Reisebericht

Reisebericht: Zwölf-Täler-Tour 3-Tages Radtour

 
 
 
 
 
Reisebericht: Zwölf-Täler-Tour 3-Tages Radtour

Jeden Tag vier Täler. Drei Tage lang durch kleine Städtchen, Klöster, viel Kultur und Landschaft. Vom Kloster Oberzell über Berg und Tal bis Bürgstadt, über Amorbach und das Morretal in den Odenwald. Von dort bis Osterburken an der Kirnau, über die Jagst bis Bad Friedrichshall und mit der Bahn zurück.

 
 
 
 
 

(41 Stimmen)

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Start im Maintal

Start dieser Tour ist das heimatliche Maintal. Erneut am Kloster Oberzell. Diesmal besuchen wir dort den Kräutergarten von Sr. Leandra Ulsamer. Die Franziskanerin arbeitet seit Jahren mit den Wissenschaftlern der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg zusammen und hat viele Tipps zu heimischen Kräutern.
Nach den Infos aus dem idyllischem Garten, starten wir gegenüber des romanischen Klostertors in die Mainleite.



[1.Tag, ca. 72 km]

Strecke im Kurzüberblick:
Gegenüber des romanischen Klosterportals von Oberzell – Zeller Berg – Waldbüttelbrunn - Holzkirchen – Bettingen – Wertheim – Waldenhausen – Neuenkirchen – Eichenbühl – Bürgstadt (Übernachtung)



Das Gegenteil von Tälern

 
 
 
 
 

(36 Stimmen)

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Der erste knackige Aufstieg des Tages beginnt gleich gegenüber dem Klostertor:
Wir erklimmen den Zeller Berg und erreichen bei Waldbüttelbrunn die Höhe.



Idyllisch im Aalbachtal

 
 
 
 
 

(36 Stimmen)

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Die Rundkirche von Holzkirchen liegt idyllisch im Aalbachtal. In diesem Frühwerk von
Balthasar-Neumann entdecken wir einige Gemeinsamkeiten mit dem Treppenhaus des eben besichtigten Klosters Oberzell.



 
 
 
 
 

(47 Stimmen)

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Das Taubertal

 
 
 
 
 

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In Wertheim erreichen wir das Taubertal. Den bekannten, romantischen, aber oft gar nicht so lieblichen Taubertalradweg verlassen wir schon nach kurzer Zeit bei Waldenhausen. Wir folgen der Nebenroute: "Taubertal - Der Erlebnisreiche". Ein Raunen geht durch die Radlergruppe und drei Kilometer später weiss jeder was dieses Erlebnis bedeutete: Der zweite ziemlich steile Tagesabschnitt aus dem Tal. Mit dem Erlebnis von viel Schweiss und einem tollen Fernblick von der Ebene.
Danach folgt unser weiterer Weg weitestgehend den Höhenlinien.



Am Ende des Erftals: Die Bügstadter Kreuzköpf

Nach einer flotten Abfahrt ins Erftal endet die erste Tagesetappe in Bürgstadt. Zurück im Maintal wollen wir den Tag ausklingen lassen.
Zu unserer Privatunterkunft müssen wir leider nochmal den Berg im Ort hoch. Unser freundlicher Zimmerwirt fährt uns in den Ort, zeigt uns ein paar Sehnswürdigkeiten und empfliehlt uns eine der zünftigen Heckenwirtschaften. Das die Bürgstädter ein besonderes Völkchen sind merke ich bei der Quartiersuche für einen weiteren Besuch. Die Wirtin erklärt mir warum die Bürgstädter auch "Kreuzköpf" genannt werden: Als Luther diesen Ort evangelisch bekehren wollte, vertrieben ihn die streitbaren katholischen Bürgstädter mit Kreuzen und warfen ihn in den Main. Dieser beschimpfte sie als "sture Kreuzköpf". Der Nachbarort Kleinheubach dagegen wurde evangelisch - Ich persönlich vermute aber eher dass die Dame mit einigen ihrer Nachbarn über Kreuz liegt. ... so Auskunftsfreudig wie sie sich über diese äußerte ;-)



[2.Tag, ca. 65 km]

Strecke im Kurzüberblick:
Bürgstadt – Miltenberg – Amorbach (Führung Neue Abtei) – Zittenfelden – Buchen – Walldürn – Hettingen - Bofsheim - Osterburken ( Übernachtung)



Im Tal der Mudau

Wir starten an diesem Tag erneut aus dem Maintal, diesmal bei Bürgstadt, fahren durch Miltenberg und verlassen den Main linksseitig ins Mudautal. Wir tauchen kurz in die Stille des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Laurentiusfriedhof. Lassen uns von der Stille des alterwürdigen Ortes und der Steinmetzkunst umfangen.



Marsbachtal vorraus

 
 
 
 
 

(30 Stimmen)

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In der neuen Abtei in Amorbach besichtigen wir die neue Abtei mit dem Grünen Saal, der alten Bibliothek der Benediktiner und der Klosterkirche. Amorbach war übrigens ein Lieblingsort von Theodor W. Adorno. Zurück aus dem Exil bezeichnet er Amorbach als "...das einzige Stückchen Heimat das mir blieb".
Wir müssen jedoch weiter und es liegt das Marsbachtal vor uns.



 
 
 
 
 

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Natur pur im Morretal

Natur pur gibts im Morretal in das wir nach dem Ort Schneeberg abbiegen. Autos dürfen hier nicht passieren. In Zittenfelden ist für den KFZ Verkehr kein durchkommen. Wir als Radler kommen durch und können das mit sanft geschwungen Hängen und sattgrünen Wiesen ausgestattete Tal weitgehend für uns geniesen.



 
 
 
 
 

(39 Stimmen)

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Entlang von Rinnschbachtal und Limes

Wir erreichen den Odenwald bei Buchen.
Ein Abstecher führt uns in den Wallfahrtsort Walldürn. Die mächtige Basilika ist sogar das Ziel einer tagelangen Wallfahrt aus Köln. Wir besuchen da eher das Kaffee Linde und stärken und an einem sehr leckeren Erdbeerkuchen. Bevor es zur Morrequelle bei Hettingen und dann ins nächste Tal geht. Quelle hört sich gut an, bedeutet aber, dass die nächste ziemlich starke Steigung vor uns liegt.
Über das Rinnschbachtal fahren wir entlang des Limes bis Osterburken.



Moderne Osterburker

Man kann nicht sagen, dass der Bär tanzt in Osterburken. Wir suchen eine Möglichkeit zum Abendessen und bekommen von unserem Wirt einen Tipp für ein neueröffnetes Restaurant etwas ausserhalb des Ortskerns. Dort angekommen ist auch für zwei Personen kein Platz mehr im Lokal zu bekommen. Wir müssen an diesem regenerischen Tag im Außenbereich Platz nehmen. Nach einiger Zeit treffen immer mehr, an dieser neuen Lokalität Interessierte ein, die ebenso wie wir mit dem frisch abgetrockneten Außenbereich Vorlieb nehmen müssen. Decken werden ausgeteilt, unsere warme Suppe kommt. Suppe hatte hier noch keiner der Einheimischen bestellt. Die ist genausogut wie die als Hauptgericht georderte Forelle . Der Fisch erweckt aber nicht die Neidgefühle wie die warme Suppe.
Auf alle Fälle steigern wir den Suppenkonsum in Osterburken an diesem Abend massiv und die Kälte schweißt zusammen. Wir lernen schnell, dass sich die modernen Osterburker lieber nach Würzburg als nach Heilbronn orientieren, sich als badensische Enklave sehen. Eingekesselt von fränkischen Hohenlohern, bayrischen Franken und auch den Schwaben, die schon ab Adelsheim (der Nachbarort) siedeln.



[3.Tag, ca. 52 km]

Strecke im Kurzüberblick:
Osterburken – Adelsheim – Roigheim – Möckmühl – Neudenau – Bad Friedrichshall – Rückfahrt m. Zug



Mit den Römern im Kirnautal

 
 
 
 
 

(21 Stimmen)

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Die Römer siedelten einst in Osterburken. Leider will es mir nicht gelingen das Römermuseum ohne Regen zu fotografieren. Ich versichere aber: Es gibt auch sonnige Abende in Osterburken.
Wir verlassen den badischen Ort über das Kirnautal.



Im Seckachtal: Von Baden nach Schwaben

Tipp Mein Tipp
 
 
 
 
 
St. Gangolfskapelle in Neudenau

Persönliche Meinung von muawiya:
Am unteren Ende des Jagsttals befindet sich der Ort Neudenau. Etwas ausserhalb, doch vom Radweg direkt zugänglich befindet sich die Kapelle St. Gangolf die 1276 zum ersten mal erwähnt wurde. Der Ort Deitingen zu dem die Kirche einst gehörte, ging in den Zeiten der Pest unter. Übrig blieb die Gangolfkapelle zu der heute jedes Jahr an Muttertag, kurz nach dem mehr

Nach Adelsheim folgen wir dem Tal der Seckach und kommen ins Schwäbische. Leider fahren wir sowohl im Mai als auch im Juli im Regen. So "fließen" die ersten Täler des Tages an uns vorbei.



 
 
 
 
 

(34 Stimmen)

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Am Unterlauf der Jagst

In Möckmühl stoßen wir auf den Unterlauf der Jagst. Vor dem Ort Neudenau erreichen wir die archaisch in den Himmel ragende Kapelle St. Gangolf. Das Kirchlein wurde 1276 zum ersten Mal erwähnt und war ehamals Pfarrkirche des um 1500 aufgelassen Ortes Deitingen. Seine Bewohner wurden wahrscheinlich von der Pest dahingerafft. Der heilige Gangolf wird als Patron der Reiter und des Hausviehs verehrt. Besonders beeindruckend sind die Fresken aus der Zeit um 1330.
Jährlich zum Muttertag findet dort der sogenannte Gangolfsritt statt.



Letztes Tal der Tour: Das Neckartal

Die letzten Kilometer fahren wir bis zum Neckar, den wir in Bad Friedrichshall/Jagstfeld erreichen. Von dort geht es mit der Bahn nach Hause.



Wiederholung mit neuen Eindrücken

Im Zweierteam habe ich diese Tour im Mai vorbereitet und dann im Juli mit einer fünfzehnköpfigen Radlergruppe gefahren. Dazu gelang es einige weitere Besichtigungen zu organisieren u.a. die Gangolfkapelle von innen zu sehen und weitere ergänzende Eindrücke zu erhalten.
Wer Interesse haben sollte die Tour auf eigene Faust nachzufahren, kann sich gerne mit einer Nachricht an mich wenden.



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Kommentare
  • doubleegg 11.06.2012 | 13:23 Uhr

    Eine wunderschöne Tour, sportlich und informativ! Ich wünsche euch tolles Wetter bei der Wiederholung im Juli !!! Wadenstramme Grüße - Elke

  • Blula 11.06.2012 | 17:24 Uhr

    Da habt Ihr aber an den drei Tagen ganz schön viele Kilometer zurückgelegt. Alle Achtung, aber Ihr seid ja offensichtlich passionierte Radler. Und in so einem schönen Gelände macht das sicher besonders viel Freude. Der interessante und kurzweilige Tourbericht hat mir prima gefallen. Drücke Euch auch beide Daumen, dass der Petrus es beim nächsten Mal besser mit Euch meint.
    LG Ursula

  • moho 11.06.2012 | 18:27 Uhr

    Gratulation zur Startleiste: Bericht des Tages! LG Moni

  • traveller27 11.06.2012 | 21:03 Uhr

    Ich schließe mich der Gratulation an! LG Harald

  • Wilfried_S. 11.06.2012 | 22:17 Uhr

    (Rad)Tour und Kultur - eine interessante, spannende Kombination. lg Wilfried

  • muawiya 11.06.2012 | 22:20 Uhr

    @ Elke und Ursula: Auch wenn mans kaum glaubt: So richtig nass wurden wir nur am Vormittag des dritten Tages. Und die tolle Strecke hat wirklich dafür entschädigt - wenns Bildmäsig auch ein wenig grau wurde.
    @ Moni und Harald: Dank Euch - da hat sich die Nachtarbeit gestern ja sogleich gelohnt ;-)

  • Zaubernuss 10.07.2012 | 10:38 Uhr

    Dein Mix von Sport und Kultur gefällt mir sehr gut ! Vielleicht steckt dahinter das Geheimnis, dass Die anspruchsvolle Tour so gut gelaufen ist...
    LG: Ursula

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  • ingepeter (RP) 10.07.2012 | 22:15 Uhr

    Ja genau, der Mix macht es, schöne Tour (die ich eher laufen würde) und eine gute Wegbeschreibung in Wort und Bild ... Danke M. ..... Gruss Inge

  • pleuro 12.07.2012 | 12:15 Uhr

    Ich wäre auch mehr fürs Laufen. :-) 72 km sind ganz schön heftig.
    Aber unbestritten eine schöne Tour.
    LG Anne

  • eva04wop 30.08.2012 | 21:00 Uhr

    Dein Tourenbericht lädt zum Nachmachen ein - tatsächlich eine gelungene Komposition aus Erlebtem und Info:-) Komme langsam dahinter, dass es in Deutschland noch viele wunderschöne Ecken zu entdecken gibt -auch oder gerade abseits der allseits bekannten!........ lg eva

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