Nepal - Über den Thorong La

Reisebericht

Nepal - Über den Thorong La

Reisebericht: Nepal - Über den Thorong La

Nach einer ersten Schnuppertrekkingtour im Mount Everest Gebiet wollte ich diesmal höher hinauf, hatte aber nur zwei Wochen Zeit. Zufällig entdeckte ich im Programm eines Trekking-Veranstalters die Annapurna-Express-Tour, eine Umrundung der Annapurna mit Rückflug von Jomson, die in 14 Tagen möglich war. Dabei muss man über den 5400 m hohen Thorong La, also auch eine sportliche Herausforderung.

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In jedem Jahr blättere ich sofort nach Erscheinen in den Katalogen der großen Trekking-Veranstalter - und da war wieder eine Möglichkeit, eine großartige Tour in Nepal in nur zwei Wochen zu schaffen. Mehr Zeit habe ich als Lehrer nämlich außerhalb der großen Ferien nicht. Erstaunlicherweise musste ich unseren mittlerweile zwölfjährigen Sohn nicht überreden, ihm hatte es vor zwei Jahren offensichtlich auch in Nepal sehr gut gefallen. Eine mail an Henkalaya-Reisen ergab, dass sie uns diese Tour als Individualtrekking organisieren würden und versuchen würden, Sebastians Wunsch, wieder Sange Sherpa als guide zu bekommen, zu erfüllen.
Große Fragezeichen blieben dennoch: Würde Sebastian die Höhe vertragen? Würde unsere Kondition ausreichen, um über den 5400 m hohen Pass zu kommen? Und wie würden meine arthrosegeplagten Hüftgelenke auf den 1700 m-Abstieg vom Thorong La reagieren. Sollten wir irgendwo umkehren müssen, dann würden wir zwangsläufig die Osterferien verlängern müssen. No risk - no fun, also bestiegen wir an einem Freitagabend das Flugzeug, diesmal Etihad, über Abu Dhabi nach Kathmandu.



Gangapurna



Start in Besi Shahar

Besi Shahar

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Noch am ersten Abend im Hotel treffen wir Sange, der seit wir ihn zuletzt gesehen haben, ein kleines Bäuchlein angesetzt hat. "You are less fat, thats good" stellt er gegenüber meiner Frau fest, ein kleiner, eigentlich nett gemeinter Lapsus in einer Sprache, die er nicht so gut beherrscht. Er betont, dass unsere Tour diesmal kein Spaziergang sei und wir entsprechende Ausrüstung wie warme Kleidung für die Höhe brauchen werden.
Am anderen Morgen werden wir um halb acht am Hotel abgeholt und sammeln auch gleich noch unsere beiden Träger ein. Es sind zwei Neffen von Sange, die gerade Schulferien haben und ein wenig Geld als Träger verdienen wollen.
Auf guter Straße geht es zunächst hinunter an den Trisuli River; dennoch kommt man nur langsam voran. Natürlich muss auch noch ein kaputter Reifen repariert werden, wobei einfach der Schlauch aus der schon völlig abgefahrenen Ummantelung gezogen und wie ein Fahrradschlauch zugepappt wurde. Auf schmaler Straße verfolgen wir dann den Marsyangdi wieder hinauf in die Kleinstadt Besi Shahar, wo der Teerbelag der Straße endet.
Als wir abends noch ein wenig durch den Ort schlendern, finden wir hier Motorradgeschäfte mit blitzenden Maschinen neben den traditionellen kleinen Straßenläden. Wir merken, wie die Mädchen unserem Sohn Sebastian mit seinem langen blonden Haaren hinterherschauen, was ihm in seinem Alter aber noch eher peinlich ist. Allerdings werden wir auf unserer ganzen Trekking-Runde nur einheimischen Kindern begegnen, während die anderen Touristen immer wieder erstaunt sind, dass er diese Strapazen mitmacht.



subtropische Vegetation im...

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Hier endet der Teerbelag der Straße, eine Holperpiste führt weiter und auch viele Trekkinggruppen lassen sich noch weiter hinauf befördern. In Besi Shahar sind wir auf etwa 800 m Höhe und entsprechend subtropisch ist die Vegetation. Schon von unserer Lodge konnten wir auf die Reisfelder der Umgebung schauen und unser Weg führt zunächst abseits der Straße immer wieder an Bananenstauden vorbei.



Straße bei Besi Shahar

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Größtenteils verläuft der Weg aber auf der Straße, was aber nicht weiter tragisch ist, denn hier fahren nur Traktoren und hin und wieder Kleinbusse als öffentliche Verkehrsmittel.



Hängebrücke bei Bhulbhule

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In Bhulbhule befindet sich der erste Checkpost des Annapurna Conservation Area Projects, wo die Eintrittstickets der Touristen in den Annapurna Nationalpark kontrolliert werden. Über eine behelfsmäßige und recht glitschige Brücke überqueren wir den Fluss, um dem Wanderweg zu folgen.



Bhulbhule

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Nachdem nur kurzzeitig morgens die Sonne geschienen und einen Blick auf den Lamjung Himal ermöglicht hatte, hatte es sich immer mehr zugezogen und nun beginnt es heftig zu schütten. Zum Glück stehen wir hier vor der Riverside Lodge, wo ohnehin unser Mittagessen geplant war. Dort sitzen wir dann auf dem überdachten Balkon und hören Fluss wie Regen rauschen.



Schulmädchen

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Gerade rechtzeitig zum Aufbruch kommt auch wieder die Sonne hervor. Seltsamerweise begegnen wir keinen Trekking-Touristen, aber dafür immer wieder Schülern, die sehr gut in ihre Schuluniformen gekleidet sind. Sie bilden oft einen krassen Gegensatz zu den ärmlichen Häusern, aber nicht nur ihre Kleidung lässt darauf schließen, dass in Nepal schulische Bildung auch bei den Kindern einen höheren Stellenwert als in Deutschland besitzt.



Lodge in Ngadi

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Beim nächsten Ort Ngadi sehen wir eine Lodge mit einem wunderschön angelegten Garten und tatsächlich steuert Sange diese Lodge an. Wie viele der Lodges hat sie eine solarbeheizte Dusche, die wir gleich in Anspruch nehmen. Da es früher Nachmittag ist, kommt Monika noch auf die Idee, in den Ort zu schauen und zu shoppen, aber wir finden nur eine Ansammlung von Lodges, so dass wir den Rest des Tages lesend im Garten der Lodge verbringen.



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Kommentare

  • mamaildi

    Deinen zweiten Nepalbericht musste ich natürlich auch sofort noch lesen - und konnte dank deiner Beschreibungen und tollen Bilder mit vielen Erinnerungen eintauchen in eine Reise, die ich letztes Jahr gemacht habe. (Vielleicht saßen wir ja gemeinsam im Flieger von Jomsom??)
    Ganz ganz schade ist, dass ihr nicht am Tempel in Muktinath wart. Das ist ein absolut magischer Ort, einer der faszinierendsten in Nepal. Man kann die Menschen beim rituellen Bad unter den 108 Wasserspeiern beobachten, darf den Tempel selber zwar nicht betreten und auch nicht ins Innere hineinfotografieren, aber man kann bis in den Eingang hineintreten, weiter als in allen Hindutempeln des Kathmandutals. Vielleicht kommt ihr ja nächstes Mal durchs Kali Gandakital hinauf, dann lasst es euch nicht entgehen.
    Das Problem mit den Schulferien haben wir genauso, aber es gibt doch eine ganze Menge, was man aus den 2 Wochen Osterferien machen kann - bin schon gespannt, wo es euch das nächste Mal hin verschlägt.
    Namaste - Ildiko


  • agezur

    Wieder ein Bericht der Extraklasse! Du schreibst so wirklichkeitsnahe, dass man mit dir friert, außer Puste kommt und dann die Annehmlichkeiten der Lodges genießt!
    Danke!
    LG Christina

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