Egypt 2008 - 1. Teil

Reisebericht

Egypt 2008 - 1. Teil

Reisebericht: Egypt 2008 - 1. Teil

Zum ersten Mal in Cairo

Egypt Air A321



Liebe Leute,

dieses Mal war ich ein wenig mutiger. Cairo stand auf dem Reiseplan und ein Apartment in Luxor sollte es auch sein, damit ich dort ein wenig unabhängiger sein kann. Vielleicht ergab sich ja auch mal ein Abenteuer.

Reisezeit war November 2008. Dann sollte es wirklich nicht mehr so heiß dort sein.
Mahmoud schaute sich nach Apartments um. Vielleicht könnte er ja in dem Apartment-House der englischen Lady etwas für mich buchen. Schauen wir doch mal was dabei herauskommt.
Die Fahrt nach Cairo möchte ich wieder im Schlafwagen machen. Und in Cairo würde mir Uwe hoffentlich weiterhelfen. Ein Deutscher, der schon seit einigen Jahren dort lebte und arbeitete. Hatte ich zufällig über die blauen Seiten kennengelernt und jetzt einfach mal angetickert, ob es ihm recht wäre.

Es war mal wieder ein wenig schwierig, preiswerte und vor allen Dingen angenehme Flüge zu ergattern. Ich möchte nicht zu viel umsteigen und auch nicht mitten in der Nacht in Luxor oder sonst wo aufschlagen. Schließlich müsste mich Mahmoud abholen und zum Apartment bringen. Da wollte ich ihm nicht zumuten, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Letztendlich lief es auf eine Flugbuchung mit Egypt-Air hinaus. Abflug von Berlin-Schönefeld um 14.45 h und Ankunft in Cairo um 19.50 h Ortszeit. Anschließend um 22.15 h mit dem nächs-ten Flieger nach Luxor – Ankunft 23.20 h. Okay auch recht spät, aber es ließ sich nicht anders einrichten. Gebucht hatte ich bereits im Mai. Man muss ja so früh schon planen.

Lange Zeit hatte ich von Uwe nichts mehr gehört, aber kurz vor der Reise hatte er dann doch noch geantwortet. Er wollte mich im Pharaoh-Hotel in Dokki unterbringen. Würde gern genutzt von Seiten der Deutsche Schule, sagte er mir. Na ja, sah ganz passable aus auf der Homepage und die Lage war auch nicht schlecht. Aber dazu später mehr.

Mohamed Athea hatte ich auch angeschrieben und er konnte sich auch ein paar Tage freimachen. Wie schön, wir waren ja schon ein eingespieltes Team und das Permit hatte er bestimmt noch in der Tasche.

Das Apartment bei der englischen Lady konnte Mahmoud nicht sichern, aber er hatte etwas anderes in petto.

Somit war eigentlich schon alles vorbereitet – auch Franziska hatte ich angeschrieben. Aber sie wusste nicht so recht, ob sie zu diesem Termin wirklich da sein könnte. Das Rheuma machte ihr doch sehr zu schaffen. Ihr Mann Christopher wäre aber da und würde sich sicher freuen, wenn wir uns mal treffen könnten.

Was bringe ich denn nur den Kindern mit? Auf jeden Fall wieder Schulhefte, Stifte und einen Füller für Ola. Na ja, und wieder Geld für die Schule. Kostet ja alles extra in Ägypten. Au-ßerdem müssen die Kinder Schuluniformen tragen, was ich gar nicht so schlecht finde. Sollte man wirklich hier in Deutschland einführen.

Und nun ist schon der 1. November gekommen und es sollte mal wieder losgehen. Meine kleine Reisetasche ist schnell gepackt und wirklich kurz vorm Zerplatzen, denn ich musste den Lenkdrachen noch unterbringen. In der Verpackung ist es nicht möglich. Also die Einzelteile so in die Reisetasche hineingequetscht. Die biegsamen Stangen halten es hoffentlich aus bis nach Ägypten. Wir werden sehen.
Jedenfalls spannte die Tasche ein wenig. Egal – los geht es.

Um 09.18 h fahre ich mit dem ICE von Hamburg-Hauptbahnhof nach Berlin-Hauptbahnhof. Ankunft 10.57 h – wirklich zügig und auch pünktlich. Ich hatte gleich den Einzelfahrschein für die S-Bahn Berlin mitgebucht für die Fahrt zum Flughafen Schönefeld. Umsteigen in Berlin Hbf heißt, ich musste von ganz unten nach ganz oben laufen. Das sind mal locker 4 Ebenen. Das Problem in Berlin ist die mangelhafte Übersicht. Ich benutze den Berliner Hauptbahnhof halt nicht jeden Tag und muss mit jedes Mal neu orientieren. Ein paar mehr Service-Points wären wirklich sehr hilfreich.
Man kann es aber auch so sehen = ganz unten im Keller kommen die Züge aus der Nord-Süd-Richtung rein. Nur Fernbahn – keine S- oder U-Bahnen.
Ganz oben unter dem gläsernen Dach fahren alle Bahnen (Nah- und Fern-Verkehr) in Ost-West-Richtung. Dazwischen befinden sich zwei Etagen Shopping-Mall. Da muss man erstmal drauf kommen, dann ist es eigentlich ganz einfach.

Also raus aus dem Zug und die Rolltreppen ganz nach oben. Der Anschluss klappt auch recht gut und nach etwa 20 Minuten Fahrt bin ich am Bahnhof Schönefeld. Noch recht DDR-Chic, der aber bald ausgedient hat. Der neue Flughafen ist ja schon im Bau.
Einen langen Tunnel unter den Gleisen gilt es zu queren, danach ein Rampe hoch ans Ta-geslicht und einen längeren geschwungenen Weg, gesäumt durch eine moderne Säulenzeile, ist zu gehen und man erreicht das Abfertigungsgebäude. Noch ist wenig los – für eine Großstadt wie Berlin macht es eher den Eindruck eines Provinzflughafens. Vielleicht ist ge-rade keine Stoßzeit.

Das stimmte, denn ich konnte noch nicht einchecken. Ich musste mich noch etwa eine Stunde gedulden wenn die Anzeige an den Schaltern recht behalten sollte. Toll, jetzt sitzt man hier rum mit dem Gepäck. Kein Café oder sonstiges in der Nähe. Service-Wüste Deutsch-land. Aber das hat Gott sei Dank auch mal ein Ende und die Schalter wurden eröffnet. Ich stand nicht ganz vorn, denn vor mir waren schon einige Reisende angekommen. Das Gepäck wurde gleich in Reihe abgestellt und dann machte man es sich auf den wenigen Bän-ken bequem. So jung wie ich halt noch bin (oder mich anfühle…..) kann ich auch ein wenig herumstehen. Dann ging es doch recht fix und schon war das Gepäck weg und ich konnte zum Gate durchgehen. Aber erst noch den Pass vorzeigen – muss ja sein.

Der Abflugbereich machte einen besseren Eindruck als der vorherige Bereich. Hier hatte man etwas investiert und es waren noch ein paar Bauarbeiten im Gange. Das Angebot ist für den verwöhnten Reisenden, der die Großflughäfen dieser Welt frequentiert doch recht über-sichtlich. Verköstigung ist möglich, aber nicht wirklich ideal. Es wird im Flieger hoffentlich etwas zum Essen geben.

Und da stand auch schon unser Flieger an der Fluggastbrücke. Ein Airbus A321 in der neuen Lackierung mit dem Rufzeichen SU-GBU. Dieser Jet wurde erstmals im Juni 1999 von einem Spotter in Frankfurt fotografiert und bald vor diesem Flug in der neuen Lackierung abgelichtet, was vermuten lässt, man hätte kurz vorher einen großen Check durchgeführt.

Aber jetzt heißt es erstmal wieder warten. Noch ein Stunde mindestens bis zum Einchecken. Musik hören, in der Zeitung blättern – alles nur Tarnung um die Mitreisenden besser zu beo-bachten. Wer wird mit der ägyptischen Airline mitfliegen wollen?
Mein erster Flug mit Egypt-Air datiert Mitte der 80er Jahre. Wir waren damals nicht die einzigen deutschen Reisenden an Bord. Eine gut gemischte Gruppe von Europäern und Ägyptern bevölkerte den Flieger und so ist es heutzutage auch noch.
Mondäne Oberschicht-Familien, aber auch Middle Class-Familien wollen zurück nach Cairo. Die Europäer waren zuallererst als Touristen (Einzelreisende als auch eine kleinere Gruppe) anzusehen und ein paar Geschäftsleute begaben sich auf den Weg zu neuen Horizonten.

Boarding-Time – es konnte losgehen und alles ohne großes Gedrängel und Geschubse am Gate. Ich hatte mir diesmal einen Gangplatz zuweisen lassen und es kam wieder zu den üb-lichen Tumulten und Staus bis endlich alle Mitreisenden zum Sitzen kamen. Da besteht wirk-lich noch Verbesserungsbedarf. Das sollte sich doch lösen lassen.

Der Flieger war sauber und ordentlich. Das Personal machte einen souveränen Eindruck und pünktlich wurden die Türen geschlossen. Pushback vom Gate und rollen zur Startbahn. Die Rollbahnen bedürfen ein wenig Pflege und Erneuerung – es schaukelt ganz schön.
Eindrehen auf die Startbahn – es dauert noch ein wenig mit der Freigabe. Aber dann laufen die Turbinen hoch. Ein wunderbares Geräusch, das mir immer wieder die Macht dieser „Höllenmaschinen“ verdeutlicht, die dort an den Flügeln hängen und uns alle mit brachialer Gewalt über den Asphalt in den Himmel schießen werden.

Und dann geschieht wieder dieses kleine Wunder. Ein tonnenschweres Gebilde, gerade noch durchgeschüttelt von der Erde, erhebt sich fast schwerelos wie der Falke Horus in den Himmel, der Sonne entgegen, wie es seine Bestimmung ist. Leicht und elegant zieht er seine Bahn hin zum gelobten Land.











Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Egypt 2008 - 1. Teil 5.00 1

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps