Ein Traum wurde wahr - Zur Fulda Challenge nach Kanada

Reisebericht

Ein Traum wurde wahr - Zur Fulda Challenge nach Kanada

Reisebericht: Ein Traum wurde wahr - Zur Fulda Challenge nach Kanada

Für uns erfüllte sich ein unerreichbar geglaubter Traum im Januar 2007 - zur Fulda Challenge nach Kanada.
Von Berlin über Frankfurt (Main) nach Vancouver und weiter nach Whitehorse durften wir Prominente bei einem Extrem-Sport-Event in arktischer Kälte im Norden Kanadas als Gäste begleiten.

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Thomas und Hanneliese Woltersdorf

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Seit vielen Jahren beteiligen wir uns an Preisausschreiben, in der Hoffnung zu den Gewinnern zu gehören.

Schon des öfteren erhielten wir so genannte Gewinnerschreiben, die maschinell erstellt waren und sich als unseriös erwiesen.

Im Dezember 2005 bekamen wir ein Glückwunschschreiben, welches sich von den anderen, vorherigen unterschied. Es beinhaltete Angaben, die nur “echt“ sein konnten. Skepsis war jedoch noch vorhanden.“ Sollten wir wirklich das große Los gezogen haben?“, diese Frage stellten wir uns. 14 Tage später besuchte uns zuhause ein Leiter der Reifenservicefirma, bei der wir den Coupon ausgefüllt abgaben. Er bestätigte uns, die Gewinner des Herbstgewinnspieles zu sein. Das bedeutete, eine Reise für 2 Personen auf den Spuren der Fulda Challenge in Kanada gewonnen zu haben. Jetzt überwältigte uns das Glücksgefühl. Wir jubelten. Anschließend vereinbarten wir einen offiziellen Übergabetermin des Reise-Gutscheines in der Teterower Reifenservicefirma durch einen Fulda - Mitarbeiter im Januar 2006. Bis dahin stieg die Spannung auf die abenteuerliche Reise nach Kanada. Beim Übergabetermin gab man uns schon kleine Einblicke über den Verlauf der Reise mit arktischen Temperaturen, die Ende Januar 2007 beginnt. Da wir leidenschaftliche Skandinavienreisende sind, konnte man uns mit Temperaturen um die minus 40 °C nicht schocken, zu mal uns warme Kleidung zur Verfügung gestellt werden sollte.

Bis zum Beginn unserer Reise blieben uns nur noch zwölf Monate. Viel Zeit, um uns etwas intensiver mit dem nordamerikanischen Land, so groß wie ein Kontinent mit riesigen Wäldern, einsamen Seen, endlosen Highways und gletscherbedeckten Bergen bekanntzumachen. Intensives Lesen und Anschauen von Reiseberichten sowie die Benutzung des Internets ließen uns schon jetzt gedanklich die atemberaubende Landschaft des Yukon Territory erleben.

Anfang Januar 2007 erhielten wir über das Internet unsere Flugtickets und den Ablaufplan in englischer Sprache. Wieder galt es unsere grauen Zellen zu aktivieren, die englischen Vokabeln aufzufrischen. Aber ein Telefongespräch mit dem Event Direktor Holger Bergold beantwortete uns noch offene Fragen und gab uns eine sichere Vorausschau auf ein unvergessenes Erlebnis eines sehr gut durchorganisierten Extremabenteuers, an dem wir als Gäste teilnehmen durften.



Am 27.Januar 2007 brachte uns unsere jüngste Tochter zum Flughafen Berlin/Tegel. Von dort war für uns ein Flug nach Frankfurt, a. Main gebucht worden. Auf dem Frankfurter Flughafen hielten wir nach Personen mit Fulda Challenge Kleidung Ausschau. Einen Mann in besagter Kleidung, der eine Anwesenheitsliste in den Händen hielt, sprachen wir an, ließen uns registrieren und reihten uns in die Warteschlange zum Abflug einer A 340 nonstop nach Vancouver ein. Es begann ein 10,5 h währender Flug, in der Mitte des Flugzeuges sitzend, mit sehr schnarchfreudigen Mitfliegern.



Sonnenuntergang über den Coast...

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In Vancouver gelandet, mussten wir uns der kanadischen Einreisekontrolle unterziehen und dann eilten wir zum nächsten Abfluggate nach Whitehorse, Flugdauer ca. 2h 15min. Während dieses Fluges genossen wir beide jeweils einen Fensterplatz und foto- bzw. videografierten den herrlichen Sonnenuntergang über den Coast Mountains, ein Ausläufer der Rockys. Dieses Naturereignis war sehr beeindruckend. In Whitehorse angekommen, standen wir wie alle Mitreisenden am Laufband und einer nach dem anderen nahm sein Gepäckstück herunter. Ein Reisegepäck fehlt, dies wurde per Lautsprecher mitgeteilt, es handelte sich um eins unser Trolleys. Wir wurden beruhigt, denn schließlich würde es mit der Nachtmaschine garantiert mitkommen und um 6 Uhr im Hotel sein.



Hotel "High Country Inn"

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In einem Schülerbus fuhren wir zum Hotel „High Country Inn“, dort wurde uns ein Zimmer zu gewiesen, in dem viele Sachen und Taschen auf den Betten ausgebreitet waren. „Hier sind wir wohl falsch, hier wohnen schon andere Leute“, so unserer erste Eindruck. Aber nein. Wir hatten schon das richtige Zimmer. Die versprochene Leihkleidung (Parker, Stiefel, Thermohose) und noch weitere Fulda - Bekleidungsstücke( Fleecepulli, Jacke, Winterschuhe, Handschuhe, Mütze) plus Reisetasche und ein Bildband von der 6.FULDA CHALLENGE lagen auf den Betten. Wir waren überwältigt. Das alles stand uns zur Verfügung, enorm.

Um 20 Uhr Ortszeit gingen wir zum Dinner, dort sahen wir zum ersten Mal die prominenten Extremsportler, wie Gunda Niemann-Stirnemann, Birgit Fischer, Frank Busemann und Wigald Boning. Wir nutzten die Gelegenheit uns mit dem zweiten Gewinnerpaar aus Stuttgart bekannt zu machen. Im Anschluss gab es das erste Briefing mit einem kurzen Film über das Land, die Natur und Eindrücke vom Vorjahresevent in arktischer Kälte. Faszinierend. Für uns hatte ein grandioses Abenteuer begonnen.

Am nächsten Morgen nach dem gemeinsamen Frühstück mit allen Fulda Challenge Teilnehmern, den Sportlern, Fotografen, Fulda - Mitarbeitern usw. und zu guter Letzt wir als Gäste, begaben wir uns zu einem Informationszentrum, um dort den weiteren Verlauf der Fulda-Challenge zu erfahren. Selbst ein Mounty gab Hinweise über die Verkehrsregeln in Kanada. Leider trug der Polizist nicht seine traditionelle rote Uniform mit dem breitkrempigen Hut, diese wird nur zu besonderen Anlässen getragen. Die acht Sportlerteams stellten sich vor. Alles geschah in englischer Sprache. Zugegeben wir verstanden nicht jedes Detail, aber dafür hatten wir genügend Ansprechpartner, die uns bei der Verständigung behilflich waren.



Hanneliese und Thomas mit dem...

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Nach einem kleinen Imbiss folgte für uns eine weitere Überraschung. Wie jedes Sportlerteam bekamen wir auch ein Auto. Ein Toyota RAV 4 mit Automatikgetriebe, permanentem Allradantrieb und natürlich mit Hightech-Fulda-Reifen zu gewiesen. Während unseres Aufenthaltes in Kanada stand dieses Auto uns zur freien Verfügung. Bei der Autoschlüsselübergabe fragte man uns:“ Seit ihr schon mal mit einem Automatikauto gefahren? Wenn nicht, dann lasst es euch bitte zeigen!“ Sprachlos standen wir vor dem Auto. Kaum zu glauben. Ein nagelneuer Toyota, unser Gefährt für die nächsten Tage. Spitze, super, genial. Natürlich ließen wir uns gleich einweisen. Mit dem anderen Gewinnerpaar, Ulf und Andrea aus Stuttgart, welche auch ein eigenes Auto erhielten, fuhren wir erstmal selbständig ins Städtchen, um unser Fahrzeug bei den hiesigen Straßenverhältnissen zu testen. Alles klappte hervorragend. Besonders vom Fahrverhalten des Autos bei glatter Fahrbahn waren wir sehr beeindruckt. Kein Rutschen oder Ausbrechen aus der Spur. Fahrvergnügen pur.



Während des Goldrausches war Dawson City die berühmt-berüchtigte Hauptstadt des Yukon Territory. Heutzutage ist es Whitehorse. Kurios, denn das etwas “größere Dorf“ am bekannten Alaska Highway ist wahrscheinlich einzigartig unter allen Hauptstädten dieser Erde. Whitehorse zählt nur ca. 23.000 Einwohner und hat gerade mal sieben Ampeln. Spuren des Goldrausches sind heute allgegenwärtig. Ob durch eindrucksvolle Wandmalereien in den Straßen der Stadt, durch ein Goldgräberdenkmal im Zentrum oder durch authentische Überbleibsel, wird der Besucher auf das Leben vor ca. einhundert Jahren am Yukon River eingestimmt. Die Bevölkerung in Whitehorse und Umgebung setzt sich aus vielen Kulturen zusammen. Indianer vom Stamm derTlingit und vom Stamm der Athabascan leben heute mit Eskimos( Inuit), Asiaten und Europäern zusammen. Die Ureinwohner(First Nations) nannten den fischreichen Strom, in dem vor allem Lachse leben, „Yuchoo“ .Er gab dem Land im Norden Kanadas seinen Namen.



Eines der vielen Wandbilder in Whitehorse

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Mit der Fulda Challenge wird das Ziel verfolgt: das winterliche Yukon Territorium, die kanadische Wildnis am Polarkreis nicht nur als Teststrecke für die Winterreifen der Firma zu nutzen, sondern auch als eine Herausforderung, als einen Belastungstest für Extremsportler.
Mensch und Material müssen unter extremsten Bedingungen mit Temperaturen bis minus 50°C ihre Kraft, ihre Ausdauer, ihre Zähigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Die so genannten “National“ -Teams, jeweils eine Frau und ein Mann, kommen aus Europa und Nordamerika. Ausgewählt aus etwa 30.000 Kandidaten, qualifiziert durch den Sieg über dutzende von Mitbewerbern in einem harten Vergleichstest, wo man Teamgeist, körperliche Belastung, Orientierungssinn und fahrerisches Können demonstrieren muss. In den zehn outdoor Wettbewerben verlangte man ihnen Höchstleistungen ab.

Alle Wettkämpfe wurden von vielen Journalisten, Fotografen, Ärzten und TV - Teams begleitet. Seit mehreren Jahren fungiert Hans-Joachim Stuck, einer der erfolgreichsten deutschen Rennfahrer im Motorsport, als Instruktor und Wettbewerbsleiter des härtesten Winterabenteuers der Welt. Goldnuggets im Wert von 10.000 kanadischen Dollars für die Erstplatzierten, ein stolzer Preis.

Für alle Sportlerteams galt es nun von der warmen Hotelunterkunft Abschied zu nehmen. In der Nähe von einer Ranch mussten sie ihre Zelte auf Schnelligkeit aufbauen, denn dafür gab es auch wichtige Punkte, und bei arktischer Kälte von minus 25°C vier Nächte verbringen. Auf der Ranch, die von deutschen Auswanderern seit acht Jahren erfolgreich betrieben wird, gab es das Dinner im Pferdestall, der eigens dafür hergerichtet wurde. Unter anderem servierte man aus einem großen Kessel Gulasch vom Büffel. Zum ersten Mal aßen wir Büffelfleisch und waren vom Geschmack dieses nordamerikanischen Wildrindes sehr positiv überrascht. Wirklich sehr zu empfehlen.
Am Lagerfeuer fand die Auswertung des Tages statt.



Lagerfeuer

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Zu später Stunde brachen wir mit unseren Autos auf, nach Whitehorse ins Hotel. Zurück blieben die Extremsportler. Irgendwie taten sie uns Leid.
Die sternklare Polarnacht ist grandios, aber gefährlich kalt. Erfrierungen sind da vorprogrammiert, falls man nicht bis zur Nasenspitze in warmer Kleidung, Spezialschlafsack und Isolierzelt eingepackt ist. Und morgens nach dem Erwachen, steht der Raureif zentimeterdick an der Innenwand der Zelte.
Wir staunten jeden Morgen beim Frühstück, wie erholt und frisch die Sportler die eisigen Nächte in ihrer neuen Behausung überstanden. Dazu kamen die täglichen unvorstellbaren Kraftanstrengungen und unglaubliches Durchhaltevermögen der Aktiven.



Holzhütte in Atlin

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Für den Halbmarathon war Atlin, rund 190 km von Whitehorse entfernt, zu erreichen auf dem Alaska Highway, ausgewählt worden. Ein 500 – Seelen-Dorf, im Winter fast ausgestorben. Glatte vereiste Straßen, steile Anstiege und scharfe Kurven bei Temperaturen um die minus 20 Grad, diese Streckenverhältnisse fanden die Sportler vor. In der Zwischenzeit sahen wir und den kleinen Ort an, nur wenige Menschen bekamen wir zu Gesicht. Als der erste Läufer sich dem Ziel näherte und hinter sich lange Atemwolken herzog, waren wir auch am Zieleinlauf und applaudierten. Bei einem Athleten hingen sogar Eiszapfen an den Ohren. Ein Kameramann sagte scherzhaft:“ Zwischendurch hatte er noch Zeit, sich Ohrringe zu besorgen. Alle Achtung!“ Wir schmunzelten. Die Athleten erreichten das Ziel, sie waren am Ende mit ihren Kräften, legten sich in den Schnee – und strahlten: Sie haben über sich selbst gesiegt. Bis auf Wigald Boning, der ins Ziel gelaufen kam, als ob er gerade sich erwärmt hätte und jetzt eigentlich den Lauf beginnen wollte. Er zeigte kaum Erschöpfung und Atemnot. Total durchtrainiert ist dieser Mann, sehr beeindruckend.


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Kommentare

  • jane583

    Über ein nicht alt zu häufiges Erlebnis habt ihr da berichtet.

  • poseydon

    Wow, ein super Erlebnis und eure Bilder sind auch toll! Besonders gefällt mir das Wandbild in Whitehorse, das hat was...
    LG ihr Glückspilze :-)
    Carolin

  • Raudi

    Einfach Klasse euer Bericht über eine nicht alltägliche Reise. Ich beneide euch fast ein wenig ! LG Hans

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