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Reisebericht: Afrika Expeditionen Äthiopien
Addis - Sodere - Rift Valley - Wondo Genet - Konso - Key Afer - Banna - Jinka - Omo Region - Mago Park - Mursi - Karo - Omorate - Sibiloi Park - Loyengalani - Baringo
Der Reisebericht Afrika Expeditionen Äthiopien basiert auf zwei aufeinander folgenden Reisen mit verschiedenen Allrad-LKW’s durch den Südteil des Äthiopischen Riftvalleys und den äußersten Südwesten des Landes bis hin zur Omoregion. Die Wiederholung der Reise schien angezeigt, einmal um die Naturerlebnisse und die einzigartigen Eindrücke bei den Begegnungen mit den auch heute noch relativ ursprünglich lebenden Volksstämmen zu vertiefen und zum anderen, um solche Gebiete eingehender zu erkunden, die bei der ersten Reise wetterbedingt auch mit einem Allradfahrzeug nicht oder nur unter schwierigsten Bedingungen erreichbar waren.
Addis Abeba
Die Reise beginnt in Addis Abeba, der Hauptstadt des Landes. Die Stadt liegt 2.400m hoch in einem Talkessel, umgeben von einer 2.200 – 2.700 m hohen, bewaldeten Bergkette. Das Land ist dreimal so groß wie Deutschland.
Die erste Nacht verbringen wir im Hotel, am folgenden Tag ist ein ausgiebiger Stadtbummel vorgesehen. Alle Vorbereitungen betr. Fahrzeug, Ausrüstung und Lebensmitteleinkäufe waren bereits abgewickelt, so dass einer zügigen Abreise nichts im Wege steht.
Sodere
Am ersten Tag wollen wir uns nicht allzu viel an Fahrerei zumuten. Wir verlassen Addis in südlicher Richtung. In dem Ort Mojo teilt sich die Straße, nach Süden verläuft die Rift Valley- oder Moyale-Road (Keniagrenze) – auf der wir später weiterfahren werden - und nach Osten die Awash-Road, die entlang des Awashflusses nach Nazret und Sodere führt. Im Awashtal liegt das größte Weinanbaugebiet Äthiopiens (toller Weißwein!). Zehn Kilometer nach Mojo sehen wir rechts der Straße am Horizont den Lake Koka, den nördlichsten der im äth. Rift-Valley gelegenen Seen, der in der Sonne glitzert. Am Ufer des Awashflusses bei den heißen Quellen von Sodere (1.400m), unweit des Sodere- Recreation- Centers, schlagen wir zum ersten Mal die Zelte auf.
Nach dem Zeltaufbau laufen wir zu den heißen Quellen hinüber, deren Wasser in zwei Schwimmbecken gefasst wurde. Ein Bad im heißen Wasser und ein anschließender Waldspaziergang bringen uns wieder auf Vordermann.
Das Rift Valley in Äthiopien
Zwischen dem Roten Meer und den südlichen Teilen des Riftvalley in Kenia, Tansania und Malawi liegt das zentrale Hochland von Äthiopien, ein Gebirgsmassiv mit vulkanischem Ursprung. Im nördlichen Teil des Tals liegen die Seen Koka, Ziway, Langana, Abiata und Shala, im südlichen Teil des Landes folgen die Seen Awasa, Abaya und Chamo . Wie auf einer Perlenkette ziehen sich die Seen durch das gesamte Riftvalley. Das Wasser der meisten Seen ist mehr oder weniger sodahaltig. Nur der Baringo- und der Naivaha-See in Kenia enthalten reines Süßwasser. Abgesehen von Flamingos bieten die Sodaseen Lebensraum nur für ganz wenige Tiere. Eine Ausnahme bietet der Turkanasee in Kenia, der nur sehr geringfügig sodahaltig ist. Das gesammte Riftvalley hat eine Länge von etwa 8.000 km. Von Sodere aus gelangen wir nun wieder auf die Rift Valley-Road, der wir in den nächsten Tagen nach Süden folgen.
Ziway See
Der Ziway-See (600qkm) ist mit einer Ausdehnung von 29x20 km der größte See im äthiopischen Riftvalley. Die Flüsse Meki und Catar fließen im Norden zu, der Bulbulafluss fließt im Süden ab und mündet später in den Abiata-See. Der Zukuala-Vulkan (ca. 3.000m) ist die einzige Erhebung im Bereich des Sees. Ein Sumpfgürtel, der aus Papyrus und Bermudagras besteht, rahmt den See ein.
Große Teile des Seeufers sind von einem undurchdringlichen Teppich aus Wasserhyazinthen, die dem Fischfang in dem besonders fischreichen See (Tilapia) sehr hinderlich sind, überzogen.
Wir machen eine Rast und streifen ein wenig durch die Umgebung. Bei einem Fischer decken wir uns schon einmal mit Fisch ein.
Lake Abiata und Lake Shala
Nach dem Einkauf geht es weiter südwärts, vorbei an Agavenplantagen, Getreidefeldern und Rinderherden. Fast zeitgleich erblicken wir rechts den Abijata- und links den Langano-See.
Nach dem kleinen Ort Bulbula überqueren wir den Bulbula River und kurze Zeit später den Hora Kelo River. Nach dem Fluss biegt rechts eine Pisteab. Hier befindet sich das Dole-Gate, der Haupteingang zum Rift Valley Lakes - Nationaklpark. Der Park, der hauptsächlich dem Schutz der artenreichen Vogelwelt und der eindrucksvollen Landschaft dient, wurde bereits 1970 eingerichtet und liegt auf einer Höhe von 1.450m – 1.750m, im engsten und unwirtlichsten Teil des Riftvalley. Die Oberfläche der Seen bedeckt fast die Hälfte der Fläche des Nationalparks. Auf einer schmalen Anhöhe zwischen den beiden Seen liegt die Campsite, von der aus man einen spektakulären Rundblick über Seen hat.
Am Gate hat man uns einen bewaffneten Ranger zugeteilt, ohne den wir den Park nicht hätten betreten dürfen. Mit ihm können wir uns hier frei bewegen und bei Wanderungen in der die Umgebung der Seen kann er uns führen – und uns vor wilden Tieren (die es hier nicht gibt!) schützen. Zunächst wollen wir den Abiata-See (240qkm) besuchen. In Begleitung des Rangers machen wir uns auf den Weg bergab zum Ufer des Sees, der von drei Flüssen gespeist wird, aber nur einen Abfluss hat. Trotzdem hat sich die Größe des Sees enorm verringert. Seine Uferregion ist ohne jeglichen Baumbestand, kleinere Akazienwäldchen finden sich erst in einiger Entfernung. Der See, nur etwa 10-15m tief, ist sehr sodahaltig und so wundert es nicht, dass sich hier eine größere Flamingopopulation angesiedelt hat.
Überall in Ufernähe und im See selbst haben sich kleinere und größere Grasinseln gebildet. Wir verweilen einige Zeit und lassen die eindrucksvolle Stille, die nur vom Krähen der Flamingos unterbrochen wird, auf uns wirken. Dann wandern wir zurück zu unserem Camp in luftiger Höhe.
Am nächsten Tag steigen wir über steile Querrinnen und schmale, ausgetrocknete Wadis hinab zum Shala-See, um die heißen Quellen zu sehen, die sich unmittelbar am Seeufer befinden und deren heißes Wasser sich dort in den See ergießt. Die steilen Hänge und die Uferregion des Sees sind im Gegensatz zum Abiata-See dicht bewachsen, vor allem mit Akazien- und Kakteenbäumen.
Der See, über 300qkm groß und über 260m tief, hat einen Umfang von über 100km. Im See, der extrem sodahaltig ist, gibt es quasi keine Fische. Die im Bereich des Sees lebende Bevölkerung vom Stamm der Oromo ist daher gezwungen, sich Fisch aus dem Ziway- oder dem nahe gelegenen Langano-Sodasee (1.600m hoch, 24x15Km groß) zu holen.
Am Seeufer angekommen, treffen wir sogleich auf eine Vielzahl von Quellpunkten, die die umliegende Landschaft mit heißen Dampfschwaden benebeln.
Einheimische sind hier mit ihren Rindern und einige von ihnen sitzen in runden Bassins, die sie mit Schlamm von dem heißen Wasser abgetrennt haben, wodurch sich das Wasser abkühlen kann – ein einfaches aber wirkungsvolles Verfahren. Wir laufen herum und etwas oberhalb des Seeufers treffen wir auf ein paar Hütten der Oromo.
Nach einem kurzen Besuch machen wir uns wieder auf den Weg hinauf zu unserem Camp, wo wir uns am Abend an dem gigantischen Sonnenuntergang über dem Shala-See und der Pelikaninsel erfreuen.
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Nachdem ich diesen Reisebericht gelesen habe, begann für mich erst einmal eine "Tour durch das Internet". Mit weiteren lebendigen und farbenfroh fotografierten Reiseberichten seit Ihr dort ja gut vertreten. Dank und Respekt. Für den afrikanischen Kontinent bildet Ihr ein sympathisches "Botschafter-Team".
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