Reisebericht

Reisebericht: Email aus Südamerika Teil 4

 
 
 
 
 
Reisebericht: Email aus Südamerika Teil 4

Auf nach Norden, von Ushuaia über Caleta Olivia nach Puerto Deseado mit Bussen

Hinter dem Horizont - Pampa

... wie bereits angekündigt starteten wir unsere Busreise frühmorgens um 5 Uhr in Ushuaia, zufrieden, ein Ende der Welt zu verlassen. Der Busfahrer war unausgeschlafen, so wie wir, in Rio Grande Umsteigen in einen ewas komfortableren Bus (beides Ecni-Austral) mit ausgeschlafenem Busfahrer. Bei einer der Grenzkontrollen (Einreise nach Chile) wurden mir 1 Banane, 1 Tomate und 1 Papaya abgenommen, den Käse durfte ich behalten, Einfuhrverbot von Lebensmitteln auf der Transitstrecke. Der Zöllner war freundlich, ich wurde nicht verhaftet, mußte nur ein Formular neu ausfüllen, die 3 Stücke wurden entsorgt.
Wir waren gut im Zeitplan, als wir in Rio Gallegos ankamen. Dank des bereits vorhanden Bustickets konnten wir mit Genuß eine Riesenpizza am Busbahnhof verzehren bevor wir mit dem Nachtbus (Andesmar) Richtung Caleta Olivia aufbrachen. Wir waren pizzasatt, - was nun, die Überrraschung, es gab warmes Essen an Bord, sehr gut zubereitet, A. hatte noch platz in seinem Magen, ich leider nicht mehr.... Hier gab es unter all den verschiedenen Busanbietern die eindeutig beste Verpflegung, Kissen und Decken waren wie bei der Nachtfahrt von Santiago de Chile nach Puerto Montt ebenfalls vorhanden. Draußen legte sich die Nacht über das Land, wir schliefen... bis 6h als wir in Caleta Olivia ankamen. Von hier wollten wir weiter nach Puerto Deseado, wußten noch nicht wie, evtl. auch noch 1 Nacht hierbleiben, ein hin und her. Im "Bistro" des Busbahnhofs stärkten wir uns bei einer mütterlichen Wirtin mit heißen Croissants und Kaffee. Obwohl 2 Tage zu früh, wir hatten über Internet in Puerto Deseado unsere Unterkunft reserviert (5 Tage) entschlossen wir uns um 8h mit dem Bus nochmals 3h zuzulegen, um an unser Ziel zu gelangen. Auch die Tickets weiter nach Buenos Aires, (5 Tage später) konnte A. noch am Schalter besorgen. Ich bewunderte ihn, vor 2 Jahren hatte er begonnen Spanisch zu lernen, (auch 14 Tage einen Kurs in Oaxaca, Mexico) und er konnte, wenn auch manchmal mit kleinen Problemen, sich gut verständigen und wir bekamen auch was wir uns vorstellten. Zeimlich kaputt erreichten wir Puerto Deseado, ohne Stadtplan, eine Kleinstadt, ... Am Busbahnhof suchte A. nach einer Infostelle, - geschlossen,...Eine Reinigungskraft, Elena, erkannte unsere Hilflosigkeit, verließ ihren Arbeitsplatz, packte uns in ihr neu gekauftes Auto und brachte uns erst zu unserer Unterkunft, - wo niemand zu erreichen war, dann zum örtlichen Tourismusbüro. Sie entschuldigte sich, da sie ja wegen ihrer Arbeit wieder zurückmüsse...Im Tourismusbüro nahm man Kontakt zu unserer Unterkunft.
Zu Fuß, durch einen kleinen Park und die Straße hoch, gelangten wir, bepackt mit Rucksack und Handkoffer, zu den Cabanas las Nubes. Wunderbar auf einem Felsen gelegen, unsere <Wolkenhütte>, - wir waren glücklich angekommen, auch Florencia (Tochter, der Besitzer ?) war nun zugegen. Die um 2 Tage frühere Ankunft stellte weiter kein Problem da, wir mußten nur nach 2 Tagen in eine andere Cabana umziehen. Ich schleppte noch meinen aus Puerto Williams importierten Husten plus Herpes mit (er wurde mir leider nicht an der Grenze abgenommen), doch eines meiner Wunschziele war erreicht. Wir kochten selbst, die Küche mit Blick auf das Mündungsgebiet des Ria Deseado, hoch oben am Felsen, (das Bild der Küche im Lüderitzer Leuchtturm-auf einer früheren Reise in Namibia drängte sich wieder auf). Im Supermarkt eine überrraschende Entdeckung, Plastiktüten gab es nur auf Nachfrage, man wurde auch scheel angesehen wenn man danach verlangte. Einkäufe wurden in mitgebrachte Taschen, Holzkisten und ähnliches verpackt, Umweltschutz praktiziert. Bei unseren nächsten Einkauf hatten auch wir unsere große gelbe Stofftasche mit und waren somit wohlgelitten.
Zwei geführte Touren unternahmen wir mit losvikingos.com.ar mit Führung durch Chantal. Zusammen mit einer deutschsprachigen Reisegruppe (Papayatours) konnten wir auf der Insel der Pinguine brütende Magellanpinguine und die eigenwilligen Rockhopper beobachten, (sie watscheln nicht nur sondern überwinden Höhenunterschiede durch Hüpfen). eine Kolonie männlicher Seelöwen gab erst Rätsel auf, lt. A. abgehalfterte Chefs die in einem "Seniorenheim " leben müssen, aber wie wir erfuhren, dass auch junge Kerle, die ihre Gruppe im Kampf gegen stärkere Artgenossen verloren hatten, mußten hier ihr Ausgedinge finden.
Im Schlauchboot auf der Rückfahrt ergaben sich manche Gespräche, unter anderem auch - die Welt ist klein, eine Hamburgerin die vor 40 jahren in derselben Straße wie A. lebte. Der zweite Bootsausflug auf eine der Inseln im Fluß brachte uns noch näher an die neugierigen Magellanpinguine heran. Ich legte mich ca. 1 bis 2m vom Ufer entfernt in den Kies um zu fotografieren. Überraschenderweise kam einer dieser Kerle näher, beäugte mich und versuchte mich in die Kniekehle zu picken, ich robbte davon. Einige Delfine begleiteten uns auf der Rückfahrt, und jede Menge Vögel. Die Stadt war schnell erforscht, alles quadratisch angeordnet. Am vorabend unserer Abreise traf, wie vereinbart, noch Carlos (Hostalbetreiber aus Puerto Williams) mit seiner Frau ein. Dieser unterhaltsame Abend beschloss den Aufenthalt in Puerto Deseado. Der nächste Tag begann mit der Busfahrt nach Caleta Olivia. Am Busbahnhof trafen wir nochmals auf Elena, die sich nach anfänglichen Sträuben auf einen Kaffee einladen ließ. Ein Mann nahm Abschied von Frau und seinen Töchtern und Sohn, im späteren Gespräch, - die Welt ist klein, auf deutsch-spanisch, ein argenitinischer Major der eine Ausbildung in Munster, Niedersachsen, D, erhalten hatte. Ich döste am Fesnterplatz und die beiden Männer unterhielten sich über Militär und Panzer, und.andere Themen.
. Caleta Olivia, unsere Umsteigestation mit Übernachtung im Hotel Patagonia, etwas außerhalb gelegen, vermittelt von Florencia, war modern und sauber, die georderten Gerichte des Abendessens entsprachen nicht so ganz diesem Eindruck, das Fleisch war zäh und trocken,.. Wir machten noch einen langen Strandspaziergang und ich lockte A. , in der Meinung es sei ein Supermercado, in einen Laden für Pferdefutter. Mit dem Taxi fuhren wir Richtung Hotel zurück, (die Frage des Taxifahrers nach Kängurus in Austriaca konnte ich leider nicht beantworten). Mit wenig Porviant, wir wußten aus Erfahrung um die gute Verpflegung an Bord der Busse, bestiegen wir nach einer kurzen Nacht den Bus (EL PINGÜINO SRL) Richtung Buenos Aires. Demnächst geht`s weiter...



Buchtipp:

Bruce Chatwin: In Patagonien
Stefan Zweig: Magellan
Holger Drachmann: See- und Strandgeschichten



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • daniel.olzien 06.05.2011 | 12:38 Uhr

    Vielen Dank. Wenn ich mir den Hinweis erlauben darf: Ein paar Absätze würden helfen. Thomas Bernhard - um bei den Literaturtipps zu bleiben - hätte das vielleicht anders gesehen, aber mich als Leser würde es unterstützen.
    Grüße, Daniel (Olzien)
    GEO-Reisecommunity

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