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Reisebericht: Starke Ringer und schnelle Pferde

 
 
 
 
 
Reisebericht: Starke Ringer und schnelle Pferde

Beim Naadam feiern die Mongolen ihre eigene Kultur und Lebensweise. Seit Dschingis Khan messen sich dabei Wettkämpfer in den 'drei Spielen der Männer': Ringen, Bogenschießen und Pferderennen.

 
 
 
 
 

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Alles starrt gebannt auf die beiden Ringkämpfer in der Mitte der Grasfläche, doch die scheinen die Lust am Kampf verloren zu haben. Jeweils die Schultern des Gegners fest im Griff, den Oberkörper nach vorn gebeugt und die muskulösen Beine fest in den Boden gestemmt, sind die beiden Ringer mitten in ihrem Kräftemessen erstarrt.
Aber der Schein trügt. Der eigentliche Kampf spielt sich im Verborgenen ab, denn hinter der Fassade aus Reglosigkeit belauern sich die Ringer mit allen Sinnen! Die Körper sind gespannt wie Stahlfedern, kaum spürbar wird das Gewicht verlagert, mal ein wenig nach vorn, mal ein bisschen seitwärts. Zum Schein wird die Umklammerung etwas gelockert oder dem Druck eine Spur nachgegeben, immer hellwach und konzentriert, immer auf der Lauer nach dem Schwachpunkt, dem kleinen Augenblick der Unaufmerksamkeit der den entscheidenden Griff ermöglicht. Denn beim mongolischen Ringen hat verloren, wer zuerst den Boden mit Knie, Hüfte, Schulter oder Arm berührt.




 
 
 
 
 

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Und das kann ganz schnell gehen. In Sekundenbruchteilen greift die rechte Hand hinter das Knie des Gegners und reißt es weg vom Boden. Noch bevor der sein Gleichgewicht wiederfinden kann, schleudert ihn der Angreifer herum. Beide stürzen, doch der Attackierte berührt das Gras zuerst. Und während der Verlierer noch halb am Boden mit seiner Enttäuschung ringt, breitet der Gewinner schon seine Arme aus und tanzt zum aufbrausenden Applaus des Publikums als Zeichen seines Sieges mit langsamen, wiegenden Schritten den Tanz des Adlers.

Ringen gehört zusammen mit Pferderennen und Bogenschießen zu den mongolischen 'Drei Spielen der Männer'. Was in den Steppen der Mongolei einst Teil militärischen Trainings war, ist heute sportlicher Wettkampf im Zeichen nationaler Identität. Aus weitem Umkreis ziehen im Sommer die verstreut lebenden Nomadenfamilien für ein bis zwei Tage in die Ortschaften und Bezirkszentren, um gemeinsam ihr Naadam zu feiern, und die sportlichen Wettkämpfe erzählen dabei auf besondere Weise von Stolz, Kraft und Unabhängigkeit des mongolischen Volkes. Naadam, dass ist Volksfest und Wettkampf, Geselligkeit und Tradition und für jeden Mongolen eine willkommene Gelegenheit sich aller Welt zu zeigen, hoch zu Pferd, stolz und selbstbewusst.



 
 
 
 
 

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Und anders als beim großen Naadam in Ulaanbaatar, das jährlich vom 11. bis 13. Juli stattfindet, wird hier, etwa 40 Kilometer östlich der Hauptstadt, nicht in historischen Kostümen und zu lautem Trommelschlag an Dschingis Khan erinnert. Hier gibt es keine groß angelegte Eröffnungsshow, um den stetig zahlreicher werdenden Touristen und ausländischen Kamerateams ein folkloristisches Bild der modernen Mongolei vorzuführen. Hier am Fuß eines mit schütterem Lärchenwald bestandenen Bergzuges feiern die Menschen ihre eigene Kultur und Lebensart, feiern für niemanden als sich selbst.

Ein dichter Ring von Reitern belagert die Arena der Ringer, ein kreisförmiges Stück Wiese im Zentrum des Festgeländes. Ich muss mich schon energisch zwischen den drängelnden Pferdeleibern hindurchzwängen, um selbst einen guten Platz zu ergattern. In der vordersten Reihe trennen mich dann aber nur noch wenige Meter von den ineinander verschlungenen Wettkämpfern. Drei Paare ringen gleichzeitig um den Einzug in die nächste Runde. Sie schieben und drücken sich über den Platz, versuchen den Gegner auszuhebeln, vom Boden zu heben oder umzuwerfen. Es fällt schwer mit der Aufmerksamkeit bei einem Kampf zu bleiben und den entscheidenden Wurf nicht zu verpassen. Die Zuschauer sind ganz gefangen von diesem Geschehen, selten gibt es einen Anfeuerungsruf oder einen lauten Kommentar. Wenn dann aber plötzlich einer der Ringer von seinem Gegner hochgehoben wird und auf dem Rücken landet oder ihm ein blitzschneller Fußhaken das Standbein wegreißt, springt das Publikum begeistert in die Luft und die ganze Spannung entlädt sich in tosendem Beifall.



 
 
 
 
 

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Völlig vergessen scheint die Welt außerhalb des Kampfplatzes. Doch so begeistert die Zuschauer das Ringen auch verfolgen, als der Ruf 'Die Pferde kommen!' die Runde macht, hält es sie nicht länger an diesem Platz. Wie auf Kommando drängt alles zum ein paar hundert Meter entfernt liegenden Zieleinlauf des Pferderennens. Und weil jeder der erste sein will, entsteht ein heilloses Durcheinander von sich gegenseitig anrempelnden Reitern und Fußgängern, in dem auch ich aufpassen muss nicht von einem Pferd auf den Fuß getreten oder umgestoßen zu werden. Ein paar blau uniformierte Polizisten versuchen mit Trillerpfeifen und wilden Gesten für Ordnung zu sorgen aber alle Augen schauen nur den Hügel hinab in die Steppe, wo jeden Moment eine Staubwolke die sich nähernden Reiter ankündigen muss.

Schon vor einigen Stunden ist die Gruppe der Reiter zum etwa 20 Kilometer entfernten Startpunkt draußen in der Steppe aufgebrochen. Den Beginn und den größten Teil des Rennens haben nur einige Begleitpersonen verfolgt, den Zieleinlauf aber wollen alle erleben. Es sind Jungen und Mädchen, die ihre Pferde in rasendem Galopp über die Steppe treiben. Manche sind erst fünf oder sechs Jahre alt und können besser reiten als laufen. Hier auf dem Land hat fast jede Familie Pferd und Reiter im Rennen. Klar das alle gebannt darauf warten an welcher Stelle Sohn, Nichte, Enkelin oder Bruder die Ziellinie überquert! Aber nicht nur das Geschick der Jockeys steht im Mittelpunkt, ebenso wichtig ist das Abschneiden der Pferde. Wochenlang wurden sie für dieses Rennen trainiert und sollte sich einer der Reiter im gestreckten Galopp nicht im Sattel halten können, laufen die Pferde auch allein weiter und bleiben in der Wertung.



 
 
 
 
 

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Erregte Rufe gehen durch die Menge als sich endlich die lang ersehnte Staubwolke am Horizont zeigt. Wer ein Fernglas besitzt, versucht angestrengt zu erspähen, wer das Feld anführt. Je näher die Pferde kommen, desto lauter werden die Namen gerufen. Die Polizisten sind hin und hergerissen zwischen dem Versuch die aufgeregten Zuschauer hinter den Absperrungen zu halten und selbst dem Rennen zuzusehen. Das Hufgetrappel wird lauter, der Boden vibriert und ich beginne das Stampfen der Pferde in meinem Bauch zu spüren.

Dann löst sich der erste Reiter aus dem Staub. Es ist ein kleiner Junge in orangefarbenem Trikot und ebensolcher Kappe. Auf den letzten Metern drischt er mit einem Stock pausenlos auf seinen hellbraunen Hengst ein um das Letzte aus dem erschöpften Tier herauszuholen. Kurz dahinter keucht schon das nächste Pferd heran, dessen kleine Reiterin unter hellen Anfeuerungsrufen immer wieder die nackten Fersen in die Flanken ihres Pferdes stößt. Die beiden erreichen das Ziel. Beißender Staub senkt sich über den ganzen Platz und treibt den Zuschauern die Tränen in die Augen. Die Menschen reißen die Arme hoch, rufen, schreien, feuern an und brüllen Beifall. So geht es weiter. Jedes einlaufende Pferd wird stürmisch begrüßt, jeder Reiter noch auf den letzten Metern angefeuert und beglückwünscht. Angesteckt von der Begeisterung höre ich mich schließlich selber mitschreien, werfe meine Arme in die Luft und springe mit der Menge auf und ab.



 
 
 
 
 

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So manches Tier kann schweißnass und völlig erschöpft das Rennen nur noch im Schritt beenden, uns ist es egal. Anerkennung und Begeisterung reichen auch noch für die Reiter, die abgeschlagen und mit letzter Kraft über die Ziellinie stolpern. Später werden bei der Siegerehrung nicht nur das erstplazierte Pferd und dessen Reiter besungen, sondern allen Teilnehmern für das nächste Rennen viel Glück gewünscht.

Die dritte Sportart, dass Bogenschießen, fehlt bei den kleineren Naadam außerhalb der Hauptstadt immer häufiger. Als Jagdwaffe schon seit Generationen unbedeutend, ist der Bogen nur noch etwas für Liebhaber. Und es bedarf jahrelanger Übung, um damit über die Wettkampfdistanz von 70 Metern erfolgreich zu sein. So treten beim großen Naadam in Ulaanbaatar auch überwiegend ältere Frauen und Männer an, die durch ihre innere Ruhe und Konzentrationsfähigkeit beeindrucken.



 
 
 
 
 

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Beim Naadam geht es aber nicht nur um die 'Drei Spiele der Männer', ebenso wichtig ist Geselligkeit. Um den Festplatz herum lagern überall kleinere und größere Gruppen im kurzgeweideten Gras. Jeder kann sich hier zu Pferd oder zu Fuß ganz unbefangen bewegen und so lasse ich mich einfach bei ein paar alten Männern nieder, die im Halbkreis vor ihren Pferden sitzen. Wortlos reiche ich eine geöffnete Zigarettenschachtel herum - mehr braucht es nicht um wie selbstverständlich in den Kreis aufgenommen zu werden. Die Männer lachen mich an und ihre von tausend kleinen Fältchen zerknitterten Gesichter erzählen vom rauen Klima der Steppe. Eine Pfeife macht die Runde und auch eine sich schnell leerende Wodkaflasche. Ich werde nach meiner Frau und der Zahl meiner Kinder gefragt und mit großem Interesse und wohlgefälligem Nicken betrachten sie die Fotos, die ich als Antwort vorzeigen kann. Die Familie ist für die meisten Mongolen der Mittelpunkt ihres Lebens und Kinderreichtum und eine oft unüberschaubare Zahl von Verwandten und Angehörigen sorgt dafür, dass der Gesprächsstoff so schnell nicht ausgeht.

Mit meinen wenigen Brocken Mongolisch und weiteren Fotos kann ich nun von meiner Heimat erzählen. Deutsche gelten hierzulande als besonders tüchtig und ich spüre, wie ich die Vorstellung von einem fernen Märchenland nähre, in dem die Menschen in Überfluss und Reichtum leben. Umso erstaunter ist die Runde, als ich kein Foto meines Autos vorzeigen kann und zugebe, nicht einmal eins zu besitzen. Ihrer Achtung vor mir tut diese kleine Enttäuschung dennoch keinen Abbruch. Ein Gast wird in der Mongolei immer respektiert, ob er nun reich ist oder arm, Mongole oder Fremder.



 
 
 
 
 

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Um uns herum gleicht das Festgelände einem Ameisenhaufen. Einzelne Reiter und kleinere Gruppen ziehen wahllos umher, treffen hier ein paar Freunde zu einem kleinen Schwätzchen oder schauen dort dem bunten Treiben der anderen zu. Vor allem aber geht es darum sich zu zeigen. Ob Frau oder Mann, Kind oder Erwachsener, für das Naadam werden nur die besten Kleider, Sättel und Pferde ausgewählt. Verspiegelte Sonnenbrillen, Baseballmützen und T-Shirts sind dabei mittlerweile ebenfalls unverzichtbar. Ein paar Jugendliche galoppieren immer wieder mitten durch die Menge und versuchen sich mit übermütigen Reitmanövern zusätzlich in Szene zu setzen. Augenscheinlich aber ohne Erfolg, denn die Gesichter der Umstehenden bleiben entspannt und reglos. Es gehört zum Spiel dazu, sich unbeeindruckt zu geben.

Vergessen ist an diesem Tag die Mühsal des Nomadenlebens. Vergessen die tagtägliche harte Arbeit, die Sorge um das Vieh und den Zustand der Weideflächen. Vergessen die hohe Arbeitslosigkeit in den Städten und Ortschaften und die drückenden wirtschaftlichen Probleme eines Landes, das nach fast 70 Jahren vollständiger Abhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion, 1990 beinahe von einem Tag auf den anderen in Freiheit und Selbstverantwortung entlassen wurde. Vergessen auch die faszinierende Welt der westlichen und östlichen Industrieländer, die in Gestalt von mit Turboladern bestückten Geländewagen und knallbunten Werbespots mittlerweile auch den entlegensten Winkel der Mongolei erreicht hat. An diesem Tag werden die mongolischen Traditionen gefeiert. Nicht die ungewisse Zukunft steht im Vordergrund, sondern der Stolz über die eigene Stärke und Unabhängigkeit. Denn so hart das Leben in der Steppe auch ist, noch immer ist es die Viehzucht die einem großen Teil der Bevölkerung das Überleben sichert. Und es sind nicht Hightech und westliche Konsumgüter, die die Herden sicher über den Winter bringen, sondern Jahrhunderte altes Wissen und Erfahrung, weitergegeben von einer Generation an die nächste.



 
 
 
 
 

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Am späten Nachmittag hat sich das Feld der Ringer soweit gelichtet, dass die beiden Finalteilnehmer feststehen. Mit wachsender Spannung werden die traditionellen Vorbereitungen der Wettkämpfer beobachtet. Inmitten der Arena verkünden die Trainer mit lautem Sprechgesang die bisherigen Erfolge, bevor die Ringer selbst hervortreten. Sonnengebräunt, würdevoll und aufrecht wirken sie inmitten des Kampfplatzes wie zwei massige, muskulöse Bronzestatuen. Dann zeigen sie mit wiegenden Schritten und flügelgleich ausgebreiteten Armen den Adlertanz und klopfen sich mit den Händen zum Zeichen ihrer Stärke auf die angespannten Oberschenkel und Pobacken. Im Publikum werden Erinnerungen wach an legendäre Kämpfe, die sich über Stunden hinzogen oder durch spektakuläre Würfe entschieden wurden.

Wieder stehen sich die Wettkämpfer gebeugt gegenüber. Die Muskeln spannen sich und zucken unter der bronzefarbenen Haut. Die Finger krallen sich in die Schultern oder suchen einen festen Halt in der knappen Bekleidung. Der Atem geht schwer und unregelmäßig. Mit Scheinangriffen oder kleinen, kaum merklichen Bewegungen sucht jeder den Schwachpunkt des Gegners. Wenn sich im Finale die Besten gegenüberstehen, kann sich das Lauern und Taktieren über Stunden hinziehen. Erfahrene Kämpfer kennen alle Tricks und Kniffe. Wo andere den schnellen Erfolg suchen und sich durch Heben, Schieben und Ziehen erschöpfen, vertrauen sie auf die eigene Standfestigkeit und warten auf den richtigen Moment.

Diesmal aber wird das Publikum nicht lange auf die Folter gespannt. Nur ein Moment der Unachtsamkeit und fast spielerisch hebt der Angreifer seinen nicht eben leichtgewichtigen Gegner schulterhoch empor. Noch bevor er mit von Schmerz und Überraschung verzerrtem Gesicht auf dem Boden landet bricht der Beifall los. Die Menschen springen auf, Arme fliegen in die Luft und die begeisterten Zuschauer feiern den Gewinner, der hier und heute mit Ausdauer, Kraft und Behändigkeit über alle Gegner triumphiert hat. Doch der Applaus gilt auch dem Verlierer, denn auch er hat sich heute als großer Kämpfer bewiesen.

Mitten im Beifallstaumel klopft mir ein junger Mongole auf die Schulter. Er strahlt über das ganze Gesicht. 'Haben wir nicht schnelle Pferde und starke Ringer? Ist die Steppe nicht grenzenlos weit und unsere Herden groß und gesund? Was kann schöner sein, als im Sommer über die Steppe zu reiten und Naadam zu feiern!'

mehr Fotos aus der Mongolei: www.mongolia.dirkpfuhl.de



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Kommentare
  • nepalgoods (RP) 05.03.2008 | 05:48 Uhr

    Wunderbarer Bericht! Obwohl ich gar nicht so viel lesen wollte, haben mich Deine Worte hineingezogen und ich habe mich fesseln lassen von Deinen Eindrücken. Das war sicherlich ein sehr ungewöhnliches Erlebnis. Die Fotos zeigen sehr eindrücklich die Dynamik der Wettkämpfe.

  • daruwalla 05.03.2008 | 16:35 Uhr

    Ein ganz toller Bericht mit eindrucksvollen Fotos und scheinbar nebenbei eingefügten allgemeinen Informationen zum Land und zu den Menschen. Macht Lust auf mehr.

  • Gringo 07.03.2008 | 20:57 Uhr

    Hallo ! Hat mir super gefallen der Bericht und mich wieder mit meinem Lieblingsschriftsteller Galsan Tschinang aus der Mongolei in Verbindung gebracht. Wer sich für das Leben in der Mongolei interessiert, sollte seine Bücher lesen. Galsan Tschinang ist der Fürst der in der Mongolei (noch heute unterdrückten) Tuwa. Er lebt auch teilweise in Deutschland und gibt Lesungen und Seminare.

  • Sprotte1964 09.03.2008 | 19:35 Uhr

    Ein toller Bericht , der Lust auf mehr macht. Ich bin sehr beeindruckend, daß Du ausreichend mongolisch für eine kleine Unterhaltung sprichst.
    Ich selbst werde Ende Mai für drei Wochen in die Mongolei reisen und bin schon sehr gespannt, was mich erwartet. Ich werde gleich noch mal auf Deine Homepage gehen.

  • dpfuhl 12.03.2008 | 17:47 Uhr

    Offenbar ist der Eindruck entstanden, ich könnte leidlich mongolisch sprechen - nun, daß ist nicht der Fall. Die im Bericht geschilderte "Unterhaltung" lief in der Hauptsache über eine ganze Menge Fotos, ergänzt von wirklich nur ein paar Brocken Mongolisch und vielen Gesten und Zeichen.
    Gerade die Fotos aber waren mir bei solchen Gelegenheiten extrem nützlich. Ich habe zu diesem Zweck einfach ein kleines, wetterfestes Album zusammengestellt, mit ganz einfachen Bildern aus meinem alltäglichen Leben: meine Familie, mein Haus, Ansichten meiner Stadt, typische Landschaftsbilder, Nutztiere, Felder, Landwirtschaft usw. So konnte ich auch ohne viele Worte von mir und meiner Heimat erzählen. Und das ist einer der wichtigsten Aspekte der mongolischen Gastfreundschaft; Der Gast wird bewirtet, bekommt vielleicht sogar eine Schlafstelle und Hilfe, und dafür erzählt er den Gastgebern Neuigkeiten, Nachrichten oder Geschichten.
    Darüber hinaus sprechen aber auch erstaunlich viele, vor allem junge, Mongolen ein wenig Englisch.

  • moona 11.08.2010 | 09:34 Uhr

    Dein ausführlicher und einfühlsamer Bericht hat mir sehr gefallen, ebenso die tollen Fotos. Du hast aber nicht verraten, WO du das Naadam mitgemacht hast - oder habe ich was überlesen?
    Deinen Tipp mit dem wetterfesten Fotoalbum zum Mitnehmen finde ich sehr gut. Als alleinreisende Frau habe ich auch immer Fotos der Familie bei mir, besonders interessant sind Bilder von Familienfeiern. So findet man schnell Gemeinsamkeiten und kann ohne viele Worte einen Eindruck von sich selbst vermitteln. Ein Mensch ohne (vorzeigbare) Familie ist in der Mongolei - und nicht nur dort - so ungewöhnlich, das man sich sein Leben nur schwer vorstellen kann und ihn wohl eher bedauern würde.

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