Israel - Auf den Spuren Jesus

Reisebericht

Israel - Auf den Spuren Jesus

Reisebericht: Israel - Auf den Spuren Jesus

Trotz Buchung einer ganz normalen Rundreise finde ich mich bei Abreise plötzlich in einer Pilgergruppe mit Pfarrer wieder - und das mir, wo ich zwar römisch-katholisch bin, den Glauben aber nicht wirklich praktiziere. Dennoch wird die Reise durch das Heilige Land zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Während des Fluges, als die Anschnallzeichen blinken und es leicht zu rütteln beginnt, bin ich über den göttlichen Beistand von oben jedoch schon mal froh. Ich hasse das Fliegen an sich und werde bei den leichtesten Turbolenzen nervös. Das Vibrieren ist zum Glück nicht sehr arg und von langer Dauer, so landen wir nach einem dreistündigen Flug relativ entspannt am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. Um einen israelischen Einreisestempel im Pass zu vermeiden, sollen wir diesbezüglich Formulare ausfüllen, die aber nirgends auffindbar sind, so sind wir der Willkür der Einreisebeamten ausgeliefert. Ich habe Glück mit meiner Beamtin. Sie meckert zwar ein wenig, dass ich ja auch andere Stempel im Pass hätte und wieso ich gerade den israelischen nicht möchte, aber nach einer kurzen Erklärung meinerseits, dass einige andere Länder keine israelischen Stempel im Pass akzeptieren, stempelt sie schließlich auf einen losen kleinen Zettel. Einige meiner Mitreisenden treffen bei den Einreisebeamten auf nicht so viel Verständnis und bekommen trotz Bitte einen dicken, fetten Stempel in den Pass gedrückt.



Brautpaar in Jaffa

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Nachdem auch unsere Koffer die Anreise wohlbehalten überstanden haben und von uns am Gepäckband eingesammelt worden sind, lernen wir unseren israelischen Reiseleiter Adi kennen. Gut so, also werden wir nicht nur von einem Pfarrer begleitet, sondern hören auch Weltliches während dieser Reise. Das beruhigt mich ein wenig. Auch unser erster Stopp in der alten Stadt Jaffa, die mittlerweile mit der Großstadt Tel Aviv verschmolzen ist, hat noch nichts mit Pilgern gemein. Wir genießen die angenehm warmen Sonnenstrahlen, während wir durch die engen Gassen schlendern. Erwähnenswert sind hier die Straßenschilder, die keine Namensbezeichnung tragen, sondern das Bildnis griechischer Tierkreiszeichen. Auch eine kleine Brücke mit Sternzeichen-Geländer gibt es, auf der man sich – mit Griff auf sein Sternzeichen und Blick auf das Meer – etwas wünschen kann und die zur St.Peter-Kirche führt. Aha, die erste Kirche! Aber unser Pfarrer verhält sich ruhig und wir können uns auf eigene Faust in der Kirche umsehen bzw. zur Strandpromenade spazieren. Die Aussicht von Jaffa nach Tel Aviv ist grandios! Zudem lassen das Rauschen des Mittelmeeres und die milden Temperaturen das wintergeplagte Europäerherz höher schlagen. Selig von den ersten Eindrücken erreichen wir am Abend unser Hotel in Netanya.



Straßenbezeichnung in Jaffa (Israel), Teil 3



Römische Ausgrabungsstätte in...

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Der nächste Tag beginnt schon eine Spur religiöser. Morgendliches Pilgergebet im Bus. Aber auch das ist von kurzer Dauer und alsbald stürmen wir die zum Nationalpark erklärte römische Ausgrabungsstätte in Caesarea. Caesarea wurde von Herodes gegründet und war eine bedeutende antike Stadt Palästinas sowie später eine wichtige Festung der Kreuzfahrer. Im Amphitheater machen wir Bekanntschaft mit einer anderen österreichischen Pilgergruppe, die unseren Reiseleiter um Stillschweigen ersucht, damit sie ein Kirchenlied im Kanon zum Besten geben kann. Unsere Gruppe stimmt mit ein. Klingt recht schön und sogar die arabischen Arbeiter lauschen huldvoll. Nachdem sich die Stimmbänder wieder beruhigt haben, geht’s weiter mit den Erklärungen zu Caesarea.



Aquädukt in Caesarea (Israel)



Blick von Muhraqa auf die...

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Danach folgt ein Besuch des Karmeliterklosters in Muhraqa. Kurzes Evangelium vor der Kirche, Vater Unser-Gebet in der Kirche, dann können wir uns der Aussicht widmen. Leider haben die Ausläufer der Sahara-Stürme etwas dagegen, so ist die Sicht auf die Jesreel-Ebene ziemlich trüb. Dafür versorgt uns besagte Sahara-Luft auch am heutigen Tag mit Temperaturen an die +30°C, was für Mitte Februar selbst für Israel sehr ungewöhnlich ist.



Haifa

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Auf dem Weg nach Akko machen wir einen kurzen Stopp in Haifa, um vom Karmelberg auf den persischen Garten zu schauen. Leider ist die in der Mitte des Gartens liegende Bahai-Kirche mit ihrer Goldkuppel komplett unter einem Baugerüst versteckt.



Antike WC-Anlage der...

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In der Hafenstadt Akko besichtigen wir die imposante Kreuzritterfestung und staunen darüber, dass die Herrschaften zu damaliger Zeit schon WCs mit Wasserspülung kannten. Über ein enges Tunnelsystem gelangen wir von der Festung zum Hafen. Nun gut, wir kommen nicht direkt beim Hafen wieder an die Oberfläche, sondern genau in einem Souvenirladen. Was für ein Zufall! Nachdem einige Schekel die Besitzer gewechselt haben, geht es weiter durch den Bazar, bis wir tatsächlich die Hafenpromenade mit einem schmucken Café erreichen. Für einen Kaffee ist es jedoch zu spät. Es dämmert bereits und wir haben noch den Weg zu unserem Hotel in Tiberias vor uns.



In der Kreuzritterfestung von Akko (Israel)


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Kommentare

  • venus

    einfach großartig, da wär ich gern dabei gewesen...

  • Blula

    Liebe Susanne, was für ein Riesenbericht.... .Ich bin wirklich begeistert von Deinen Schilderungen, die Du so anschaulich wiedergibst, so dass man wirklich das Gefühl hat, mit dabei zu sein. Eine Reise nach Israel, heutzutage sicher nicht ganz ohne Risiko, hat sicher was absolut Faszinierendes, ist eine Begegnung mit der religiösen Vergangenheit und mit einem auf der Welt wohl einzigartigem, in wenigen Jahrzehnten entstandenen gesellschaftlichen Mosaik, das sich immer noch fortlaufend verändert. Ich finde Deinen Bericht so herrlich, weil Du von allem etwas erzählst.. .so .z.B. vom Besuch Yardenits, der Taufstelle am Jordan-Fluss. Das hätte mich auch sehr beeindruckt sowie auch ganz besonders der Besuch der Grabeskirche oder zum Abschluss nochmal der nächtliche Blick vom Ölberg auf die Stadt Jerusalem. Ein ganz fantastischer Bericht, für den man sich nur bedanken kann.
    LG URsula

  • hutzelzippe4

    Toller Bericht und klasse geschrieben !!!

  • bezi

    Das war ja wahnsinnig interessant zu lesen. Da hast Du aber viel gesehen und erlebt wie man auch anhand der vielen schönen Fotos erkennen kann. Israel ist kein gewöhnliches Reiseland und Du hast das, glaube ich, hier sehr gut dargestellt.
    LG bezi

  • agezur

    So eine Reiseführung wünscht man sich. Dein Bericht ist detailreich und gut mit Bildern unterlegt, dass man glaubt, dabei gewesen zu sein. Gratulation!!
    LG Christina

  • RdF54

    Ein wirklich eindrucksvoller Bericht mit schönen Fotos!

    LG Robert

  • trollbaby

    Herzlichen Dank Euch allen für Eure lieben Kommentare und Bewertungen!
    LG Susi

  • nach oben nach oben scrollen
  • pleuro

    Liebe "Pilgerin" Susi, ein großartiger Reisebericht!!! Gut geschrieben mit viel Kurzweil und Humor (manchmal sogar ein bisschen Galgenhumor :-) ) , gespickt mit vielen Informationen und veranschaulicht mit sehr schönen Fotos!! Ich bin gerne "mitgereist", trotz der täglichen Dosis Psalmen und Evangelien! :-))) LG Anne

  • knallus

    Hallo Susanne, dein Bericht ist sehr interessant und spannend geschrieben....Jetzt habe ich auch Lust bekommen eine Nichtpilger - Reise nach Israel zu unternehmen. Deine Bilder gefallen mir - wie immer - sehr gut !
    Vieler Grüße

  • 238EWT

    Pleuro hat das angedeutet, was auch mich an Deiner Reiseschlilderung beeindruckt und nachdenklich gemacht hat. Das Zusammentreffen verschiedener Religionen ist die eine Seite der Münze, die gelebte und erlebte Realität auf geografisch engstem Raum eine andere. Ich war noch nicht in Israel. Aber wenn ich mal dort hin reise, dann mit Sicherheit ganz alleine. Und nach eigenem Programm. Der Gedanke, bei jeder Gelegenheit singen, irgendwo essen oder überteuerte Souvenirs kaufen zu müssen, ist für mich unerträglich. Liebe Susanne, Dein Bericht und Deine Fotos haben mir viel gegeben. Danke.
    LG Eberhard

  • Jabba

    Ihr Glücklichen, dass man euch auf den Tempelberg ließ! Uns haben die Israelis den Zutritt verweigert - zu jeder Stunde.
    Ansonsten scnöner Bericht. Danke!
    Grüße

  • umi.s

    Dieser Reisebericht macht neu Sehnsucht nach Israel -- ich war schon mehrmals dort - auch an den meisten der beschriebenen Stätten -- und habe den Bericht so richtig "miterlebt"-- danke dafür
    @Eberhard: da hast Du schon Recht -- das ist der Nachteil einer Gruppenreise.
    Ich habe zuerst eine Reise in der Gruppe gemacht -- und damit einen guten Eindruck vom Land bekommen, nicht zuletzt durch die umfangreichen und fachkundigen Erklärungen des Reiseleiters. Eine weitere Reise habe ich ganz allein gemacht -- und bin dann dorthin gefahren, wo es mir gut gefallen hatte und habe mir das näher angesehen, was mich besonders interessierte und noch viel Neues entdeckt. Wenn ich nochmal in dieses Land reise, dann auch nur allein oder zu zweit.
    LG Umi

  • Frank99

    Hallo Susi,
    schon lange keinen so tollen Bericht gelesen, wunderschöne Bilder, alles in allem ein wirklich hervorragender Reisebericht. Mach weiter so, ich freue mich schon auf den nächsten.
    L.G. Frank

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  • ruma94

    Liebe Susi, vielen Dank für diesen interessanten und abwechslungsreichen und gut geschriebenen Bericht! Für mich wäre so eine Gruppenreise auch nichts, aber sicher hat sie auch Vorteile, und ihr hattet wirklich ein tolles Programm, das muss man sagen. Kompliment auch für deine schönen Fotos! LG, Ruth

  • mamatembo

    Hallo Susi,
    ein interessanter und gut geschriebener Bericht mit eindrucksvollen Fotos!
    Respekt vor Deinem Mut: bereits beim Anblick des umfangreichen und in eine Woche gepressten Besichtigungsprogramms hätte ich das Handtuch geworfen!
    Du solltest wirklich einen Deiner letzten Sätze in die Tat umsetzen "Irgendwann komme ich zurück ..."
    Meine Reise vor einigen Jahren führte vom Hula-Tal im Norden bis zum Ramonkrater im Negev und stand hauptsächlich unter dem Motto "Landschaftsgestaltung und Naturerhaltung". Israel hat wirklich noch viel mehr zu bieten als nur die Stätten der Christenheit ...
    Shalom!
    Beate

  • trollbaby

    Vielen Dank Euch allen für Euer Interesse an meinem Bericht, Euren guten Bewertungen und lieben Kommentare! Da weiß man dann wieder, wieso man die Mühen des Schreibens auf sich nimmt. :-)
    LG Susi

  • Claus_Wagner

    Hallo Susi,
    eine sehr gelungenen Sonntasgmorgen Lektüre!
    Ich habe den Ausflug nach Israel sehr genossen. In Verbindung mit Deinen schönen Fotos bekommt man einen schönen Eindruck über ein sehr interessantes Land.
    Deine lockere Art zu schreiben und die guten geschichtlichen Recherchen machen diesen Bericht zu einem guten Basiswerk für jemanden, der einen ersten Eindruck von Israel erlangen möchte.
    Danke für diesen Ausflug.
    Gruß
    Claus

  • Lioness

    liebe susi!
    ich bin spät dran, daher ist praktisch schon alles gesagt!
    mir gefällt, die brise feinen humors, die du durch den bericht gezogen hast.;-)
    und es ist unglaublich,
    was du alles in diesem, doch so kleinen, land gesehen hast!
    für mich wäre diese , sehr pilgerisch angehauchte tour wohl eher eine *tortour* gewesen, aber zu LESEN war es wunderbar!

    lg, tina

  • Bluesfreundin (RP)

    Hallo, liebe Susi,

    du hast mir durch deinen Bericht vieles in Erinnerung gebracht, was ich damals (1972) auch gesehen habe. Deine Bilder sind ebenfalls wunderschön!!
    Vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße - Sigrid

  • nach oben nach oben scrollen
  • Chrissi

    Ich bin tief beeindruckt. Das ist ja eine ganz tolle Reise für Dich gewesen und der Bericht, den Du für uns hier veröffentlicht hast, gibt das in hervorragender Weise wieder, Vielen Dank!
    Viele Grüße! Chrissi

  • charbonnier

    Hallo Susi,

    Kompliment, toll geschrieben und schöne, stimmungsvolle Bilder (wieder mal...)! Eine ähnliche Tour habe ich vor ziemlich genau 10 Jahren gemacht, als Individualtourist im Mietwagen - das war damals kurz vor Beginn der 2. Intifada sehr gut und entspannt möglich, auch im Westjordanland. Übrigens, mein religiöser Standpunkt ist Deinem wohl recht nahe, aber vor der Reise habe ich trotzdem fleißig in der Bibel gelesen. Das war eine hervorragende Einstimmung, und die Lektüre des Alten Testaments (nicht das ganze, aber vor allem die Bücher Moses) hat mich viele uns fremd erscheinenden jüdischen Bräuche und Vorschriften in einem anderen Licht sehen lassen.

    Liebe Grüße - Ulrich

  • Zeitreisende

    Hallo Susi, Belgien kannte ich... Deinen Reisebereicht dazu habe ich zu 100 % nachvollziehen können ! Jetzt kommt es mir vor, als ob ich persönlich in Israel vor Ort gewesen wäre ! Superschöne Bilder und superschöne Beschreibungen vor Ort ! LG Dani

  • widix

    Liebe Susi,
    was für ein toller Reisebericht! Ich war 1993 in Israel und durch Deine Reiseerlebnisse und die schönen Bilder habe ich die Reise ein 2. Mal gemacht. Herzlichen Dank dafür und die vielen Informationen - da merke ich, was ich in den 17 Jahren alles wieder vergessen habe oder nie wusste. Ich bin damals mit Wikinger Reisen gefahren - das ist sehr zu empfehlen, wenn man keine Pilgerreise möchte. Damals war die Lage in Israel viel ruhiger als heute und es gab keine Checkpoints und keine Mauer. Aber ich war dafür an Ostern dort - das hat was für sich! Dauernd ist ein christlicher oder jüdischer Feiertag, man wird völlig konfus und dementsprechend viel Rummel.
    Den Petrusfisch wollten sie uns am See Genezareth auch vorsetzen (wir wurden extra in ein Spezialrestaurant gekarrt). Was Du von Bethlehem schilderst (das war bei uns noch nicht so extrem tourimäßig), haben wir dort erlebt. Der Preis für einen Petrusfisch war enorm und die Portion klein. Als wir das bei den anderen Gästen beobachtet hatten, aßen wir einfach etwas anderes.
    Den Berg Tabor kenne ich auch. Wir hatten zwar nicht das Problem mit dem vielen Beten und Singen, aber wir hatten - außer der deutschen Reiseleiterin (die, wie schon berichtet, sehr fotofeindlich war) - noch einen israelischen Reiseleiter. Der war Wüstenguide und sehr durchtrainiert. Wir mussten querfeldein, fast ohne Weg und Steg den Berg Tabor hinaufhetzen - ich war oben viel zu kaputt, um viel genießen zu können!
    Dafür haben wir mit diesem Guide eine 3-tägige Wüstenwanderung durch die Negev-Wüste unternommen und nachts draußen unter dem Sternenzelt geschlafen - fantastisch!
    Danke nochmals für Deine tollen Eindrücke.
    Liebe Grüße
    Sabine

  • RehmAnne

    Bin beeindruckt von deinem Reisebericht Sabine und tolle Fotos dazu *wow*
    ,ich habe auch aufregende Abenteuer erlebt in Israel...für interessierte habe ich hier noch einen kleinen Tip:
    http://www.israel-guide.de


    Grüssle Anne

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