Penang – Eine Insel zwischen Tradition und Moderne

Reisebericht

Penang – Eine Insel zwischen Tradition und Moderne

Reisebericht: Penang – Eine Insel zwischen Tradition und Moderne

Manche kommen geschäftlich, andere wollen sich nur erholen und andere wandern auf den historischen Pfaden. Es gibt viele Möglichkeiten den Tag auf Penang zu verbringen.

„Ihr könnt hier eine Menge Landsleute treffen“, erklärt uns Michael, ein Ingenieur, der von seinem deutschen Arbeitgeber mehrmals jährlich auf die Insel Penang geschickt wird. Wir trafen ihn in einem der ungewöhnlichsten Restaurants der Hauptstadt Georgetown (s. Tipp). Durch Freihandelszonen begünstigt, siedelten sich in den letzten Jahren viele internationale Unternehmen auf Penang, einer Insel im Nordwesten von Malaysia, an. Hochhäuser in der City und große Produktionsgebäude außerhalb prägen das moderne Gesicht der Insel. Dazu trägt auch die beeindruckende Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet, bei.

Doch deshalb waren wir nicht nach Penang oder Pulau Pinang (= Insel des Betelnußbaumes), wie die Insel auch genannt wird, gekommen, sondern wir wollten vielmehr nach einer Rundreise durch Malaysia noch einige Tage am Meer relaxen. Natürlich schafften wir es nicht, den ganzen Tag am Strand zu liegen und so machten wir uns auf, die Insel zu erkunden.

Da Taxifahren sehr günstig ist, mieteten wir uns gleich eins für mehrere Stunden. Und wir hatten Glück, denn unser Fahrer sprach recht gut Englisch und es war ihm eine Freude, uns die Sehenswürdigkeiten der Insel zu erklären.



Tropical Spice Garden

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Zuerst hielten wir am Tropical Spice Garden, der direkt an der Hauptstraße nach Teluk Bahang liegt. Eigentlich eine sehr interessante Angelegenheit, doch da ich innerhalb von Minuten von Moskitos umlagert war, konnte ich mich nicht so sehr an den Schönheiten erfreuen. Nach dem Besuch musste ich mir erst einmal Mückenspray besorgen. Gegen die bereits vorhandenen Stiche half Tigerbalsam.

Nachdem ich nun ausgerüstet war, ging es weiter zu einer Batikdruckerei. Dort kann man den Arbeiterinnen zusehen, wie sie z.B. für die Angestellten der umliegenden Hotels herrliche Sarongs herstellen. Einige dieser Teile waren sehr hübsch, doch leider konnte das Angebot im dazugehörenden Laden nicht mithalten.



Hafen von Teluk Bahang

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Um die ersten Eindrücke zu verdauen, machten wir einen kurzen Zwischenstop in Teluk Bahang. Während wir auf der langen Mole hinaus aufs Meer liefen, konnten wir den Fischern beim Entladen ihrer Boote zusehen. Von dort hat man auch einen schönen Blick zurück auf die Insel.



Wunderwerk der Natur

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Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir weiter zur Butterfly-Farm. Welche Farbenpracht! Welcher Überfluß der Natur! Die über 100 verschiedenen Schmetterlinge umschwirrten uns von allen Seiten. Häufig wußten wir gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollten. Wir ließen uns Zeit, auch weil wir gerne fotografieren. Scheinbar wissen das auch die Schmetterlinge. Erst sitzen sie ganz gelangweilt herum, doch sobald man den Auslöser drückt, klappen sie die Flügel zu oder fliegen einfach davon. Seufz!

Neben den Faltern gibt es auch noch Skorpione, Tausendfüssler (ob das wirklich so viele Füße sind?) und einige Eidechsen zu bewundern. Auch hier gibt es einen Shop, der sich wirklich rentiert. Er bietet ein sehr gutes Sortiment an Büchern über die Tier- und Pflanzenwelt Malaysias an (Ein besseres habe ich sonst in Malaysia nicht gesehen). Statt den immer gleichen Souvenirs hat man sich hier sehr viel Mühe mit der Auswahl gegeben und unterstützt damit auch noch kleine örtliche Betriebe. Hier findet man bestimmt ein hübsches Mitbringsel oder auch etwas für sich selbst, wenn noch Platz im Koffer ist.



RIESEN-Bananen

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Erst waren wir etwas zögerlich, ob mir uns auch noch die Tropical Fruit Farm ansehen sollen, da wir bereits auf der Rundreise viele Märkte besucht haben. Doch dann dachten wir, wenn wir schon hier sind, sollten wir die Gelegenheit nutzen und so lang kann es ja auch nicht dauern. Da hatten wir uns gründlich verschätzt. Bei der Führung, die ca. 1 ½ Std. dauert, gab es über 200 verschiedene Obstsorten zu bewundern. Manche Sorten kennt man auch bei uns: Mango, Papaya (soll ein hervorragende Abfuehrmittel sein), Drachenfrucht, Ananas, Melonen und Bananen. Insgesamt gibt es in Malaysia über 25 verschienen Bananensorten. Einige werden ausschließlich gekocht, während andere so aromatisch sind, dass ein Vergleich mit den in Deutschland üblichen Chiquitas und Konsorten, einer echten Beleidigung gleichkommt. Auch die Größe kann sehr variieren: von ca. 6 cm bis über 25 cm.

Schon einmal etwas von der Miracle Frucht gehört? Diese kann man alleine essen oder in Verbindung mit einer anderen. Wenn man die Miracle Frucht zuerst ist und dann die andere, deren Namen ich leider vergessen habe, schmeckt diese Frucht wunderbar süß. Ohne den vorherigen Genuss der Miracle Frucht ist sie sehr sauer. Leider waren bei unserem Besuch nicht alle Früchte reif, da es auch hier so etwas wie Jahreszeiten gibt. Am Ende des Rundgangs konnten wir uns noch an einen frisch gepressten Saft und verschiedenen Früchten laben. Die Qualität war hervorragend. Da kommt man auf den Geschmack.



Jetzt war es aber genug und so fuhren wir ins Hotel Parkroyal Penang zurück (s. Tipp). Da wir recht müde waren und uns auch nicht so gut auskannten, beschlossen wir, auf dem nahe gelegenen Foodmarket zu Abend zu essen. Was kann man sich darunter vorstellen? Meistens ist es ein großer Platz, manchmal überdacht, der im Inneren mit vielen Plastiktischen und –stühlen voll gestellt ist. Außen herum gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Ständen, die für jeden Geschmack etwas bieten. Muscheln oder Krabben, thailändische Küche, Pizza oder doch etwas Süßes. Es kommt niemand zu kurz. Das Prozedere läuft wie folgt: Zuerst sucht man sich einen freien Platz, was besonders am Wochenende nicht ganz einfach ist, dann wartet man bis die Getränke geliefert sind. Nun ist es besser, wenn man mindestens zu zweit ist, denn dann kann einer die Speisen auswählen, während der andere den Tisch verteidigt. Findet man etwas, nennt man die Tischnummer und normalerweise wird dann innerhalb von 10 Minuten serviert. Sehr schmackhaft, abwechslungsreich und spottbillig. Für 2 Personen zahlt man selten mehr als 5 Euro.



Cheong Fatt Tze Mansion

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Da wir am nächsten Tag immer noch Energie hatten, beschlossen wir, uns Georgetown etwas genauer anzusehen. Los ging es im Cheong Fatt Tze Mansion, einem alten chinesischen Haus was heute als privates Museum und Hotel dient. Unser Führer brachte uns die Geschichte des Hauses durch viele Anekdoten und Informationen sehr nahe. Die Führung dauerte am Ende etwa eine ½ Stunde länger als geplant, doch das ist überhaupt nicht aufgefallen, bei der unterhaltsamen Runde. Am Schluß wurden wir auch noch mit einem Glas Tee bewirtet.



Da wir uns keinen genauen Plan überlegt hatten, liefen wir jetzt einfach los und landet im Kuan-Yin-Tong-Tempel. Hier wurde gerade das chinesische Neujahrsfest gefeiert (s. Bericht Mickey Mouse oder das Jahr der Ratte). Von dem Duft der Räucherstäbchen betört und mit vielen neuen Eindrücken bereichert, gelangten wir nach einiger Zeit wieder nach draußen. Frische Luft gab es dort auch nicht, denn dazu war es viel zu heiß, doch wir wurden wenigstens nicht mehr dauert herumgestoßen.



St.-Georg's

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Die nur wenige Meter entfernte St.-Georg’s war leider geschlossen. So gingen wir einfach weiter Richtung Innenstadt. Immer wieder kamen wir an Moscheen und buddhistischen Tempeln vorbei. Obwohl der Islam Staatsreligion ist, dürfen auch die anderen Religionen frei ausgeübt werden. Die Insel Penang hält eine Sonderstellung inne, da die Mehrheit der Bewohner chinesischer Abstammung ist. Diese können sowohl Christen als auch Buddhisten, Taoisten oder Konfuzianer, manchmal sogar Muslime, sein. So zeigt sich die religiöse Vielfalt Malaysias.



Ausgelaugt von all den Informationen und ausgetrocknet von der Hitze machten wir uns nun auf die Suche nach einem kühlen Plätzchen. Doch da an diesem Tag alle Chinesen sich auf die Feierlichkeiten im Rahmen des Chinese New Year am Abend vorbereiteten, waren Geschäfte und Restaurants geschlossen. So blieb uns nichts anderes übrig, als immer weiter zu laufen.

So kam es, daß wir plötzlich in der Armenian Street landeten. Ein alter Chinese, der gerade seinen kleinen Lebensmittelladen schließen wollte, war unsere letzte Rettung vor dem Verdursten. Wir waren gerade dabei, genussvoll das kühle Nass über unsere spröden Lippen rinnen zu lassen, als wir das Schild lasen: „Paulaner Weißbier“.

Nicht, daß wir sonst regelmäßig Bier trinken, aber nach einem so trockenen Tag, kam es uns wie das Paradies vor. Ein Blick genügte und wir folgten dem Pfeil, wie magnetisch angezogen. Wir sollten die Entscheidung nicht bereuen, denn u.a. trafen wir hier Michael, der gerne wegen der schönen Atmosphäre, den sympathischen Gastgebern und vor allem dem perfekt eingeschenkten Weißbier herkommt. Das Glas ist gekühlt, das Bier perfekt temperiert und die Bedienung weiß, daß man den Schaum nur durch Drehen der Flasche erreicht. Wann hat man das letzte Mal erlebt, daß das Einschenken von Bier so zelebriert wird. Wir ließen den Nachmittag sehr entspannt ausklingen. Von weiteren Entdeckungen nahmen wir bewusst Abstand.


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Kommentare

  • klarinos

    Zusätzlich zu erwähnen bleibt auf jeden Fall der Canopy Walk auf den Penang Hills, den ich für schwindelfreie Besucher der Insel für ein "Must-See" halte.

  • RdF54

    Da ich selber Penang gut kenne war Dein Bericht für mich wie eine Reise in die Vergangenheit!!! :-)
    SUPER!!

    LG Robert

  • Blula

    Hallo Jazzmin, habe Deinen sehr schönen Bericht mit großem Interesse gelesen, weil auch ich schon einen Urlaub auf dieser Insel verbracht habe und somit einige Erinnerungen auffrischen konnte.
    LG Ursula

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