mosaik aus Kultur, Natur und Lebensfreude wird uns die nächsten 1 ½ Wochen betören.
Der autonome Bezirk in Spaniens Süden ist mit einer Fläche von rund 87 Tausend Quadratkilometern etwas größer als Österreich und wird von 8,4 Millionen Menschen bewohnt.



Malaga

Unser lang ersehnter Urlaub startet am 11.4.2014 in der quirligen Hafenstadt Malaga. Gleich nach der Ankunft besuchen wir den im Norden der Stadt gelegenen botanischen Garten „Jardin La Concepcion“.
Die lauschige, dicht verwachsene Parklandschaft mit ihren gewundenen Pfaden und versteckten Teichen beherbergt über 800 verschiedene Baumarten. Geschaffen wurde diese Oase der Ruhe 1855 von Graf Jorge Loring. 1990 erwarb die Stadt Malaga den im Dornröschenschlaf versunkenen Garten und machte ihn 1994 der Öffentlichkeit zugänglich.
Nach einem ausgedehnten Rundgang finden wir die frisch gepressten Fruchtsäfte im Parkcafe besonders lecker. Die Zitronen und Orangen werden erst bei Bestellung von den daneben stehenden Bäumen gepflückt



Jardin La Concepcion



Unser nächster Programmpunkt ist die auf einem Hügel gelegene Burgruine Gibralfaro aus dem 14. Jh. Mit ihren dicken Wehrmauern schützte sie einst die Stadt. Die Anlage wurde jedoch 1812 fast zur Gänze zerstört. Außer den Verteidigungsanlagen sind nur einige Innenhöfe und Räumlichkeiten erhalten geblieben.
Heute genießen wir einen schönen Ausblick über Malaga und die davor liegende Küstenlinie „Costa del Sol“.



Burgruine Gibralfaro



Nun stürzen wir uns ins Getümmel der darunter liegenden Altstadt, die im 8Jh v. Chr. von den Phöniziern gegründet wurde. Zahlreiche historische Monumente aus verschiedensten Epochen säumen die gepflasterten Gassen. Besonders interessant ist die Kathedrale, die über mehr als zwei Jahrhunderte erbaut wurde. Die lange Bauzeit zwischen 1528 und 1783 hinterließ einen interessanten Stilmix. Der Südturm ist bis heute unvollendet geblieben.



Malaga



Nerja

Am nächsten Tag besuchen wir gleich morgens die Stadt Nerja. Sie ist landschaftlich reizvoll direkt über einer Steilküste gelegen. Eine Promenade führt vom Hauptplatz bis zu einer Landspitze. Dort –hoch über der tiefblauen See- befindet sich eine Aussichtsterrasse, der „Balcon de Europa“.

Auch die eindrucksvolle Höhle von Nerja lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Der etwa 1,4 Kilometer lange Rundweg darf ohne Führer begangen werden. Mehrere Säle mit wunderschönen Tropfsteinformationen reihen sich hintereinander. Die „Sala del Cataclismo“ ist mit ihren 32 Metern Höhe und 10 Metern Breite die gewaltigste Höhlensäule weltweit und kam sogar ins Guiness Buch der Rekorde. Ich finde kaum Worte, dieses faszinierende Naturwunder ausreichend zu loben. Einfach ein unvergesslicher Ort!



Nerja



Unsere Fahrt geht weiter entlang der malerischen Küste in Richtung des Naturparks Cabo de Gata.
Die Landschaft wird immer flacher und karger. Zahlreiche Gewächshäuser bilden ein Meer aus Plastik.

Schließlich biegen wir ab ins Hinterland und durchqueren die Wüste von Tabernas, Europas einzige Wüste. Der Jahresniederschlag beträgt unter 130 mm. Eingerahmt von einer kargen Bergwelt liegen hier drei Filmdörfer, denn schon seit den 1960-er Jahren werden hier überwiegend Western gedreht.



Costa Tropical



Los Millares

Viel interessanter finden wir jedoch die Reste der prähistorischen Ansiedlung Los Millares. Datiert wird die Stätte zwischen 3200 und 2300 v.Chr. Drei Wälle schützten einst die etwa 1000 Bewohner dieses Ortes, die höchstwahrscheinlich Ackerbau und Viehzucht betrieben. Daneben befindet sich die Nekropole mit etwa 80 Grabhügeln. Um die Fantasie der Besucher anzuregen, wurden am Nordende der Ausgrabung einige Behausungen und Werkstätten nachgebaut.



Los Millares



Guadix

Ein tolles Erlebnis ist auch der Besuch der etwa 2000 Wohnhöhlen von Guadix. Wir besteigen einen Aussichtspunkt und sehen beinahe ausschließlich weiße Schornsteine aus den Felsen ragen. Darunter –im weichen Tuffgestein – verbergen sich meist komfortable Häuser mit Strom- und Wasseranschluss und einer konstanten Raumtemperatur von 18 Grad Celsius.
Historiker nehmen an, dass schon in der Antike Behausungen und Ställe in den weichen Stein gegraben wurden.
Wir besichtigen eine der weiß getünchten Höhlen und staunen über die Größe des Felsenhauses.



Höhlenviertel von Guadix



Carcavas de Marchal

Unweit von Guadix halten wir an einer imposanten, rot schimmernden Felswand, der Carcavas de Marchal. Diese Naturschönheit wurde im Laufe der Jahrmillionen durch Erosion zu bizarren Formen geschliffen. Wie eine verzauberte Märchenfestung mit unzähligen Türmchen ragen die Felsmassen vor uns in die Höhe.



Carcavas de Marchal


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Kommentare

  • Wilfried_S.

    Auf mehreren Reisen durch Spanien haben wir vieles von dem auch gesehen und so gab es ein erfreuliches "Wiedersehen" - Danke!
    Sogar die Schlucht von Monachil haben wir 2008 ebenfalls durchwandert :-))
    Für Granada habe ich nur einen Tipp: Wir haben die Alhambra bei Tag und ZUSÄTZLICH bei NACHT besucht. Für die Abendöffnung braucht man auch separate Eintrittskarten und die Anzahl der Besucher ist ebenfalls begrenzt, bei unserem Besuch im Septemer 2008 drängten sich abends aber wesentlich weniger Besucher durch den Nasridenpalast als untertags. Die exzellente Beleuchtung betonte die wunderbare Architektur und war auch für das Fotografieren sehr hilfreich.
    Aber zurück zu Deinem Bericht. Er hat mir durch Deine unerhaltsame Schreibweise sehr gut gefallen, es gibt unzählige großartige - und einge "nur" gute, aber unbedingt dazugehörende - Bilder und so fällt die Entscheidung über die Beurteilung leicht :-))
    lg Wilfried

  • Blula

    Liebe Tamara!
    Mit einigen Tagen Verspätung habe ich gerade Deinen schönen Bericht entdeckt und mich sogleich "drübergemacht". Ich habe ja vor Jahren auch einmal eine Reise nach Andalusien unternommen, bin dabei aber längst nicht so viel herumgekommen wie Du. Auch Gibraltar habe ich nicht besucht. Du zeigst mir hier noch so viele lohnenswerte Orte auf. Eine erneute Reise in den Süden Spaniens steht sowieso schon länger auf meinem Wunschzettel und Dein ausgezeichneter Bericht verstärkt meine Reiselust noch mehr.
    Vielen Dank, auch für die Bilder, die Du hier beigefügt hast.
    LG Ursula

  • weltreisen

    ich möchte mich den "nostalgischen" kommentaren von Ursula und Wilfried anschliessen, denn auch für mich gab es einige bekannte orte - einschliesslich - wieder zu entdecken, die wir auf mehreren reisen in südspanien besucht haben. Danke.
    inge

  • traveller27

    Dieser sehr informative, kurzweilig geschriebene sowie anschaulich und reichlich bebilderte Bericht macht wirklich Lust auf eine Andalusien-Rundreise. Ich stelle mir dazu noch die feurige Gipsy-Flamenco Musik vor und schon geht’s ab in den Süden. Vielen Dank dafür!
    LG Harald

  • trollbaby

    Liebe Tamara!
    Obwohl ich vor 10 Jahren selbst in Andalusien war, habe ich nur einen Bruchteil dessen gesehen, was Ihr besucht habt! Umso begeisterter bin ich daher nun mit Dir "unterwegs" gewesen und habe Plätze entdeckt, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Vielen Dank für Deinen kurzweiligen und gut bebilderten Bericht!
    LG Susi

  • Elaira

    Liebe RC-Freunde, vielen lieben Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichtes! Ich freue mich, dass ich eure Reiseerinnerungen wecken konnte. Ich war wirklich überrascht, wie vielseitig und interessant Andalusien ist.
    Lieber Wilfried, wir haben von der Nachtbesichtigung der Alhambra gehört, ich kann mir vorstellen, dass es toll war! Die großartige Atmosphäre der Paläste ist in der Nacht sicher noch mehr spürbar als am Tag. Mit meinem kleinen Sohn wäre das aber leider nicht möglich gewesen :-(.
    Danke euch allen nochmals LG Tamara

  • TomHa

    Hallo Tamara,
    bei mir wurden Erinnerungen an Andalusien wach. Wir hatten zwar nicht die gleichen Ziele besucht, aber die Alhambra in Granada hatten wir auch auf dem Programm. Uns hat Andalusien unheimlich gut gefallen.

    Viele Grüße
    Thomas

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