Vier Frauen in Andalusien

Reisebericht

Vier Frauen in Andalusien

Reisebericht: Vier Frauen in Andalusien

Andalusien kann richtig schön sein - zum Beispiel, wenn eine Großmama, ihre zwei Töchter und eine Enkelin (15) sich aufmachen, es allein zu entdecken. Die maurische Kultur ist richtig spannend. Aber genauso spannend ist die Frage, wie die die Reisenden, die kein Spanisch sprechen, mit den Spaniern, die nur Spanisch sprechen, klarkommen.

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Ausflug nach Tarifa

Um es gleich zu sagen: Tarifa war die totale Überraschung unserer Reise. Der Wind blies fast in Sturmstärke, und es waren nur ganz wenige Surfer auf dem Wasser, wahrscheinlich die ganz Verrückten, die auch bei einem Orkan rausfahren. Tarifa ist ja eine Hochburg der Windsurfer, aber jetzt hingen sie offenbar lieber im Städtchen ab. Es gibt bunte Szene hier, junge Leute aus ganz Europa. Lilly, meine Tochter, fragte dauernd, welche Sprache die am Nebentisch sprechen – war es Schwedisch, Finnisch, Dänisch, Französisch ...?? Wir haben einen langen Strandspaziergang gemacht und uns ordentlich durchlüften lassen.



Keine Bildinformationen verfügbar

Die Sicht war klar, im Süden konnten wir klar und scharf die Berge von Marokko sehen. Wenn man sich vorstellt: das ist Afrika! Man glaubt, die Küste dort sei ganz nah und man könnte mit dem Ruderboot hinüberfahren, dabei ist die Meerenge von Gibralter hier 14 Kilometer breit. Der Strand von Tarifa ist ein Traum – mindestens 20 Kilometer lang und unverbaut. Wir haben uns geschworen, dass wir unbedingt im Sommer wiederkommen möchten – und Lilly möchte hier gern windsurfen lernen.

Fast noch spannender als der Strand war dann der Besuch in Tarifa selber. Wir spazierten durch Gassen mit weißen Häusern und über die breite Stadtmauer. Es gibt einige hübsche kleine Plätze mit Brunnen, Sitzbänken aus bunten Kacheln und mit Palmen und Orangenbäumchen. So richtig schön zum Entspannen und Ausruhen.

Später streiften wir über ein wildes Gelände außerhalb des Hafens. Man sagte uns, das sei eine aufgegebene Kaserne. Die Stimmung war wie in einem Italo-Western: Der Wind trieb diese kugeligen dürren Büschel umher, darüber eine stechende Sonne und in den Ruinen heulte und pfiff es – fehlten nur noch ein paar Typen in langen Staubmänteln.

Der Höhepunkt unseres Tarifa-Tages kam aber noch: die Bar ohne Namen, in der wir den besten Fisch unserer ganzen Reise bekamen. Sie lag unten am Hafen, war wohl, wenn wir das richtig verstanden haben, früher eine Fischauktionshalle oder eine kleine Fischfabrik gewesen. Stellt euch eine reine Männerwelt vor: Kerle am Tresen, viel Tabakrauch, Schnäpse und Biergläser auf den Tischen. Jetzt kommen wir vier Frauen da rein. Alle starrten sie uns an als wären wir Wesen von einem fremden Stern. Dann aber waren sie überaus höflich und freundlich – und sie servierten uns Tapas, gegrillten Fisch und Salate.



Alles frisch und superlecker – besser haben wir auch in Restaurants, die einiges teurer waren, nicht gegessen. Hoffentlich lassen sie diese Kneipe so wie sie ist und machen daraus nicht irgendeine pseudoschicke Gourmet-Bar.

Wir fuhren also nach Malaga hinein. Wir kurvten da lange herum, fanden aber keinen Parkplatz. Dann gab uns ein netter Passant einen Tipp: Zweimal links und gleich hinter der Kathedrale würden wir eine Garage finden. Fanden wir auch. Mehr als eine Garage war es wirklich nicht: ein Wohngebäude mit einem Riesenkeller, der für Autos hergerichtet war. Ein jüngerer Typ meinte, wir sollten aussteigen und ihm die Schlüssel geben. Er setzte sich hinters Steuer, gab Gas und verschwand mit unserem Mietwagen um die Ecke.



Parken in Malaga

Heute möchte ich nicht von unserem Besuch in Malaga erzählen (eine tolle Stadt, aber darüber ein andermal mehr), sondern von einem echt pfiffigen Parkhaus. Wir fragten das Mädchen an der Kasse nach einem Parkzettel, irgendeinem Beleg. Nö, sowas hätten sie hier nicht, sie wüssten immer genau, welcher Wagen an welcher Stelle steht. Also zogen wir los in die Stadt. Unterwegs kamen uns Zweifel. Meine Mutter sah unseren Mietwagen schon auf einem Frachter Richtung Afrika abdampfen. Und wir hätten nicht die kleinste Quittung. Dann kamen wir am späten am Abend zu dem Parkhaus zurück. Schon als wir über die Straße gingen, sah uns der junge Typ. Er winkte und flitzte los, und zwei Minuten später kam er mit unserem Wagen angefahren. Ich wollte ihn fragen, wie er sich das merkt, aber leider sprach er nur ganz wenige Brocken Englisch, und ich habe nicht wirklich verstanden, wie er das anstellt. Am Ende gaben wir ihm ein mehr als übliches Trinkgeld für den genialen Service – das eingerechnet haben wir immer noch weniger bezahlt als in einem der großen Parkhochhäuser am Stadtrand.


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Kommentare

  • desertflower

    Das Foto habe ich auch geschossen (ohne Dich natürlich, nur das Schild). Ich hab´s vergrößern lassen und an dier Klotür gepint. Ich freu mich jedesmal, wenn ich es sehe. Und Tarifa hat uns genau so gut gefallen wie Euch. Die Kneipe haben wir allerdings nicht entdeckt,vielleicht in diesem Sommer, da sind wir wieder in Marbella.
    LG

  • mongolei24.net

    Toller Reisebericht. Ich Malaga war ich auch schon. Das ist einfach eine sehr schöne Stadt.

    Meine Eindrücke und Berichte über Malaga http://www.malaga24.net

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