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Reisebericht: Wandern im Norden Thailands
Raus aus dem winterlich kalten grauen Wien! Ich wollte grün sehen, Natur, tropische Vegetation, Licht, Sonne und Energie tanken. Und so kam es zum Kurzurlaub im Norden Thailands. Mit einer 3-tägigen Wanderung bei Mae Hong Son, 3 Tage am Land bei Soppong und über viele Kurven nach Chiang Mai zu Tempeln und dem unglaublichen sunday night market.
Mae Hong Son
Der kurze und preiswerte Flug von Chiang Mai nach Mae Hong Son führt über bergiges Land. Der Blick aus dem Flieger zeigt aber auch blattlose Bäume und ich bin verunsichert. Wird mir mein Ziel auch wirklich "tropisch" genug sein?! Aber kurz vor der Landung sehe ich im von Bergen umgebenen Tal Palmen und bin beruhigt. Am Flughafen erwartet mich Chan, nature loving guide, den ich übers Internet gefunden hab, und bringt mich auf dem Moped zu einem hübschen zentral gelegenen Quartier, Romtai. Ich bezieh ein Häuschen im bunt bepflanzten Garten mit Fisch- und Seerosenteich. Chan selbst ist ungefähr 50 und sympathisch. Ich bin der einzige Tour-Teilnehmer, also wird das eine exklusive Sache ;-) Wir besprechen noch die Route, die in den nahe gelegenen Nationalpark führen wird. Übermorgen werden wir uns wiedersehen, bis dahin werde ich herumstreunen.
Quasi über die Straße liegen zwei buddhistische Tempelanlagen im birmanischen Stil, die an einem Teich liegen. Keine große Kunst, aber besonders abends wirkt das Spiegelbild des einen Tempels im See sehr romantisch und noch ein wenig mehr Zauber gibt es, wenn jemand 100 Baht spendet und die Mönche eine große mit Kerzen beleuchtete Papierlaterne steigen lassen, die dann ganz langsam höher und höher zieht. Die Beleuchtung des benachbarten Tempels geht mit den vielen bunten Farben für mich schon eher ins kitschige, und es gibt auch ein Bildnis eines stehenden Buddhas, dessen Strahlen elektrisch illuminiert werden, wie beim Chinesen um die Ecke.
Gleich vor den beiden Tempeln, entlang des Sees und entlang zweier Straßen, gibt es am Abend auch einen night market, an dem vor allem farbenprächtige Produkte der Hilltribes angeboten werden. Die bunten Röcke erinnern mich an die, die es auch in Ungarn gibt. Die Menschen haben viele Gesichter, ein Gemisch verschiedenster Ethnien.
Mae Hon Son liegt für thailändische Verhältnisse mit ca. 300 m recht hoch, in der Nähe des Goldenen Dreiecks und vor allem Burma, und ist noch keine touristische Hochburg. Die Stadt hat ca. 55.000 Einwohner. Es gibt nur einige wenige alte hölzerne Häuser auf Stelzen, der Großteil der Gebäude ist modern aus Beton oder Ziegel. Man zieht die Schuhe aus, bevor man Geschäfte oder Häuser betritt (mit Flipflops ja kein Problem) und Mundschutz wie in Bangkok sehe ich hier nur im Friseurladen. Die Kabel sind für unsere Sehgewohnheiten abenteuerlich verlegt, die Mistkübel wieder aus alten Autoreifen. Irgendwo kläffen immer Hunde, die Glöckchen auf den Tempelaufbauten läuten ... die seltsamste Geräuschkulisse aber gibt es abends und morgens, wenn unbekannte Vögelstimmen zu hören sind.
Die Stadt zieht sich auch ein wenig einen Hügel hinauf, den man über eine Treppe, an deren Fuß zwei große löwenartige Katzen wachen, besteigen kann. Der Aufstieg wird von einem Tempel belohnt, der einen schönen Panoramablick bietet und gerne als beschaulicher Platz genützt wird, um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Am frühen Morgen sehe ich orange gekleidete Mönche meist zu sechst im Gänsemarsch barfuß durch die Gassen gehen. In ihre metallenen Schüsseln legen die Einwohnerinnen Essbares in Mini-Plastiksackerl gepackt. In den umliegenden Dörfern erledigt das Essen sammeln ein Mann auf einem Moped für sie.
Alles ist noch zu, aber es gibt auch hier ein 7 Eleven mit einer beeindruckenden Auswahl an Milchgetränken aus Kuhmilch und unzählige Varianten von Sojamilch sowie Milchgetränke aus verschiedenen Getreidesorten. Gegen die Menge an bunten Zeitschriften aber kann sich bei uns jeder Supermarkt verstecken.
Ich miete ein Fahrrad und bekomme ein echtes Mountainbike, mit dem ich gen Norden fahre. Und herrlich: gleich am Beginn meines Ausflugs finde ich einen Markt. mit Haushaltswaren, Fisch und Fleisch und vor allem vielen unbekannten Kräutern, Gemüse, frischen Früchten, häppchenweise in kleinen Plastiksäcken verpackt mit praktischem Holzspieß und natürlich fertigen Speisen und grandiosen Süßspeisen, einmal mit Bohnen, dann wieder Kokos (aber Zucker ist überall sattsam drin). Gestärkt starte ich wieder in den mir ungewohnten Linksverkehr.
An der Ausfahrtsstraße stehen riesige offizielle Gebäude und Bürohäuser, alle von Grünanlagen umgeben, in denen sich auch kleine Geisterhäuschen finden, und natürlich fehlen auch die theatralischen Stadt-Eingangsbogen nicht.
Einige Kilometer fahre ich also auf der berühmten 108 und ja, es gibt wirklich viele Kurven und es ist richtig hügelig. Links und rechts lichter Wald, immer wieder mal ein Haus oder Dorf.
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Wandern im Norden Thailands.... Toll. Ein schöner, sehr persönlich geschriebener Bericht, in dem Du Deine fantastischen Erlebnisse, die Kultur, die Landschaft und die herrliche Natur auf wunderbare Weise wiedergibst. Die guten Fotos runden das alles noch hervorragend ab. Vielen Dank. Das Lesen und Betrachten hat mir viel Freude gemacht.
LG Ursula -
Ja, wandern in Nord Thailand hat schon was. In 1992 habe ich das auch gemacht. Im Jungle und bei den "Hill tribes".
Und deine Bilder sind sehr schön!
Hat spaß gemacht alles zu lesen.
LG Anneken -
Der Norden ist schon einzigartig,das hast du gut wiedergegeben.
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dein bericht ist nicht schlecht, wurde gleich wieder an meinen letzten nord-thailand trip erinnert der bis nach chiang mai ging.
gruß K.F.
ps. schade, hatte zu der zeit noch keine digitalkamera, deshalb leider keine fotos für den PC. -
Hallo,
ja der Norden Thailands ist wirklich schön. Ich war letztes Jahr auch in <a href="http://www.guesthouse-chiangmai.com/">Chiang Mai</a> und fand es in meinem Hotel wunderschön, vorallem weil sie ein HIlfsprojekt integriert haben, in dem armen Kindern geholfen und eine Zukunft geboten wird. Auch wir als Gäste wurden mit integriert und am Ende waren wir nicht mehr Fremde, sondern richtige Freunde.
Liebe Grüße
Suse -
Spannender Bericht, gut geschrieben. Schade dass du mir nicht vorher von Soppong geschrieben hast, dort wohnt seit vielen Jahren mein bester Freund Ekki, er hätte sich bestimmt über Deinen Besuch gefreut. Mit hm habe ich schon einige Wanderungen und Mopedtouren in der Umgebung gemacht. Einige Bilder davon gibt´s hier in meinem portfolio.
LG; Herbert -
Es hat Spass gemacht, mit Dir durch das tropische Dickicht zu wandern und miterleben zu dürfen, wie Du vielen freundlichen Menschen begegnet bist. Beeindruckt hat mich deren Lebensweise und ihr Umfeld... Danke für den spannenden Bericht mit den vielen guten Bildern, die sehr viel dazu beigetragen haben, dass ich "dabei sein" durfte.
LG: Ursula
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