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Reisebericht: Das Sniers Hus
In der Nordheide gibt es viele, sehr schöne Sehenswürdigkeiten. Über eine möchte ich hier an dieser Stelle berichten. Ich habe eine Reise, eine Reise in meine nächste Umgebung unternommen und empfand diese als außerordentlich schön und informativ. Eine historische Reise war es, zurück bis Anno 1700.
Das Sniers Hus in Seppensen
Gestern, die Sonne wollte nicht so recht hervorkommen, der Himmel mal blau mal schwarz. Zwischendurch ein kräftiger Schauer und anschließend schien die Sonnen wieder mal für kurze Zeit. Was tun, an so einem Tag? Sachen schnell gepackt, das heißt, die Kamera genommen und raus in die nähere Umgebung. Aber wohin? „Da war doch noch so ein altes kleines historisches Dorf, an einem See gelegen, in Seppensen“. Das sollte nun Ziel meiner kleinen Reise werden.
Kurze Zeit später, dort angekommen, sah ich das am Hauptgebäude ein Fenster offen stand. Eine nette Frau und ein netter Herr befanden sich dort im Raum.
Der Raum war vollgestopft mit alten Büchern und anderem vermutlich sehr alten schriftlichen historischen Unterlagen und Aufzeichnungen, geordnet in Wandregalen, zum Teil allerdings noch auf einem Tisch gestapelt.
Der Herr nahm sich meiner an und erzählte mir sofort die Geschichte des alten Bauernhauses, dem Sniers Hus. -
Ein altes, damals schon sehr marodes Bauernhaus Anno 1695 fand mit dem Wiederaufbau im Jahre 1985/86 seinen Platz endlich in Seppensen bei Buchholz in der Nordheide. Ursprünglich war sein Standort in Regesborstel, einem Ort bei Hollenstedt (Wohnort des ehemaligen Boxweltmeisters Max Schmeling). Das historische Bauernhaus war im Laufe der Zeit sehr vom Verfall gezeichnet und als „Schandfleck“ der Gemeinde betitelt worden! Diese vom Verfall preisgegebene Ruine wurde dann im Jahre 1983 von der Hausforschung als „bedeutendes Baudenkmal“ entdeckt und eingestuft. Dem Hausforscher Dr. Ulrich Klages war die damalige Ruine zur Herzenssache geworden. Eine Restaurierung oder der Verbleib in Regesborstel war allerdings unmöglich, dass historische Bauernhaus musste da weg! Eine Umsetzung des alten Hauses war somit unumgänglich. Das Fachwerk des Hauses war höchstens noch zu 80% in intakt. Als Käufer konnte die Stadt Buchholz letztendlich gewonnen werden, da die Ratsmehrheit der Stadt zufällig zum damaligen Zeitpunkt auf der Suche nach einem geeigneten Haus war, um den Bürgern der Stadt zeigen zu können, wie die Buchholzer früher zur Zeit des Heidebauerntums gelebt und gearbeitet haben. Sehr kontroverse Diskussionen wurden geführt um sich dann endlich auf den heutigen Standort des historischen Bauernhauses zu einigen.
Der Wiederaufbau erfolgte dann, wie schon erwähnt, in den Jahren 1985/86 am Rande des Seppenser Dorfparks, dem „Richard-Heuer Park“.
Bevor ich mit meiner kleinen Geschichte fortfahre, was heißt oder bedeutet eigentlich Sniers Hus? Hus? . . . .ist klar, es heißt: Haus. . . . und Sniers?
Die Frage lässt sich ganz bestimmt Vorort während einer Führung oder bei einer dort angebotenen Veranstaltung beantworten.
Ich verrate es auf keinen Fall . . . und „Oxfordian“, der „Heidjer“, auch nicht!
Was wird im Sniers Hus angeboten, wo steht es, wann kann man dorthin, was sehe ich dort überhaupt?
Die Anschrift: Sniers Hus, Zum Mühlenteich 3, 21244 Buchholz. Telefonisch unter: 04187-7901 zu erreichen.
Öffnungszeiten: Von April bis September, jeweils am 1. Und 3. Sonntag von 14:00 – 16:00 Uhr, bei größeren Veranstaltungen im Sniers Hus sowie auf Anfrage.
Der Eintritt ist frei!
Was sehe ich dort, was kann ich da machen:
Im Sniers Hus werden unter anderem Einrichtungs- und Arbeitsgegenstände aus dem 17. Jahrhundert gezeigt, wie sie Jahrhunderte hindurch in einem bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb der Nordheide gebräuchlich waren, z.B. Plaggenhauen, Heidharken und vieles mehr. . . . . .
. . . Plaggenhauen, Heidharken? . . . was ist das denn?
Nun ja, man kann auch das Vorort erfahren.
Das Sniers Hus ist nicht nur als Freilichtmuseum ein Kleinod. Nein, es bildet mit seinen Nebengebäuden den idealen Rahmen für verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispielspiel:
- Herdfeuernachmittage oder das Backen am offenen Herd, durchgeführt von Frau Dörte Kröger aus Wörme, sie kennt noch die alten Kochrezepte der Heidjer wie kein anderer. Die heimische Küche bildet selbstverständlich ebenfalls einen Aspekt traditioneller Kultur, der nicht in die Vergessenheit geraten sollte.
- Der Kunst- und Landmarkt und das Dorf- und Museumsfest.
- Seit dem Jahr 2000 finden im Sniers Hus am zweiten Wochenende eines Monats Trauungen statt, allerdings nur in den Monaten von Mai bis September.
- Private Festlichkeiten lassen sich in begrenzter Zahl in dieser einzigartigen Umgebung durchführen.
- Backen im Sniers Hus (. . . aus eigener Erfahrung, der Butterkuchen und das Brot sind sehr lecker!)
- Gottesdienste, wie zum Beispiel zum Erntedank.
- Planung von zwei Konzerten der Dresdener Hochschule für Musik.
Einen Veranstaltungskalender für das Jahr 2011 gibt es u.a. unter diesem Link:
http://www.gmv-buchholz.de/termine/kunftige-veranstaltungen/unser-programm-2011.html
Wissenswert ist auch:
1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Holm, Seppensen und Teile von Thelstorf unter dem Namen Holm-Seppensen zusammengefasst und im Zuge der Gemeindereform der Stadt Buchholz zugeschlagen, nachdem eine Zusammenlegung mit den Gemeinden Sprötze, Schierhorn und Handeloh nicht zustande gekommen war. Im Jahre 1957 wurde der Bahnhof Holm-Seppensen durch einen Besuch des Bundeskanzler Konrad Adenauer mit seiner Sekretärin und dem Regierungssprecher Felix von Eckardt im Rahmen einer Reise aufgesucht. Holm-Seppensen liegt an der Bahnlinie mit der Streckenfahrplannummer 123 („Heidebahn“). Diese Strecke beginnt in Buchholz und endet in Soltau, die Züge fahren aber seit 1999 teilweise auch über Soltau hinaus bis Bennemühlen oder zum Hannover Hauptbahnhof.
Zu guter letzt möchte ich es nicht unerwähnt lassen, dass die viele intensive Arbeit dort nur durch ehrenamtliche Mitglieder geleistet wird, die Stadt Buchholz ist als Kostenträger verantwortlich!
Freiwillige, ehrenamtliche Mitglieder werden immer gesucht und gebraucht!
Spenden darf man auch!
Es dient ja einer ganz tollen Sache! Dies kann man tun indem man sich mit dem Kassenwart Herrn Helmut Nagel, Tel,-Nr. 04181- 3 74 30 in Verbindung setzt oder Spenden direkt über folgende Bank oder Sparkassen leistet:
Volksbank e.G., BLZ 240 603 00, Kto.-Nr. 25 133 292 00 der
Sparkasse Harburg-Buxtehude, BLZ 207 500 00, Kto.-Nr. 310 77 60 oder
Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50, Kto.-Nr. 1383/12 30 88.
Ich hoffe, euch gefällt mein kleiner Reisebericht. Solltet ihr mal in diese Region kommen, ein Besuch lohnt sich allemal!
Ach ja, liebe dort wohnenden heimischen und besuchenden Hundebesitzer benutzt auch dort Kot-Tüten für die Hinterlassenschaften eurer Lieblinge.
Bedenkt bitte, Kinder wollen dort auch auf den Rasenflächen spielen und herumtollen!
Tiere, Jungtiere wie Enten und so weiter haben auch ein Recht auf Auslauf und müssen nicht ständig auf der Flucht vor freilaufenden Hunden sein!
Danke schön!
Euer Pana53
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Ein Bericht der mir ausgenommen gut gefällt!
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@Oxfordian: Ich danke dir mein lieber "Heidjer"!
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Sehr infomativ und sicher ein lohnenswertes Ziel, wenn man gerade "vor Ort" ist - für mich ist das für einen Ausflug wohl leider etwas zu weit. Umso besser Deine gewohnt gekonnte Präsentation.
Danke + lg Wilfried -
Selbst "googlen" hilft nicht, um dem Ursprung des Namens "Sniers" auf die Spur zu kommen. Könnte es sich um das frühren Anwesen einer Familie oder eines knorrigen Einzelgängers dieses Namens handeln.? In der Heide ist ja so ziemlich alles möglich. Danke für den interessanten Bericht.
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spannender Bericht, macht neugierig auf mehr... ist aber soweit weg. LG aus München, Moni
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Danke für diese excellente Vorstellung von diesem Sniers Hus. Da machte mich ja allein schon die Überschrift neugierig. Und ob mir Dein kleiner Reisebricht gefallen hat!!! Ich werde mir die Nordheide nun gleich mal auf meinen Zettel schreiben.
LG Ursula -
@ Euch allen, die Freunde ist auch meinerseits, vielen dank! Solltet ihr einmal in der Nähe sein, gebe ich euch gern mein Geleit und stehe mit Rat und Tat zur Seite. LG Frank
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Interessanter Rate-Bericht, der neugierig macht. Heute in der Zierleiste auf der Startseite!
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Dein Reisebericht erzählt von einer kleinen Reise in die Vergangenheit. Ich bin gerne mit Dir durch die Geschichte und die alt- ehrwürdigen Räume gestreift und habe dabei die Nordheide ein Stück besser kennengelernt...
Könnte es sich bei "Sniers" um einen Zunamen einer Familie handeln, deren Namen in der Gegend häufig vorkommt und deshalb umgangssprachlich gekennzeichnet werden musste, damit man wusste, um welche ... es sich handelt. Ich komme darauf, weil es im Kanton Uri viele Zunamen gibt, aus demselben Grund, zum Beispiel "Grindligers" oder "Boll Brosäs" ... LG: Ursula -
Ein sehr liebevoller Bericht über eines der vielen Kleinode im Norden Deutschlands.
So vieles ginge verloren, wenn sich nicht immer wieder Idealisten finden würden, die sich dieser Schätze annehmen .
Als Sonntagsausflug, so wie für dich, ist es leider für mich nicht geeignet, aber wenn es mich mal zu euch verschlägt, werde ich sicher hier Station machen!
LG Christina -
Interessant und informativ, ist für mich auch leider zu weit weg :-) Aber vielleicht komme ich mal in die Nähe.... Ein schönes Wochenende und lg, Ursi
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Vielen Dank. Am Samstagmorgen in der Schweiz dein Bericht gelesen. Enkelkinder schlafen noch.
Wenn es da ein Wohnmobilstellplatz in der Nähe gibt wäre schön, dan wurde ich mal vorbei schauen, die Gegend soll ja auch schön sein.
LG Anneken -
Das hört sich bzw. liest sich sehr schön. Für uns leider auch zu weit weg - aber man weiss ja nie :-) LG Schalimara
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@ Schalimara: Eine sehr gute Adresse, der selbstgebackene Butterkuchen, die Brote . . . . . . . . erstklassig! Ja, leider haben Gemeinden so ihre Verpflichtungen! . . . . , ob sie immer erfüllt werden?
- Danke euch allen mal wieder für das überaus positive Feedback! LG Frank
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