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Reisebericht: La Strada
Italien-
genauer gesagt Neapel, Amalfi, Sorrent!
Allein die Worte zaubern Blütenpracht vor die Augen und streicheln das Ohr mit Sonnenmelodie.
Hat man den deutschen Flughafen erst einmal verlassen nimmt der Osterurlaub seinen Anfang und der Traum von La dolce vita kann beginnen.
Nichts leichter als das, wäre da nicht der erste Schritt und der führt bekanntlich auf die Straße.
Die schlängelt sich an der alten Villa >San Gennariello< vorbei.
Verlässt man dort das Tor, die Ausfahrt, schiebt sich Nase des Urlaubsautos vorsichtig aus dem Schutzraum, und sofort packt dich die Straße am Schopf und zieht dich unweigerlich in ihren Sog.
Und hast- du- nicht- gesehen, befindest du dich im brodelnden Mobilitätswahn der Superlative. Der nahe Vesuv persönlich, so scheint’s, hat hier sein ureigenstes Fitnessprogramm installiert.
Anfahren, STOP, geradezu halsbrecherisch,
weil ein Auto vor dir in der dritten Reihe stehen bleibt und der Lastzug rechts neben dir überholt. Wo gar kein rechts mehr ist.
Gnadenlos brettern sie an dir vorbei und du glaubst nicht mehr an Gut und Böse.
Wie im metallenen Fleischwolf quetscht dich die Blechlawine mit tollkühner Geschwindigkeit an Häuserwänden und parkenden Dreirad- Mini –LKWs vorbei.
Es ist ja noch reichlich Platz. Zumindest aus der Sicht der Einheimischen.
Platz genug für ein Löschblatt. Das reicht.
Der süditalienische Autofahrer ist der Zorro der Landstraße,
ein Überlebenskünstler der motorisierten Zunft.
Sein Auto der Morgenstern der Neuzeit. Mit archaischer Wucht schleudert er sein Gefährt in den Tag und nichts kann ihn schrecken. Halbwegs diszipliniertes Fahren sind für ihn Höllenqualen, die gar nicht erst angedacht werden.
Sein Auto, sein Moped, sein fahrbarer Untersatz jedweder Art ist mit seinem Temperament untrennbar vereint.
Die materialbiologische Symbiose der Extraklasse.
Er selbst ist wie das brüllende Feuer im tiefen Kraterschlund, wenn er sich in den Straßen zwischen Neapel und Salerno bewegt.
Dagegen sind die explosiven Mischungen im Vesuv nur mäkelige Plumpsdötzchen.
Bella Napoli,
lässt alles verblassen, was sich andernorts jemals rush-hour oder Verkehrschaos genannt hat.
Hier tobt das wahre Leben, zwischen apfelsinenzarten Blütenträumen und wäscheverhängten Häuserschluchten.
Selbst den gelbfeist lachenden Zitrusfrüchtchen wird Angst und Bange. Nicht umsonst leuchten sie mit knallorange leuchtenden Apfelsinen um die Wette, als einziges ampelähnliches Leuchtzeichen, dass der Süditaliener zu kennen vermag.
Sie leuchten gelb wie die deutsche Ampelphase. Die der Erwartung.
Aber Ampelphasen gibt es hier nicht. Abgeschafft, zugehängt, umgenietet.
Ganz Süditalien braucht sie nicht, denn man flitzt, rast, braust was das Zeug hält. Links, rechts, geradeaus, kreuz und quer.
Links vor rechts hat ausgedient. Der Schnellere und Frechere siegt. Und die Mopedmofaroller sind allemal Sieger.
Diese mutierten Hornissen drängeln und schlängeln an allem vorbei. Nieten dir fast den Seitenspiegel um, rasieren dir die Stoßstange ab und überlassen dich dem Herzkasper mit Schnappatmung.
Hier am Golf von Neapel oder an der Amalfitana,
jener wunderschönen Küste zwischen Vietri und Positano.
Auch hier hechelt der motorisierte Lindwurm, und die röhrende Blechlawine keift dich an.
Wie bunte Vogelhäuschen kleben die Häuser am steilen Felsen, eingerahmt von leuchtend floraler Pracht in berauschenden Farben. Täuschen heile Märchenwelt vor.
Allein der Autofahrer hat seine liebe Not.
Alles was vier Räder hat scheint sich hier in einer einzigen engsten Kurve zu begegnen.
Ob Riesenbusse aus Norwegen, die Moped-Tifosis der Umgebung, die Urlaubs-rent-a-carle oder der Original-Vesuvianer, hier ist was los!
Kein vor mehr und kein zurück. Im Ernstfall.
Hupkonzerte sind an der Tagesordnung und der Beifahrer schließt am besten nur die Augen.
Nur fliegen ist schöner, denn da ist mehr Platz.
Man wundert sich wie wenig passiert. Scheinbar entwickeln die Süditaliener ein Verkehrssonar, mit dem sie schon Kilometer im Voraus den drohenden Crash analysieren und in Feinstdiagrammen abgleichen.
In weniger als einer 100stel Sekunde berechnen sie die noch vorhandenen Chancen einem vorzeitigen Ableben zu entgehen.
Alles Radare, die wohl zeitgleich auf Höchstleistung getrimmt sind.
Und siehe da, selbst die schärfste Kurve und die schmalste Haarnadelbiegung mit Gegenverkehr und parkenden Autos in Dreierreihen lässt dem Normaleuropäer sein kleines Leben.
Was versteckt sich da im Hirn des Süditalieners?
Vielleicht schäumte schon in der Muttermilch die Extraportion Feuer?
Oder aber schwitzt im Genprogramm der hitzige Baustein?
Vielleicht eine spritzige DNS Variante aus historischem Erbe? Sarazenische Kampfeslust vereint mit normannischem Heldentum?
Dieses mobile Temperament des Neapolitaners lässt den Urlaubs-Deutschen fast Reißaus nehmen. Nur der Selbsterhaltungstrieb treibt ihn voran, treibt ihn weiter durchs Land.
Dich armes deutsches Würstchen. Mit Kulturtrieb. Gewöhnt an Regelhaftigkeit und tolerant respektvolles Verhalten.
Um dich herum wummert weiter der Verkehr und brettert dir seine Botschaft um die Ohren:
Sieh zu wie du weiterkommst!
Vielleicht zu Fuß?
Wie hält es da der Gastgeber? Der süditalienische Fußgänger an und für sich existiert nicht. Es sind fortbewegte Mutigmenschen mit der Ignoranz eines Snobs. Sie lassen den tosenden Autoverkehr einfach links liegen, gehen drauf los und überleben.
Da hat der strukturierte Deutsche schon erhebliche Schwierigkeiten. Regelverklemmt wartet er am Straßenrand, um eine sich anbietende Lücke zu nutzen.
Er wartet. Umsonst. Die Lücke gibt es nicht. Heute nicht und morgen auch nicht.
Dann wird der Deutsche wohl seinen Urlaub am Straßenrand verbringen müssen, umhüllt von den Aromen der Abgase und angebellt vom ohrenbetäubenden Lärm der Autohupen.
Aber spätestens jetzt erwacht er, erinnert sich an seine Vergangenheit, an germanische Heldentaten.
Und wie dereinst im Teutoburger Wald schlägt er den Kohorten Neapels ein Schnippchen, verweist sie auf die Plätze und fährt dem Sieg entgegen. Im eigenen Auto mit dem nötigen Adrenalinkick in den Adern, durch enge Gassen und putzige Sträßchen, die Küste rauf und runter.
Mutig- bis zum Ende seines Urlaubs.
Ciao Bella, Ciao Napoli!
Das ehemalige Jagdschloss des bourbonischen Adels ist heute ein sehr persönlich und liebevoll geführtes bed&breakfast PrivatHotel. Ein wundervoller Garten mit Steinpavillion und lauschigen Plätzen hinter dem Marmoratrium lässt keine Wünsche offen, um seine Seele baumeln zu lassen.Dem bekannt spartanischen italienischen Frühstück wird hier von der Inhaberin persönlich ein mehr
Persönliche Meinung von kailash26:
Die Unterkunft ist absolut günstig gelegen. Alle "Kultouren" sind von hier aus mit geringer Anfahrtszeit zu bewerkstelligen. Die persönliche Umsorgung von Emma, der Inhaberin und ihrem Sohn Francesco war sprichwörtlich "wie bei Muttern". Es ist von Vorteil, wenn man ein paar Brocken Italienisch kann. Ansonsten Englisch. Das Haus besticht durch seine mehr
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