Wo die Wurzeln sind...

Reisebericht

Wo die Wurzeln sind...

Wanderdünen von Leba



Weißer Strand und riesige Dünen

Früh morgens brachen wir in Mustin, wo meine Großeltern wohnen, auf. Über die Autobahn und über Land ging's nach Łeba (früher Leba). Dort besuchten wir zuerst eine der riesigen Wanderdünen, die Lomtzkedüne. Die Dünen sind wirklich sehr empfehlenswert. So weißen Sand gibt es glaube ich sonst nirgends auf der Welt!



Wo Rommel seinen Afrika-Feldzug übte...

In den Wanderdünen von Łeba übte Rommel den Afrikafeldzug! In der kleineren Ausgabe der Sahara ist es jedoch nicht einmal annähernd so heiß.
Nach dem Baden im kristallklaren Wasser fuhren wir um den Słowiński Park Narodowy (Slowinzischer Nat.-Park) mit sehr vielen Vögeln herum zum Leuchtturm Smołdzino. Danach besichtigten wir das Museumsdorf Kluki. Es zeigt sehr authentisch das Leben der Kaschuben früher. Abends schliefen wir wieder in Łeba.



Halbinsel Hela (Hel)

Am nächsten Tag fuhren wir dann vorbei am Benediktinerinnen-Kloster Żarnowiec (Zarnowick). Das Kloster hat eine sehr schöne Kirche und einen schön renovierten Kreuzgang.
Stockend ging's wegen der vielen Autos auf die Halbinsel. Dort besichtigten wir den Leuchtturm und den Heler Hafen.
Wir zelteten in Jurata, einem kleinen Ort auf der Halbinsel.



Lagerzug im KZ Stutthof



Deutsche Geschichte

Ernte auf polnisch

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Heute erwartete uns ein düsterer Abschnitt deutscher Geschichte: das Konzentrationslager Sztutowo (Stutthof), wo über 65000 Juden, Polen, Russen, Homosexuelle und viele andere ermordet wurden. Sehr bedrückend alles und gar nicht in Worte zu fassen.
Danach fuhren wir auf die Frische Nehrung. In Krynica Morsca (Kahlberg Liep) campierten wir auf einem altertümlichen, aber sehr günstigen, Zeltplatz, der direkt neben einem luxeriösen teuren lag.
Der Strand der Nehrung ist sehr veralgt, daher konnten wir kaum baden.



Überschwemmung im Zelt!!

Am nächsten Tag wachten wir auf großen (aber Dank unserem guten alten Vaude-Zelt draußen gebliebenen) Pfützen auf. Nach dem Trocknen ging's weiter über Kadyny (Cadinen) mit einem alten Gestüt und einem Wald aus uralten Bäumen nach Frombork (Frauenburg), wo Verwandte von uns über's Haff geflohen sind. Abends besuchten wir den Hafen und zelteten auf einem Zeltplatz etwas außerhalb von Frombork.



Kopernikus lässt grüßen

Swieta Lipka

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Am nächsten Tag besichtigten wir den Domhügel von Frombork. Wir lauschten einem Konzert auf der wundervollen Orgel. Gigantische Sicht hat man vom Glockenturm.
Danach gedachten wir am Gedenkstein am Hafen der 45000 Menschen, die das Haff im Winter 1945 verschluckte.
Dann fuhren wir nach Lizbark Warminski (Heilsberg). Dort besuchten wir das ermländische Museum in der Ordensburg mit sehr vielen schönen Exponaten aus deutscher Zeit.
Anschließend ging's über katastrophale Straßenverhältnisse (fahre also nie mit einem Fiat durch Polen) nach Klebowo (Wernegitten), wo meine Großmutter zur Kirche ging. Überraschend fanden wir auf der Weiterfahrt mitten in der Wildnis eine Jugendherberge in sozialistischem Stil, wo wir unser Zelt aufschlugen.



Oma's Heimat

Junge Schwäne

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Wir fuhren am nächsten Morgen ein Stück weiter zum ehemaligen Hof meiner Großmutter. Leider ist der unter polnischer "Herrschaft" schon einmal abgebrannt.
Auffallend war, dass dort einige Polen - wie auch überall sonst in Polen - Pilze und Beeren sammeln waren. Sogar die Jugendlichen und Großeltern halfen mit. Das Gesammelte wurde dann am Straßenrand verkauft oder selbst verzehrt.
Dann ging es weiter zum Kloster Stoczek (Springborn), das sehr schön renoviert wurde. Oma meinte, für sie war dort die Welt zu Ende. Denn einmal im Jahr pilgert man zu dem Kloster. Weiter kam Oma wohl bis zur Flucht nicht.
Danach fuhren wir nach Reszel (Rößel) und besuchten die dortige Kirche. Die Altstadt wurde zum Glück vom Krieg verschont und ist sehr sehenswert.
Weiter fuhren wir nach Święta Lipka (Heilige Linde), ein berühmter Wallfahrtsort, wo viele wundersame Heilungen geschehen sind. Bemerkenswert ist das Orgelkonzert, das jede halbe Stunde stattfindet.
Das Dritte Reich ließ uns nicht los, denn wir kamen an der Wolfsschanze vorbei, von wo der Russlandfeldzug ausgeführt wurde. Ein riesiger Komplex, in dem sich Adolf und Co. bis zum "bitteren" Ende verteidigen wollten (bzw. die letzten Soldaten verfeuern). Die Anlage ist ca. 2,5 km2 groß. Überall in den umliegenden Wäldern sind Bunker verstreut, unter anderem die "Lagebaracke", in der das Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli '44 stattfand.
Wir zelteten im Mikołajki (Nikolaiken). Der Campingplatz befindet sich am Ende des Ortes auf einem Hügel. Von dort kann man über die Stadt schauen.



Von Wildpferd, Wisent und Biber

Rollberge

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Am nächsten Tag ging's weiter nach Popielno. Der Ort ist etwas schwierig zu finden und man muss mit der Fähre fahren. Dort ist eine Aufzuchtstation für seltene Tiere untergebracht. Am besten macht man eine Führung mit, denn dann sieht man alle Tiere, zu denen man sonst nicht kommt, auch wenn man nichts versteht. Nach der Führung fuhren wir durch das riesige Frei-"Gehege". Dort lief uns tatsächlich eine Herde Wildpferde über den Weg.
Danach fuhren wir in strömendem Regen nach Olsztyn (Allenstein). Die Kirche, die Burg und die Altstadt sind dort sehr schön. Wir zelteten weiter ausserhalb, fast an der Hauptstraße, aber sehr ruhig.



Der deutsche Orden und sein Vermächtnis

Weiter ging's am frühen Morgen über den Oberländischen Kanal mit seinen Rollbergen (am Besten hält man an einer Station weiter nördlich, denn in der südlichsten Station sind sehr viele Touris und in einer Station weiter nördlich bekommt man sogar das Maschinenhaus gratis zu sehen), wo die Schiffe über's Land gezogen werden, um den Höhenunterschied zu bewältigen.
Danach besichtigten wir die (recht teure - für polnische Verhältnisse, trotzdem sehr lohnende) Malbork (Marienburg), die Hauptburg des Deutschen Ordens. Sie ist mit 20 ha Grundfläche der größte Backsteinkomplex der Welt und die drittgrößte Burganlage Europas.
Nach der sehr eindrucksvollen, dreistündigen Führung fuhren wir weiter nach Pelplin, einer alten Klosterkirche, die sehr, sehr riesig und eindrucksvoll ist. Dort besuchten wir den gut besuchten Gottesdienst.
Wir zelteten in Chojnice (Konitz). Das liegt zwar in der Nähe eines Nationalparks, ist aber trotzdem sehr laut.



Opa's Heimat

Am nächsten Morgen fuhren wir zu Opa's ehemaligen Hof. Die Kirche in dem Ort Koszcała (Flötenstein) ist sehr schön.
Wir schliefen dort in der Nähe im Zelt an einem kristallklaren See (Jezioro Dymno - Diemensee).



Kanufahrt mit Hindernissen

Wir paddelten auf der Brda (Bra) einem kleineren Fluss, der touristisch nicht überlaufen ist, anders als die ostpreussischen. Die Brda ist sehr naturnah, das heißt, dass man Baumstämme zum Teil nur so weit abgesägt hat, dass gerade ein Kajak durchpasst!


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Kommentare

  • A1B2CC

    Hallo, das ist doch mal ein netter Bericht. Du hast kurz und bündig den Verlauf eurer Reise beschrieben. Mir gefällt es und die Region Polens könnte mal ein Reiseziel sein. Viel Spaß beim weiteren Schreiben:)

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