Mein Traumschiff - Mit dem Motorsegler entlang der türkischen Küste

Reisebericht

Mein Traumschiff - Mit dem Motorsegler entlang der türkischen Küste

Reisebericht: Mein Traumschiff - Mit dem Motorsegler entlang der türkischen Küste

Eine Schiffsreise, nach meinen Träumen und Wünschen, erlebnisreich, bewegt (nicht nur im Fitnessraum) entspannend und herausfordernd im Zusammenleben von sich fremden Mitreisenden sehr unterschiedlichen Alters auf engem Raum.
Im Oktober 2000 machten wir diese 14- tägige Kreuzfahrt, bzw. Segeltörn entlang der lykischen Küste von Bozburun, in der Nähe von Marmaris bis nach Myra und wieder zurück.

- Anreise mit Hindernissen

Eine äußerst abenteuerliche Anreise von Witten ließ uns zunächst nichts Gutes erwarten. Über Hagen fuhren wir freitagmittags mit einem übervollen Messe- Zug, von der Weltausstellung in Hannover kommend, nach Köln. Im Anschlusszug nach Frankfurt saßen wir mit den Fußballfanclubs des 1. FC Köln, die zu einem Bundesligaspiel nach München und zum Oktoberfest fuhren in einem Waggon und bekamen einige Biersalven ab. Von dort ging es mit dem Bus über Nacht nach Leipzig, weil die gebuchte Maschine wegen Insolvenz der Fluglinie in Frankfurt nicht startete. Um sieben Uhr ging die neue Maschine ab Leipzig nach Dalaman. Am Flughafen holte uns unser Reiseleiter zu einer vierstündigen Busfahrt nach Bozburun in der Nähe von Marmaris ab. Todmüde erreichten wir nach anderthalbtägiger Anreise ein Schiff, das ein Ersatz für die erwartete Gület war. Der Kapitän des eigentlich fahrenden Schiffes wollte aber seine Frau bei der Geburt des ersten Kindes nicht alleine lassen. Großes Erstaunen bis zum Entsetzen waren die ersten Reaktionen, als wir unsere Kabinen bezogen. So war das alles nicht im Reiseprospekt beschrieben gewesen.



"Unser Schiff"



- Erste Eindrücke an Bord

Wir schlafen diese erste Nacht an Deck in unseren Schlafsäcken und werden am frühesten Morgen von Hahnengeschrei und Muezzinrufen geweckt.
Noch vor dem Frühstück legen wir ab und steuern eine schöne Bucht zum Ankern an.
Ein Sprung in das Ende September noch warme Mittelmeer und das Schwimmen auf der Sonnenspur lassen alle Strapazen der Anreise vergessen. Danach schmeckt uns das Frühstück richtig gut.
Die Fahrt über das offene Meer danach wird sehr stürmisch. Wir genießen Wind und Wellen und die Gischt im Gesicht.
Zum Mittagessen legen wir an bei Ali Baba und wandern anschließend zu den Überresten der Burg Lorimar.



Sonnenaufgang



- Zeitvertreib und Ausflüge

In herrlichen Buchten mit türkisblauem, kristallklaren Wasser ankern und trotzdem nicht auf Wanderungen in weitgehend unberührten Gegenden verzichten: Das sind die Vorteile dieser Reise. Täglich wechselnd liegen wir in Buchten oder auch Häfen vor Anker, setzen mit Booten aufs Festland über und besichtigen archäologische Ausgrabungsstätten, erkunden in 1-3-stündigen Wanderungen die Umgebung, schlendern durch Hafenstädte und ihre Basare oder besuchen die türkischen Freunde unseres Reiseleiters, der ein halbes Jahr im Land gelebt hat.
An Bord haben wir viel Zeit zum Schnorcheln, Schwimmen und Lesen. Abends sitzen wir zusammen und lernen Türkisch, insbesondere mit Liedern bekannter türkischer Sänger Z. B. "Marti" -"Die Möwe"oder wir studieren die Sternbilder im südlichen Sternenhimmel.



- Stationen unserer Reise, Teil 1: Bozburun, Dalyan, Fetihey, Kalkan

Von Bozburun geht es durch den Golf von Göcek Richtung Dalyan. Dort nehmen wir an einem ganztägigen Ausflug zu den Ausgrabungsstätten von Kaunos und anschließender Fahrt durch die Schilflagune an Felsengräbern vorbei in den Ort Dalyan teil. Nach dem Mittagessen geht die Bootsfahrt weiter zum Köycegizsee und seinem angrenzenden Kur-Schwefelbad. Dort können wir ins nach faulen Eiern stinkende 39°Schwefelbad eintauchen und dann ein erfrischendes Bad im See nehmen. Die Rückfahrt zu unserem Schiff in Richtung Sonnenuntergang ist herrlich.






Königsgräber bei Kaunos



- Golf von Göcek

Es folgt ein Faulenzertag im Gebiet der 12 Inseln, (on iki ansalar)

Am nächsten Tag fahren wir in den Hafen von Fetihey und erkunden Stadt und Hafen. Ein Tagesausflug bringt uns durch das Xanthos-Tal zu der Ausgrabungsstätte Tlos.
Nachmittags besuchen wir die verlassene Stadt Kayaköy und wandern von dort aus zum Traumstrand Oludeniz.



Markt in Fetihey




Es folgt wieder ein Faulenzertag mit Schnorchel, Kajak fahren, "Okay" spielen lernen und als Angebot zu einer alten römischen Wasserleitung zu wandern. Am Abend geht es nach Kalkan weiter. Dort liegen wir im Hafen und geraten in einen Sängerwettstreit mit türkischen Liedern und von einer amerikanischen Gruppe tönenden Hits der Charts.

Von Kalkan aus besuchen wir die türkischen Freunde unseres Reiseleiters in Yesilköy, tafeln dort unter einem Dach von Weinreben und genießen frisch zubereiteten Fisch. Nachmittags geht es weiter zu den Ausgrabungsstätten von Patara. Unser Sohn rollt mit den türkischen Kindern antike Säulen und lernt anschließend Luftgewehrschießen auf Weintrauben. Nach einem Tee bei der Aufseherfamilie des Ausgrabungsortes nehmen wir ein Bad am kilometerlangen Sandstrand von Patara. Dann geht es wieder zurück auf unser Schiff.



Zu Gast bei türkischen Gastgebern



Unsere Reisegruppe besteht aus 12 Gästen, Reiseleiter, Kapitän, Matrose und Koch an Bord. Unser damals 13-jähriger Sohn ist der Jüngste, der älteste Mitreisende feiert seinen 74. Geburtstag an Bord. Wir verstehen uns alle so gut, dass es zu den Mahlzeiten immer andere Konstellationen am großen Gemeinschaftstisch gibt und jeder sich mit jedem gut unterhalten kann. Der Wohnkomfort ist nicht im herkömmlichen Sinne 5 Sterne gut, aber alle Einschränkungen an Komfort werden durch anderes und Wichtigeres aufgewogen.
Für mich ist dieser Urlaub der Inbegriff von Erlebnis, Abenteuer und Entspannung.
Diese Reise ist allerdings nicht mehr als 14-tägige Tour im Programm. Stattdessen werden zwei verschiedene Törns als Anschlussprogramm zu Wanderwochen angeboten. Hier der Link dazu:
http://www.lupereisen.com/reisen/yachtreise_suedtuerkei/detail.htm



Mit dem Motorsegler entlang der lykischen Küste



Von Kas nach Myra und zurück bis Patara

Gerade um Kekova findet unsere Kreuzfahrt einen der vielen Höhepunkte. Man gleitet entlang einer versunkenen Stadt, ankert kurze Zeit später bei Vollmond in einer Bucht, genießt das Wasser ringsherum und möchte es nicht mehr missen.
Diese Kreuzfahrt dürfte kein Ende haben.
Wir segelten in 14 Tagen von Bozburun, in der Nähe von Marmaris bis nach Myra und zurück bis Patara mit täglichen Landausflügen, Wanderungen, Besichtigungen und Besuchen bei türkischen Familien. Diese große Abwechslung von Leben an Bord und Erkundungen an Land machte den großen Reiz dieser Reise aus. Immer wieder!!!
Auf der Suche nach ähnlichen Reisen bin ich auf die kroatische Küste und die Karibik aufmerksam geworden. Ich würde mich freuen, eure Eindrücke von vielleicht ähnlichen kleinen Kreuzfahrten zu erfahren.


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Kommentare

  • shootingstar

    Dein Reisebericht hat mir sehr gut gefallen! Sicher war das noch eine tolle Reise nach all den Anfangsschwierigkeiten ; )
    LG Claudia

  • mamaildi

    Jetzt hast du mich neugierig gemacht: waren die Kabinen anders als im Prospekt beschrieben, weil das Schiff nicht das gebuchte war - oder sind sie einfach auf solchen Seglern anders als auf den gewöhnlichen Kreuzfahrtschiffen?
    Habt ihr jede Nacht an Deck geschlafen?
    Mit eurer Gruppe hattet ihr wohl Glück - wenn das nicht so ist, kann man sich da ausweichen auf so einem Schiff?
    Fragen einer Landratte, die sich als einzige Form einer Seefahrt die von dir hier beschriebene vorstellen kann!!

  • u18y9s26

    Liebe Ildiko,
    die Kabinen waren fürchterlich, aber bewohnbar. Wer nicht schnarcht, ist an Deck willkommen. Ich glaube die Schiffe, die Axel für Lupereisen ordert haben eigentlich einen höheren Standard. Wir hatten eine besondere Situation und sie hat sich nicht auf unser Urlaubsgefühl ausgewirkt. Zu den Mitreisenden: Lupereisen gehört zur Gruppe "Anders reisen" Das ist keine Garantie, aber eine Hoffnung , dass Gleichgesinnte unterwegs sind. Bei uns hat es optimal gepasst.
    LG Ursula

  • venus

    Vielen Dank, das ich dabei sein durfte...

  • Zeitreisende

    Hallo Ursula,
    ein sehr schöner Bericht und stimmungsvolle Bilder. Ich konnte mir bislang eine Schiffsreise nie so richtig für mich vorstellen ( mich bewegt hier auch Ildikos Frage, wie man denn unter Umständen den Mitreisenden ausweichen kann ;-)). Aber Deine Beschreibung klingt toll. Ihr ward ja dann mit 12 Personen auch eher eine kleine Gruppe. Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit dem Übernachten an Deck...........;-))) ! LG und vielen Dank ! Dani

  • trollbaby

    Hallo Ursula!
    Eine schöne Reise habt Ihr da gemacht! Und Ihr hattet Glück mit Eurer Gruppe. Ich war erst einmal auf einer Schiffstour (Flußkreuzfahrt am Dnjepr) und das war - naja, nicht wirklich meins. Das Publikum war ziemlich gewöhnungsbedürftig, daher bin ich seit damals ein wenig vorsichtig, wenn es um Schiffreisen geht. :-)
    LG Susi

  • u18y9s26

    http://www.lupereisen.com/reisen/yachtwandern_lykien/intro.htm
    http://www.lupereisen.com/reisen/yachtreise_suedtuerkei/intro.htm
    Diese beiden Reisen werden im neuen Katalog auf der Gület angeboten.
    Axel Neuhaus auf dem letzten Bild der Diashow war unser Reiseleiter, der mit einem Geschichts- und einem Biologiestudium großes Fachwissen in diesen Bereichen hatte, uns die Unterwasser-, Pflanzen- und Tierwelt prima erklären konnte. Seine Sprachkenntnisse hatte er bei einem dreivierteljährigen Aufenthalt in der Türkei erworben. Seine türkischen Freunde zu treffen war ein Erlebnis.

    LG Ursula

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  • liebilein

    War bisher immer nur auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs, da ich bei den Seekranken immer unter den Ersten bin. Wir war das denn bei eurer stürmischen Passage, hattet ihr Fischefütterer?

  • u18y9s26

    Nein, überhaupt nicht! Wir sind bevorzugt in den frühen Morgenstunden gefahren, in denen die See noch ruhiger sein sollte als im Tagesverlauf.

  • ingepeter (RP)

    Vor ca. 18 Jahren waren wir auch Gast auf so einem Motorsegler und fuhren die lykische Küste von Marmaris aus entlang. Es waren auch 12 Gäste an Bord. wir freuten uns sehr auf diese Tour, besonders, da wir vorher eine Woche in Gökova wohnten und dort andere Reisende von dieser Tour schwärmten. Erschreckt wurden wir an Bord gleich von zwei Wiener, die irgendwie einen Pseudopiratenausflug in ihrem Kopf hatten. Klare Worte unsererseits setztem diesem lautstarken Gegröhle gleich ein Ende, die Beiden waren dann recht nett. Die anderen Gäste waren ausgesprochen nett und umgänglich. Immer in unserer Erinnerung wird jedoch ein Ehepaar mit einem 5 jährigen Sohn bleiben. Sie kamen noch sehr spät an Bord und sorgten für ein umfassendes Unterhaltungsprogramm mit dem Thema -Ehekrise in der besseren Gesellschaft- während der gesamten Reise.
    In den ersten Tagen ging es allen auf die Nerven, hinterher entwickelte es sich zum Gesellschaftsspiel der Fahrgäste. Wir alle erlebten in einer Woche ein Familiendrama in 7 Akten. Es war dann irgendwie erstaunlich, wie wir alle dieses Erlebnis dann als Belustigung empfunden haben. Wir adoptierten ihren Sohn als Ferienkind, der Junge war glücklich. Die dünnen Holzwände zwischen Kabinen schützen selbstverständlich nur gegen Blicke und dienen der optischen Abgrenzung.
    Doch die landschaftlichen Eindrücke, der ruhige Reiseablauf, das Baden im blitzsauberen Meer, der Besuch der kleinen Inseln mit alten Gebäuderesten, die Nächte unter dem klaren Sternenhimmel - ich bevorzugte häufig das Deck als Schlafplatz, entschädigten uns sehr für die Unannehmlichkeiten.
    Diese Reise ist für uns unvergesslich und auch die negativen Erlebnisse sind in der Erinnerung nun eher lustig. Selbst auf so einem kleinen Schiff findet man Platz sich abzugrenzen. Wer allerdings eine komfortable Kabine und mehrgängige Mahlzeiten bevorzugt sollte unbedingt eine andere Reiseform wählen.
    Wie Du sicherlich merkst Ursula, hast Du mit Deinem Reisebericht Erinnerungen geweckt. Dein Reisebericht hat mir gut gefallen und Deine Fotos ergänzen ihn ganz wunderbar. Gruss Inge

  • u18y9s26

    Herzlichen Dank Inge,
    es ist eben wichtiger, was man mit den Gegebenheiten macht. Die Erinnerung kann vieles unliebsame einschläfern. Ihr habt es aber auch knüppelhart angetroffen. Da hatten wir ein großes Glück. So ein Schiff ist nichts für Kinder jünger als 10 Jahre. Auf unserem Schiff gab es nur zwei Ehepaare, die sich eher den Singles unterordnen mussten. Und 3 Männer plus Besatzung.
    LG Ursula

  • fhaid

    Hi Ursula, allein das Schlafen an Deck ist etwas ganz besonderes bei solchen "Schiffsreisen"! Den Sternenhimmel über Dir zu sehen, das Meer zu riechen und zu hören. Da komm ich gleich ins Schwärmen! LG Florian

  • Wilfried_S.

    Hallo Ursula,
    ich habe mir heute Deinen interessanten Reisebericht vorgenommen. Obwohl es doch schon ein paar Jahre her ist, hat Euch diese Reise trotz einiger anfänglicher Problemchen so gut gefallen, dass Du Dich auch jetzt noch gerne daran erinnerst. Ein gutes Zeichen für eine Reise.
    Danke + lg Wilfried

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  • u18y9s26

    Das kann ich nur bestätigen, Wilfried! Trotzdem würde ich heute im Vorfeld Einbrüche in der Qualität zu verhindern zu mindestens versuchen. Aber der Reiz der Reise lag letzendlich auch in der Einfachheit, Improvisation und dem Talent, das beste daraus zu machen.
    LG Ursula

  • Blula

    Hallo Ursula!
    Ich kenne die lykische Küste bisher noch nicht, weder zu Lande noch zu Wasser. So eine Reise mit einem Motorsegler könnte mir schon auch gefallen. Leider gibt es bei mir meistens immer gleich heftigen Seegang sowie ich ein Schiff besteige. Nichtsdestotrotz.. . Deinen schönen und lebendigen Bericht habe ich natürlich genossen.
    LG Ursula

  • Hortensie7

    Hallo Ursula,
    etwas - was ich bisher auch noch nicht gemacht habe! Ich würde gerne mal wieder seglen. In der Türkei bin ich auch noch nie gewesen... sollte man mal in Erwägung ziehen!!! Mitnehmend geschrieben... lg, Petra

  • ursuvo

    der Bericht war so schön, dass ich am liebsten auch mal..................aber man kann ja nicht alles machen was man so möchte - leider!

  • u18y9s26

    Herzlichen Dank für eure netten Kommentare, liebe Ursulas und Petra, es lohnt sich wirklich eine solche kombinierte Land-und Meereskreuzfahrt zu machen.
    LG Ursula

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