Reisebericht

Reisebericht: Sonne, Kultur, Party...Kykladen Sommer 1999

 
 
 
 
 
Reisebericht: Sonne, Kultur, Party...Kykladen Sommer 1999

Sonne, Kultur, Party??? Das sind ja 3 Sachen auf einmal. Das geht nun wirklich nicht. Wohle!!! Nämlich in Griechenland, auf den Kykladen. Los ging's...

Inselhüpfen über die Kykladen Sommer 1999

 
 
 
 
 

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Wo sind denn die Kykladen? Grobe Richtung: Mittelmeer. Etwas genauer: Griechenland. Ganz genau: Zwischen Athen und Kreta. Gar nicht unschlau habe ich uns einen Gabelflug organisiert: Hin Hannover-Mykonos, Rueck Santorini-Hannover. Dazwischen: 3 Wochen Zeit. Und der Mensch, der uns die Kykladen ins Ohr gesetzt hat, lieh uns fuer die ganze Zeit den Michael Mueller Reisefuehrer (sehr empfehlenswert). So sind wir los... Auf dem Flug Hannover-Mykonos saßen dann noch die Eltern einer guten Schulkollegin neben mir. Die hatten natuerlich eine voll durchgestylte Reise im 4 Sterne Schuppen vor sich. Annika und Nadine hatten den Flug und ihre Luftmatrazen und wussten, dass sie zuerst zum Paradise Beach Campingplatz wollten.

Gesagt, getan! Kurz nach der Landung saßen wir im Transferbus des Campingplatzes. Das ganze empfohlen von dem Typen, der oben schon erwaehnt wurde. Mit im Bus: Uwe, der Medizinstudent, welcher im 18. Examen steckte....(?). Mit der Daemmerung kamen auch Annika und Nadine auf dem Campinplatz an. Wir suchten uns ein nettes Plaetzchen, gleich neben Uwe und machten uns an den Zeltaufbau. Aber als Annika das Zelt aus meinem Rucksack kramte, wurde sogelich die erste Katastrophe sichtbar: ein Schwall von Fliegen etc. begleitete das Zelt...es schimmelte. Nun gut, das ganze Leben ist ein Spass und waehrend Uwe noch mit seinem Aldi Zelt kaempfte, kaempften wir mit dem Zelt und Rei in der Tube im Meer und unter der Dusche und wieder im Meer. Und immer mit dem inzwischen nassen, schimmelnden Zelt durch den Speisesaal....! Na, nach einer Weile mussten wir einsehen, dass das Zelt nicht sauber zu kriegen war. Was nun? Kein Zelt, kein Dach ueber dem Kopf? Das Problem hatte auch Uwe, der immer noch mit dem Aufbau des Aldi Zelts kaempfte. Kurzerhand boten wir Uwe an, das Zelt aufzubauen, wenn wir nur mit drin schlafen duerfen. Maenner denken halt immer nur, sie waeren handwerklich und im Praktischen etwas begabter, aber sobald etwas schief geht, wissen sie weder vor noch zurueck...! So haben wir Uwes Zelt aufgebaut. Uwe hat gestunken und geschnarcht in der Nacht. Zum Glueck! Ich hatte keinen Schlafsack dabei (wer braucht bei geplanter 60 Grad Nachttemperatur ein Zelt?)und somit Annika immer naeher kam, so dass mir nicht ganz so kalt war. Was uns beiden naemlich nicht klar war: vom 15.Juli weht ein kalter Wind auf den Kykladen: der Meltemi! Es war also angenehm frisch am Tag und ziemlich kalt (jedenfalls ohne Schlafsack) in der Nacht.



Paradise Beach und Super-Paradise Beach

Am nächsten Tag haben wir beschlossen, der Empfehlung zu folgen und vom Paradise Beach zum Super Paradise Beach zu wandern. Luftmatrazen unter den Arm und los gehts.... Nach kurzer Wanderung ueber die Klippen kamen wir dann auch endlich an. Und nun loeste ich auch das Raetsel bzgl. des Superlatives 'Paradise Beach' und 'Super Paradise Beach' (die Strände heissen wirklich so): Paradise Beach steht fuer oben ohne und homo und hetero und Super Paradise Beach für nackelig, rasiert und homo und gerne auch mal Sonnenliegentausch! Nun gut, schließlich sind wir zum Super Paradise Beach gegenagen, um dem Geheimnis des Superlatives auf die Spur zu kommen. Aber da wir nicht "dazugehören" haben wir uns um ca 3 Uhr vom Super Paradise Beach verabschiedet und machten uns dann auf den Weg, aber (super Idee von Nadine) direkt ueber den Bergfelsen und nicht die laestige Umleitung ueber die Klippen...! Diese ganze Idee dauerte dann 8 km laenger, wohlbemerkt mit den Luftmatrazen unterm Arm. Zwischendurch versuchten wir es dann auch mit dem Trampen. Diese Idee diente aber nicht gerade der Voelkerverstaendigung, da ein netter Grieche uns mitnahm und deswegen den Riesenzoff mit seiner eifersüchtigen Helena hatte. Endlich am Campingplatz angekommen, raeumten wir sogleich unser Nachtlager und beschlossen in die Stadt zu ziehen. Das verschimmelte Zelt wurde auch eingepackt - man weiss ja nie. In der Stadt haben wir dann zum ueberteuerten Preis in so einer Miefbude geschlafen und uns ein Faehrticket nach Naxos fuer den naechsten Tag gekauft. In Mykonos Stadt sind viele Homos unterwegs. Na, Annika und Nadine hat das ja nicht gejuckt, aber wer vor hat als Mann (hetero Mann) alleine nach nach Mykonos zu reisen, sollte sich auf diverse Anmachen gefasst machen....!



Mit dem Segelboot nach Paros

 
 
 
 
 

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Am nächsten Tag schnallten wir unsere Rucksäcke auf und die Luftmatrazen unter den Arm und sind zum Hafen. Dort angekommen stellten wir fest: Fähren gecancelt (alle). Naja, ich sag nur Meltemi!!! Wir dachten dann kurz drueber nach, mit den Luftmatrazen nach Naxos zu paddeln, aber als uns ein Lift auf einem Segelbooetchen angeboten wurde, da sagten wir nicht nein. So segelten uns 7 Norweger und ein Grieche ohne Segelschein bei Sturm nach Paros (Naxos war raus). Ein Norweger lag die ganze Zeit ueber Geländer und kotzte sich die Seele aus dem Leib. Annika wurd auch immer blasser, je hoeher die Wellen wurden. 2 mal sind wir fast gekippt (Annikas Kommentar: 'Gut, dass wir unsere Luftmatrazen haben'), aber letztendlich doch angekommen.

Da Zelten dann auch nicht mehr angesagt war, bezogen wir ein kleines nettes Zimmer (wie den ganzen Rest unseres Urlaubs). Naja, tagsüber waren wir dann auf Tour (per Anhalter oder Public Bus) und des nachts zappeln (per Norweger). Die Abendaktivitäten gestalten sich auf den Kykladen sehr stressfrei: Wenn man Bock hat sich aufzubrezeln, dann macht man das, sonst lässt man es. In der Chora (Hauptstadt) ist immer was los (bei der Reviersuche sollte man sich immer fragen: Strand oder Party), erst werden die Kneipen in Minizappelbuden umgestaltet, wer dann noch nicht genug hat, geht in die Clubs.



 
 
 
 
 

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Andiparos, Naxos und Ios

 
 
 
 
 

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Von Paros haben wir auch einen Tagesausflug nach Andiparos gemacht. Andiparos ist halt sehr klein, aber auch sehr schön. Allgemein sind die Kykladen immer gleich aufgebaut. Es gibt ein paar Sehenswuerdigkeiten, meistens ein paar schöne Straende und halt die Chora, in der man gut rausgehen kann. Ausserdem gibt es auf den Kykladen die geilste Gyros Pita. Und wenns einem zu langweilig wird, dann nimmt man sich sie nächste Fähre und fährt weiter. Auf Naxos haben wir uns dann einen Roller gemietet. Nadine war der Fahrer, da Annika uns schon vor dem Urlaub 2mal ins Maisfeld katapultiert hatte. Natürlich war der Roller ein paar Touren später kaputt, aber Nadines mechanisches Geschick hat die Sachlage geklaert (wir sind danach ohne Radverkleidung weitergefahren-brauch man eh nicht). Womit man anscheinend auch immer rechnen muß, ist die Tatsache, daß man mal flink aus seinem Quatier umgesiedelt wird. Wir hatten nämlich auf Naxos eine Art Kellerappartment bei Ankunft gebucht. Nach 3 Tagen besuchte uns der Vermieter und während ich in der Badewanne saß wurde fix unser Kellerappartment bis auf Matratze ausgeräumt. ICH wurde insofern von diesem Ereignis informiert, als daß Annika in das Badezimmer kam und meinte: "Du, bleib mal, wo Du bist. Die räumen hier gerade alles aus." Naja, anbetracht der Tatsache, daß ich eh gerade eine kleine Generalreinigung meines Körper vollzog, blieb ich also 2 Stunden in der Badewanne und harrte der Dinge. Aber Annika hatte alles im Griff: Man sollte uns am nächten Morgen abholen und umsiedeln. So war es dann auch, allerdings nicht wie von uns angenommen mit einem Auto! Nein, Annika und Nadine wurden per Mofa (mit Rucksack auf dem Rücken und Luftmatratze unterm Arm) umgesiedelt in ein griechisches Wohnzimmer. Wer sich schon immer gefragt hat, wer diese goldenen Schwäne und Plastikblumen in den Türkenläden kauft, findet nun die Antwort: komischerweise sind es die Griechen, die den Umsatz der Türken steigern! Also haben wir eine Nacht im griechischen Wohnzimmer mit Katze geschlafen. In diesem griechischen Wohnzimmer fanden wir nicht nur goldene Schwäne, Sofas, Tischdecken etc.. NEIN- auch unser Mobiliar aus dem Kellerappartment war dort untergebracht! Naja, muß man alles mal mitgemacht haben, jedenfalls wurden wir zur Begrüßung in dem Appartment mit Familienanschluß erstmal herzlich an Omis 85 8-fach F Busen gequetscht!
Das Gute an unserer neuen Bleibe: Wir waren direkt in der Stadt! Naxos hat im Übrigen eine superschöne Chora: Man schraubt sich durch enge Gässchen zu einer Burg hoch. Vor der Stadt findet man das Tempeltor mit Blick über Hafen und Stadtstrand.

Ios wurde uns als Partyinsel schlechthin erklärt, also hin! Naja, angekommen waren wir etwas enttäuscht: Netter Strand, aber mit 3 Leuten bestückt und wo bitte ist die Party??? Abends um 8 Uhr lichtete sich das Geheimnis. Wir kamen zum Kirchplatz in der Chora und wurden freudig von einem Typen begruesst, der sich um 8 Uhr abends schon mit den Oleanderbüschen unterhielt. Also, es war 8 Uhr abends und die halbe Stadt war voll (wie wahr, wie wahr). Ja, so ging das dann 6 Tage. Den Morgen und Nachmittag verbrachten wir am Far Out Strand und abends gingen wir aus, wobei wir eigentlich immer nur in die Bars gegangen sind. Um 1 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt und wer noch nicht genug hat, feiert in den Clubs weiter.



 
 
 
 
 
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Santorini

 
 
 
 
 

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Unser letzter Stop war auf Santorini. Santorini, muss man wissen, ist eine sichelfoermige Kraterinsel. Die Innensichel ist letztendlich eine Steilwand, welche 200m zum Meer steil abfällt. Die coolsten (und teuersten) Nachtlager befinden sich in der Steilwand. Und damit war klar, dass sich Annika und Nadine dort nicht befanden. Wir befanden uns dann eher mit ner Dose Cola abends auf der Steilwandmauer und schauten in trauter Zweisamkeit dem Sonnenuntergang entgegen, während andere in den angesagtesten Kneipen ihre Cocktails fuer 20 Mark tranken. Aber irgendwie muss man ja auch den finanziellen Verlust ausgleichen, den wir hatten, weil Nadine ein verschimmeltes Zelt einpackte und wir nicht wie geplant campen konnten...! Alles in allem sind die Kykladen wirklich cool. Fuer das aeltere Semester im netten Flair Hotel fuer teuer Geld, wie auch fuer die Junggebliebenden im Hostel oder auf dem Campingplatz. Oder für Homos. Und auch fuer Päärchen. Oder fuer Annika und Nadine!

Wir hatten eine coole Zeit auf den Kykladen im Sommer 1999!



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Richi 12.03.2008 | 19:23 Uhr

    Tja, was es nicht alles gibt, die Insel "Los" kenne sogar ich nicht.

    Richi

  • Mietsch 03.03.2009 | 21:04 Uhr

    Schönen Dank für die Warnung.

  • Pana53 14.06.2011 | 14:35 Uhr

    Auf der Suche nach Mykonos bin ich auf diesen Reisebericht gestoßen, kurz gelesen und die alten Erinnerungen an die Kykladeninsel Santorini waren wieder in mir, ganz toll!

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