Reisebericht

Reisebericht: Bettmeralp

 
 
 
 
 
Reisebericht: Bettmeralp

Ein luftiger
Schlemmerplausch inmitten von
Viertausendern

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Winterliche Bettmeralp

Ein luftiger
Schlemmerplausch inmitten von
Viertausendern

Welch eine Auswahl auf dem köstlich an-gerichteten „Walliser Teller“. Die Augen wandern auf dieser riesigen Platte vom rohen, getrockneten Schinken zu zartem Trockenfleisch, dann weiter zu den kleinen Hauswurstscheiben, dem getrockneten Speck und zum Hobelkäse. Dabei steigt der verführerische Duft nach Kräutern und Käse in die Nase, dass man gleich zugreifen mag. Und so wandert denn auch mit Spitzen Fingern blitzschnell das erste Stückchen Trockenfleisch aus feinstem Rinderfleisch genüsslich in den hungrigen Magen. Derweil werden unter unserer Schlemmergondel in atemberaubender Bergkulisse auf tief verschneiten, gut prä-parierten Hängen Ski- und Snowboardträume vom Feinsten wahr. Und gerade jetzt in der Nebensaison sind die leichten bis anspruchsvollen Pisten der Bettmeralp für Skifahrer, Carver und Boarder geradezu ein Paradies. Die Hänge sind frei und an den Skiliften und Bergbahnen bilden sich in dieser Zeit keine Warteschlangen.

Wir haben die Idee einer „kulinarischen Gondelfahrt“ auf einem kleinen Poster auf der Bettmeralp entdeckt und gleich reser-viert. So werden wir an diesem Mittag von einem strahlenden Willy Bredy hoch oben in seinem Panoramarestaurant auf dem Bettmerhorn in 2643 Metern Höhe empfangen. Mit seiner Frau hat er bereits alle Köstlichkeiten wie abgesprochen auf einem kleinen Tisch abseits der laufenden Gondelbahn arrangiert. Alles wartet nun auf die vom Aargauer Künstler Martin Duss speziell gestaltete Chriestallgondel. Und als sie einschwebt muss alles sehr schnell gehen. Der Bahnbetrieb wird kurz angehalten, der lange schmale Tisch in der Gondel bekommt eine rote Decke, Weinkühler mit geöffneter Flasche, Walliser Teller und Geschirr werden flugs aufgetragen. Noch schnell der Lederbestuhlung eine warme Wolldecke für alle Fälle auflegen und schon dürfen wir mit einer freundlichen Handgeste einsteigen. Dann geht der Gondelbetrieb weiter.

Wir haben jetzt Zeit. Viel Zeit. Siebenhundert Höhenmeter sanft hinunter und wieder siebenhundert Höhenmeter genau so ruhig wieder hinauf. Sooft wir wollen. Das ein-zige, was wir bei der etwas wackeligen Ein- und Ausfahrt der Berg- und Talstation festhalten müssen, sind die Weingläser. Ansonsten entspannen wir uns erst einmal, prosten uns zu mit dem lecker gekühlten Weißwein, einem Fendant aus der Region. Derweil lassen wir den Blick schweifen von den südlichen Berner Alpen mit Jung-frau, Mönch und Eiger bis weit hinüber zum dominanten Matterhorn. Und inmitten dieser Szenerie befindet sich der giganti-sche Eiskollos des Aletschgletschers mit seinen 23 Kilometern Länge. Aufgenommen ist das ganze Aletschgebiet im U-NESCO Weltnaturerbe Jungfrau, Aletsch, Bietschhorn.

Willy Bredy hatte uns bereits bei der kulinarischen Zusammenstellung für dieses spezielle Gondelvergnügen den Mund wässrig gemacht. So reichten seine Spezia-litäten für diese Gondelfahrt vom Walliser Käsefondue bis hin zum 6 Gänge Menü. Für uns kamen für diese urig ausgefallene Gondelfahrt die würzigen Hauswürste und der gut gelagerte Käse, eben der „Walliser Teller“, infrage. Wobei, und das betonte Bredy stolz, alle Produkte von heimischen Höfen stammen. So zergeht denn auch der getrocknete rohe Schinken geradezu auf der Zunge. Hmmm! Eine Delikatesse. Da-zu ist das frische, selbstgebackene dunkle Roggenbrot ist dünn geschnitten und eine perfekte Ergänzung. Irgendwie fällt dabei der Blick auf den Kammweg von der Moosfluh zur Riederfurka. Und wir plau-dern über diese prächtige Wanderung, die wir nur einige Tage zuvor gemacht haben. Dabei denken wir an das leise Knattern eines Hubschraubers, den wir lange oben am Himmel gesucht haben, den wir dann aber als kleine „Libelle“ tief unter uns in-mitten der unendlich vielen Falten und Wülste des mächtigen Aletschgletschers entdeckten. Erst da wurde uns die tatsäch-liche Dimension dieses Eismonsters klar. Türmen sich doch die unzähligen Falten und Wülste aus unserer Vogelperspektive nur Millimeter weit auf, in Wirklichkeit jedoch sind es Meterhohe Hindernisse für Eisgeher. Einige der tiefblauen Spalten-schlünde entdecken wir trotz Neuschnee erst nach längerem Suchen mit unserem Fernglas.

Unmerklich werden wir dann wieder in die Realität zurückgeholt. Dabei hätten wir fast wieder vergessen, die halb gefüllten Weingläser bei der Einfahrt in die Talstation fest zu halten. Im letzten Moment gelingt es uns. Dann geht wieder wie jedes Mal die Türe unserer Gondel automatisch auf. Zuerst steht da dann unser freundlich dreinschauender Franz Josef von der Bergbahn und fragt nach, ob wir zufrieden sind und noch einen Wunsch haben, den er dann nach oben weitergeben kann. Nur einige Meter weiter wollen dann Ski- und Snowboardfahrer bei uns einsteigen, blei-ben aber im letzten Moment verdutzt ste-hen und können es nicht fassen, wenn wir ihnen mit unseren Weingläsern fröhlich zuprosten.

Bevor wir wieder die Talstation verlassen, schließt sich unsere Gondeltüre wie immer automatisch. Die so erheitert wartenden Wintersportler steigen gelassen in die nächste Gondel ein und wir schweben wie-der einmal nach oben. Genüsslich greifen wir zu den kleinen Hauswurstscheibchen, die im Walliser Dialekt „Hüswurschtjini“ heißen. Als nächstes lassen wir den rauchig schmeckenden, getrockneten Speck über die Lippen gleiten, bis wir der Meinung sind, dass die Hobelkäseröllchen den Magen schließen sollten. Und für Franz Josef, der unermüdlich bei jeder Einfahrt in der Talstation auf uns wartet, haben wir zu guter letzt doch noch einen Wunsch. Es gelüstet uns nämlich nach einem zünftigen Kaffee Bettmerhorn, der uns augenzwin-kernd mit einem guten Schuss Brandy in der Bergstation reingereicht wird. So ge-stärkt schweben wir unseren hübschen kleinen sonnengebräunten Holzhäusern auf der autofreien Bettmeralp entgegen, die in einer lieblichen Mulde des Aletschplateaus eingebettet sind. Weithin sichtbar das markante, steinalte Kirchlein „Maria im Schnee“. Schöner, beruhigender und auf-regender kann Winterurlaub für uns nicht sein.
Gerd Krauskopf

Infokasten

Lage:
Die Bettmeralp (ca. 2000 m) liegt auf einem Hochplateau im Schweizerischen Wallis in der Nähe von Brig und ist bis Mitte April schneesicher. Zu erreichen nur mit der Bergbahn von Betten.
Ski-Angebot:
Die Bettmeralp hat ein abwechslungsreiches Skigebiet im mittleren Schwierig-keitsbereich. Anspruchsvolle Pisten wie die Konkordia, Jungfrau und Heimatt gibt es mit dem vernetzten Eggishorn. Im Skischaukelgebiet mit der Rieder- und Fiescheralp 3 Gondel- und Seilbahnen, 6 Ses-selbahnen und 20 Schlepplifte, 115 km Abfahrten zwischen 2869 und 1840 Meter Höhe.
Après-Ski:
Après-Ski täglich ab 16.00 Uhr im „Dancing Alpfrieden“, Disco ab 21.00 Uhr, jeden Mittwoch Oldie’s Abend, Mo+Do Kinderdisco von 16.00-18.30 Uhr.
Kulinarische Gondelfahrten:
Zu buchen für 60 SFR + Gaumenfreuden im Bergrestaurant Bettmerhorn. Außerdem dort Mondscheinessen jeden Donnerstag Abend, Bergfahrt 18.00, Rückfahrt 20.45 Uhr.
Informationen:
Schweiz Tourismus, Postfach 160754, 60070 Frankfurt am Main, Info-Telefon: 00800/100 200 30, Internet: MySwitzer-land.com,E-mail:info@myswitzerlan



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • freeneck-farmer 01.04.2008 | 16:59 Uhr

    Sie machen Wunderschöne Fotos. Kompliment!!

    MfG Anneken

  • lilli.28 09.04.2008 | 12:37 Uhr

    Ich möchte sofort ab in die Gondel....traumhaft schöne Fotos lassen mich schweben...

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Bettmeralp 3.29 7