Ein Urlaubstag in Kuba

Reisebericht

Ein Urlaubstag in Kuba

Reisebericht: Ein Urlaubstag in Kuba

Flug mit der "Cubana" von Havanna nach Santiago de Cuba

Kubas Top Airline



Abflug

Das Taxi,das uns zum Flughafen von Havanna bringen sollte,stand pünktlich morgens um 5 Uhr vor unserer Unterkunft in Centro Habana.Um uns die 16 stündige Busfahrt von Havanna nach Santiago de Cuba zu sparen,hatten wir online in Deutschland einen Flug um 7:20 mit der Cubana gebucht,der uns in 1:20 an unser Ziel bringen sollte.Bereits vor 10 Jahren waren wir erstmals in Kuba(damals allerdings mit einem Reiseveranstalter) und auch damals flogen wir mit Cubana diese Strecke.Die Airline machte damals keinen besonders guten Eindruck,ist aber in Kuba alternativlos.Das Einchecken ging erstaunlich schnell über die Bühne,wahrscheinlich weil wir als eine der Ersten am Flughafen waren.Die Maschine war noch so,wie wir sie in Erinnerung hatten:ein sowjetisches Uralt-Modell,die Eingänge so niedrig,daß selbst 1,50 große Passagiere nur gebückt einsteigen konnten.Hinter dem Eingang elegantes Holzparkett,die Sitzplatznummern unauffällig angebracht und die Beschriftung zudem in kyrillischen Buchstaben.Als endlich alle Passagiere ihren richtigen Platz gefunden hatten,ging es mit 30 minütiger Verspätung los.Aber bereits nach 20 Minuten entstand eine gewisse Unruhe.Nach 30 Minuten dann die Durchsage,daß wir nach Havanna zurückfliegen,weil sich ein Passagier nicht wohl fühle.Nach der Landung dort,stieg ein Arzt ein,dann wurde noch ein wohl eigens für den besonders schmalen Mittelgang konstruierter Stuhl mit 2 Rollen herbeigeschafft,auf dem die Mitreisende sitzend aus dem Flugzeug gerollt wurde.Alle anderen Passagiere mußten zurück ins Flughafengebäude,denn es wurde wieder vollgetankt und das gesamte Gepäck ausgeladen,weil man das Gepäck der Zurückbleibenden suchen mußte.Gegen 10:30 starteten wir erneut.Durch das frühe Aufstehen müde,schlief ich schon vor dem Start ein und wurde nach 10 minütigem Flug von einer Mitreisenden auf der anderen Gangseite aufgeregt geweckt,da bei meiner Sitznachbarin weißer Rauch unter dem Sitz aufstieg.Das hat mich aber nicht weiter beunruhigt,denn vor 10 Jahren tropfte das Wasser auf uns herab und das war auch kein Problem.Dieses Mal kam aber erneut nach 30 Minuten die Durchsage,das wir wegen technischer Probleme wieder nach Havanna zurückfliegen.Die Reaktion der Passagiere war nun schon deutlich gereizter als beim ersten Flugabbruch.



Zurück in Havanna

Zurück in der nun schon vertrauten Abflughalle erschien der Manager der Airline und hielt eine Ansprache:sie würden versuchen,die Maschine zu reparieren und falls das nicht gelänge,würde ein Airbus kommen und uns nach Santiago fliegen.Auf den genauen Zeitpunkt wollte er sich nicht festlegen:vielleicht 2 Stunden,aber auf keinen Fall länger als 5 Stunden.Wenn er mehr wüßte,wollte er sich wieder melden.Es war genau so,wie wir es auch bei uns von solchen Typen gewohnt sind:keine Ahnung,aber viel geschwätzt.Im Nachhinein sollte sich zeigen,daß nichts so sein sollte wie von ihm angekündigt.Erst einmal stellten wir uns darauf ein,wohl bis 16 Uhr die Zeit am Gate zu verbringen,während draußen eifrig an der Maschine rumgeschraubt wurde.Gegen 13 Uhr wurde Essen und ein Getränk verteilt:ein geschmackloses Sandwich und kubanischer Leberkäs,beides schmeckte furchtbar.Aber dennoch muß man die Leistung würdigen,für über 100 Passagiere ein Essen zu organisieren,denn in Kuba mangelt es doch an vielem und während des Fluges war keine Mahlzeit vorgesehen.Die 2 englischsprachigen Reisegruppen,die auch an Bord waren,verschwanden aus der Halle.Hatten deren Reiseleiter etwa neue Informationen?Als es bis 15:30 noch immer keine Informationen gab,verließ ich den Sicherheitsbereich,um den Manager in seinem Büro aufzusuchen.Der war mit Kaffeetrinken und Unterhalten total beschäftigt.Die anscheinend einzige englischsprechenden Airline-Mitarbeiterin bekam dann meine Verägerung zu spüren,in dem ich mich bei ihr über den unfähigen Manager und die fehlenden Informationen beschwerte.Daraufhin war auch der Manager bereit,sich mit mir zu unterhalten.Mit der regulären 20 Uhr Maschine sollten Reisende mit Kindern und alte Passagiere mitfliegen,alle anderen um 22 Uhr mit dem schon für nachmittags angekündigten Airbus.Auf meinen(nicht ganz ernst gemeinten) Vorschlag,wir würden morgen mit dem Bus fahren und er solle uns das Geld fürs Ticket zurückerstatten,war seine Antwort:geht nicht,wir haben kein Geld.Also erklärten wir uns bereit,weitere 5 Stunden zu warten.Ums Gepäck bräuchten wir uns nicht zu kümmern und die Bordkarten von vormittags behielten ihre Gültigkeit,so sein abschließender Hinweis.



Warten und Abflug

Um die folgenden Wartestunden zu überbrücken,verließen wir das Flughafengebäude,um die Umgebung zu erkunden.Aber da gab es nicht viel.Eine der beiden Reisegruppen unserer Maschine stand mit ihrem Gepäck ,Rum trinkend draußen vor dem Gebäude,bevor sie mit Taxis verschwanden.Kaum hatten wir uns ein Bier in der Cafeteria gegenüber dem Flughafen bestellt,fiel Brigitte auf,daß viele unserer Mitreisenden mit ihrem Gepäck an uns vorbei gingen.So machten auch wir uns auf die Suche nach unserem Gepäck.Es stand in einem Abstellraum und auf Nachfrage wurde uns gesagt,daß wir mit Gepäck neu einchecken müssten.Am Check-In Schalter war ein totales Chaos,denn nun waren auch die Passagiere für den Flug um 20 Uhr da.Das Personal verbreitete eine Hektik,obwohl bis zu unserem Abflug noch über 3 Stunden Zeit waren.Den Grund erfuhren wir,als wir wieder am Gate waren:um 19 Uhr gab es für die Passagiere unseres ausgeffalenen Fluges wieder ein Essen:erneut cubanischen Leberkäs und Sandwich und wieder genauso schrecklich.Der 20 Uhr Flug fiel natürlich aus,denn es wäre wohl unsere Maschine gewesen.Die letzten 3 Stunden vergingen auch noch und als dann um 22 Uhr die Durchsage kam,daß die Maschine nun zum Einsteigen bereit sei,gab es höhnischen Applaus.Eine deutsche Reisegruppe beklagte sich,daß sie schon seit 17 Uhr warteten.Als sie erfuhren,daß wir schon seit 6 Uhr da sind,waren sie fassungslos.Mit dem Flughafenbus fuhren wir dann fast eine halbe Stunde durch die Nacht zum internationalen Flughafen,wo wir dann einen Airbus der uns bis dahin unbekannten Airline TACA bestiegen(später fanden wir heraus,daß es die Airline von Costa Rica und El Salvador ist).Drinnen sah es aus,wie wir es normalerweise von einem Flugzeug gewohnt sind,wir fühlten uns gleich wieder wohl und sicher.Kein Vergleich zur CUBANA.Um 23:15 starteten wir endlich Richtung Santiago de Cuba.Von da an ging alles problemlos und schnell:Gepäck kam gleich,Taxi fanden wir auch sofort und bereits kurz nach 1 Uhr waren wir im Hotel im Zentrum Santiagos.



An dem Tag waren wir natürlich total genervt,aber bereits 2 Tage später (und erst Recht jetzt) fanden wir es schon wieder amüsant und betrachten es als ein Erlebnis,das uns wohl für immer in Erinnerung bleiben wird.Im Übrigen war es auch das einzige Negativerlebnis einer sehr schönen,2 wöchigen Rundreise mit dem Leihwagen durch ein ein tolles Urlaubsland.


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Kommentare

  • RELDATS

    Nette und interessante Geschichte. Ich bin vor Jahren die gleiche Strecke geflogen, auch mit "Cubana". Wir hatten nur fünf Stunden Verspätung.
    Nette Grüße von Josef

  • ursuvo

    sowas mal hier zu lesen fand ich auch sehr interessant. Hast Du auch sehr gut beschrieben!
    LG Ursula

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