Reisebericht

Reisebericht: Das bizarrste Land der Welt

 
 
 
 
 
Reisebericht: Das bizarrste Land der Welt

Er stellte im ganzen Reich goldene Statuen auf – von sich selber. Er benannte Wochentage und Monate nach sich. Er schrieb seine eigene Bibel. Der exzentrische Diktator Turkmenistans ist seit drei Jahren tot. Jetzt soll sein skurrilstes Monument entfernt werden.

Es ist schwierig, Fotos von Saparmurad Nijazow aus früheren Jahren zu finden. So, als wäre der Mann nie jung gewesen. Bilder des erwachsenen Nijazow sind zuhauf vorhanden, sie hängen in seinem Land an jeder Ecke und es gibt eine Menge Statuen von ihm. Das ist paradox, denn es ist die Kindheit, die ihn im Mannesalter zum Autokraten und Präsidenten von Turkmenistan werden liess.
Er war sich dessen vielleicht sogar bewusst, schrieb eine Menge über seine Jugend und war besessen von der Idee, dass damals alles besser war. Sein Volk belehrte er mit seltsamen Sätzen wie: „Als ich jung war, gab man den Hunden Knochen, damit sie ihre Zähen stärken konnten. Ihr solltet mehr an Knochen nagen.“ Kurz darauf verbot er in seinem Land die zentralasiatische Tradition, Zähne mit Goldkronen zu verzieren. Das war aber nicht das einzige Verbot. Männer durften weder Bärte noch lange Haare tragen, männlichen Fernsehmoderatoren durften sich nicht schminken (da es dem Despoten mal nicht möglich gewesen war, das Geschlecht des Präsentators zu bestimmen), Kino, Oper, Ballett und Zirkus waren illegal und freies Denken sowieso. Er hatte die ziemlich kreative Idee, sich das Rauchen abzugewöhnen, indem er es gleich im ganzen Land untersagte. Und er war die Sorte Narziss, der alles mögliche nach sich selber benannte, Schulen, Flughäfen, sogar einen Meteoriten.
Wann immer ich etwas über Turkmenistan las, war mein erster Gedanke: Dort sollte ich nie hinfahren. Mein zweiter Gedanke war: Dorthin will ich.

Leise bitte, leise

Kurz nach Mitternacht Ankunft am Flughafen von Aschchabad, im Reich von Zuchtmeister Nijazow. Die Einreise ist überraschend problemlos, ich habe alle nötigen Papiere, Dollars in Cash, Visum. Turkmenistan ist eine Art Gefängnis in der Beziehung, dass die Leute, die drin sind nicht raus dürfen und wer draussen ist und rein will, muss an einer Armee Aufpasser vorbei. Journalisten werden grundsätzlich nicht eingelassen, und wer solo kommt darf nur fünf Tage bleiben. Zudem ist das Visum per genauem Datum festgelegt – wer früher oder später anreist hat Pech gehabt.
Es liegt eine seltsame Faszination im Betreten eines Landes, in das die meisten nicht eingelassen werden. Die einfachsten Dinge werden zur Herausforderung. Allein die Hotelreservation beanspruchte zweiwöchiges hin- und herschicken von E-Mails. Da es in dem Land kein Internet gibt und Telefongespräche irgendwo im Äther enden, musste ich die Sache über den Mittelsmann eines Mittelsmannes abwickeln. Und dessen Mittelsmann holt mich jetzt am Flughafen ab, da ab 23 Uhr Ausgangssperre herrscht und es keine Taxis mehr gibt.
Nennen wir den Fahrer Nazar. Nazar sagt, ich müsse aufpassen was ich sage, ganz Aschchabad ist verwanzt, zudem gibt’s an jeder Ecke Kameras. Er macht sich weniger Sorgen um mich, sondern eher um seine Mitmenschen, die im Falle des Verdachts auf umstürzlerisches Gedankengut in den Kerkern verschwinden.
Ich frage Nazar ob es wahr ist, dass Nijazow ein Verbot seines eigenen Namens anordnete und nur noch Turkmenbaschi genannt werden wollte, Vater aller Turkmenen, oder einfach nur Baschi, Daddy. Nazar lacht, ja, so ist es, und die Wochentage und Monate benannte er auch gleich um. Und vielleicht habe ich vom Gesundheits-Wanderweg gehört, gluckst er, eine 37 Kilometer lange Betontreppe, die einen Berg rauf führt? Einmal im Jahr feuerte der Baschi den Startschuss ab und dann rannten all die Minister und Regierungsabgeordneten und all die anderen Sesselfurzer in Hemd und Krawatten den Berg hoch. Der Baschi flog im Helikopter zum Ziel, um seine Schäfchen in Empfang zu nehmen und dem Sieger ein Zertifikat zu übergeben. Eine solch spektakuläre Geld- und Zeitverschwendung wäre allenfalls noch mit einem Kebab-Stand zu toppen, der an einem völlig menschenleeren Ort steht, zum Beispiel auf dem Mond.

Freie Kreativität soll fliessen

Am nächsten Morgen mache ich mich auf die Suche nach dem Bahnhof, Ticket für ein bisschen Sightseeing besorgen. Der Weg dorthin ist wie ein Gang durch ein monströses und ziemlich abgefahrenes Puppenhaus. Kilometerlange Strassen werden links und rechts von Marmornen Palästen gesäumt, und vor jedem Gebäude steht eine goldene Baschistatue. Die meisten Bauten sind Ministerien, es gibt ein Ministerium der Anständigkeit und eines der freien Kreativität (wo 200 Journalisten angestellt sind, die vom Staat zensiert werden).
Davor stehen immer eine Handvoll Bullen mit hohlem Kreuz. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Menschen in Bewegung zu halten. Bleibt einer stehen, wird er weitergescheucht. Es gibt fast keine Parkbänke in der Stadt, denn die laden zum Verweilen ein, zum freien Zirkulieren der Gedanken, zu neuen Ideen. Und sowas ist in Turkmenistan unerwünscht.
Zentrum der Stadt ist zugleich Zentrum von Baschis bizarrem Personenkult. Dort steht der Turm der Neutralität. Er hat die Form einer Rakete und auf der Spitze steht ein zwölf Meter grosser Baschi aus Gold, mit ausgebreiteten Armen. In den Baschi ist ein Motor eingebaut, damit er sich immer auf die Sonne zu dreht. Jetzt grad ist der Motor jedoch im Eimer, denn die Statue schaut permanent nach Westen. Diese Symbolik ist schon fast unheimlich.
Beim Bahnhof will mir niemand ein Ticket verkaufen, ich werde stattdessen zu einem Reisebüro geschickt. Dort treffe ich Merdan, einen emsigen Mann mit Glatze und Kugelbauch, der mir folgendes erklärt: Für Reisen über Land benötigt man eine Spezialbewilligung vom Innenministerium (brandneues Gesetz, vor drei Tagen erlassen). Merdan rennt hinter seinen Schreibtisch und zeigt mir ein Beispiel: Empfehlungsschreiben in sechsfacher Kopie, Merdans Visitenkarte oben links angeheftet. Das braucht jeder Ausländer, der eine Zugfahrkarte kaufen will. Der Clou: Das Ministerium benötigt vier Tage, um das Schreiben auszustellen, Alleinreisende dürfen aber nur fünf Tage im Land bleiben. Mit anderen Worten: Man soll wieder verduften ohne sich umzusehen. Merdan empfiehlt dafür das Flugzeug. Aber er kann mir kein Ticket verkaufen, er ist kein vom Flugministerium autorisierter Händler.
Ich gehe zwei Blocks weiter zur Zweigstelle von Turkmenistan Airlines. Dort sieht es aus wie an einem Postschalter. Fünfundzwanzig Fensterchen mit Mikrofonen, wo man reinreden kann, und hinter jedem Mikrofon sitzt eine Dame. Leute kommen und gehen als würden sie hier Briefmarken kaufen. Und dieser Vergleich ist überhaupt nicht abwegig. Für den Preis einer Schweizer Briefmarke gibt es in Turkmenistan ein vom Staat subventioniertes Flugticket. 2 Dollar zum anderen Ende des Landes.
Die Verkäuferin ist eine junge Frau, die sich für ihr schlechtes Englisch entschuldigt. Leider kann sie die Sprache nicht üben, sagt sie, es kommen ja keine Touristen hierher.
„Bist du vom Peace Corps?“, fragt sie.
Nein, ich bin Tourist, und das kann sie kaum glauben. Merdan glaubte es auch nicht. Die Frau will meinen Pass sehen.
„Was um alles in der Welt tust du hier?“, will sie wissen.
Ich will mich ein bisschen umsehen, sage ich und bin mir bewusst dass ich mich anhöre wie ein Mann, der dringend einen Kompass braucht.
Wenn die Touristen kommen, dann in Gruppen, werden reingeschleust zu den potemkinschen Dörfern und wieder weggebracht. Alleine kommt niemand. Was will man auch hier? Fotografieren ist illegal, frei bewegen kann man sich nicht, auf der Beliebtheitsskala der weltweiten Urlaubsziele liegt das Land knapp vor Irak und Nordkorea.

Ein Waisenkind auf Abwegen

Baschis Vater fiel im zweiten Weltkrieg. Der Rest seiner Familie starb am 6. Oktober 1948 um 1 Uhr morgens als Aschchabad vom Erdboden verschluckt wurde. Ein Erdbeben der Stärke 9 löschte zwei Drittel der gesamten Bevölkerung aus und legte den Grundstein für Baschis Trauma. Heute steht neben dem Neutralitätsturm ein Museum zum Gedenken der Opfer, und auf dem Dach des Museums steht ein Stier, auf dem Stier eine Weltkugel und auf der Weltkugel ein goldener Baby-Baschi in den Armen der sterbenden Mutter.
Baschi wuchs als Waisenkind auf und wurde von der kommunistischen Partei gefördert. Die ehemalige Sowjetunion kümmerte sich gut um die Elternlosen und setzte sie in hohen Positionen ein – sie waren weniger anfällig auf Korruption, hatten ausschliesslich der Partei Gefälligkeiten zu erweisen.
Er liess sich in Moskau zum Ingenieur ausbilden und wurde von Gorbatschow an die Spitze der kommunistischen Partei Turkmenistans befördert. Er galt als fügsamer und loyaler Kandidat. Das änderte sich jedoch schlagartig, als sein Land unabhängig und er zu dessen Präsidenten ernannt wurde. Es kam eine neue Seite des Baschi zum Vorschein, eine, die nichts mehr liebte als das Anzapfen der Gasreserven, endlose Massenbauchpinselung und goldene Statuen als Füllbecken für das leere Gefäss der mütterlichen Fürsorge.
Er katapultierte sich sogar selber zum grössten Fernsehstar des Landes, indem er eine wöchentliche Show leitete. Vor laufender Kamera schasste er seine Minister, meistens unter dem Vorwurf der Korruption.
Ab und zu wurden in seiner Kleptokratie auch Wahlen abgehalten und der Baschi blieb mit 95,5% der Stimmen an der Spitze. Das kommentierte er zwar nie öffentlich, aber es klingt nach „Naja, die eine oder andere Stimme wurde schon manipuliert, und es kann auch sein, dass ich hier und da ein paar Leute bedrohte, aber hey, tun das nicht alle?“
Irgendwann setzte sich der Baschi mit Blatt und Füller hin und begann zu schreiben. Und das ist der Punkt wo seine Lebensgeschichte ins bodenlos aberwitzige abdriftet. Er schrieb das Buch der Seele, genannt Ruhnama. Unter anderem geht es darin um die Neuerfindung der Turkmenen, mit einem ziemlich esoterischen Anstrich. Zudem sein Rat ans Volk: Sich abschotten und äusseren Einflüssen misstrauen. Er selber hielt sich natürlich nicht daran, liess sich von europäischen Spezialärzten verhätscheln und deponierte auf der Deutschen Bank drei Milliarden Dollar.
Lange Passagen des Buches müssen von den Untertanen auswendig zitiert werden können. Kenntnisse des Ruhnama sind Garant für das Bestehen jeglicher Prüfungen, vom Fahrausweis bis zum Uniabschluss. Baschi liebte seinen Wurf so sehr, dass er ihn zur schulischen Pflichtlektüre ernannte und die ganze restliche Bildung untersagte. Es wurde sogar eine Kopie des Buches ins Weltall katapultiert und wird für die nächsten 150 Jahre um unseren Planeten kreisen. Man kriegt es aber auch in irdischen Buchläden. Unter Umständen wird man auch fürs grenzenlos langweilige Lesen belohnt. Gemäss Baschi ist für all jene ein Platz im Himmel reserviert, die den Schinken 100 Mal durchackern.
Schriftsteller sind nun mal eitle Menschen, aber Baschi, der sich Diamantenkranz des Volkes nannte, toppte sie alle.

Ablösung in den Startlöchern

Er hatte politische Gegner, das schon. Aber die wurden bespitzelt, inhaftiert, verprügelt, gefoltert, starben „urplötzlich“ in Gefängniszellen, oder wurden (wenn sie Glück hatten) aus dem Land geworfen. Am 25. November 2002 wurde Baschis Wagen mitten auf der Strasse von Kugeln durchsiebt. Der Präsident überlebte das (inszenierte) Attentat und nahm Rache an der Opposition. Baschis Erzfeind, Boris Shikhmuradow, wurde ins Gefängnis gesteckt und ward nicht mehr gesehen.
Der Baschi starb 2006 an einem Herzinfarkt. Es wird gemutmasst, er hätte opiumabhängig sein können. Es gibt Fernsehaufnahmen, in denen er ziemlich weggetreten wirkt, zudem würde ein Substanzmissbrauch sein absonderliches Verhalten zumindest teilweise erklären.
Nach dem Tod wurde er von seinem Zahnarzt ersetzt. Der ist jetzt der neue Chef der Turkmenen und protzt auch gerne. Gurbanguly Berdymuchammedow liess den höchsten Fahnenmast der Welt bauen, stolze 133 Meter, ein Phallussymbol, mit dem man sich sehen lassen kann. Doch noch während der Bauphase machte ihm eine andere Nation den Stolz streitig: das benachbarte Aserbaidschan. In Baku wurden gerade Elemente für satte 162 Meter zusammengeschraubt. Da beide Pfosten von derselben Firma errichtet wurden, rief Berdymuchammedow sofort dort an und bat um eine Bauverzögerung beim Rivalen. Damit er seinen Weltrekord ein bisschen länger geniessen konnte. Der Wunsch wurde ihm indirekt gewährt, denn das aserbaidschanische Oberhaupt bemerkte plötzlich dass ihm die Farbe seines Masts gar nicht gefällt. Er wolle lieber Bronze statt Weiss.
Und nun die Sensation: Berdymuchammedow verkündete Anfang Jahr, er wolle den Turm der Neutralität komplett entfernen, samt rotierendem Baschi. Übersetzt bedeutet das das Abmontieren von zwei Jahrzehnten Personenkult. Noch vor drei Jahren wäre die Äusserung eines solchen Vorhabens einem Todesurteil gleichgekommen. Heute kann man sich das anscheinend erlauben, der spirituelle Chef ist tot. Aber ein neues Monument soll auf den alten Sockel, etwas zeitgemässes, und bis 2011 fertig gestellt sein. Wer da oben drauf zu stehen kommt ist noch ungewiss. Ein goldener rotierender Berdymuchammedow wäre aber durchaus denkbar. Denn auch der neue Führer der Turkmenen schreibt gerne seltsame Bücher und benennt Dinge nach sich selber.

Eine todernste Sache

Eines Abends stehe ich am Fenster des Hotelzimmers, betrachte die Dämmerung und es fällt mir auf, dass alles so erschreckend unecht wirkt, wie gestellt, eine Kulisse wo nichts sich selber überlassen, alles einstudiert ist. Und wo alle Protagonisten zu spuren haben. Sogar die Vögel. Das Gezwitscher scheint nicht aus den Bäumen, sondern aus Lautsprechern zu kommen. Und was das Lichtspektakel angeht, sitzt sicher einer an einem Drehknopf und schraubt jetzt die Watts runter.
In dem Moment geht ein Polizist unter dem Fenster durch. Er bleibt stehen und schaut hoch. Ich überlege ob ich mich verdrücken soll, um Schwierigkeiten zu vermeiden, denn sicher ist es auch verboten Schönheit zu bestaunen. Der Bulle ist jung, kaum volljährig, wie all die Ordnungshüter hier, und sein todernstes Gesicht verheisst nichts gutes. Ich will mich vom Fenster wegdrehen. In dem Moment hebt der Junge zwei Finger an die Lippen. Ich bin erstaunt, er will mir etwas sagen, schaue hin. Anscheinend zu lange, der Junge wird ungeduldig, beginnt mit den Fingern vor dem Gesicht herumzuschnippen. Dann macht er komische Inhalationsbewegungen. Da kapiere ich es, gehe zum Rucksack und zeige dem Todernsten eine Zigarette. Er nickt todernst zurück und bedeutet mir, das Ding so weit wie möglich weg zu schmeissen, gibt sogar ein Zeichen, wann die Luft rein ist. Ich schmeisse, er beobachtet im Augenwinkel die Flugbahn. Dann schlendert er hin, schaut auf seine Schuhe, oh, welch Zufall, ein offener Schnürsenkel. Er bückt sich, nimmt die Zigarette auf, lässt sie unauffällig in die Manschette gleiten, dreht sich um. Und dann die Überraschung: Er lächelt. Das Lächeln der Verschwörung, unbeobachtet etwas Verbotenes getan zu haben, nicht ständig ein prächtig hingebogenes Schäfchen sein zu müssen, sondern ab und zu auch Mensch.
Berdymuchammedow gab seinem Volk zwar die Renten zurück, die Turkmenbaschi gestrichen hatte und wiedereröffnete das eine oder andere Spital, von denen der Diamantenkranz sämtliche ausserhalb Aschchabads geschlossen hatte („Turkmenen sind nie krank“). Letztlich hat sich in Turkmenistan aber so gut wie nichts verändert und das Land ist noch immer eines der autokratischsten der Welt.

Die Kinder auf Daddys goldener Spielwiese

Letzter Morgen vor dem Abflug, beim Frühstück: All die Hoteljungs sitzen vor dem Fernseher und starrten auf einen altmodischen Trickfilm. Auf der Leinwand kommt eine Handvoll Tiere zusammen, ein Frosch, ein Affe, ein Vogel, ein Maulwurf und ein Hase, und sie allen debattieren über den bösen Fuchs. Irgendwann kommt dem Hasen eine Idee: Warum nicht farbig bemalen und den Unhold erschrecken? Sie bepinseln einander gegenseitig mit hübschen Mustern und sehen bald aus wie ein Gemisch aus Ostereiern und brasilianischen Sambatänzerinnen. So gehen sie zum Fuchs und scheuchen ihn aus seinem Bau. Der Bösewicht erschrickt dermassen, dass er in den Sonnenuntergang abhaut.
Kurz darauf gehe ich auf die weiss getünchte, geschrubbte, marmorne Strasse raus. Die Menschen brauchen eine Menge Farbe, um diesen Fuchs zu erschrecken und zu vertreiben. In dem Cartoon steckt also eine Botschaft, man kann daraus lernen, unter Umständen kann es vielleicht sogar zu einer Revolution anstacheln. Die Frage ist bloss: Wann? Wie? Wer beginnt?



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • 238EWT 27.05.2010 | 16:02 Uhr

    Bericht aus einer anderen Welt mit Seltenheitswert. Zum Gruseln schön geschrieben.
    LG Eberhard

  • freeneck-farmer 27.05.2010 | 20:42 Uhr

    Viel Information. Sehr interessant. Gut geschrieben.
    Aber ich denke jetzt nicht, da möchte ich auch mal hin .
    LG Anneken

  • poseydon 28.05.2010 | 22:30 Uhr

    Sehr, sehr schön und unterhaltsam geschrieben! Turkmenistan steht auch auf meiner "must see"-Liste, gelten die 5 Tage nur für Alleinreisende im Sinne von "eine Person" oder generell für Alleinreisende "ohne Reiseagentur"?
    LG
    Carolin

  • Aries 28.05.2010 | 22:54 Uhr

    Hallo, Michael,
    ich habe deinen Bericht mit steigender Faszination gelesen - das ist das Bizarrste, das mir seit langem vor die Augen gekommen ist.
    Da glaubt man, so gut informiert zu sein wie möglich, und dann liest man von diesem Land, von dessen Strukturen und Machthabern ich nie etwas gehört hatte - wie denn auch, wenn es keine relativ leicht zugängliche Information gibt.
    Völlig wahnsinnig, dass ein hochgradiger Psychopath ( mir fällt kein angemessenerer Ausdruck ein) noch im 21. Jahrhundert ein Volk in derartige Geiselhaft nehmen kann. Dabei hatte ich gedacht, dass Kim Il Jong kaum zu toppen ist. Aber der zahnärztliche Nachfolger scheint ja nur um Nuancen weniger psychopathisch zu sein.
    Bei so etwas fällt mir der Kommentar einer Journalistin auf die Frage " Warum hat Tiger Woods sich so unglaublich viele Sex-Affären geleistet?" ein. Sie schrieb schlicht:"Weil er es konnte."
    Solche Leute können es. Sie haben die Macht und das Geld, und sie setzen beides völlig skrupellos ein.
    Vielen Dank für diesen Augenöffner, der, wie Eberhard schon sagt " zum Gruseln schön geschrieben" ist.
    LG Hedi, immer noch ein leichtes Schaudern verspürend

  • ingepeter (RP) 29.05.2010 | 23:21 Uhr

    Sehr gut geschrieben, gespentisch schön! Es bleibt die Frage wirklich offen - wie halten es die Menschen in diesem Land aus? Werden sie nicht alle irgendwie krank? Du kannst sie nicht beantworten, wie auch, in 5 Tagen kann man bei dieser Unterdrückung kaum informative Kontakte knüpfen. Sicherlich bist du froh wieder hier zu sein!!!! Gruß Inge

  • moeni63 30.05.2010 | 23:31 Uhr

    Sehr interessant....aber beängstigend.LG Moni

  • oshilumbo 31.05.2010 | 10:37 Uhr

    An den grollenden Gott des Meeres: 5 Tage gelten für jeden, der alleine ins Land reist, sprich sich "frei" und ohne Gruppe bewegt. Längere Bewilligungen kriegt nur, wer eine Tour bucht. Touren sind sicher interessant, da man ein paar historische Winkel des Landes kennenlernt und an Orte kommt, die man alleine nie und nimmer erreichen kann. Andererseits lernt man in der Gruppe das Gefühl nicht kennen, für das dieses Land im Moment einzigartig ist: die Klaustrophobie, das Orwellsche. Ich würde nochmals alleine hinfahren, auch wenn es teuer ist und irgendwie sinnlos. Es gibt uns eine Ahnung dessen, zu was wir Menschen fähig sind.

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  • Anni4ka 31.01.2012 | 09:51 Uhr

    Hallo zusammen,
    der Bericht ist wirklich spannend geschriebn. Ich komme ursprünglich aus diesem Land, bin dort geboren und habe bis zur Vollendung der 3. Klasse die Schule besucht. Ein Leben wie dort, ist kaum für einen Menschen hier vorstellbar. All die Freiheiten wo Menschen in der EU z.B. haben und für selbstverständlich ansehen, sind dort nicht gegeben.

    Ich spiele öfters mit dem Gedanken, dorthin zu reisen, da ich auch Verwandschaft zurück gelassen habe. Jedoch hindert mich bis heute etwas daran.

    Toller Artikel, weiter so! :-)

    LG Anna

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