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Reisebericht: KAKADU – Nationalpark in Australien
Der KAKADU – Nationalpark:
1978: Rückgabe des Landes an die Ureinwohner, den Buntji-Clan des Gagudju-Stammes
1981: Buntji-Clan verpachtet das Land an die Regierung; Gründung des Nationalparks
1992: Kakadu-Nationalpark wird von der UNESCO zum „Erbe der Menschheit“ erklärt
Es sind über 280 Vogelarten, über 60 Säugetierarten, über 50 Frischwasserfischarten und über 10.000 Insektenarten sowie über 1600 Pflanzenarten im Park anzutreffen.
Zur Zeit leben etwa 5000 Aborigines im Park; viele von ihnen sind die traditionellen Besitzer.
Der Park ist unvorstellbar groß, denn er weist 20.000 qkm auf.
- Darwin - Cooinda
- ... on the Road again....
- Wir erreichen den KAKADU-NP
- ...die Bootsfahrt...
- ..Krokodile vor uns...
- ...am Wasser ...
- bei den Nourlangie Felsen...
- ..zu den Felszeichnungen...
- ...bis 20.000 Jahre alt...
- Nar-bull-win-bull-win
- ... am "Tanzplatz"...
- ..am Weg zurück zur Lodge...
- ...Weiterreise....
- "Jumping Crocodiles" am Adelaide River
Darwin - Cooinda
Nach einem guten Frühstück verließen wir unser Hotel. Da ein Bustaxi zum Hotel kam, fuhren wir gemeinsam zur Autovermietung, wo wir den Leihwagen für die nächsten Tage im Voraus bestellt hatten. Es war nicht weit. Hier klappte alles bestens und wir übernahmen einen nagelneuen Van, km Stand 18, und fuhren los, so 600 – 700 km lagen vor uns.
Am Stuart Highway fuhren wir Richtung Adelaide River. Da der Arnhem Highway in den Kakadu Nationalpark wegen Überflutung gesperrt war konnten wir die Aurora Kakadu Lodge nicht erreichen. Diese Sperre bedeutete für uns einen großen Umweg ( über Katherine ) um den KAKADU – NP zu erreichen.
Grüne Wiesen mit Rinderherden begleiteten uns auf der Fahrt Richtung Süden. Große Termitenhügel standen im lichten Wald an der schönen zweispurigen Asphaltstraße.
... on the Road again....
In Adelaide River, einem „Ort“ bestehend aus Geschäft mit Post, Tankstelle und drei Häusern, machten wir einen kurzen Stopp.
Roadtrains, bis zu 58 Meter lange LKW-Züge, kamen uns entgegen, später auf einer Überholspur haben wir einen überholt. Ohne diese Einrichtung einer speziellen, vorher angekündigten Überholspur wäre es nicht möglich, so ein „Ungetüm“ der Straße zu überholen. Diese sind mit bis zu 100 km/h unterwegs.
Für PKW ist hier 120 bis 130 km/h erlaubt und wird die Höchstgeschwindigkeit stets mit Verkehrszeichen angekündigt.
Wir erreichen den KAKADU-NP
Kurz nach Mittag war die Einfahrt zum NP erreicht und wir bogen auf den Kakadu Highway ab, noch 162 km bis Cooinda, unserem Ziel für heute.
Entlang der guten Asphaltstraße, Busch, Busch, Busch, manchmal kleine Buschfeuer, dann wieder sumpfige Stellen.
Den Eingang zum Kakadu Nationalpark erreichten wir um 15.30 Uhr. Nachdem wir p.P. 25,- AUD Eintrittsgebühr bezahlt hatten, tankten wir noch – 41 Liter – 65,- AUD. Die Eintrittskarte ist für 14 Tage gültig, auch wenn man nur 3 Tage bleibt, zahlt man den gleichen Preis, Vorschrift der Regierung.
Entlang der guten Asphaltstraße, Busch, Busch, Busch, manchmal kleine Buschfeuer, dann wieder sumpfige Stellen und auch Überflutungen.
Der Park gehört den Aborigines und wurde von ihnen auf hundert Jahre an die Regierung verpachtet.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Gagudju Lodge Cooinda.
Die Reiseagentur hatte einen Gutschein geschickt und wir bezogen die kleinen Bungalows in einer schönen Gartenanlage für zwei Nächte. Kaum waren wir am Zimmer brach ein Gewitter los und es schüttete in Strömen eine Stunde lang. Wir saßen auf der Terrasse tranken Kaffee und genossen das Schauspiel.
Um 18 Uhr speisten wir im Lodge Bistro sehr gute Steaks, Pizza und Gnocchi. Die Salzburger, die wir am Ayers Rock getroffen hatten, waren auch da. Sie waren von Alice Springs mit einem Campingbus zwei Tage heraufgefahren.
Zur Zeit, März 2011 sind mehr als 1/3 des Parks überschwemmt ( war auch in den Weltnachrichten zu sehen ) und der Arnhem Highway musste seit Jahren zum ersten mal gesperrt werden ( für uns bedeutete dieser Umstand ein Umweg von 300 Km )
...die Bootsfahrt...
Da wir zweimal in der Gagudju Lodge übernachteten, hatten wir das Frühstück inklusive, ein sehr gutes Buffet.
Um 9 Uhr starteten wir zur Bootsfahrt am Yellow River.
Die Kroko-Warnschilder standen bis zur Tafel im Wasser, alle Ufergebiete waren überflutet. Mit einem großen Aluminiumboot und Parkranger fuhren wir auf das ruhige Wasser des Flusses hinaus, es sah wie ein großer See aus. Weiße und lila Seerosen blühten in den überfluteten Wäldern, es ist die Heimat der größten Krokodile und des Barramundi Fisches.
Papierrindenbäume und Pandanus Palmen spiegelten sich im Wasser. So sehr wir auch Ausschau hielten, keine Spur von einem Krokodil. Der Ranger zeigte uns einen kleinen schwarz-roten Vogel, ein Seeadler saß oberhalb seines Horstes am Baum, Kuhreiher und Eisvögel flogen auf.
..Krokodile vor uns...
Dann waren sie da, versteckt im überfluteten Geäst, schaute der Kopf eines Krokodils aus dem Wasser. Laut Ranger bewacht es sein Gelege.
Kurzzeitig erkannten wir, dass hier mehrere, größere und kleinere Krokodile vor uns im Wasser lagen. Der Ranger meinte lachend “ do not schwimm“!
...am Wasser ...
Ein Leguan am Baum flüchtete, als das Boot einen dicken Ast rammte.
Durch Seerosenfelder kamen wir zu einer mit Wasserpflanzen bewachsenen Stelle, wo Blatthühnchen mit roten Federn am Kopf herumspazierten.
bei den Nourlangie Felsen...
Zurück bei der Lodge brachen wir zum Nourlangie Felsen auf, ehe der Nachmittagsregen anrückte.
Am Kakadu HWY Richtung Jabiru überquerten wir drei Brücken über den Nourlangie Creek und bogen dann 16 km zum Felsen ab.
In der Anbangbang Galerie findet man die mythischen Figuren von Namarrgon dem Blitzbringer und seiner Frau Barrkinj.
Namarrgon gilt bei den Aborigines als Figur im Zentrum der Entstehung der Welt. ER ist am Beginn der Regenzeit für Stürme, Gewitter mit Blitz und Donner verantwortlich. Um den Donner zu erzeugen schlug er zusätzlich mit seiner Axt auf die Wolken ein.
Die Kinder - Al-yurr genannt - von Barrginj, seiner Frau sollen die orange-blauen Grashüpfer im KAKADU-NP sein und spielen in der Mythologie der Aborigines auch noch heute ein große Rolle.
..zu den Felszeichnungen...
Der Aufstieg führte über Felsen und Stufen durch einen schmalen Felsspalt, den Anbanbang Shelter, eine riesige schattige Spalte unter einem Felsüberhang die schon vor 20.000 Jahren den Ureinwohnern als Zufluchtsstätte diente. In der heißen, feuchten Jahreszeit wurde an diesem kühlen, windigen Platz für einige Zeit Quartier gemacht.
...bis 20.000 Jahre alt...
Unter den überhängenden Felsen waren die ersten Zeichnungen zu sehen – Känguru und Känguru-fangen mit einem Lasso. Entlang der Felswand führte der Weg durch einen schattigen Laubwald zu den nächsten Zeichnungen.
Abbildungen von Kängurus und Fischen künden beeindruckend von der Kultur und Geschichte der Aborigines. Die frühsten Malereien zeigen vorwiegend Handabdrucke, die in einer späteren Periode zu einfachen dreifingerigen Abdrücken stilisiert wurden. Die Motive sind immer wieder übermalt worden, eine gängige Praxis bei den Felsmalereien der Aborigines. So kann man einige ältere, blasse Malereien unter den jüngeren Bildern hindurchschimmern sehen
Nar-bull-win-bull-win
Vor allem die als "Röntgenkunst" bezeichneten Darstellungen sind faszinierend. Nach Schätzungen von Experten wurden diese Felsmalereien auf die Zeit zwischen 9.000 und 7.000 vor Chr. datiert.
Das Erstaunliche an dieser Art der Darstellung, die auch als intellektueller Realismus bezeichnet wird, ist die deutliche Innenansicht der dargestellten Figuren. Man kann Skelett, Wirbelsäule und innere Organe im Detail erkennen.
... am "Tanzplatz"...
Der Weg führte weiter zum „Tanzplatz“ weiße Gestalten – tanzende Frauen und Männer – rote Figuren wie Strichmännchen bedecken eine Felsnische. Die letzten Zeichnungen waren am besten erhaltenen.
Die Bilder wurden von einem Aborigine namens Nayombolmi nach strengen traditionellen Regeln nachgemalt und somit restauriert. Die letzten Arbeiten erledigte er 1964 noch kurz vor seinem Tod.
..am Weg zurück zur Lodge...
… am Weg - zurück zur Lodge, Begegnungen und Entdeckungen..
Im Park leben an die 60 verschiedenen Säugetierarten, viele sind aber nur nachtaktiv.
Zu den häufigsten Tierarten zählen Antilopenkängurus, Schwarze Bergkängurus, Flinkwallabys, Felskänguru, Dingos, schwarze Flughunde
und eine Vielzahl an Eidechsen.
Auch an die 250 Vogelarten sind im Kakadu beheimatet, am häufigsten kommen Brillenpelikan, Riesenstorch Weißbauchseeadler und die Spaltfußgans vor.
Außerdem leben mehr als 25 Froscharten im Park.
Auch 2 Arten der Krokodile leben hier. Das Süßwasserkrokodil und das Leistenkrokodil (Salzwasser ). In den Flüssen des Parks tummeln sich mehr als 50 Fischarten, am häufigsten den Barramundi.
Aber auch zahlreiche Schlangenarten, darunter einige sehr giftige und natürlich jede Menge an Insekten.
...Weiterreise....
Nach dem Frühstück verließen wir die Gagudju Lodge, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel.
Bei 698 km ( bei Stand 18 km waren wir los gefahren ) am Tacho fuhren wir los, vorerst am Kakadu HWY durch den Wald, einige Male rann Wasser über die Fahrbahn, 290 km von Cooinda nach Katherine und 320 weitere Kilometer nach Darwin lagen vor uns.....
"Jumping Crocodiles" am Adelaide River
Bevor wir Darwin erreichten bogen wir in den, inzwischen für den Verkehr bis zum Adelaide River freigegeben Arnhem Highway ab, wo wir zum Abschluss unseres Aufenthaltes im KAKADU-NP, die "jumping Crocodiles" sehen wollten.
Man besteigt am Adelaite River ein Boot ( 38 AUD ) und fährt damit auf den Fluss hinaus.
Mitten im Fluss werden von der Crew ca 5 m lange Stangen von der Reeling aus dem Boot gehalten, worauf auf einer Schnur Hühnerfleischstücke besfestigt sind.
Die bis zu 4/5 m langen Krokodile "jumpen" nun hoch um diese "Brocken" zu "erwischen". Je höher die Stange dabei gehalten wird, umso höher kommen die Krokodile aus dem Wasser ( Bild ). Natürlich richtet die Crew es so ein, dass die Tiere auch die Fleischstücke "erwischen".
Ich denke Krokodile kann man nicht "dressieren", aber inzwischen ist diese Art der "Anlockung" zur Gewohnheit bei den Krokodilen geworden.
Diese Programm ist die Attraktion dort am oberen Eingang des KAKADU-NP und viele kommen allein deshalb hierher.
VORSCHAU; es folgen noch weitere Berichte zu Australien
a) QUEENSLAND - "von Cairns nach Sydney"
b) SYDNEY "241 Jahre nach Kapitän James COOK"
-
harald, wieder ein sehr interessanter bericht aus einer gegend von australien, die ich noch nicht gesehen habe.
es war halt nie die "richtige" jahreszeit. und wir hatten eben keine lust auf überschwemmungen und damit verbunden evtl. salzkrokodilen auf den strassen und einen höllenrespekt habe ich vor den taipanen, die in der regenzeit recht zahlreich sind..
inge -
Australien spukt schon lange in unseren Köpfen herum - dein Bericht hat uns dieses Wunschziel wieder ein bisschen näher gebracht!!!
LG Christina -
Danke Christina,
....falls wirklich daraus was wird ( ich meine Eure Reise ), so lade ich Dich ein mich vorher zu kontaktieren, hätte dazu tolle Insider- Infos für Euch,
lg Harald
...danke auch Dir Inge. Eines ist klar, in Australien, besonders im Busch muss man stets vor Krokos auf der Hut sein. Im KAKADU sind diese in großer Zahl einfach überall. -
Oh Harald! Du bringst es womöglich fertig, dass ich tatsächlich noch mal bis ins ferne Australien fliege. Ich scheue ja schon diesen irre langen Flug.... aber, wenn man dann erstmal da ist, scheint der vergessen zu sein. Wenn Australien, der Kontinent hat ja so viel zu bieten, dann sollte aber schon auch Zeit für diesen wunderbaren Kakadu-NP. sein. Dein Bericht ist unglaublich spannend und faszinierend. Die vielen Tier- und Pflanzenarten, die fantastischen Felszeichnungen der Aborigines...... Mannomann, das dürfte sicher jeden begeistern.
Danke auch für diesen wieder so glänzenden Bericht, der mich einfach begeistert hat.
LG Ursula -
Servus Ursula,
..Deine so netten ( gehen runter wie "Honig" ) Kommentare freuen mich immer,
DANKE dafür. Jetzt ist kleine Pause ( morgen gehts los bei mir ), dann habe ich noch 2, ich denke sehr interessante Berichte zu Australien.
Außerdem, Du mußt nicht auf einmal "durchfliegen", viele machen ein stopover in Singapur.
...alles Gute einstweilen, lg Harald
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