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Reisebericht: Fischzucht-Entwicklungshilfe in Peru 1998 aus Grödig: Walter Grüll erinnert sich

 
 
 
 
 
Reisebericht: Fischzucht-Entwicklungshilfe in Peru 1998 aus Grödig: Walter Grüll erinnert sich

Walter Grüll ist Österreichs einziger Kaviar-Hersteller, der in der kleinen Gemeinde Grödig in der Nähe von Salzburg das Fischspezialitäten-Geschäft "Al Pescatore" betreibt. Im Gespräch erzählte er mir von seiner Reise in die Anden, drückte mir ein Fotoalbum in die Hand und ich begann zu schreiben.

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„Reproduktive Zuchthilfe“ am anderen Ende der Welt

“Ach ja, die Händlerin aus Cusco fragte noch, mit was du räucherst…“ schrieb Christina im Sommer 1998 an den Salzburger Fischzüchter Walter Grüll vom Al Pescatore in Grödig.

Doch blenden wir in den Mai des Jahres 1998 zurück. Das kleine peruanische Dorf Arapa liegt am gleichnamigen See, einem Seitenarm des Titicaca-See, rund 11 000 Kilometer südwestlich der kleinen Salzburger Gemeinde Grödig. Arapa befindet sich in Südamerika im Hochland der Anden auf 3 878 m ü. A., Grödig auf 446 m ü. A.; in Arapa spricht man Quechua, die meistgesprochene indigene Sprache Südamerikas, in Grödig wird ein Salzburger Dialekt gesprochen, wohl nicht die meistgesprochene Sprache Europas.

Walter Grüll brach also im Mai 1998 auf Einladung eines Schweizer Entwicklungshilfeprojekts in dieses so gegensätzlich erscheinendes Dorf am anderen Ende der Welt zu einer „reproduktiven Zuchthilfe“ auf. Er sollte einem dortigen Fischereibetrieb auf den neuesten Stand in der Regenbogenforellenzucht verhelfen.



 
 
 
 
 
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Angekommen am Flughafen von Arequipa in 2 335 m ü. A. ging es nochmals 200 Kilometer und 1 500 Höhenmeter über Landstraßen zur Fischzucht. Dort wurde er von der Schweizerin Christina erwartet, der Nichte Paters Markus „Marco“ Degen, der das Fischzuchtprojekt ins Leben gerufen hatte. 14 Tage hatte nun Walter Grüll Zeit, in Indios in den neuesten Methoden des Abstreifens des Laichs ohne Töten der Forelle und im richtigen Räuchern und Filetieren zu schulen sowie Tipps für die Aufzucht zu geben. Im Geiste formulierte Grüll seine Worte auf Deutsch, sprach sie Englisch aus und diese wurden von einem Dolmetscher in Quechua an die 14 Mitarbeiter der „Arapa Fischerei“ übersetzt. Ingeniero Ricardo, der Chef der Truppe, war begeistert bei der Sache und am Beginn der Schulungswochen stand eine Führung durch die kleine Fabrik. Besonders stolz war er dabei auf die blitzsaubere Dosenabfüllanlage.



 
 
 
 
 

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In der Heimat der Kartoffel gibt es auch gegarte Meerschweinchen zu essen

Grüll verbrachte einerseits anstrengende Tage in Arapa, weil in fast 4 000 Metern Höhe die Luft doch schon dünner ist, was sich bei allen Tätigkeiten bemerkbar macht, andererseits interessante und unterhaltsame Tage in einer einzigartigen Landschaft in den Anden. Schon das Frühstück im Pfarrhof, wo Grüll wohnte, war mit einem original Schweizer „Rösti“ mit frischen Papayas und lokalem Käse ein kleines Kuriosum, kam doch Pater Degen aus der Schweiz. Dann wurde ihm Meerschweinchen gegart angeboten, eine Delikatesse bei den Indios, die nur zu Festtagen serviert wird. Und natürlich gab es Kartoffeln in vielen Zubereitungsarten, ist doch die Urheimat der Kartoffel in den Anden zu finden, sowie viel Gemüse, denn das Altiplano, wie das Hochland dort genannt wird, ist eine Gemüsekammer.



 
 
 
 
 

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