Reisebericht

Reisebericht: Nahanni Nationalpark - unterwegs in den kanadischen Nordwest-Territorien

 
 
 
 
 
Reisebericht: Nahanni Nationalpark - unterwegs in den kanadischen Nordwest-Territorien

Reiseerlebnis durch die Nordwest-Territorien

 
 
 
 
 

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Wie schon im Nordlichtartikel erwähnt - Hauptgrund für die strapaziöse Anreise ins die unberührte Gegend Kanadas war der Nahanni Nationalpark. Von Yellowknife am Great Slave Lake, nördlich des 60. Breitengrades nahem wir die 390 anstrengende Meilen - immerhin fast 700 km ! - in Angriff. Selten über Asphaltstraßen. Größtenteils unbefestigte Schotter-Pisten ließen erahnen, dass wir fast am Ende der Zivilisation Nordamerikas angekommen waren. Meine Frau Susanne und ich querten mittels Fähren den Mackenzie, sowie den Liard River um nach 12 Stunden Autofahrt Fort Simpson zu erreichen. Das Bannockland Inn - das beste Haus am Platz - war für uns der schönste Lohn für die überaus turbulenten Anreise.

Der Nahanni Nationalpark war das Ziel meiner Fotoreise. Bekannt für seine atemberaubende Landschaft, kann man den Park nur per Boot stromaufwärts, auf Trekkingpfaden zu Fuß oder am Rücken eines Pferdes, oder mit einem Wasserflugzeug entdecken. Wir entschieden uns für die durchaus kostspielige Variante mit einer 4-sitzigen Cessna.

Voller Tatendrang besuchten wir am nächsten Morgen das Büro der Simpson Air, die Flug-Sightseeing Touren anbietet. „Nur mit dem Wasserflugzeug lassen sich der Little Doctor Lake, der Glacier Lake, der smaragtfarbene Emerald Lake und das Highlight - die Virginia Falls - perfekt entdecken!“, versprach uns die junge, langhaarige Blondine, die wir zunächst für eine Bürofrau hielten. Die Virginia Falls sind die berühmteste Attraktion des Parks. Hier stürzt der Fluss über zwei mächtige naturbelassene Fälle, von denen der obere 90 und der untere 52 Meter hoch ist. Die Gesamthöhe der Fälle ist doppelt so hoch wie die der Niagarafälle. Wir ließen uns von den recht saftigen Preisen nicht abschrecken und buchten mit dem Versprechen von Simspon Air, eventuell noch den einen oder anderen Fluggast dazu zu bekommen. Die nette, junge Lady wies uns noch auf hin, daß es möglicherweise wetterbedingt zu leichten Turbulenzen kommen könnte.

Tags darauf wurden wir programmäßig zum Mackenzie River gebracht. Ich hatte mir im Vorfeld den Co-Pilotensitz gesichert, um die “Foto-Poleposition“ inne zu haben und mit Sicherheit die besten Bilder schießen zu können. Das Flugzeug wurde betankt und startklar gemacht, bevor zum großen erstaunen der Pilot zustieg. Ausgestattet mit dem adäquaten Thermokaffeebecher setzte sich die nette Blondine vom Vortag neben mich. „Kann Sie wirklich ein Flugzeug bedienen?“ dachte ich mir. Ohne mit der Wimper zu zucken ließ die den Propeller an. Mit einem „Welcome on Bord“ und dem Hinweis, daß es sich um einen Nichtraucherflug handelt und die Schwimmwesten unter dem Sitz sein, hoben wir sanft vom Mackenzie River ab in die Lüfte.

Per Kopfhörer und Mikro war Samantha nicht nur eine begnadete Pilotin, sie fungierte auch gleichzeitig als Flugguide. In 40 Minuten erreichten wir den Park. Die wunderschöne Landschaft, die hohen, schroffen Berge und die Tausenden Seen hielt ich natürlich digital fest. Trotz heftiger Aufwinde prägten sich unvergeßliche Eindrücke in unseren Köpfen ein. Meine Sorgen über eine klappernde Abdeckung auf den Schwimmkörpern der Cessna nahm mir Samantha mit einem kurzen lächeln und einen bestimmten: „Alles roger !“

Leider folgte wenig später die Ernüchterung: Weder bei den Virginia Falls, noch bei den anderen Seen war eine Landung möglich. Das Wetter und die Wellen machten uns eine Strich durch die Rechnung. Leider auch keine Wanderung, daher ist meine Fotoausbeute eher bescheiden. Eine nette Story zum Schluß: Wir erfuhren beim Abendessen von Samantha`s Kollegen, daß wir den besten Piloten der Norther Terretories hatten. Sie hatte kürzlich eine Notlandung und brachte nicht nur die Fluggäste heil zu Boden - auch das Wasserflugzeug blieb fast unversehrt....Abschließend möchte ich festhalten: Die Strapazen der Anreise lohnten sich allemal. Lediglich der Zeitfaktor und das fehlende Wetterglück spielten dieses mal nicht ganz mit...



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • trollbaby 03.11.2010 | 18:46 Uhr

    Schade, dass das Wetter nicht so mitspielte und Ihr weder bei den Virginia Falls noch auf einem der Seen landen konntet. :-( Dennoch muss der Flug ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein! Ich wüsste jedoch nicht, ob ich mich darauf einlassen würde, vor allem, wenn ich von den Aufwinden lese... :-(
    LG Susi

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