Reisebericht

Reisebericht: Unterwegs in Marseille

 
 
 
 
 
Reisebericht: Unterwegs in Marseille

Kaum eine andere europäische Großstadt hat ein ähnlich schlechtes Image wie Marseille (hohe Anzahl von Immigranten, Armut, Kriminalität, Drogenmafia ...). Da die meisten Menschen mehr Angst vor mir haben als ich vor Ihnen, wage ich mich in diesen Moloch und bereue es nicht. Nur Mut! Ich nehm Sie an der Hand!

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Selbst wohlwollende Reiseführer meinen, dass kunsthistorisch nicht so viel geboten sei, die größten Kirchen seien "Protzbauten" und überhaupt passe die große Stadt nicht in das Bild der in lila getränkten beschaulichen Provence.

Der geneigte Leser mag nach Ende der Lektüre selbst entscheiden, was davon zu halten ist.



Griechische Gründung

 
 
 
 
 

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Viele wissen es nicht, stimmt aber trotzdem: Marseille ist eine Gründung der Griechen, die um das Jahr 600 vor unserer Zeitrechnung eine sehr erfolgreiche Handelsniederlassung gründeten. Eine Platte am Ende des Vieux Port erinnert daran.

Ein bedeutender Bürger war Pytheas von Massalia (380 - 310 vor unserer Zeitrechnung). Pytheas war Händler, Geograph und einer der größten Entdecker der Antike. Vieles von dem, was er gemacht hat, ist unklar, unbestritten ist jedoch, dass er die Britischen Inseln erkundet hat und dann entweder Richtung Norwegen oder Island weiter gesegelt ist. Er berichtet von Treibeis, Polarlicht und Mitternachtssonne - im Mittelmeer gänzlich unbekannten Erscheinungen. Als erster beschreibt er das für Griechen unbekannte Phänomen von Ebbe und Flut und bringt es als erster richtigerweise mit den Mondphasen in Zusammenhang. Auch Bernstein beschreibt er als erster zutreffend als fossiles Baumharz.

Sein Denkmal ist an der Börse angebracht; in der Nähe des Vieux Port ist er in einer Art Doppelbüste neben dem Afrikaforscher Euthymenes von Massalia (6. Jahrhundert v.u.Z.) zu sehen.



 
 
 
 
 

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Und jetzt geht's hinauf zum ersten "Protzbau", zur Basilique Notre-Dame-de-la-Garde, von der man einen tollen Rundblick hat.



 
 
 
 
 

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Vor der Basilika

Ich hatte schon Schlimmstes befürchtet und habe mich umso mehr gefreut, als ich bequem einen Parkplatz vor der Basilika finde. Der erste Blick gilt gleich dem Chateau d'If, in dem Alexandre Dumas seinen "Graf von Monte Christo" schmachten ließ. Danach runter auf das touristische Zentrum den Vieux Port, von dem die Touristenschiffe losfahren. Vor dem Gang in die Kirche geht noch ein letzter Blick auf eine schön gemachte Pietà, deren Kopie auch in der Cathédrale La Mayor zu sehen ist.



 
 
 
 
 

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In der Basilika

Die Basilika steht auf dem höchsten Punkt der Stadt und zeigte Schiffern oft den rettenden Weg, weshalb viele Seeleute Schiffsmodelle und Votivtafeln in die Kirche brachten. Einweihung der Kirche war 1874, also genau zur wirtschaftlichen Blütezeit von Marseille (Eröffnung Suezkanal und die Kolonisierung von Algerien und Indochina).



 
 
 
 
 

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Abbaye de St. Victor

Die Abbaye de St. Victor wurde im 5. Jahrhundert auf dem Grab des Heiligen Viktor errichtet und zählt somit zu den ältesten christlichen Räumen Frankreichs. Wir schauen, was es da so zu sehen gibt.



 
 
 
 
 

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Wir sind mit den Kirchen immer noch nicht durch - weiter geht's Richtung zweitem Protzbau, der Cathédrale La Mayor.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Blula 03.02.2012 | 19:29 Uhr

    Ich war mal im Rahmen einer Studienreise durch Südfrankreich einen halben Tag lang in Marseille und das ist schon wahnsinnig lang her. Mir ist Vieles nicht mehr so gut in Erinnerung. Auch deshalb hat mich Dein Bericht, den Du mit viel Esprit formuliert hast, sehr interessiert. Hat mir gut gefallen, auch die Aufnahmen, mit denen Du ihn umrahmt hast.
    LG Ursula

  • edwingrub (RP) 07.02.2012 | 10:17 Uhr

    ... dann hat sich die ganze Mühe schon allein deswegen gelohnt. Freut mich, dass Dir das gefallen hat!

  • ursi67 21.03.2012 | 20:39 Uhr

    Sorry, ein bisschen spät entdeckt! War schon seit einer Ewigkeit nicht mehr in Marseille, Dein Bericht und Foto's rufen Erinnerungen wach, vielen Dank. Deine Reise durch Marseille hat mir sehr gefallen.
    Lg, Ursi

  • mamatembo 20.05.2012 | 19:34 Uhr

    Hallo Edwin,
    Danke für diesen kenntnisreichen und kurzweiligen Bericht, der ein mir unbekanntes Marseille vorstellt. Ich habe mich 1975 mit einem Freund einen Tag lang in der Stadt herumgetrieben und in einer verlotterten, zwielichtigen Kneipe am Hafen eine köstliche Bouillabaisse gegessen ... an Kirchen kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern ;-)))
    LG Beate

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