Abenteuer Kamerun Teil 2

Reisebericht

Abenteuer Kamerun Teil 2

Reisebericht: Abenteuer Kamerun Teil 2

Nachdem wir wieder Yaounde im Süden erreicht hatten, blieb uns noch eine gute Woche, um den Südwesten zu bereisen.

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Dämmerung auf der Zugfahrt von...

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31.7.11

Wir erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang, aber etwas später zog sich der Himmel wieder zu. Um 7.00 Uhr gab es Frühstück und wir nahmen unsere Malariatabletten. Der Zug fuhr durch Regenwald und zwischen den Bäumen konnten wir den Sanagafluß erkennen. Die Bahnlinie führt parallel zum Flussbett entlang.



Zugfahrt am Sanagafluß entlang



Diesmal zog sich die Zugfahrt hin und wir waren erst um 12.30 Uhr in Jaunde. Wir verließen den Bahnhof und Sambo telefonierte, wir warteten auf unser Auto. Endlich kam ein PKW mit einem neuen Fahrer, aber Alain unser Fahrer von der ersten Woche kam noch mal mit und verabschiedete sich von uns. Wir wurden erst mal zum Hotel Merina gebracht, damit der Fahrer seine Tasche holen konnte- wusste er nicht, dass er mit uns zur Ringroad fahren sollte? Wir setzten uns auf die Terrasse und verbrachten die Wartezeit im Gespräch mit einer deutschen Fotografin bei einem Bier.



Um 14.00 Uhr ging es endlich los, wir hatten noch eine Strecke von 375 Kilometern vor uns! Der Fahrer hatte es eilig und fuhr wie ein Chaot. Er nahm jedes Schlagloch mit und wir rasten durch die wunderschöne Landschaft, als wären wir auf der Flucht. Hier im kamerunischen Grasland gibt es sehr schöne private Anwesen. Hier überwiegen Steinhäuser, eine andere Epoche! Einige der Grundstücke haben am Eingang Türme, die Wohnhäuser von Notabeln.



ein Anwesen im Grasland

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Bei einem kurzen Fotostopp sah Torsten, dass durch die wilde Fahrerei zwei der Räder angeschlagen waren. Das Auto war nicht mehr verkehrssicher! Wir fuhren an eine Werkstatt in Bafoussam heran, aber diese konnte die Reparatur nicht machen. Also fuhren wir wie gejagt weiter und bald begann die Dämmerung. Nach 18.00 Uhr, es war schon dunkel, kamen wir im Hotel „Paradis“ in Koutaba an. Wieder hatten wir einen schönen Sternenhimmel. Im Hotel trafen wir 2 Holländerinnen, mit denen wir uns unterhielten. Sambo aß mit uns gemeinsam zu Abend.



Hotel Paradis in Koutaba

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1.August

Eigentlich sollte es um 8.30 Uhr losgehen. Weil das Auto noch repariert wurde, schlug Sambo vor, in Koutaba spazieren zu gehen. In der Nacht hatte es geregnet und die Straßen und Wege waren naß und glitschig.



Schuhputzer in Koutaba

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Er führte uns zu einem Schuhputzer, meine Sandalen sollten geputzt werden. Ich bekam ein paar Flip Flops in einer großen Größe verpasst und der Schuhputzer ging ans Werk. Er machte seine Arbeit sehr gründlich, noch nie sahen meine Schuhe so gut aus! In der Zwischenzeit schaute Sambo nach dem Auto und wir saßen allein beim Schuhputzer und seinen Gefährten. Zum Glück konnte einer der Männer englisch und wir konnten uns unterhalten.



Dann holten uns unser Guide und der Fahrer ab und wir fuhren nach Foumban, um dort den Sultanspalast zu besuchen. Der Palast ist eine Kopie des Gouverneurspalastes in Bueua wurde uns erklärt. Im Palast regiert heute der 18.Sultan in direkter Erbfolge der Dynastie Bamoun.



Sultanspalast in Foumban

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Im Hof sahen wir Tafeln auf denen die Dynastien und auch die Gouverneure während der Kolonialzeit verzeichnet sind. Dort saßen viele Frauen, auch eine Gruppe mit historischen Gewändern und Waffen hielt sich im Hof auf.



Im Palast wurden einige Räume zum Museum gemacht und sind für Besucher zugänglich. Dort trafen wir die Holländerinnen wieder und machten die Führung auf englisch mit. Wir besichtigten die Schätze, die das Museum beherbergt. Drinnen durften wir leider nicht fotografieren. Zum Schluss durften wir von einer Empore aus noch einen Blick in den Empfangssaal werfen. Dort steht der Thron des Königs.



Markt mit Moschee in Founban

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Im Anschluss schlenderten wir über den Markt, vorbei an der großen Moschee und einem Denkmal des Königs. Es wird Obst und Gemüse, getrockneter Fisch, aber auch Töpfe, Pfannen und Stoffe angeboten. Wir kauften Erdnüsse und eine Avocado. Dann besuchten wir das Tam Tam Haus. Man schloss uns das Tor auf, drinnen wird eine mehrere Meter lange Trommel aufbewahrt, mit der früher der Krieg ausgerufen wurde. Die Wände sind mit Schnitzereien dekoriert.



Trommel im Tam Tam Haus in Foumban

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Haus in Foumban

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Am Stadtrand verkaufen Schnitzer, Töpfer und Schmiede ihre Waren. Dort konnte man den Handwerkern über die Schulter schauen. Die Straße entlang standen einige schöne Steinhäuser. Wir schlenderten die Straße hinunter und man führte uns auch in die Häuser, um uns Souvenirs zu verkaufen. Ein kleines Steinhaus sah für europäische Begriffe sehr ordentlich eingerichtet aus, mit einer Couchgarnitur und einer Kommode. Ein mehrgeschossiges Gebäude macht einen ganz besonders abenteuerlichen Eindruck: Wir gingen eine Treppe hinauf. Im Eingangsbereich und unter der Treppe lagen Autoreifen und –teile, die Stufen waren mit Mosaiksteinen verkleidet. Im ersten Stockwerk bat uns der Hausherr in sein Wohnzimmer mit Sofaecke und Esstisch, wir folgten ihm durch einen Flur in weitere Zimmer, die voll mit Masken und Waffen waren. Doch wir wollten nichts kaufen. Die Treppe weiter nach oben endete als Schlackehaufen.



Kunsthandwerk

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Auf dem Rückweg sagte uns Sambo, dass das Auto nicht mehr sicher sei und er ein Anderes bestellt habe. Um 12.30 Uhr waren wir wieder schon wieder im Hotel. Der Koch machte uns aus unserer Avocado einen Salat. Wir warteten auf das neue Auto. Mein Gedanke bewahrheitete sich: gegen 16.00 Uhr erfuhren wir, dass es mit dem Auto nicht klappt und wir noch eine Nacht in diesem Hotel bleiben würden. Ein Hotelmitarbeiter besorgte uns eine Flasche Rotwein und wir schrieben Tagebuch, lasen und warteten. Der Spruch: „die Europäer haben das Geld, die Afrikaner die Zeit“ bewahrheitete sich wieder mal. Als wir um 19.30 Uhr ins Restaurant kamen, stellten wir fest, dass offensichtlich nur wir und nicht das Personal wusste, dass wir noch eine Nacht blieben. Alles war dunkel und es gab kein Essen. Ein Mitarbeiter kam und war erstaunt uns zu sehen, aber er verschwand wieder und es tat sich nichts. Wir gingen zurück in unser Zimmer. Etwa 10 min später kam Sambo, entschuldigte sich und bat uns wieder ins Restaurant. Dort hatte man improvisiert, das Essen vom Vortag aufgewärmt. Allerdings nur lauwarm. Sambo informierte uns noch, dass das Auto aus Bamenda kommen soll und voraussichtlich morgen um 8.00 Uhr da sein würde.


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Kommentare

  • Blula

    Liebe @roundtheworld!
    Der 2. Teil Deines Kamerun-Berichtes hat mich, wie kann es auch anders sein, ebenso begeistert wie der 1..
    Abenteuer pur und das alles so lebendig geschrieben. Solche Berichte liest man gern. Das Bildmaterial ist ebenfalls gut.
    Ich sage auch diesmal wieder Vielen Dank.
    LG Ursula

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