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Reisebericht: Egypt 2003
Zum ersten Mal in einem eigenen Appartment - gebucht beim einem ägyptischen Reiseunternehmen.
Egypt 2003
Was hatte mich denn nur geritten, diese Reise zu machen??? Wenn es dem Esel zu wohl wird, dann geht er auf’s Glatteis, sagte meine Oma immer. Die gute Seele verstand sich auf die Deutungen des Lebens. Aber man soll sich seinen Traum erfüllen, solange die Mittel es zulassen und dazu hatte ich noch die Mittel.
Da ich ja schon zwei Mal Ägypten bereiste (einige Leute werden bestimmt sagen, es waren nur kleine Abstecher), war ich mir sicher, daß eine Pauschalreise meinen Wissensdurst nicht mehr stillen und mir keine neuen Eindrücke bringen könnte. So musste ich also nach neuen Wegen suchen.
Ahmed hatte mir im letzten Jahr schon mit seinen Ideen in den Ohren gelegen und wollte ein Apartment für uns mieten. Die Idee gefiel mir damals bereits außer- ordentlich, wurde aber durch seinen Eintritt in die Armee vereitelt und ich machte kurz entschlossen eine Nilkreuzfahrt. Ein Traum, den sich viele Leute ruhig mal erfüllen sollten. Wer auf dem Nil unterwegs war, schwärmt mir heute noch was vor. Das Gesprächsthema ist gar unerschöpflich.
Ich bewegte mich auf meinen Reisen immer in der zeitlichen Periode des Neuen Reiches und späterer Dynastien und wollte auch in dieser Zeitlinie bleiben, da es daraus noch viele Monumente gibt, die ich noch nicht gesehen hatte. Die Toten- tempel in Theben-West zum Beispiel und auch die Tempelanlagen in Dendera und Abydos. Eine zu starke Vermischung der ägyptischen Geschichte wollte ich nicht, denn das Interesse ist zu stark, um sich mit einem Schnelldurchlauf durch die Zeiten nur zu verwirren. Vielleicht wird später ja mal mehr daraus. Auf die Pyramiden wollte ich diesmal allerdings nicht verzichten; wusste ich denn, ob ich danach jemals wieder die Gelegenheit zur Reise erhalten werde???
Beim Surfen im Internet stieß ich auf die Seite www.touregypt.net , die eine Eingabe-Maske für Gesuche enthält. Okay, gebe ich meine Vorstellungen halt mal ein – ist ja unver-bindlich – und harre der Dinge, die da kommen werden. 3 Wochen wollte ich in Ägypten bleiben, davon 2 Wochen in Luxor in einem Apartment und 1 Woche in Cairo im Hotel. Auch die antiken Monumente habe ich aufgezählt, die unbedingt auf der Liste stehen sollten. Tja, und dann wurde ich von Email-Angeboten überschwemmt. Meistens waren es Standardangebote von Reiseveranstaltern aus Canada, Großbritannien und auch aus Ägypten. Eigentlich peinlich für die Firmen, so lieblos mit meinen euphorischen Gefühlen umzugehen. Diese Emails landeten sofort im Orkus. Nur eine Firma hatte sich die Mühe gemacht und mein Gesuch gelesen und beantwortet. Beinahe hätte ich das Email gelöscht, denn es war doch arg verstümmelt, ließ sich dann aber zurechtfummeln. Nach einigen Nachfragen war die ganze Sache klar. Der Eindruck, den ich in den Mailkontakten erhielt war ordentlich und der Preis nicht zu hoch. Also habe ich zugesagt.
Die Flüge waren nicht enthalten, denn ich wollte diesen Punkt doch von vornherein sicher geklärt wissen und da kam dann wieder das Ticketkontor Hamburg ins Spiel. Gleich nach meiner Zusage nach Cairo schrieb ich eine Mail an Raimond, daß ich wieder nach Ägypten müsse, teilte ihm die Termine mit und bekam prompt die mögliche Flugverbindung mit Lufthansa und Egypt-Air. Zwei Tage später sass ich vor seinem Schreibtisch und bat ihn, sofort unterschreiben zu dürfen, damit ich nicht Schiss vor meiner eigene Courage bekäme. Wir haben herzlich gelacht und noch lange ‚gefachsimpelt’. So konnte also das Abenteuer starten.
Über die Bonität des ägyptischen Unternehmens, es heißt übrigens Osoris-Travel, wusste ich bis dahin gar nichts und da fiel mir Maghdi, der Besitzer vom 1001 Nacht ein, bei dem ich schon häufiger zum Shisha-Rauchen war. Ein Anruf bei seinen Verwandten in Cairo brachte zum Vorschein, daß es sich um ein recht großes und zuverlässiges Unternehmen handelt. Damit war mein Gewissen beruhigt und ich konnte einigermaßen ruhig dem Abflug entgegensehen.
Los ging es dann am Freitag, den 09. Mai. Der Abflug war für 07.10 h von Hamburg nach Frankfurt geplant. Oh Gott, welch eine Zeit. Ich hatte mir für 05.00 h ein Taxi vorbestellt und Ruckzuck war ich dann am Flughafen. Beim Einchecken wurde ich gleich auf die frühere Maschine um 06.10 h umgebucht – ist ja egal, ob man in Frankfurt oder Hamburg rumhängt. Sogar für den Weiterflug nach Kairo erhielt ich meine Bordkarte in Hamburg. Der Airbus A 300 war nur zu 50 % besetzt. Freitag ist halt kein besonders gefragter Tag für Geschäftsreisende. In Frankfurt musste ich dann vom Terminal A zum internationalen Lufthansa-Terminal B. Die beiden Terminals sind durch einen langen Tunnel verbunden, den man auf Laufsteigen durchquert. Wechselnde farbige Beleuchtungen und Geräuscheinspielungen im gesamten Tunnel erinnern ein wenig an Dschungelatmosphäre. Nett gemacht. Und dann hieß es warten. Noch 40 Minuten bis zum nächsten Check-In. Die erste Zeitung ist schon ausgelesen. Die Meldungen werden uninteressant angesichts einer Überseereise. Viele Probleme sind eigentlich gar keine und werden von uns überreizten Mitteleuropäern gern aufgebauscht und überbewertet. Gern hätte ich noch ein wenig geschlafen, wie es viele Reisende taten, aber dann hätte ich zu große Angst gehabt, den Flieger zu verpassen. Das hält wach. Zwischendurch streifte ich durch einige Du-ty Free-Läden und habe auch wirklich das Eau de Toilette gefunden, daß Constanze ihrem Arne zum Geburtstag schenken wollte. „Xeryus“ von Givenchy ist nur sehr schwer in den Parfümerien zu bekommen. Und wenn man schon mal dabei ist, habe ich auch gleich noch den Gin gekauft. Marianne – Arne’s Mutter – hatte mir noch auf den Weg mitgegeben, daß morgens und abends ein Schluck Gin oder Whiskey sehr gut gegen Durchfallerkrankungen sein soll. Altes Hausmittel, daß sie immer anwendet, wenn Sie nach Sharm-El-Sheik fliegt. Dann mal Prost.
10.35 h – endlich hebt der nächste Flieger ab. Ich befinde mich in einem Airbus A340, damit wollte ich immer schon mal fliegen. Ein schwerer Vogel, der recht lange braucht, bis er sich endlich aufraffen kann, in die Lüfte zu steigen. Kenne ich schon vom Jumbo-Jet, da gefallen mir die kleineren Flieger besser, denn man spürt häufig noch den sprichwörtlichen Tritt in den Allerwertesten, wenn sie anschieben. Ich sitze etwas eingeengt vor dem Waschraum in der Mitte der Kabine am Fenster. Neben mir ein etwas massigerer Herr, der sich mit Vorliebe Gintonic hinter die Binde kippt. Bloss noch keinen Alkohol, sonst gibt es bestimmt Sprachprobleme in Ägypten. Die ersten Tage muss ich mich wieder sehr konzentrieren. Leckeres Essen, netter Service und ein wenig Bordprogramm. Der Flug dauert ja nur 4 Stunden, da bleibt nicht viel Zeit. Übrigens ist es der tägliche Flieger nach Addis Abeba, der in Cairo Station macht.
Anflug auf Cairo. Wir drehten eine Runde um die Stadt herum. Ich sah schon die Pyramiden – wie klein sie aussahen von hier oben. Dabei sollen sie die einzigen menschlichen Bauwerke sein, die man ohne Hilfsmittel aus dem Weltraum erkennen kann. Kann nicht ganz stimmen, egal. Die Stadt erschien sehr trist und staubig – alles nur eine Frage der Sichtweise, wie ich später dann noch merken sollte. Und dann ging es wieder los – der Vogel spreizte das Gefieder. Es ist jedesmal ein tolles Schauspiel, wenn sich alle möglichen Klappen und Anbauten an den Flügeln verschieben. Pünktlich setzten wir auf der Landebahn am neuen Terminal auf. Im Flughafen wurden wir zuerst von Beamten der Quarantäne daraufhin überprüft, ob wir aus SARS-Gebieten einreisten. Dazu wurde auch im Paß nachgesehen. Dann wie- der der übliche Durchgang durch die Immigration und zum Gepäck. Klappte alles reibungslos.
Nach Luxor musste ich mit Egypt-Air weiterfliegen. Ich hatte zwar das Ticket, aber das Gepäck konnte nicht durchgeroutet werden. Die Maschinen gehen von einem ganz anderen Terminal raus und das ist schon ein paar Kilometer entfernt. Also, dann die Tasche geschultert und aus dem Gebäude raus. Wie geht es denn nur weiter?? Erstmal Geld wechseln. Und schon ist man von Wegelagerern umringt, die Taxis anbieten. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, obwohl ich Taxifahren in Ägypten verabscheue. Die Touroperator am Terminal vermitteln auch Taxen und da habe ich dann mal ja gesagt und fand mich auf dem Weg zum Terminal. Rausgeben konnte der Typ natürlich nicht, habe ich halt das erste Bakschisch gegeben. Es sass dann mal wieder ein weiterer Ägypter mit im Wagen und – wie konnte es anders sein – beim Aussteigen wollten beide noch mal Bakschisch haben. Habe ich alles schon mal erlebt, da muss man einfach seine Tasche greifen und laut Zeter und Mordio schreiend von dannen ziehen. An den Terminals stehen immer die bewaffneten Touristenpolizisten rum. Die kann man im Notfall auch um Beistand bitten. War aber diesmal nicht notwendig.
Jetzt hieß es erstmal warten – wenn ich doch schon mal das große Gepäck los wäre. Beinahe hätte ich noch den Check-In verpaßt, denn jemand wies mich zuerst in die falsche Richtung. Ein Ägypter aus der Lufthansa Maschine wurde auf mich aufmerk- sam und scheuchte mich gleich weiter. Dann ging alles glatt und um 18.30 Uhr hob der nächste Flieger in Richtung Luxor ab. Nach einer Stunde war ich dann endlich am Ziel.
Am Gepäckband erwartete mich schon Mr. Osama und begrüßte mich erfreut und zuvorkommend. Wir hielten einen kurzen Schnack und schon rollte meine Tasche aufs Band. Draußen erwartete uns der übliche japanischer Kleinbus für die Fahrt nach Luxor-Stadt. Es dämmerte bereits – die Landschaft versank im Zwielicht und erhielt dadurch einen ganz besonderen Reiz. Ich war wieder zu Hause.
Es ging entlang der Corniche mit der bezaubernden Beleuchtung, die ich schon im letzten Bericht beschrieben hatte. Alle Bäume an der Corniche sind mit bunten Lichterketten umwickelt. Ein wunderschöner Anblick. Dazu dann die beleuchteten Nilschiffe. Und als absoluter Höhepunkt der Luxor-Tempel, von orangenen Strahlern erhellt. Warme sanfte Luft umwehte mich durch das geöffnete Seitenfenster, es fühlte sich wie Samt auf der Haut an. Alle meine Sinne wurden gestreichelt und liebkost.
Das Apartment lag in einer kleinen Seitenstrasse an der Sharia Television. (Jetzt weiß natürlich jeder gleich, wo es sich befindet +grins+) Recht groß und akzeptabel. Eingerichtet mit Fernseher, Klimaanlage, Waschmaschine, Gasherd, Kühlschrank. Alles war sauber und frei von Ungeziefer.
Mit Mr. Osama ging ich noch kurz raus, denn ich hatte ja nichts im Kühlschrank und für das Frühstück brauchte ich schon was Leckeres zum Essen. Wir kauften Brot und Käse. Tee war noch vorhanden. Außerdem Trinkwasser aus der Flasche. Danach setzten wir uns in ein Kaffeehaus, tranken Tee und rauchten eine Wasserpfeife. Das fand er schon genial, daß ich gleich Shisha rauchen wollte. Hatte er wohl bei Auslän- dern nicht häufig erlebt. Wir klönten noch etwas und er erzählte mir, daß er für viele Cairener Touristik-Unternehmen die Abwicklung vor Ort übernommen habe. Netter Bursche mit einem entzückenden Lächeln und einem offenen Gesicht. Dann gingen wir zurück zum Apartment, denn ich fühlte mich doch ein wenig geschafft von dem langen Tag. Die Klimaanlage lief, aber leider das Wasser nicht. Okay, musste ich halt bis morgen früh mit dem Duschen warten, so verdreckt war ich ja nun auch nicht. Was für ein Abenteuer mir wohl noch bevorsteht??? Die erste Hürde hatte ich schon mal genommen – ich hatte mein Reich für mich allein. Und es tat gut, wieder hier zu sein.
Ich schlief gut, trotz Klimaanlage und Straßenlärm. Man hört doch einiges von der Umgebung, aber richtig störend war es nicht. Auch der Muezzin, der um 05.00 h morgens schon sein Lied singt (und dadurch die anderen Muezzin zu einem wahren Wettstreit herausfordert), läßt sich gut ertragen.
Erstmal Frühstück. Ordentlich schwarzen Tee gekocht, dazu gab es dann Weißbrot und Käse. Es war ein Feta-Käse, den es in einem Tetrapack zu kaufen gab, was ich zuerst für eine Milchtüte hielt. Na ja, lag ja nicht ganz daneben, es war ja ein Milch- produkt drin. Dann machte ich mich auf dem Weg nach unten, wo schon Mr. Osama mit einem anderen Mann saß, der sich als Hausverwalter herausstellte. Schon war die Angelegenheit geregelt, das Wasser lief und ich konnte gleich ein ordentliches Duschbad nehmen. Zähneputzen nur mit Wasser aus der Flasche. Man sollte doch vorsichtig sein.
Mit Mr. Osama besprach ich dann das weitere Programm hier in Luxor. Heute wollte ich erstmal einen ruhigen Tag genießen nach dem langen Reisetag. Dann konnte es losgehen. Geplant waren 3 Tage mit Besichtigungsprogramm. Aber heute erstmal nichts. Am Nachmittag machte ich mich dann auf den Weg zur Corniche, um bis zum Luxortempel zu laufen. Natürlich fragten mich wieder Droschken- und Taxifahrer, ob sie mir behilflich sein könnten. Höflich und bestimmt lehnte ich ab. Keine Probleme, aber was sie denken, würde ich gern wissen. Wahrscheinlich halten sie uns Euro- päer für bescheuert, wenn wir bei diesen Temperaturen auch noch laufen wollen, anstatt bequem im Auto zu fahren. Aber dann sieht man halt nicht so viel.
Gleich, nachdem ich auf die Corniche abbog, hörte ich schon wieder jemanden hinter mir herschreien. Und dann kam Mahmoud auch schon über die Straße gelaufen. Niedlicher Kerl mit wirrem schwarzen Haar und wunderschönen Augen. Ich konnte mich schon wieder nicht erwehren. Also ging ich mal mit auf die Felukka. Nur reden, hat er gesagt – warum auch nicht. Nein sagen konnte ich immer noch. Denkste, wir machten eine Felukkenfahrt und wurden von einem Schlepper den Nil hinaufge- schleppt. Der Wind ist in Luxor nicht sehr gut. Auf geht’s nach Banana-Island. Einer Halbinsel oberhalb von Luxor, die von drei ägyptischen Schwestern (schon etwas älter) geerbt und an Bauern weiterverpachtet wurde, mit der Maßgabe, den Bestand an alten Bäumen zu pflegen und der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Natürlich gegen einen kleinen Obolus. Man läuft ganz nett unter alten Bäumen und durch Bananenplantagen. Am Schluß erhielten wir noch ein paar Bananen zum Abschied, die ausgesprochen lecker schmeckten. Ganz fest im Fleisch und leicht säuerlich – wie Limonen. Zurück konnten wir leider auch nicht segeln, so mussten wir uns treiben lassen. Ruhiges, sanftes Gleiten auf dem Wasser. Kein Geräusch, kein Motorenbrummen, keine Dieselabgase (wenn nicht gerade ein Nildampfer am Ufer lag). Ja, so war es gemeint – Erholung pur, die Gedanken schweifen davon, der Wind erzählt von fernen Ländern; Gerüche, die vom Ufer herüberwehen zeugen von allen Herrlichkeiten des Orients. Könnten wir doch ewig den Nil entlanggleiten.
Mit dem Motorrad ging es zurück zur Sharia Television. Wir nahmen noch Tee und Shisha in dem Kaffeehaus, in dem ich gestern abend schon war. Man grüßte mich bereits. In dieser Gegend sind bestimmt nicht sehr viele Touristen unterwegs, sonst würde so was nicht passieren. Anschließend gingen wir noch Einkaufen. Ich brauchte noch Brot. Mahmoud zahlte zuerst und ich gab ihm dann das Geld wieder. Der einfache Hintergrund dazu ist, daß er halt bessere Preise bekommt als ich. Typisch, aber wie man sieht, man kann sich das Leben auch erleichtern.
Zurück zum Apartment. Um 06.00 h musste ich schon aufstehen, denn wir wollten um 07.00 h in Richtung Theben West. Ich telefonierte noch mit Ahmed, der schon wieder eifersüchtig reagierte, als ich von Mahmoud sprach, aber nicht alles erzählte. Ich musste ihm Hoch und Heilig versprechen, nur für ihn da zu sein. Ja, ich liebe diesen Kerl.
Es war Sonntag morgen und ich schon 04.00 h wach. War wahrscheinlich die Aufre- gung. Pünktlich um 05.00 h begannen die Muezzine mit dem Ruf zum Morgengebet. Dann ging der Wecker um 06.00 h. Wie praktisch doch ein Handy sein kann. Eine Weckfunktion ist ideal, wie ich auf der letzten Reise schon feststellen konnte. Aus- giebiges Frühstück mit Tee, Brot, Käse und Yoghurt – voll ausreichend. Ich muss allerdings noch Marmelade besorgen. Man wird hier doch wohl Feigenmarmelade bekommen, denn das gehört bei mir einfach zu einem guten Frühstück dazu. Schnell noch die Tasche für den Tag gepackt und die Wasserflasche darf natürlich nicht vergessen werden.
Scheiße, es ist schon wieder kein Wasser zum Duschen da. Machet auch nichts, es gab ja Deodorant und bis zum Mittag war ich sicher total verschwitzt von der Hitze in Theben West. Aber schnell noch die Zähne geputzt. Da ist es doch gut, wenn Wasser in der Flasche im Haus ist.
Pünktlich um 07.00 h ging es los. Der Kleinbus fuhr vor und ich stieg mit Mr. Osama zusammen ein. Auf der Fahrt in Richtung Theben West trafen wir Mr. Ahmed, meinen Reiseführer. Er wartete vor dem Novotel auf uns. Mr. Osama teilte ihm noch mit, was heute alles auf dem Programm stand und verabschiedete sich dann von mir. Los ging es in Richtung Süden zur Mubarak-Brücke, die große Brücke, die Luxor mit Theben West verbindet. Zuerst fuhren wir zum Tal der Könige. Leider war das Grab von Sethos I. immer noch geschlossen. Ich hoffe ja auf das nächste Jahr. Irgend- wann bekomme ich es noch zu sehen. Auf jeden Fall wollte ich wieder das Grab von Thutmosis III. besichtigen. Es ist einfach sehenswert. Also machten wir uns zuerst dahin auf den Weg. Mr. Ahmed erklärte mir noch einige Details. Er war recht gut unterrichtet. Und dann stieg ich hinab in die unterirdischen Gefilde.
Wenn man sich Zeit lassen kann, ist es einfach am Schönsten. So brauchte ich nicht auf die Uhr zu sehen, sondern konnte mich wirklich auf die Schönheiten der Ausma- lung konzentrieren.
Zu dieser frühen Stunde waren nur sehr wenige Touristen unterwegs, was ich trotzdem als störend empfand. Kann ich nicht einfach mal einen Tag für mich allein hier sein und alle Gräber sind nur für mich geöffnet??? Träume.
Danach sah ich noch die Gräber von Ramses IV. und Ramses VI. mit ihren hervorra- genden Reliefs und Malereien. Beide Gräber sind noch in einem bemerkenswert guten Zustand, was wohl nicht mehr lange so bleiben wird.
Als nächste Station nahmen wir Deir El Bahari, den Totentempel der Hatschepsut, unter die Lupe. Dieses Bauwerk ist grandios, allerdings herrschten dort Temperatu-ren, die einen längeren Aufenthalt doch vereitelten. Aber die Reliefs musste man einfach gesehen haben. Nirgendwo habe ich so schöne und sorgfältige Arbeiten gesehen, wie an diesem Tempel. Man merkt, es war eine Frau im Spiel.
In der Alabasterwerkstatt am Restaurant Hatschepsut machten wir kurze Rast. Herr Ahmed hoffte bestimmt, daß ich etwas kaufen würde. Ich nahm nur einen Tee, schaute mich um, kaufte aber nichts. Es gab 3 Stücke, die recht gut gelungen wa- ren. Allen anderen Sachen sah man die schnelle Massenfabrikation an.
Sehr empfehlenswert ist wirklich ein Besuch im Tal der Noblen, was wir als Nächstes auf dem Programm hatten. Auch die Adligen wollten sich gern gut bestatten lassen, allerdings war Ihnen die Ausschmückung des Grabes mit Götterszenen verwehrt. Das war nur dem Pharao und der königlichen Familie vorbehalten, die ja als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen auftraten und daher eine Sonderstellung bezogen. In den Gräbern der Noblen (wir besuchten die Gräber von Ramose, Userhat und Chaemhat) besteht der Wandschmuck aus Reliefs und Malereien, die sich auf den Grabinhaber und seine Stellung beziehen. Meistens war er im Kreise der Familie gezeigt, während seiner Tätigkeit, sowie bei verschiedenen Alltagssze-nen. Sehr gern genommen werden zum Beispiel Jagdszenen.
Auch das Tal der Königinnen durfte man nicht vergessen. Leider war das Grab der Nefertari wieder geschlossen. Ich hoffe auf das nächste Jahr.
Jetzt waren noch verschiedene Totentempel zu besichtigen, die von den Pharaonen an den Rand des Fruchtlandes gebaut wurden. (Natürlich haben sie diese Tempel nicht mit den eigenen Händen gebaut !!!) In diese Tempel werden die üblichen Tou-risten selten geführt. Daher standen sie auch auf meinem Wunschzettel. Zuerst fuh-ren wir zum Ramesseum. Leider hatte Herr Ahmed es versäumt, die Eintrittskarten zu besorgen. Wir mussten zurück zum Inspektorat und die Karten kaufen. Dann konnten wir endlich hinein. Im ersten Innenhof ist noch ein Teil einer Kolossalstatue von Ramses dem Großen zu sehen, die bei einem Erdbeben umgefallen ist. Sie war etwa 15 Meter hoch und wird auf ein Gewicht von 900 to geschätzt. Ein Monolith, wohlgemerkt. Was für eine erstaunliche Leistung. Der restliche Tempel ist auch ko-lossal, wie es sich für einen derartigen Herrscher gehört. Überall an den Wänden wurde Ramses verewigt und von den Göttern beweihräuchert. Auch die Schlacht von Kadesch durfte hier nicht fehlen. Der Tempel hieß im Altertum „Das Haus der Millionen Jahre“. So lange wird er nicht stehen, aber die Zeitspanne, die er überdauert hat, lässt einen schon grübeln.
Es gibt dann noch den Tempel Medinet Habu zu besichtigen, der von Ramses III. er- baut wurde. Dies ist kein Sohn von Ramses dem Großen. Ramses III. entstammte der 19. Dynastie, also der folgenden Dynastie, die keine Blutsverwandtschaft zu Ramses dem Großen hat. Ramses III. war der Pharao, der die Seevölker besiegen und damit Ägypten retten konnte. Die Seevölker haben einen Großteil der Kulturen im östlichen Mittelmeerraum überrannt. Nach der Besichtigung habe ich mich mit Herrn Ahmed im gegenüberliegenden Cafe getroffen und erstmal einen ordentlichen heißen Tee mit Minze genommen. So ein Getränk ist erfrischender als die ganzen eiskalten Softdrinks, die sich die Touristen hineinschütten.
Wir waren gegen 15.00 h wieder zurück am Apartment. Erhitzt und ausgetrocknet, aber glücklich über den schönen Tag. Wir verabredeten uns für den nächsten Mor- gen, dann musste ich erstmal einen Tee trinken und duschen. Welch Wohltat doch eine Klimaanlage ist, auch wenn sie auf 25 Grad Celsius eingestellt war. Ich hatte sie extra so warm gelassen, um nicht mit schweren Erkältungskrankheiten konfrontiert zu werden. Man kann es auch übertreiben. Um 17.00 h traf ich mich wieder mit Mahmoud vor dem Laden, den seine Schwester betreibt. Dieser Laden ist ganz in der Nähe des Apartments und ein guter Treffpunkt für uns.
12.05.2003
Heute sind wir nur in Luxor unterwegs. Um 09.00 h sollte ich abgeholt werden. Also hatte ich genug Zeit für Frühstück mit den ersten Nachrichten auf Nile TV. Beherr- schende Themen waren Israel, Iraq, sowie SARS. Auch unser Kanzler Schröder kam öfter in den Nachrichten vor. Als Fernreisende hatten wir ihm viel zu verdanken.
Als ich fünf Minuten vor 09.00 h vor dem Haus stand, war noch kein Wagen zu sehen. Dann werden sie bestimmt die ägyptische Zeit gemeint haben. Stimmte nicht, denn absolut pünktlich kam der Bus um 09.00 h um die Ecke gefahren. Was will man mehr? Nachdem wir Herrn Ahmed abgeholt hatten, fuhren wir zum Karnak-Tempel. Einmal die gesamte Corniche hinauf. Herr Ahmed erklärte mir sehr viel (die meisten Dinge kannte ich zwar schon von den früheren Besuchen) und die Zusammenhänge wurden immer deutlicher. Was hatte ich nicht auch schon alles gelesen? Wir konnten uns wirklich viel Zeit lassen und betraten auch den Bereich hinter den Obelisken um das Allerheiligste und die dahinter liegenden Gebäude zu sehen. Bereiche, die ich beim ersten Besuch gar nicht gesehen hatte. Die Gruppen werden einfach viel zu schnell durchgeschleust. Es lohnt sich schon, in die Reiseleitung zu investieren. Hin-ter dem Allerheiligsten liegt die Festhalle von Thutmosis III., sowie der sog. Botani-sche Garten. Über die Bedeutung der Festhalle streiten die Experten noch. Sie ist vom Stil her anders, als alle Bauten auf dem Gelände des Tempels. Im Botanischen Garten zeigen Reliefs Tiere und Pflanzen aus dem vorderen Orient. Die Reliefs sind so gut gearbeitet, dass man danach verschiedene Tier- und Pflanzenarten bestimmen konnte. Im Anschluss daran zieht sich ein Bereich mit kleineren Tempeln, sowie Magazinen und Priesterwohnungen um den Tempel herum, die leider sehr stark zerstört sind.
Wir legten an der Cafeteria eine Pause ein und nahmen unseren obligatorischen Tee zu uns. Touristengucken ist auch ein sehr beliebter Sport. Einige Menschen lassen ja keine Peinlichkeit aus.
Anschließend schlenderten wir durch den großen Säulensaal zurück und gingen dann ins Freilichtmuseum. Der Bereich liegt zwar auch dem Tempelgelände, kostet aber EL 10,-- extra, die auf jeden Fall gut angelegt sind. Die Rote Kapelle der Hat-schepsut war fast fertiggestellt, dann sind noch 2 Kapellen aus Alabaster zu besichti-gen, die Amenphos II und III zugeschrieben werden. Und die weiße Kapelle Sesostris I, die als eine Keimzellen des Karnaktempels zu betrachten ist. Hier ließ ich mir viel Zeit beim Herumstreifen und ging auch durch die Reihen von aufstapelten Steinblö-cken, die noch auf Restaurierung und Verarbeitung warten. Viele wunderschöne Reliefs waren zu sehen.
Man kann es einfach nicht genug sagen. Es ist toll, einen Reiseführer für sich allein zu haben. Keine Rücksichtnahme auf eine Gruppe ist notwendig. Man kann mehr oder weniger bestimmen, was man sehen möchte. Und ich empfand es als sehr vor- teilhaft, Zeit zu haben und auch die Zeiteinteilung bestimmen zu können. So muss es sein.
Dann zum Luxortempel, den ich mir auf jeden Fall an einem anderen Abend an- schauen werde, wenn der ganze Bereich erleuchtet ist. In diesem Tempel zeigen sich sehr viele Spuren anderer Religionen. Zu römischer Zeit war der Tempel in eine Garnison umgewandelt und natürlich wurde ein Teil als Tempel für die römischen Götter genutzt. Es finden sich in einer Ecke Fresken, die Männer in römischen Ge-wändern erkennen lassen. Nicht weit davon befinden sich Reste einer christlichen Kirche und eine Moschee ist auf einem Gebäudeteil aufgebaut, der jahrhundertelang unter Sandmassen vergraben war. Als man den Tempel dann freilegte, befand sich die Moschee 5 Meter über dem normalen Boden, wo sie auch heute noch existiert. Von der Seite her führt eine Brücke hinein. Der Tempel hat wahrlich viel erlebt.
Mit fielen Ähnlichkeiten mit den europäischen Kathedralen auf. Auch an ihnen wurde sehr lange gebaut. Sie waren Machtzentren und durch Schenkungen reich begütert. Fürsten ließen sich gegen Spenden darin verewigen, wie viele Kirchenbilder heute noch zeigen. Manches ändert sich halt nie.
Damit war der Besuchstag auch schon gelaufen. Erstmal wurde geruht, denn die Temperaturen gingen wieder an die 40° Cels. heran. Mit Mahmoud telefoniert. Wir würden uns später treffen. Vorher machte ich noch einen Spaziergang über die Cor-niche und durch den Bazar. Eigenartigerweise wurde ich heute nicht angesprochen. Welch eine Ruhe. Zurück zum Shop. Ich musste noch Wasser und Brot kaufen, was ich mit Mahmoud zusammen erledigte. Er wollte heute kein Geld haben. Er hatte ei-ne Tour und gut Tip bekommen. Mit Mahmoud und seiner Cousine ging es zum Es-sen in ein kleines Restaurant, das einem Freund gehört. Ich nahm Kufta, sehr lecker. Heute war Mahmoud außer Rand und Band. Er wirkte irgendwie total durchgeknallt. Ein Clown sondergleichen. Man muss ihn einfach mögen.
Später rief ich noch Ahmed an. Er will morgen kommen. Da er von Cairo mit dem Zug kommt, ist er erst am Nachmittag in Luxor. Passt gut zu dem morgigen Pro-gramm.
13.05.2003
Heute standen Dendera und Abydos auf dem Plan. Pünktlich um 07.30 h holte mich der Fahrer ab. Wir luden dann noch Herr Ahmed ein und ruckzuck ging es zum Sammelpunkt. Hier kann nur im Konvoi gefahren werden, der auch pünktlich um 08.00 h losging. Für den Konvoi wurde wirklich alles freigeräumt. An jeder Straßen-sperre erhielten wir Vorfahrt. Die Fahrt bis Abydos dauerte 2,5 Stunden und man konnte sich gar nicht sattsehen an der Landschaft. Der Tempelbereich liegt am Ortsrand, ist abgezäunt und wird streng bewacht. Überall standen Polizisten mit Maschi-nenpistolen und auch berittene Polizei war da. Sehr viel mehr als in Luxor. Das erzeugte schon ein eigenartiges Gefühl. Der Tempel selbst ist eine fantastische Anla-ge, die vom üblichen Aufbau abweicht. Begonnen von Sethos I., dem Vater von Ramses dem Großen, der den Bau vollendete und sich dabei großzügig verewigen ließ. Phantasie ist beim Osirion notwendig, einem unterirdischen Bauwerk, das jetzt allerdings freigelegt ist. Hier wurde wahrscheinlich das Osiris-Mysterium nachgespielt und dadurch die Priester eingeweiht. Aber Phantasie habe ich ja. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie Ramses durch dieses Bauwerk geschritten ist. Ein Raum befasst sich mit dem Osiris-Mysterium und zeigt Details als Reliefs, so z. B. der entscheiden-de Geschlechtsakt zwischen Isis und Osiris, dem Horus entstammt. In einem ande-ren Bereich des Tempels befindet sich die Königsliste. Hier sind – mit einigen wenigen Ausnahmen – alle Pharaonen verzeichnet bis einschließlich Ramses.
Noch einen Tee in der Cafeteria und wir mussten schon wieder zurück. Hier konnte ich leider nicht nach Gutdünken rumlaufen, denn wir waren vom Konvoi abhängig.
Während der Mittagszeit verblassten die Farben, die Landschaft wandelte sich, es lag eine eigenartige Stille über dem Land. Als wollte sich das Land verflüchtigen und wie eine Fata Morgana in der Ferne verschwinden. Das Land zieht einen in seinen Bann.
Dendera, das Heiligtum der Göttin Hathor. Ein Tempel aus Ptolemäischer Zeit in sehr gutem Zustand. Bemerkenswert ist die Decke in der ersten Säulenhalle. Die Felder zwischen den Säulenreihen zeigen verschiedene Sternenkonstellationen, was mich zu der Vermutung anregt, es handele sich hierbei um das gesamte astronomische Wissen der Ägypter. Dies wird deutlicher, wenn man auf das Dach des Tempels steigt. Man erreicht dort eine Kammer, in dessen Decke ein runder Stein eingelassen ist, der alle damaligen Tierkreiszeichen zeigt. Der Originalstein befindet sich im Louv-re in Paris, hier gab es nur eine Kopie zu sehen. Ich durfte auch in die Krypta hinun-tersteigen und mir die Reliefs ansehen. An einer Außenwand gab es eine Aufstellung der verschiedenen Königskronen zu bestaunen. Der Tempel ist wirklich einen Be-such wert und es lohnt den Aufwand einer genaueren Vorabinformation.
Um 16.30 Uhr waren wir dann wieder in Luxor. Habe gleich Mahmoud angerufen, damit er weiß, daß wir gut angekommen sind. Er macht sich halt Sorgen. Ahmed war da und wir trafen uns um 19.30 h. ENDLICH. Er kann nicht mit ins Apartment kom-men, es wäre für Soldaten zu gefährlich. Sie dürften sich mit Touristen nicht so sehr einlassen. Na gut, dann gingen wir halt in ein Kaffeehaus und redeten. Er sprach wieder sehr gut Deutsch. Er ist sehr sprachbegabt und bringt sich einige Worte selbst bei. Jetzt erfuhr ich auch, daß er beim Militärgericht in Kairo eingesetzt wird. Seine EDV-Kenntnisse hatten ihm dabei geholfen.
Und wieder hatte er mir ganz tief in die Augen geschaut. „Du bist nicht glücklich, Schatzi“, hatte er gesagt. Das stimmte, da musste ich ihm recht geben. Die Situation war mir noch zu fremd, ich war noch nicht so frei und unvoreingenommen hier in Lu-xor. „Geh raus, lauf durch die Gegend, rede mit den Leuten“, war sein Rat dazu und „Ich brauche dich“. In jedem Hollywood-Streifen würden jetzt Geigen im Hintergrund rumschmalzen. Ach, was bin ich doch romantisch.
Dann gab ich ihm die Schuhe, die ich mitgebracht hatte und wir trennten uns für eine halbe Stunde, um dann zum Essen zu gehen. Es sah fantastisch aus in den neuen Schuhen. Ich hatte ja sonst was machen können....... Wir fuhren zum „Anubis“, ei-nem Restaurant direkt am Nil gelegen. Hier bestellte ich zum erstenmal Shishkebab. Ahmed verriet mir, daß er evtl. nach Deutschland kommen kann. Sein General wird wohl zu einem Lehrgang an die Bundeswehrakadmie in Koblenz gehen und Ahmed soll als Ordonanz mitkommen. Passt ja gut, da er so gut deutsch spricht. Er schwärmte von unserer Zukunft. Ich würde ihn glatt heiraten. Süße Träume und ich darf ihn nicht einmal berühren. Es war zum Heulen. Er sah mir ganz tief in die Augen, so wie es nur Ägypter können. Ich ließ es zu, ich hatte keine Angst. Er glaubt an Ma-gie, vor allem bei Nacht. Die neuen Schuhe (Nike-Sneaker) wären gut für das Trai-ning in der Wüste. Nein, sagte ich, die sind für die Straße gedacht, zum Flanieren, nicht zum Rumbolzen. Er spielt sehr gerne Fußball, schon seit der Schulzeit. Da würde sich Arne bestimmt freuen. Die beiden wären bestimmt nur am Rumbolzen.
Ein Freund tauchte auf – Ayman, ein Nubier. Er ist ein Schulfreund von Ahmed und spricht auch ein wenig Englisch. Ahmed organisierte gleich, daß ich morgen mit Ay-man eine kleine Tour durch Luxor unternehme, denn das offizielle Besichtigungspro-gramm ist beendet.
Wir mussten uns beeilen, denn Ahmed muss zum Zug. Abfahrt ist um 22.00 h. Ver-rückt, aber es war die einzige Möglichkeit uns zu sehen.
14.05.2003
Ich schlief nicht gut in dieser Nacht. Wahrscheinlich hatte mich das Treffen mit Ahmed zu sehr aufgewühlt. Ich vermisste ihn. Aber jetzt erstmal aufgestanden und gefrühstückt. Es war 09.00 h morgens und ich ging zum Einkaufen. Die meisten Geschäfte hatten noch geschlossen, aber der Supermarkt war schon geöffnet. Wasser, Yoghurt, Schokolade. Brot wird es erst heute abend wieder geben, aber ich hatte noch genug.
Nachdem ich wieder im Apartment war musste ich erst mal Mr. Osama anrufen, denn die Lampe in meinem Zimmer war kaputt und im ganzen Apartment gab es keine Leuchtstoffröhre der gleichen Bauart. Außerdem musste ich mit ihm ja noch die Wei-terfahrt nach Cairo besprechen.
Es sollten heute Temperaturen von 41° Cels. erreicht werden. Dann gehen wir mal gaaanz langsam heute. Ich döste noch ein wenig. Richtig schlafen konnte ich nicht tagsüber. Dann schauen wir halt noch ein wenig Nachrichten. Die waren erstaunlich aktuell und seriös. Kurz darauf kam Mr. Osama mit dem Hausverwalter und die Lam-pe wurde gewechselt. Alles erfolgte fix und zuvorkommend.
Um 18.00 h war dann auch Ayman zur Stelle. Wir gingen erst mal in ein Kaffeehaus und tranken Tee und rauchten Shisha. Wir mussten uns ja erstmal kennenlernen, al-so fragte ich ihn ein wenig aus über sich und seine Familie. Etwas schwierig, denn seine Englisch-Kenntnisse waren auch nicht so hervorragend. Da konnten wir uns die Hand reichen, aber es reichte. Ich bat ihn, mir den Weg bis zum Bahnhof zu zei-gen, damit ich mir eine Fahrkarte nach Cairo besorgen konnte. So sah ich dann auch gleich wieder sehr viel vom normalen Luxor. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir an einem Plattenladen vorbei und mussten natürlich einkehren. Ich kaufte eine CD von Moustafa Amar, allerdings keine aktuelle Scheibe, aber das machte nichts.
Vom Bahnhof aus gingen wir dann noch die Market Street hinunter, die auf den Platz hinter dem Luxor-Tempel mündet. Dies ist ein Bereich, der in der Kolonialzeit be-stimmt von vielen reichen Leuten bevorzugt wurde. Man sieht immer noch den Schmuck an vielen Häusern. Häufig in Form von schön verzierten Holzschnitzereien an den Balkonen. Aber auch sehr viel Verfall ist zu bemerken. Traurig, aber wahr.
Am Ende der Market Street bogen wir die Sharia El Souk ein, mit seinen vielen Ver-kaufsständen und kleinen Läden der Inbegriff des orientalischen Bazars. Wenn man dann noch einen Ägypter an seiner Seite hatte, konnte man ganz unbeschwert das Flanieren genießen, denn die Händler hielten sich doch sehr zurück. Wenn nur die bettelnden Kinder nicht wären. Ayman scheuchte sie auch gleich weg. Ägypter schämen sich für die Kinder, wie man mir erzählte. Touristen sind in Kaleschen un-terwegs. Kaum, das man die Köpfe sah. Sie schienen ein wenig ängstlich zu sein. So ging es mir beim ersten Mal auch, ich kann es verstehen.
Im Anschluß traf ich mich noch mit Mahmoud vor dem Shop. Wir fuhren zu einer Werkstatt, da es Probleme mit dem Motorrad gab. Diesmal ging es fast durch ganz Luxor bis an den Rand von Karnak, aber durch die Hinterhöfe und nicht über die Corniche. Auch wenn einige Häuser sehr verfallen aussahen, ist es doch erstaunlich sauber in der Stadt. Ich hatte mir die Armenviertel immer sehr viel schlimmer vorge-stellt. Vielleicht sind es noch nicht mal die Armenviertel. Die Reparatur war schon recht teuer. Der Mechaniker wollte EL 200,-- dafür haben. Mahmoud konnte ihm erst mal die Hälfte bezahlen. Von mir wollte er kein Geld nehmen. Auf der Rückfahrt machten wir halt an einem Imbiss, um Kuscheri zu essen. Ich hatte davon schon im Reiseführer gelesen und wollte jetzt endlich mal wissen, was es ist. Es handelt sich um eine Mischung aus kleingeschnittenen Spaghetti, Linsen und Reis, die mit einer pikanten Tomatensoße serviert wird und fantastisch schmeckte. Und wieder lud mich Mahmoud ein. War zwar ein billiges Essen, aber langsam wurde es mir peinlich.
Wir saßen noch ein wenig vor dem Shop und heute schien die ganze Familie anwe-send zu sein. Am besten gefiel mir die Mutter. Sie hat wunderschöne leuchtende dunkle Augen, die ihre Kinder von ihr geerbt hatten. Was für ein Gewusel und Mitein-ander. Es war schön, dort zu sitzen und die Menschen zu beobachten.
15.05.2003
Das Klima machte mir zu schaffen. Ich bin früh auf und hundemüde. Nach den Tou-ren der letzten Tage war das auch kein Wunder.
Ich hoffte, in Cairo wenigstens einmal mit Ahmed in eine Disco gehen zu können, oder vielleicht auch in ein Kino. Die Ägypter sollen ja auch so ein kinoverrücktes Volk sein.
Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof, um das Ticket nach Cairo zu kaufen. Diese Idee hatte ich von Raimond, der die Tour auch schon hinter sich gebracht hat. Bei der Flugbuchung hatte ich nämlich den Rückflug von Luxor nach Cairo gar nicht mit eingeplant und Raimond brachte das Thema Zugfahrt dann auf den Tisch. Ich sollte mit dem „Supersleeper“, dem Nachtexpress von Assu-an nach Cairo fahren. Der Zug wäre sauber und vor allen Dingen wäre er auch pünktlich, was man von den anderen Zügen nicht unbedingt behaupten kann. Also hatte ich mir ein Erster Klasse-Schlafwagen-Ticket für den Nachtzug nach Cairo ge-kauft. Es wurde problemlos ausgestellt und ich bezahlte EUR 65,00 für den Trip. Wahrlich nicht zu viel, wie ich dann feststellen konnte.
Vom Bahnhof aus wanderte ich in Richtung Corniche. Am Luxortempel angekommen bog ich nach rechts in die Karnak-Street ein und wunderte mich, wo ich denn nun den Durchgang zur Corniche finden würde. Durch einen kleinen Touristenbazar ge-langte ich dann zur Corniche. Die Händler waren wohl noch verschlafen, kaum je-mand beachtete mich. Die Stimmung schien ein wenig gedrückt zu sein.
Auf der Corniche hielt mich gleich ein Kalesch-Driver auf und quatschte mich voll. Aber darauf ließ ich mich ganz gern ein. Er würde auch mit ins Apartment kommen. Da musste ich ihn leider stehenlassen. Zwei weitere Männer sprachen mich noch an. Auch wieder eindeutige Angebote. Das wächst sich hier ja zur Seuche aus.
Ich ging ins Mumification-Museum, das sich in den Kasematten am Fähranleger be-findet. Es gab wenige Stücke zu sehen, die aber exquisit waren und gut präsentiert wurden. EL 20,-- waren wirklich nicht zuviel verlangt.
Jetzt aber schnell zurück zum Apartment. Die Hitze wurde wieder unerträglich. Mr. Osama war noch im Büro und nahm gleich die Zugdaten auf, damit man mich in Cai-ro am Zug abholen konnte. Es war wirklich gut organisiert.
Den Nachmittag verbrachte ich wieder – wie sonst auch – mit meiner geliebten Air-condition im Schlafzimmer. Beim nächsten Mal sollte ich noch ein paar Bücher mehr einpacken.
Abends traf ich Mahmoud wieder und erzählte ihm über die Anmachen heute mor-gen. Dann gingen wir noch Einkaufen, aßen eine gute Portion Kuscheri und nahmen noch Tee und Shisha im Cafehaus. Um 22.00 h war ich wieder bei meiner geliebten Aircondition, denn heute war auch der Abend sehr unangenehm warm.
16.05.2003
Ich hatte sehr schlecht geschlafen. Ein Alptraum ließ mich schließlich erwachen. Ich fühlte mich gerädert und kaputt. In Deutschland muss ich einige Sachen unbedingt schnellstens auf die Reihe bringen, sie belasten mich unterbewußt doch zu sehr.
Heute morgen zeigte mit Mahmoud Luxor anhand einer Motorrad-Tour. Wir fuhren nicht zur Corniche, die kenne ich ja zur Genüge. Es ging hinaus in die Vororte und Umgebung. Kreuz und Quer über Straßen und durch Hinterhöfe, vorbei an einem neuen Krankenhaus in Richtung der Felder. Hinter dem neuen Krankenhaus wurden auch gleich große Wohnblocks für die Angestellten gebaut. Die Stadt frisst sich im-mer mehr in die Umgebung und dadurch auch in die Felder hinein, die wirklich drin-gend für die Versorgung der Bevölkerung gebraucht werden. Das Fruchtland ist an dieser Stelle erstaunlich breit. Schwarze Erde wurde immer wieder sichtbar. Ein guter Mutterboden, der bis zu drei Ernten im Jahr hervorbringt. Wir fuhren am Großmarkt vorbei und die Fahrt endete dann am Beginn der Wüste. Wir hielten dort und betrach-teten die Umgebung. Eine schöne Sicht auf Luxor und auch in die Wüste hinein. Es lag ein eigenartiger Ton in der Luft. Gibt die Wüste ein Geräusch von sich? Mahmoud fährt öfter hier hinaus und auch noch weiter in die Wüste hinein zum Nachdenken, zum Musikhören und zum Abschalten. Oder er sitzt nachts auf der großen Brücke und schaut auf den Nil.
Ein Ägypter ohne Nil ist wie eine Blume ohne Wasser. Mahmoud würde nie nach Deutschland ziehen wollen.
Zurück in der Stadt fuhren wir zum Cafehaus Umm Koulthum. Mahmoud hatte noch nicht gefrühstückt und holte sich an einem Straßenstand eine Portion Foul im Fla-denbrot. Ich betrachtete skeptisch, wie die Speise zubereitet wurde. Es schien alles in Ordnung zu sein, trotzdem lehnte ich das Angebot ab, konnte mich aber nicht zu-rückhalten, wenigstens einen Bissen zu probieren. Schmeckte recht gut. Dann setz-ten wir uns ins Cafe und tranken erst mal Tee und Shisha. Dieses Cafehaus kannte ich schon von der letzten Reise im Oktober. Es handelt sich um ein wirkliches Stra-ßencafe, denn die Gäste sitzen auf den Bürgersteigen vor dem Haus. Im Haus gibt es nur einen kleinen Raum, in dem die Verrichtungen des Personals erledigt werden. Wenn Touristen kommen – die Tourguides bringen die Gäste nach dem Bazarbum-mel gern noch hierher – werden einfach Tische und Stühle in die Mitte der Straße gestellt. Man sitzt dann inmitten der Einheimischen und fühlt sich eigentlich unwohl. Doch diesmal saß ich am Straßenrand und schaute mir die Touristen an, die heute in der Mitte saßen. Was für ein erhebendes Gefühl.
Wir fahren anschließend zur Wohnung der Eltern. Freudige Begrüßung und gleich wurde eine Tasse Tee serviert. Es gab gerade Mr. Bean im Fernsehen. Ein Video, das ein Freund aus Deutschland mitgebracht hat. Das lieben sie alle. Mahmouds Lieblingsfilm ist Titanic und dort vor allem die Szene, in der die beiden Hauptdarstel-ler auf der Bugreling stehen und von der Freiheit träumen. Typisch für ihn. Er unter-scheidet sich so sehr von anderen Ägyptern. Ich werde nicht richtig schlau aus ihm. Man muss ihn einfach noch besser kennenlernen.
Um 18.00 h traf ich mich wieder mit Ayman und wir gingen in ein Cafehaus, das ich bis dahin noch nicht kannte. Dann zur Wohnung seiner Schwester. Mir war unbehag-lich zumute. Ich wusste nicht, was er möchte. Wir hörten Musik von Amr Diab und Mohamed Mounir. Dann überredete ich ihn, eine Tour im Minibus bis zum Karnak-tempel zu unternehmen, denn das System der Minibusse hatte ich noch nicht ganz durchschaut. Eine abenteuerliche Fahrt. Es war billig und man bekommt wirklich viel geboten. Von Karnak aus ging es gleich wieder zurück nach Luxor. Vollmond über dem Tempel. Das wollte ich immer schon sehen. Wir kauften Pizza und gingen zur Wohnung. Nagla, seine Schwester war auch schon da und wir aßen gemeinsam. Nagla war mit einem Engländer verheiratet und sprach sehr gut Englisch.
Später rief ich noch Mahmoud an, der mich erstmal abkanzelte, da ich mich zur ver-einbarten Zeit nicht gemeldet hatte. Er mache sich schließlich Sorgen. Das hört man gern. Ich versprach ihm, künftig darauf zu achten.
Ahmed ist im Hospital. Fieber und Husten, genaueres weiß er noch nicht. Die Unter-suchungen laufen noch. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes. Er war schon mal für längere Zeit im Hospital und ich weiß bis heute nicht, was er damals hatte. Darüber spricht er nicht gern.
17.05.2003
Heute hatte ich gar keine Lust aufzustehen. Erstmal ein ordentliches Frühstück. Ein guter Tee wird mich schon auf Trab bringen. Es grummelte so eigenartig im Bauch. Jetzt scheint es wohl loszugehen. Schaun mer mal.
Aber erstmal musste ich zur Bank zum Geldwechseln. Man gibt mir viele kleine Scheine, was sehr angenehm war. Viele Händler konnten große Scheine gar nicht wechseln. Dann machte ich mich auf den Weg zum Museum und ging mal wieder die Corniche entlang. Ich konnte mich gar nicht sattsehen an dem Panorama. Aber die vielen Angebote. Einerseits schmeichelt es ja, andererseits wird es langsam lästig.
Eine Schule hatte gerade Pause und die Jungs saßen auf den Bänken auf der Corni-che. Man grüßte und winkte mir zu, mich dazu zusetzen. Ich grüßte zurück, lehnte das Angebot aber ab.
Endlich war ich am Museum angekommen. Hier sind einige der prächtigsten Bild-hauerarbeiten des Neuen Reiches ausgestellt, die je in Oberägypten gefunden wurden. Bewundernswert ist das Wandstück aus dem Aton-Tempel, deren Einzelsteine man im Pylon des Haremhab im Karnak-Tempel gefunden hat. Der Unterschied im künstlerischen Ausdruck ist frappierend. Auch die Köpfe der Echnaton-Statuen sind sehr eindrucksvoll und ausdrucksstark. Ich kann mich gar nicht sattsehen.
Nach dem Museumsbesuch ging ich gleich um die Ecke in Richtung Karnak-Street, um dort einen Minibus zu nehmen. Auf der Straße traf ich drei Jungs wieder, die mich heute morgen auf der Corniche schon angesprochen hatten, um Ihre Englischkennt-nisse auszuprobieren. Wir grüßten uns wieder und fragten nach dem Befinden. Dann war ich schon an der Karnak-Street, sprang in den nächsten Minibus und es ging zu-rück zur Sharia Television. Auf dem Weg zum Apartment kaufte ich noch schnell Wasser und Saft ein. Mango- und Guavensaft waren ganz vorzüglich. Zu Haus wur-de erst mal die Waschmaschine ausprobiert und ich wusch Unterwäsche und Strümpfe. Die anderen Sachen mussten in die Reinigung, denn ich hatte kein Bügel-eisen. Na, und das Apartment konnte auch mal wieder einen Hausputz vertragen. Es staubte alles fürchterlich ein. Wann hatte es eigentlich zum letzten Mal in Luxor ge-regnet?? Muss Jahre her sein, ich werde Mahmoud mal fragen. Die Trockenheit hat aber auch Vorteile, denn die Wäsche war nach 2 Stunden trocken.
Am Nachmittag traf ich noch Ayman, der mir ein wenig von seinem Schulproblem er-zählte. Warum muss ich denn immer die Probleme anderer Leute lösen??? Wir tele-fonierten dann noch mit Ahmed im Hospital.
Hinterher traf ich mich noch mit Mahmoud, der mich in ein kleines Restaurant am Rand der Stadt einlädt. Wir saßen unter Strohdächern um einen offenen Innenhof, der nett bepflanzt und mit einem Springbrunnen versehen war. Romantische Stim-mung, was sich auf in den vielen Paaren ausdrückt, die hier verkehren. Man servierte ein sehr leckeres Kufta. Er will morgen schon wieder Fun haben. Ich musste ihn ein wenig bremsen, es wird langsam zu teuer.
Seine Schwester Zainab rief an, das Geld aus dem Laden gestohlen wäre. Große Aufregung und zurück zum Laden. Aber es war Gottseidank falscher Alarm, denn das Portemonnaie fand sich hinter dem Kühlschrank wieder. Da hatte sich jemand wohl einen Scherz erlaubt. Zur Erholung fuhren wir noch zum Cafehaus Lotus und nahmen noch eine Shisha.
18.05.2003
Diesen Tag sollte man am besten gleich streichen. Auf der Corniche wurde ich von derart vielen Ägyptern angesprochen, angefasst und was sie sonst noch alles mit ei-nem machen, dass ich nicht mehr weiter wusste und einfach wegrannte. In der nächsten Seitenstraße war es wieder ruhig, aber ich fühlte mich schlecht. Ich kam mir vor wie eine Geldbörse, aus der sich jeder bedienen durfte. Ich möchte auch hier als Mensch und nicht als Geldautomat angesehen werden.
Scheißvolk – wie komme ich nach Haus???
Ich schloss mich im Apartment ein, wollte niemanden sehen und hören.
Ayman klingelte lange, wir wollten zusammen essen. Ich machte nicht auf.
19.05.2003
Hatte mich beruhigt, aber ein leichter Durchfall setzte ein. Man soll sich halt nicht so aufregen. Wie gut, daß ich Tabletten dabeihatte. Musste gleich zum Supermarkt, denn der Kühlschrank war schon wieder leer.
Außerdem musste ich wieder raus unter die Menschen und heute abend würde ich gern den Luxortempel besuchen. Mahmoud musste ich außerdem noch nach der Reinigung frage. Um 18.00 h trafen wir uns und ich hatte die Wäsche gleich dabei. Anschließend brachte er mich zum Luxortempel, wollte aber selbst nicht mit hinein-kommen. Es interessierte ihn nicht. Na gut, dann ging ich halt allein.
Die Beleuchtung wurde gerade eingeschaltet, was ganz andere Blicke auf die Mo-numente und Relief zuließ. Einzelheiten wurden sichtbar und großartige Blicke taten sich auf. Ich hoffte, dass die Bilder auch richtig belichtet wurden. Um 20.00 h holte Mahmoud mich wieder ab und wir fuhren zu ihm nach Haus zum Essen. Anschlie-ßend noch Tee und Shisha – Life can be so simpel.
Ahmed hatte immer noch keine Ergebnisse. Ich hoffte, dass es morgen was Neues gibt.
20.05.2003
Heute war ein sehr erfreulicher Tag. Mahmoud holte mich um 09.00 h ab und wir fuh-ren zur Felukka. Es war schon heiß, aber auf dem Wasser blieb es angenehm. Der Bootsjunge Mohammed kam mit auf die Tour. Derartig große Segelohren hatte ich noch nie gesehen. Von der Statur her war er lang und schmal und dazu dann diese abstehenden Ohren. Ohrenfetischisten würden jetzt seufzend in Ohnmacht fallen.
Das Motorboot schleppte uns weit raus, noch bis hinter Crocodile Island. Wir fuhren in eine kleine Bucht hinein und ankerten dort. Mohammed wurde erst mal ins Wasser gescheucht und durfte das Boot von außen putzen. Da waren sich alle einig – die Boote müssen tadellos glänzen.
Ich lag träge in der Sonne und hatte nichts weiter zu tun, als den Kreuzfahrtschiffen zu zuschauen, die sich heute auf die Reise in den Süden begaben. 6 Schiffe verlie-ßen Luxor und wir waren doch froh, als das Motorenbrummen und die Dieselabgase verschwunden waren. Ruhe stellte sich ein.
Mahmoud erzählte, dass man auch mit einer Felukka bis nach Assuan segeln könn-te. Hinter Luxor wäre mehr Wind und die Fahrt in 7 bis 10 Tage zu bewältigen. Aller-dings hätten die Besitzer der Kreuzfahrtschiffe etwas gegen Konkurrenz und ich müsste bis Esna fahren und dann dort in die Felukka einsteigen. Das wäre doch eine Reise nach meinem Geschmack. Wir könnten ankern, wo wir wollten und wären nachts auf dem Boot allein. Ich hatte auch schon zwei Dahabijen gesehen, daß sind größere Schiffe mit 2 Masten und Decksaufbauten mit mehreren Kabinen. Ob man da noch rankommt ??? Ich werde es versuchen.
Mahmoud machte sich ans Kochen. Ich hatte mir Molucheya gewünscht, weil ich darüber im Reiseführer gelesen hatte. Also wollte ich es auch mal probieren. Auf ei-nem kleinen Benzinkocher bereitete Mahmoud das Essen zu. Erst Hähnchen abko-chen, dann in der Brühe das Molucheya kochen und anschließend noch Reis. In der Zwischenzeit schnitt Mahmoud noch Gurken, Tomaten und Paprika für den Salat. Perfekt und das Gericht war köstlich. Erinnerte mich an meine Kindheit, obwohl ich nicht sagen könnte, was dieses Gemüse eigentlich war, denn es wird getrocknet und gerieben verkauft. Aber der Geschmack war ganz typisch.
Nachdem die Teller gespült waren, ging es auf die Rückfahrt nach Luxor. Zuerst lie-ßen wir uns ein wenig treiben. Dann kam aber doch noch Wind auf und wir segelten ein wenig den Nil hinunter. Es war ruhig und meine Gedanken verstummten. Nur noch im Schatten liegen und von den Wellen schaukeln lassen. Ich schlief ein wenig.
Abends traf ich mich mit Mahmoud, der bereits meine Wäsche von der Reinigung abgeholt hatte. Wir ließen die Wäsche im Laden und fuhren zu dem kleinen ver-schwiegenen Restaurant. Vom Besitzer ließ ich mir die Karte geben und werde die Adresse dem Verlag des Reiseführers übermitteln für die nächste Ausgabe. Der Be-sitzer betreibt auch ein Apartmenthaus in Luxor unweit der großen Hotels. Die Apartments werden ausschließlich an Europäer vermietet. Auch eine Möglichkeit für meinen nächsten Besuch.
21.05.2003
Heute musste ich früh raus, denn ich möchte noch mal nach Karnak. Ich fuhr mit dem Minibus. Mahmoud wollte mich hinbringen, was ich ihm aber ausreden konnte. Einen direkten Bus gibt es nicht, aber ich wusste ja jetzt, wo ich wechseln musste. Der ers-te Fahrer war Kopte, sprach ein wenig Englisch und wollte mich gleich zu einem Tee nach Hause einladen. Da musste ich aber entschieden ablehnen.
Im Tempel war noch nicht viel los, was mir der Ticketverkäufer auch bestätigte. Ich sah etwa 10 Leute rumlaufen. Der große Rest kommt bestimmt gleich noch. Ich machte es mir zur Gewohnheit, die Ägypter zu begrüßen. Vor allem die Polizisten der Tourismuspolizei, die den ganzen Tag bewaffnet rumstanden und auf uns Ausländer aufpassen mussten. Ein wenig Aufmerksamkeit hatten sie auf jeden Fall verdient und das ein Ausländer sie beachtet, erfreute sie maßlos.
Der große Säulensaal ist faszinierend und hier blieb ich sehr lange, ging herum und hoffte, eine Möglichkeit zu finden, dieses grandiose Bauwerk auf ein Photo zu ban-nen. Es wollte einfach nicht gelingen. Die immensen Ausmaße widersetzten sich jeg-lichem photographischem Zugriff. Ich streifte weiter durchs Gelände und machte auch Abstecher in Bereiche, die ein normaler Tourist vorher nie gesehen hatte. Ich wunderte mich ein wenig über die Erdhügel, bis ich diese Aufschüttungen als Nil-schlammablagerungen erkannte. Der Tempel wurde jahrhundertelang nicht genutzt, also hatte auch niemand dafür gesorgt, daß der Nilschlamm weggeschafft wurde. Was da noch alles zum Vorschein kommt. Langsam macht sich das Verstehen für diese Anlage breit.
Im großen Säulensaal wurde ich auf eine Gruppe aufmerksam. Der Reiseführer sprach sehr gut deutsch und auch seine Erklärungen zeugten von einem reichen De-tailwissen. Ich blieb in der Nähe der Gruppe und hörte öfter mal zu. Dann begab ich mich schnell zur Cafeteria, denn dort machten alle Gruppen Station. Ich winkte den Reiseführer an meinen Tisch und fragte ihn ein wenig aus. Er könnte mir ja auf der nächsten Reise behilflich sein. Ich würde ihn dann direkt ansprechen und buchen. Interessiert war er. Da er in Cairo wohnte, wäre er für einen Besuch in Cairo geeigne-ter. Wir erörterten noch ein wenig die politische Weltlage, denn als studierte Politik-wissenschaftler war er auf diesem Gebiet auch zu Hause. Ich notierte seine Adresse und dann ging es auch bald zurück in Apartment.
Abends wollten Mahmoud, Zainab und eine Cousine auf die Dachterrasse den Gol-den Palace Hotels, das sich gleich nebenan befindet. Ein schöner Blick auf das nächtliche Luxor bot sich uns. Aber ich merkte, dass ich bald ins Bett musste. Ich war heute wohl doch zu lange in der Sonne gewesen. Hoffentlich hatte ich nicht einen Sonnenstich. Wird schon nicht so schlimm werden. Meistens war man nach einem ordentlichen Nachtschlaf wieder auf den Beinen.
22.05.2003
Es ging mir schon besser, obwohl ich mich ein wenig wirr im Kopf fühlte. Ich muss die starke Sonne meiden, aber man verschätzt sich halt gern. Ein ordentliches Frühs-tück und eine Dusche brachten mich wieder auf Trab.
Mit dem Minibus fuhr ich bis zum Bahnhof und ging dann die Sharia Makatta hinun-ter. Diese einstige Prachtstraße ist faszinierend und zeigt den sehr morbiden Charme des Verfalls. Dann bog ich rechts ab in die Sharia El Souk. Heute gab es nur wenige Händler, die mich ansprachen. Es wirkte alles normal, keine aggressiven Anspra-chen. Ich musste natürlich in die Läden hinein, schauen und reden. So machte es mir Spaß, ob es in Cairo auch so zugeht ??? Der Bazar Khan El Khalili soll ja noch sehr viel größer sein. Aber hier gefällt mir nichts. Einige schöne Bildteppiche hängen aus, die sich bestimmt in einer hiesigen Wohnung sehr gut ausnehmen würden.
Noch einen Abzweig zur Corniche. Ein junger Nubier sprach mich an und er behaup-tet, er hätte mich im letzten Jahr in Assuan gesehen. Bevor ich noch darüber nach-denken konnte, hatte ich es schon bestätigt und bin damit in die Falle getappt. Ich hätte ihn einfach noch ein wenig zappeln lassen sollen. Die Intention seiner Aktion war klar. Aber man kann den Jungs auch freundlich eine Abfuhr erteilen.
Heute war das Panorama wunderschön. Theben West zeigte sich glasklar dem Bet-rachter. Man möchte wieder hinüber. Ich ging runter zur Uferpromenade und warf ei-nen Blick in die kleinen Läden der Ladenzeile, die sich sehr weit an der Promenade erstreckt. Ein Junge wollte mich gern zu einer Felukkenfahrt einladen. Und natürlich noch mehr. Er ließ sich kaum abwimmeln, erst als ich ihm gegenüber von Mahmoud als meinen Felukka-Kapitäin sprach, zog er ab. Auch die Behauptung, daß man hier in Luxor leben würde, also ein Einheimischer wäre, bringt schon manchen Ägypter dazu, mich in Frieden ziehen zu lassen.
In den Bookshop musste ich aber noch mal reinschauen. Ich entschied mich für ein Kochbuch der arabischen Küche und nahm noch ein sehr schönes Heft über Abu Simbel, der Kultstätte von Ramses dem Großen am Nasser-See mit. Danach machte ich mich wieder auf den Weg zurück zum Apartment. Auf dem Weg dahin kehrte ich noch in den kleinen Saftladen ein und trank Orangen- und Zuckerrohr-Saft. Der klei-ne Ahmed kam mit seinen Freunden vorbei, erkannte und grüßte mich. Andere Au-gen sahen mich an. So viele schöne Männer auf einem Haufen.
Mit Mahmoud fuhr ich zu einem Souvenirladen und suchte ein Papyrusbild aus. Heute wird richtig gehandelt. Der Verkäufer (ach, diese Augen !!) sagte mir gleich, dass er 50 % Rabatt geben wollte, da ich keinen Fremdenführer dabei hatte. Wir schmei-chelten uns, wünschten den anderen zur Hölle und kamen dann doch mit Mah-moud’s Hilfe zu einer Einigung. Ich war sehr zufrieden mit mir, es war wie ein Rausch. Bei den Schmuckstücken kam ich allerdings nicht so weit. Ich wollte für Ed-wina einen Skarabäus-Anhänger mitnehmen, aber die Verhandlungen liefen nicht gut. Also verließen wir den Laden.
Mahmoud entschloss sich, zurückzufahren und kaufte einen schöneren Anhänger für den ägyptischen Preis. Danach fuhren wir zum Restaurant Shakara und bekamen ein ganz vorzügliches Shishkebab und Kufta zu essen. Im Cafehaus Lotus saßen wir noch lange bei Shisha und Tee und hingen unseren Gedanken nach. Es war mein letzter Abend und Abschiedstimmung kam auf. Mahmoud war ganz aufgekratzt. Ich vermute, er wollte seine Gefühle verbergen.
23.05.2003
Um 03.00 h war ich schon wieder hellwach. Mist, viel zu früh. Mahmoud war nicht zu erreichen. Ich ging erst mal allein los. Auf der Felukka war er auch nicht. Ich schlug die andere Richtung ein und ging die Sharia Sala el Din hinunter in Richtung der großen Hotels. Hier wurde man auch von jedem Taxi- und Kalesch-Fahrer angespro-chen. Die können ganz schön nerven.
Und dann stand ich vor einer Kunstgalerie, die leider geschlossen war. Am letzten Tag sah ich durch die Scheiben die moderne Malerei, nach der ich so lange Aus-schau gehalten hatte. Zu schade, aber beim nächsten Besuch muss ich unbedingt nach zeitgenössischer Malerei stöbern.
Auf dem Rückweg ging ich dann doch noch in einen Laden und ließ mir einige Wand-teppiche zeigen. Ein sehr schönes Exemplar mit einem Bildmotiv hing an der Wand. War allerdings viel zu groß für den Transport. Ich schätze den Teppich auf etwa 2,00 x 1,50 Meter. Wäre nicht übel für ein schönes Apartment hier in Luxor.
Mit dem Minibus fuhr ich in Richtung Luxor-Tempel und dort stand doch schon wie-der der eine Kalesch-Fahrer und wollte mir immer noch die Fahrt zum Ägypter-Markt andrehen. Er war so penetrant, daß ich ihm mit der Polizei drohen musste, damit er endlich aufgab.
Durch Zufall sah ich an einer Straßenecke ein wunderschönes altes Mehrfamilien-haus, an dem der alte Stuck noch erhalten war. Ich hoffe, man wird das Haus retten. Es ist Teil eines Ensembles von Häusern, die in diesem Kreuzungsbereich errichtet wurden. Da war ich schon mehrfach dran vorbeigelaufen und hatte nichts gemerkt.
Nachdem ich noch mehrere Angebote abgelehnt hatte, machte ich mich auf den Rückweg zum Apartment und fing gleich an mit der Endreinigung und dem Kofferpa-cken. Mahmoud war gerade aufgestanden. Es ist Freitag, also konnte er auch mal etwas länger schlafen.
Ich traf mich noch mit Mahmoud. Es war unerträglich heiß geworden. Die Hitze brannte auf der Haut. Mahmoud hatte mir noch den Karkadeh besorgt, den Traudl so gern haben möchte und die letzte Wäsche von der Reinigung abgeholt. Ich mußte noch mit zur Familie. Die kleinste Tochter fing gleich das Spielen an. Auch ohne gro-ße Worte verstanden wir uns prima.
Zum letzten Mal fuhren wir zum Cafehaus Lotus und nahmen Tee und Shisha. Uns war beiden zum Heulen zumute. Nebenan hielt ein Touristenbus vor einem größeren Souvenirshop. Alle waren in Shorts gekleidet. Ich begreife nicht, wie die Leute das heiße Wetter in dieser Bekleidung aushalten. Die müssen doch total verbrennen und vergehen. Was die wohl über mich denken???
Ich hasse Abschiede !!!
Mr. Osama war pünktlich und brachte mich zum Bahnhof. Wir redeten noch ein we-nig. Der Zug kam zur angegebenen Zeit und los ging es in Richtung Cairo. Ich hatte ein Abteil für mich allein. Es war gut klimatisiert, sauber und bequem. Gleich nach der Abfahrt wurde schon das Diner serviert. Ich nahm eine kleine Flasche Wein und einen Tee dazu. Danach wurde das Bett gemacht und ich lösche das Licht komplett, damit ich noch ein wenig von der Landschaft sehen kann. Es war leider stockdunkel und nur wenige Lichter wiesen auf Häuser hin. Außerdem gibt es in Ägypten nur sehr wenige Sterne zu sehen. Schade, da hatte ich mir mehr von versprochen.
24.05.2003
Es schaukelte sehr während der Fahrt, was mich doch ein wenig störte und mich nicht sehr lange schlafen ließ. Des Nachts musste ich dann noch die Klimaanlage ausschalten, damit ich nicht noch Gefrierbrand bekam. Kurz nach 05.00 h ging der Wecker und kurze Zeit später kam auch schon das Frühstück. Es war alles sehr reichlich und lecker. Wasser gab es im Abteil nicht. Was sehr spärlich aus dem Hahn lief roch auch nicht so sauber. Musste ich mich halt im Hotel waschen. Vom Zug aus konnte ich schon einige Pyramiden sehen. Danke für den Tip, Raimond. Es war wirklich eine tolle Fahrt.
Mr. Fouad holte mich in Gizeh ab und brachte mich zum Hotel. Ich wurde im Pyra-mid-Hotel untergebracht mit direktem Blick auf die Pyramiden von Gizeh. Wow, was für ein Anblick. Wir klärten die Modalitäten der letzten Zahlung und man bestand dar-auf, daß ich den Restbetrag in Euro-Cash bezahlen sollte. Hatte ich wohl was über-lesen. Handeln half erst mal nicht weiter. Die üblichen Banken verweigerten die Auszahlung in Euro, ich könne nur Egypt Pound erhalten. Wie gut, daß ich den Rei-seführer gut gelesen hatte, denn American Express zahlt gegen Euro-Reiseschecks Euro-Cash aus. Gerettet, aber erst mal musste ich mit AMEX telefonieren, um eine Bestätigung zu erhalten, was mir auch gelang.
Mit dem Zimmer gab es leider Probleme. Im Bad lief Wasser und ich wurde sofort umquartiert. Alles funktionierte, es war sauber, machte aber schon einen etwas ab-gewohnten Eindruck.
Im Foyer hatte ein Souvenirladen geöffnet. Ahmed (nein, nicht der Ahmed – fast alle Ägypter heißen Ahmed) quatschte mich gleich an. Aber erstmal musste ich etwas zu Essen haben. Ich ging mit ihm noch in ein nahegelegenes Cafehaus und – natürlich – nahm Shisha und Tee. Er erzählte von seiner deutschen Freundin, die er gern hei-raten möchte. Na ja, wer es glaubt. Läuft bestimmt wieder auf Geld hinaus.
25.05.2003
Früh aus den Federn, denn heute ist der große Tag. Es gab Pyramiden en gros zu sehen. Aber erstmal Frühstück. Ich war etwas irritiert, da ich ganz allein im großen Frühstückssaal saß. Gab es denn keine anderen Gäste im Haus??? Das Frühstück war recht gut, nur die Bedienung könnte ein wenig mehr Englisch verstehen.
Pünktlich kam der Tourguide Mohammed, der gut Deutsch spricht. Er hat Freunde in Ahrensburg, die er mit Familie auch schon besucht hatte. Und das Auto war auch schon da. Derselbe Fahrer, der mich gestern am Bahnhof abholte. Er hieß Nabil, verstand leider kein Englisch und hatte ein ganz entzückendes Lächeln, wenn auch ein paar Zähne fehlten.
Auf ging es zu den Pyramiden. Vorbei am Menahouse-Hotel und dann den steilen Hang hinauf auf das Plateau. Wir hielten vor der großen Pyramide. Sie war wunder-schön. Es ist ein Gebilde von perfekter Harmonie. Ein überwältigender Anblick, der jede Frage nach dem Wie sich in unmäßigen Staunen auflösen lässt. Mohammed erzählte sehr viel und detailliert. Mit den Tourguides hatte ich wirklich einen guten Griff getan. Er besorgte gleich eine Karte für die Pyramide des Khufu, denn es wer-den pro Tag nur 300 Personen eingelassen, und ich machte mich auch gleich auf den Weg. Es war recht beschwerlich, die Gänge und Galerien bi
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