Schottland (Juni 2011)

Reisebericht

Schottland (Juni 2011)

Reisebericht: Schottland (Juni 2011)

Von den Boorders (Lowland) über die Midlands bis in die Highlands und zurück nach Edinburgh. Rund 1100 Milen haben wir hinter uns gebracht in knapp 14 Tagen.

Die Borders oder Lowlands

Abbotsford House

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Von Edinburgh aus ging die erste Etappe südlich nach Melrose einer kleinen Stadt in den Lowlands. Dort wurde im 7Jh. das Zisterzizienabtei von St. Aidan gegründet. Das Kloster wurde mehrere Male zerstört und 1822 von Sir Walter Scott renoviert und 1918 wurde die Klosterruine an die Nation übergeben. Hier soll das Herz von Robert the Bruce unter dem Hochaltar seine letzte Ruhestätte gefunden haben. So wie Sir Walter Scott im weniger Kilometer entfernten Abbotsford House seine letzten Stunden verbrachte. Das Haus wurde 1812 errichtet und gilt als das Neuschwanstein (Eine Romanze aus Stein und Mörtel) der Borders.
Rund um Melrose kann man herrliche Wanderungen unternehmen, so auch auf den Hausberg den Eildon Hill (bis zu 422 Meter kann man erklimmen). Hier haben wir uns für einen Rundkurs von knapp 6 km entschieder, da wir noch bis Dumfies weiter fahren wollten. Man hat einen herrlischen Blick über die Stadt und das Umland fast von jedem Punkt aus.

Dumfries „The Queen of the South“, die Stadt am River Nith in der Robert the Bruce, Schottlands Nationalbarde, 1306 seinen Rivalen Red Comyn ermordete. Der Barde erlebte hier auch seine letzten Lebensjahre und die ganze Stadt erzählt eigentlich seine Geschichte! Dies ist eigentlich auch der südlichste Punkt unserer Reise, von nun an ging es schon fast wieder Richtung Norden. Einen kurzen Zwischenstopp legten wir noch in Threave Garden ein, einem sehr schön angelegten Park, zum Castle Treaves gehörend. Die Schotten sind schließlich bekannt für ihre farbenprächtigen und üppig angelegten Parks. Von hier aus ging es dann in den Galloway Forest Park (ca. 500km² groß) , wieder mit sehr guten Wandermöglichkeiten durch Wald und Moor, entlang von Seen und Berge. Sehr schön ist die Wanderung um das Loch Trool, ca. 8,7 km mit einigen matschigen und steinigen Abschnitten. Auch heute wollten wir noch bis nach Girvan einem kleinen Städtchen an der Irischen See weiterfahren. Hier gab es eigentlich nicht zu sehen, ausser Bingohallen und Spielhallen.

Von hier aus führte uns der Weg dann nach Alloway einem Vorort von Ayr. Hier erblickte Robert Bruns Schottlands beliebtester Dichter 1759 das Licht der Welt. Im Bruns National Heritage Park wird seine Geschichte erzählt. Der Weg führte uns nun weiter nach Balloch am Loch Lomond. Das Loch Lomond wird in Schottland begeistert besungen „Bonnie bonnie banks of Loch Lomond“, sanft eingerahmt von den Hügeln des Beinn Ime und dem Argyll Forest Park.. Balloch selbst hat nicht viel zu bieten, ist aber ein guter Ausgangspunkt für eine Fahrt über den See oder zu einer der 33 Inseln im See, ebenso für ausgedehnte Wanderungen.



Abbotsford House mit Blick über den Garten



Die Midlands

Invararay

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Da das Loch Lomond bereits über dem Mittelschottischen Kern der Fife liegt, beginnen hier eigentlich die Midlands. Unser erster Stop hier war Inverary. Hier kann man neben dem Georgianischen Gefängnis mit dem angeschlossenen Gerichts-gebäude auch noch das Inverary Castle besuchen, ein den Loire nachempfundenes Schloss, dem Stil der Gothic Revival. Danach ging es in die Argyll Region nach Kilmartin. Dort finden sich auf dem Friedhof einige interessante Grabmähler aus dem 14 bis 16.Jh. Die Steinschnitzereien zeigen keltische Dekore sowie lebens-große Statuen verschiedener Clan-Chefs der Malcom Familie. In der Friedhofkapelle finden sich zwei Hochkreuze.
Der Weg führt uns dann weiter nach Oben, dessen Namen im Gälischen „kleine Bucht“ bedeutet. Hier hatten wir zum ersten mal die Gelegenheit eine Destillery zu besuchen.

Von Oban ging es dann weiter zur Fähre in Mallaig um nach Skye überzusetzen. Um nach Mallaig zu gelangen muss man die Road of the Isle fahren, wohl durch die Harry Potter Filme eine der bekanntesten Straßen Schottlands. Wohl aber weniger die Straße ist so bekannt, eher die Bahnstrecke, mit seinem Viadukt aus 21 Bögen in 31 mtr. Höhe des Hogwarts-Express, mit dem Harry zur Schule fuhr.

Die Fähre von Mallaig nach Armadal aus Skye benötigt knapp 30 Minuten und fährt einmal in der Stunde. So dass wir noch am Selben Tag übersetzen konnten und nicht wie geplant erst am nächsten Tag. Skye ist auf jeden Fall für sich alleine schon eine Reise wert. Es gibt eigentlich nur eine größere Stadt auf der Insel – Portree und von hier aus kann man sehr viele Ausflüge unternehmen und auch Bootstouren. Wir haben uns entschieden die Trotternish Halbinsel zu umfahren, einer der schönsten Panorama Rundfahrten der Hybriden. Zu sehen gibt es grandiose Felswände, die gefährlich aussehende Felsnadel Old Man Storr und Wasserfälle. Eine Verschiebung der unteren Sedimentschichen ließ hier die Basaltdecke aufbrechen und die spektakuläre Felsnadel von Storr und Quiraing absplittern. Mit etwas Glück kann man bevor man die Insel verlässt im Otterreservat von Kylerhea noch die Tierwelt der Insel bewundern.



Invararay am Hafen



Die Highlands

Elgin Kathedrale

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Nach der Rundfahrt auf Skye ging es über die Brücke bei Kylakin wieder aufs Festland und von dort weiter nach Gairloch, einem zersiedelten Crofter-Dorf. Hier kann man Golf spielen oder am Strand ein paar ruhige Stunden verbringen, sowie ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Aber unser Weg sollte uns nun nach Inverness bringen, der Hauptstadt der Highlands. Da uns das Wetter nicht ganz hold war, haben wir den direkten Weg dorthin eingeschlagen. Inverness liegt schön am River Ness gelegen, ein paar Meilen vom Loch Ness entfernt. Eigentlich wollten wir dorthin eine Wanderung machen, sind aber dann auf dem Greate Glen Way gelandet, einem 127 km langer Wanderweg von Ford William bis nach Inverness. Na ja, es wäre übertrieben zu behaupten wir den ganzen Weg hinter uns gebracht, aber am Ende unserer Tour waren es doch über 20 km.
Und wenn man schon in Inverness ist muss man natürlich auch den Whisky Trail mit einplanen. Aber zuvor lohnt sich auf jeden Fall ein Stop in Elgin mit der Ruine der Cathedral aus dem 13 Jh. – Der berüchtigte Schlächter und Schänder Alexander Stuart, ein unehelicher Sohn König Robers I und besser als Wolf von Badenoch bekannt, legte die gotische Kreuzbasilika (die Laterne des Nordens) 1390 in Schutt und Asche. Ein Piktenstein mit einer Jagdszene und den vier Evangelisten sind dort zu sehen. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung zur Spyside – dem Tal das Spy´s mit all den Destillerien. Die schönste und auch älteste ist die 1786 gegründete Strathisla Destillery in Keith, die bekannteste wohl die Glenfiddich Distillery am Ortsrand von Dufftown. Der Whisky-Trail endet in Tomintoul.
Unser eigentliches Ziel war aber für diesen Tag der königliche Ort Ballater, um von hier aus in der Einsamkeit des Glen Muick zu Füßen des Lochnagar eine Wanderung um das Lock Muik zu unternehmen. Trotz sehr großem Andrang auf dem Parkplatz, verlief sich der ganze Rummel schon nach den erstem Metern.
Von Loch Muik aus ging es an diesem Tag noch weiter bis an die Nordsee nach Montrose. Einem kleinen Nest mit einem ganz tollen Wildlife Centre. Hier hat man die Möglichkeit durch professionelle Fernrohre die Tierwelt zu beobachten und auch zu erfahren, welche Vögel oder gar Robben man gerade beobachtet. Auch kann man ausgedehnte Spaziergänge entlang der Klippen unternehmen, mit sensationellen Ausblicken. Von hier aus ging es für uns dann weiter Piktensteine zu suchen. Die Steine besser gesagt das Volk der Pikten gibt auch heute noch Rätsel auf, stolze Reiter, Hirschähnliche Bestien mit spitzbärtigen Menschenhäupter, all diese Dingen werden auf den verschiedenen Piktensteinen dargestellt, aber eigentlich weiß man nichts über das Volk das vom 3. bis 9. Jahrhundert diese Bildnisse schuf. Der wohl berühmteste Stein steht auf dem Friedhof von Aberlemno. Ein weiterer ist in der Kathedrale von Berchin zu finden. Leider haben uns die Steine auch nicht weiter geholfen, wir sind nicht schlauer als zuvor.....
“Perth ist alt und hat eine schöne Lage am Try”, bemerkte schon Theodor Fontane aber damit ist es auch schon getan. Die Stadt bietet nicht aufregendes, ist aber ein sehr beliebter Ort bei den Touristen. Warum?, kann ich nicht sagen, den geboten wird eigentlich recht wenig.
Nun nähern wir unserem Endpunkt der Reise, noch einmal einen kurzen Abstecher an die Nordsee nach St. Andrew, die älteste Universitätsstadt Schottlands. Zu sahen gibt es außer der Universität (1410 von von Bischof Henry Wardlaw gegründet) die beeindruckenden Reste der im normannisch-gotischen Übergangstil errichteten Kathedrale inmitten des Friedhofes. Vor Ihrer Zerstörung durch militante John Knox Anhänger war sie die größte Kirche Schottlands. Außerdem gibt es noch die Ruine der Burg zu besichtigen, in der der Reformator George Wishart als Ketzer verbrannt wurde.



Ein Piktenstein in Elgin´s Kathedrale



Edinburgh schön gelegen am Firth of Forth

Edinburgh im mittelschottisches Kernland gehört seit 1995 zum UNESCO Weltkurlturerbe

Zu sehen gibt es vieles, angefangen vom Castle auf einem 120m steil abfallenden Felsen mitten in der Stadt. Vom Burgvorplatz gelangt man direkt in die Straße Castlehill, die zusammen mit ihrer Verlängerung Lawnmarket, Highstreet und Canongate die sog. Royal Mile bildet. Dieser Straßenabschnitt verbindet die beiden königlichen Residenzen Edingburgh Castle und den Palast von Holrood. Entlang der Royal Mile finden sich viele der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, ebenso wie viele altehrwürdige Pubs und Geschäfte (heute vielfach nur noch auf Touristen eingerichtet)
Der Edinburgher Hausberg Artur´s Seat, mit 251 m ist der höchste der sieben Berge der Stadt. Er ist von beinahe jedem Punkt aus zu sehen und bietet beste Ausblicke auf die Stadt und bei gutem Wetter bis zum Firth of Forth. Der gesamte Park ist mit Pfaden durchzogen, so dass man mitten in der Stadt auch Wanderungen unternehmen kann.
Eine weitere Möglichkeit die Stadt zu überblicken hat man vom Calton Hill aus. Den Beinamen “Athen des Nordens” verdankt Edinburgh Henry Playfairs neoklassizistischen, zu Beginn des 19.Jh,. entstandenen Bauwerken auf dem Calton Hill. Das Observatorium kopiert den Athener Tempel der Winde, das nie vollendete National Monument den Partheon und das Rundtempelchen das Lysikrates-Monument auf der Akropolis.
In der Neustadt wiederrum finden sich einige der bedeutendsten Gallerien und Museen der Stadt, sowie einige bedeutende Kaufhäuser und die Bank of Schottland.
(Vielleicht noch einen Satz zu unseren Reiseführern: Dumot Reisehandbuch Schottland und der ADAC Reiseführer Plus waren uns eine gute Hilfe und sind auch sehr empfehlenswert)



Firth of Forth Brigde - Edinburgh


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Kommentare

  • brandriba

    Einfach immer wieder erreisenswert das wunderbare Schottland. Die Namen der bezaubernden Orte und Landschaften rinnen heute durch mein Gehirn wie damals 2004 der Single Malt durch unsere Kehlen. Ein grosses Dankeschön fürs Mitreisen dürfen LG DAni

  • Schili

    Danke für diese Reise in die Vergangenheit. Die von Dir sehr schön beschriebene Tour habe ich von der Route her 1995 nahezu 1:1 identisch durchgeführt.2010 hat es dann leider nur noch zum einer Städtetour Edinburgh gereicht. Nicht unbedingt(sic!) ;-) wissenswert ist der Umstand, dass die Melodie von "Loch Lomond" tatsächlich die Stadionhymne des 1 FC Köln ist. Ergo werde ich bei jedem Stadionbesuch an die "bonnie bonnie Banks" des wirklich wunderschönen Loch Lomond erinnert.. Gruß.

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