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Reisebericht: Teil 10: Per Rad um die halbe Welt - Über die Seidenstraße nach China
3.600 km, 16 Teilnehmer, 1 Reiseleiter und ein Tagebuch: Auf den folgenden Seiten dokumentieren wir die Radreise Athen-Peking. Sie begann am 16.02. in Freiburg und endet am 10.08.2008 in Peking - dem Austragungsort der Olympischen Spiele.
Initiiert vom Veranstalter China by Bike. Koordination: forum anders reisen e.V.
Letzter Eintrag: Montag, 16.6.2008: von Urumqi zum Tian Chi, S. 12
- Donnerstag, 5. Juni 2008: vom Zeltlager bei San Tash über die kasachische Grenze bis hinter Kegen
- Freitag, 6. Juni 2008: vom Zeltlager hinter Kegen bis nach Djunja
- Samstag, 7.Juni 2008: von Djunja nach Zharkent
- Sonntag, 8.Juni 2008: von Zharkent bis zum Zeltlager kurz vor der chinesischen Grenze
- Montag, 9. Juni 2008: zurück nach Zharkent
- Dienstag, der 10. Juni 2008: „In China IST alles besser!“
- Mittwoch, 11. Juni 2008: von Qing Shui He nach Qing He
- Donnerstag, 12. Juni 2008: von Qing He nach Wusu
- Freitag, 13.Juni 2008: von Wusu nach Urumqi
- Samstag, 14. Juni 2008: mit dem Taxi zurück nach Shihezi und dann wieder mit dem Rad nach Urumqi
- Sonntag, 15. Juni 2008: Ruhetag in Urumqi
- Montag, 16.6.2008: von Urumqi zum Tian Chi, dem Himmelssee
Donnerstag, 5. Juni 2008: vom Zeltlager bei San Tash über die kasachische Grenze bis hinter Kegen
56 Kilometer, 400 Höhenmeter
Bericht von Tom Krech
So wie wir gestern noch einen strahlenden Sonnenuntergang hatten, haben wir heute einen wunderbaren klaren Morgen. Wir lassen uns Zeit beim Abräumen der Zelte, denn die Wiese ist noch komplett feucht vom gestrigen Regen.
Gegen 9 Uhr sitzen wir dann auf den Rädern und wollen los und dann hat Elisabeth ihren ersten Plattfuß, der aber auch schnell geflickt ist.
Bis zur kasachischen Grenze sind es 15 Kilometer durch das Hochland. Das GPS-Gerät zeigt, dass wir abwechselnd in Kasachstan und Kirgistan über die „grüne“ Grenze gefahren sind, bevor wir dann mitten im Grassland die zwei oder drei kleinen Grenzgebäude erreichen.
Die Grenzabfertigung geht dann innerhalb von zwei Stunden reibungslos von statten und dann sind wir in Kasachstan. Schon seit ein paar Tagen machen wir „Borat“ Witze über das Land und sind nun gespannt, was uns hier erwartet. Doch hier oben im Grassland gibt es natürlich keinen Unterschied zur kirgisischen Seite. Die Hirten brauchen nicht einmal den Umweg über die Grenzstation zu machen, denn ein paar Hundert Meter weiter treibt ein Kirgise oder Kasache seine Herde über die ‚grüne’ Grenze.
Die Straße ist noch ein paar Kilometer schlecht bis wir das erste Dorf erreichen und dann haben wir unseren Asphalt zurück. Im Dorf stehen saubere kleine Häuschen und die Dorfbewohner lieben blaue Gartenzäune.
Etwas weiter dann das erste Städtchen, Kegen, welches kaum größer ist als ein mittleres Dorf in Deutschland. Volker und ich bleiben zurück, um zu versuchen Geld zu tauschen, die Gruppe fährt inzwischen aus der Stadt heraus zum Zeltplatz.
Es gibt sogar eine Bank in einem neuen Gebäude und ich frage, ob es möglich sei kirgisisches Geld zu tauschen. Dies sei leider nicht möglich, bekomme ich als Antwort. Dann frage ich nach Euro. „Ebenfalls nicht möglich!“ sagt die Dame am Tresen. „Und wie sieht es aus mit Dollar“ hake ich nach. „Auch nicht möglich. „ ist die Antwort. „Warum?“ „Weil wir kein Geld haben.“ stellt sich dann heraus. Es sei eine neue Bank, ist dann die Erklärung auf meine Nachfrage, warum man denn dann ein Bank-Schild über der Tür habe.
Zum Glück gibt es am Basar einen kleinen Laden und mit einiger Überredungskunst kann ich dann unser gesamtes Gruppengeld in kirgisischen Somanas und zusätzlich noch 200 Dollar tauschen und hoffe nur, dass der Verkäufer uns mit dem Kurs nicht zu sehr über den Tisch gezogen hat.
Der Zeltplatz vor der Stadt ist definitiv der Platz mit der schönsten Bergkulisse im Hintergrund, so schön, wie man es eigentlich nur auf Schokoladenverpackungen aus der Schweiz sehen kann. Schnell ziehen wir die Aufmerksamkeit der Hirten in der weiten Ebene auf uns und nach einer halben Stunde wimmelt es im Lager nur so von Pferden und Reitern.
Auch ich traue mich dann einmal in den Sattel zu steigen, aber ich kann das Gaspedal nicht finden und das Tier bewegt sich keinen Schritt vorwärts oder rückwärts und so steige ich unverrichteter Dinge wieder ab.
Das Abendessen ist etwas mager heute, da es Akyl nicht geschafft hat Geld zu tauschen und einzukaufen, die Zeit war einfach zu knapp und seit der Grenze steht uns nur noch ein Fahrzeug zur Verfügung, was die Bewegungsfreiheit der Crew natürlich einschränkt, aber nach dem Essen entschädigt ein grandioser Sternenhimmel für alles.
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