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Reisebericht: Selous Game Reserve: Safari zu den Wildhunden in Tansania
Wir besuchten 4 Camps in der Selous, Tansania, auf der Suche nach den Afrikanischen Wildhunden, Lycaon Pictus. Unsere Anstrengungen wurden beloht.
Ein richtig grosser Fluss, Babykrokodile, Masai auf dem Catwalk, fussballspielender Elefant
28. November 2009: Selous Impala Camp:
Wir sind um 2 Uhr nachts in Dar es Salaam angekommen, die Ethiopian Airlines hatte 1 Stunde Verspätung , damit hatten wir schon gerechnet, die ist der Billigflieger auf der Strecke. Der Flug war in Ordnung, eine ältere Maschine aber nicht voll, und unser Gepäck ist auch da. Der Zwischenstopp in Addis Abebba war angenehm, ein sehr sauberer, kleiner Flughafen mit vielen netten Läden und angenehmer Temperatur von knapp 20 Grad, sogar ohne Klimaanlage.
Ein Taxi bringt uns mitten in der Nacht in unser Hotel The Souk, was auf der Halbinsel am Meer liegt, unser Eindruck von Dar es Salaam: Es ist heiss und schwül. Die Zufahrt zum Hotel ist eine Baustelle, aber die Zimmer sind für den Preis von 100.-€ sauber und gut. Wir haben ungefähr 3 Stunden hier, eine Dusche macht uns etwas frischer und ich hole mir was Leichtes aus der Tasche. Wir lassen die Klimaanlage laufen, gehen unters Moskitonetz und schlafen ein bisschen. Ich bin wach als es hell wird und gehe draussen im Einkaufszentrum spazieren: Kleine Läden mit Kunsthandwerk, eine Bank und einige Cafés gibt es, die machen aber erst um 7 Uhr auf. Wir werden kurz nach 7 Uhr abgeholt, es ist bereits schwülwarm. Auf der Fahrt durch die Stadt ist schon viel Verkehr und man kann abenteuerliche Gefährte sehen: So transportiert auf der Hauptstrasse ein junger Mann auf dem Fahrrad eine komplette Polstergarnitur, ich wusste nicht, das sowas geht. Am nationalen Terminal des Flughafen ist schon viel los: Piloten und Fluggäste laufen hin und her, die Gepäckstücke werden uns gleich abgenommen und draussen abgestellt. Ein Coffeshop macht echten Cappuccino, den können wir brauchen. Die Toiletten funktionieren leider nicht, es gibt kein Wasser. Um 8 Uhr geht’s los, wir sind 8 Passagiere in einer kleinen Maschine, unser Gepäck ist auch drin, da sollte man drauf achten. Der Flug dauert 1 Stunde, die Landung ist sauber und schon sind wir in der Selous. Aussteigen und aufatmen: Jetzt sind wir wieder im Busch. Der ganz spezielle Geruch auf diesen Airstrips im Busch ist eine Mischung aus Kerosin, Staub und den Gerüchen der wilden Tiere, der macht süchtig. Er löst bei mir sofort eine angenehme Leichtigkeit aus, ich bin entspannt und fühle mich lebendig: Buschfieber. Unsere Guides erwarten uns und haben kalte Getränke für uns, die Anmeldeformalitäten machen wir gleich hier. Ich frage mich, wo unser Auto ist, da sind nur Autos von anderen Lodges. Nein, wir fahren mit dem Boot ins Camp, eine nette Idee. Die Guides bringen unsere Taschen ins Boot, der Fluss ist gleich um die Ecke. Der Rufiji River ist jetzt mal ein richtiger Fluss; so breit wie der Rhein, nicht so ein Flüsschen wie der Mara, durch den man mit dem Auto durchfahren kann. Auf der Fahrt ins Camp der erste Gamedrive, sozusagen. Das Boot ist ein Ponton, mit Platz für 8 Leute. Die Guides zeigen uns gleich die Flusspferde und viele Vögel am Ufer: Bienenfresserkolonien und verschiedene Eisvögel sind überall. Wir sehen am Ufer auch ganz kleine Krokodile, die gefallen mir, ich habe nämlich eine Krokodil- Phobie, dazu später mehr. Pelikane gibt es hier, selten auf Safari zu sehen. Es ist jetzt halb 10 Uhr und schon richtig heiss auf dem Wasser, Hans-Peter schwitzt in seinen dicken Klamotten. Bei der Ankunft im Camp, begrüßt uns der Manager Matteo, ist aus Italien und im typischen Outfit: Flip-Flaps und Shorts. Grinsend fragt er, ob uns heiss wäre ? Er führt uns gleich in die Bar und da gibt’s einen Fruchtsaft. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den Rufiji, er zeigt uns gleich seine Freundin Andrea: Eine Flusspferddame die sich immer hier beim Camp aufhält. Matteo erklärt uns gleich die Regeln hier, es kommt immer ein Masai mit auf den Wegen zum Zelt, vor allem nachts sollte man nie alleine gehen und die Masai rufen. Die soll man einfach “Masai” rufen..? Die Zelte liegen weit auseinander, das Camp ist nicht eingezäunt, und oft laufen Tiere mitten durchs Camp, also muss man immer schauen wohin man geht. Die Zelte stehen am Fluss auf Holzplattformen und sind schön, das Bad ist im Zelt, es gibt immer warmes Wasser und Strom. Im Zelt probieren wir die Dusche aus und dann holen wir die dünnsten Klamotten, die wir haben aus der Tasche: Shorts, Sandalen und dünnes Hemd. Dann habe ich aber richtig Hunger, wir hatten kein Frühstück heute. Wir gehen ins Restaurant, auf dem Weg begleitet uns ein Masai, der läuft wie auf dem Catwalk in seinen Plastiksandalen vor uns her und das mit enormer Geschwindigkeit , ich habe gleich einen Spitznamen für ihn: Heidi ( Klum) . Auf den Gang und die Figur wäre jedes Top- Modell neidisch::Elegant und grazil, gerader Rücken, tiefe Schulter, super Taille, dabei geschmeidig und schnell wie eine Antilope. Ich versuche genau so zu gehen wie er, das ist anstrengend. Heidi ist sehr nett, spricht aber leider kein Englisch und auch nur wenige Worte Swahili, den die Sprache der Masai ist Maa. Im Restaurant gibt es Speisekärtchen, vorne ist ein Tier drauf und hinten steht, was es an dem Tag gibt: Das hört sich sehr lecker an: Ein Fischauflauf, Salate, ein italienischer Nachtisch . Wir essen alles auf und sind beide rundum zufrieden, als es auch noch Espresso und Cappuccino aus einer alten Cimbali gibt: Die Italiener wissen, wie man Frauen (und Männer ) glücklich macht. Matteo fragt, wieso wir keinen Wein zu Essen trinken, ich meine dann würde ich gleich einschlafen nach dieser kurzen Nacht, das ist uns dann ausnahmsweise erlaubt. Wir ruhen uns noch ein wenig im Liegestuhl vor dem Zelt aus und geniessen den Blick auf den Fluss: Viele Vögel, Flusspferde und auch ein Elefant lässt sich sehen. Der Hang ist steil, aber bestimmt nicht steil genug für die Krokodile.. Aber Heidi ist ja in der Nähe und passt auf. Um 4 Uhr gehen wir zu den Autos: Offene Allradfahrzeuge mit 6 Sitzen. Unser Guide ist Denis, er spricht gut Englisch. Ich frage ihn gleich nach den Wildhunden, die haben sich ein paar Tage nicht sehen lassen. Oh je! Los geht’s, nach kurzer Zeit sehen wir Grosse Kudus mit Jungtieren, überall sind viele Impalas mit Babys. Eine sehr zahme Giraffe, sie lässt uns auf 2 Meter herankommen und schaut uns neugierig an. Sie ist schon alt, ihr schönes Fell ist ausgebleicht wie ein sehr alter Teppich. Der Busch ist grün hier, es hat geregnet nach der langen Dürre, überall ist frisches Gras und die Tiere sehen gut aus. Der Bewuchs ist dicht und bietet recht viel Deckung. Wir sehen viele Vögel: Bienenfresser, Störche, Löffelreiher, ... upps, da bin ich doch wirklich eingenickt , das ist mir noch nie passiert. Ich setzte mich hinter zu Hans-Peter (wir sind allein im Auto), damit er mich festhält. So ein Nachtflug ist vielleicht nicht das Wahre. Zurück im Camp ist auf dem Fussballplatz ein Elefantenbulle, der kommt öfter mal vorbei und will mitspielen, nur kennt er die Regeln noch nicht. Die Angestellten laufen dann immer weg. Der obligatorische Sundowner in der Bar ist klasse. Die Sonne geht hinterm Rufiji unter: Rot, orange und schon ist es dunkel. Das Feuer ist mehr zum mückenvertreiben, wärmen muss man sich hier nicht: Es ist immer noch schwül warm. Lange Hosen sind lästig, ich nehme lieber reichlich Autan. Das Abendessen ist wieder gigantisch gut, dazu einen Flasche Chardonnay, Espresso, die Zikaden sind laut, fast wie in Italien, aber jetzt kommen die Flusspferde an Land, man hört sie überall schnauben. Sehr bald ruft unser Bett und ich rufe “ Mr Masai” , dann kommt gleich einer der Masai mit grosser Taschenlampe und bringt uns leichtfüssig zum Zelt am Fluss. Wir haben selten so gut und tief geschlafen wie in dieser heissen Nacht in der Selous....
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