Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens Teil 1

Reisebericht

Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens Teil 1

Reisebericht: Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens           Teil 1

Der Baikal ist ein See der Superlative: er ist der älteste, der tiefste, der wasserreichste und der (bisher noch) sauberste See der Erde, aber das ist es nicht, was seine Faszination ausmacht. Da ist noch mehr...

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Mit der Transsib nach Irkutsk

Die Transsib

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Ich bin schon sehr gespannt auf die Transsibirische Eisenbahn. Um 21.00h geht’s los. Auf dem Moskauer Bahnhof Bahnsteig 3 fährt der Zug Nr. 6 nach Ulan Bator ab. Im Wagen 5 Platz 14 werde ich 80 Stunden Fahrt bis Irkutsk durchhalten müssen. Hoffentlich bekomme ich kein Käfigsyndrom. Zu unserer beider Überraschung teile ich das Abteil mit einem jungen Russen. Das hat er sich nicht träumen lassen, dass er die Nacht mit einer Lady im fortgeschrittenen Alter verbringen muss (ich dagegen träume noch hin und wieder von jungen Männern). Zum Glück spricht er englisch und bald verdrängt ein angeregtes Gespräch die etwas peinliche Situation.



Am nächsten Morgen steigt er aus, und nun hab ich das Zweibettabteil für mich. Das Waschen im WC geht besser, als ich dachte. Überhaupt ist alles sehr sauber. Die beiden Schaffner, eine junge Frau und ein junger Mann kommen regelmäßig mit dem Staubsauger vorbei. Weil ich unbedingt „in“ sein wollte, hatte ich mir nach Ratschlägen aus dem Net einen Vierkant zugelegt. Damit könnte man Fenster öffnen und Klotüren, wenn die länger abgeschlossen sein sollten. Meinen Vierkant werde ich hier liegen lassen, denn ich kann ihn nicht gebrauchen, hier funktioniert alles mit Dreikant!!! Blöder Tipp. Macht aber nix, dafür kann ich
meinen Laptop aufladen. Im Gang gibt’s eine Steckdose.

Auf einigen Bahnhöfen – auf denen auch nach mehreren Tagen Fahrt immer Moskauer Zeit angeschrieben steht - verkaufen Frauen Essen und Souvenirs. Bei einer Babuschka kaufe ich einen Becher Kefir. Nachdem ich schon bezahlt habe, stelle ich fest, der ist von 2007 und nahe am Explodieren. Ohne Diskussion nimmt sie ihn wieder zurück. Abends esse ich im relativ leeren Speisewagen versalzenen Lachs für 710 R, viel zu teuer. Dann lieber einen Becher mit frisch gepflückten Himbeeren auf dem nächsten Bahnhof.



Der Samowar in der Transsib

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Die Fahrt gefällt mir ausgezeichnet. Sehr erholsam, absolut stressless und dann dieses einschläfernde budumm budumm der Schienen, einfach cool. Ich lese drei Bücher, trinke jede Menge Tee mit heißem Wasser aus dem urigen Zugsamowar.



Birkenwälder entlang der Transsib

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Man verpasst auch nichts, wenn man mal nicht aus dem Fenster guckt. Birkenwälder, Birkenwälder und nochmals Birkenwälder...



...und hin und wieder ein einsames Dorf, zu dem weit und breit keine Straße führt.



Russisches Dorf entlang der Transsib


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Kommentare

  • Aries

    Liebe Friederike,
    ich habe deinen Bericht mit großem Vergnügen gelesen und wieder einmal festgestellt, dass es oft die kleinen, unspektakulären Dinge sind, die im Gedächtnis bleiben.
    Wenn man kommunizieren will, dann stören auch fehlende Sprachkenntnisse nicht - dein Dialog mit den beiden Moskauerinnen ist köstlich!
    Die Idylle dort ist von ganz eigener Art, und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
    Übrigens: Beruhigend zu wissen, dass du nicht zum betrügerischen Pinkeln neigst...
    :-) Hedi

  • kawasakipower

    Hallo Friderike,wieder mal mein schöner lebendiger Bericht von dir.

    Lg Melanie

  • Bille

    Hej Friederike,
    wunderbar humorvoll geschriebener Bericht.
    In Braunschweig am Südsee singt der Kuckuck übrigens auch in moll. Und danke für die kleine Sage.
    LG Berit

  • Schoena

    Hallo Friederike,
    mit viel Vergnügen habe ich Deinen Bericht gelesen. Ja, die kleinen Dinge am Rande machen das Reisen immer wieder zu einem besonderen Erlebnis. Der Baikal steht schon lange auf unserer Liste, aber bis jetzt haben wir es noch nicht geschafft. Dein Bericht macht Lust darauf und ich bin schon, wie meine Vorredner, sehr gespannt auf die Fortsetzung. Viele Grüße Ingeborg

  • Zaubernuss

    Liebe Friederike
    Endlich bin ich am Baikalsee gelandet, mit Dir.... Ich habe Deinen malerischen Bericht, unterlegt mit vielen Fotos, sehr gerne und erheitert gelesen. Der Musikerin ist es gelungen, alle Fazetten einer bemerkenswerten Reise zu beleuchten. Die kleine Terz des russischen Kuckucks und die atonalen Lieder der Schweizer, ich habe nicht nur mirgelesen, sondern auch mitgehört. ..Danke und ich freue mich auf Teil 2. LG: Ursula

  • agezur

    Danke für diesen tollen Reisebricht - wieder in deinem unverwechselbaren Stil geschrieben! Du versteckst in die kurzweilige Unterhaltung soviele Informationen, dass man den Bericht mindestesn noch ein zweites Mal lesen möchte.....und bereits auf die Fotsetzung wartet!
    Liebe Grüße Christina

  • freyabe

    Wow, was für ein tolles Echo. Es freut mich sehr, dass Euch das Lesen Vergnügen bereitet. Vielen Dank Euch allen. So dann werd ich mich mal an Teil 2 machen.
    @Beate. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken, mal ein paar Jahre herumgondeln, allerdings würde ich im Winter, glaub ich, den Baikal meiden.
    LG Friederike

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  • freeneck-farmer

    Das war ja schön da am Baikalsee. Wollte ich immer schon mal hin. Habe aber nie gewußt wie, jetzte durch dein Bericht muß ich mich noch mal schlau machen. Danke.
    LG Anneken

  • Blula

    Liebe Friederike!
    Auch ich habe diesen lebendigen Bericht mit viel Freude gelesen und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Das ist so einer der Berichte, die ich mir, damit ich sie nicht aus den Augen verliere, auf meinem Merkzettel abspeichere. Muss ich einfach mindestens noch einmal lesen...
    LG Ursula

  • lautine

    Es hat viel Spaß gemacht seinen lustigen und gleichzeitg informativen Bericht zu lesen. Der Baiklasee ist auch ein Traum von mir (mein Mann hat Probleme mit der langen Zugfahrt) - und mir fehlt noch etwas der Mut, diese Fahrt allein zu unternehmen.
    Vielleicht später...
    Bis dahin lese ich deinen Bericht sicher noch einmal und warte schon auf die Fortsetzung.
    LG lautine

  • Janzour

    Toller Bericht. In Gedanken bin ich mit dir gereist und sah mich wieder in Zug no. 2 Wagen 10 Platz 14 sitzen und in Listviyanka am Ufer entlang bummeln. Lieben Dank dafür.
    Weiterhin schönes Reisefieber.
    Claudia

  • mamaildi

    Deine Geschichten in der Geschichte - die sind es, die das Ganze so lebendig machen, die mich hineinziehen in deine Reise. Und ganz beiläufig erfährt man so viel über Land und Leute - nicht im Reiseführerstil, sondern authentisch selbst erlebt. Tolle Reise, toller Bericht!

  • trollbaby

    Liebe Friederike!
    Einfach wunderbar Dein Bericht in eine Gegend, die ihre eigenen Reize hat! Bolschije Koty hätte auch mir sehr gut gefallen, die Fotos von den Häuschen dort sind allerliebst. Nun stürze ich mich auch gleich auf Teil 2!
    LG Susi

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  • windweit

    Lust auf Menschen und auf Reisen hast Du. Ganz offensichtlich. Und kannst auch noch sehr schön davon erzählen.
    LG Gabi

  • oldi

    ....in meine Reisevorbereitungen in diese Ecke der Welt wird, -so bin ich mir sicher, dieser grosse Mosaikfelsen an Information einfliessen, ich hoffe dort auch einen Lieblingsplatz zu finden. Lieben Gruss aus Texas, oldi

  • RELDATS

    Ich war 1984 mit der Transsib in Irkutsk , auf dem Weg nach Beijing. Listwjanka war damals ein unglaublich trostloses Kaff. Kein Kiosk, kein Hotel. Sehr interessant der Bericht. Schöne Fotos.
    Nette Grüße...........Josef

  • ToniE

    Bei Natascha war ich vor drei Wochen.... zum Tee.
    Die Gastfreundlichkeit kann ich bestätigen.
    Grüße
    Toni

  • freyabe

    wow Toni, ich werd ganz neidisch. Ich komme gerade aus Moskau zurück, wo ich mich mit meinen beiden Moskauer Freundinnen, die ich in meinem 3. Teil erwähnt hatte, getroffen hab. Sie waren Superreiseführerinnen.

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