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Reisebericht: Meer, Wein, Austern - und als Garnierung etwas Nacktes…
Hatten Sie schon immer mal Lust, anstelle des vertrauten Körperbaues Ihres Partners bei gutem Wein, Austern und frischem Baguette knackige Franzosen zu sehen? Sollten Sie die Frage bejahen – dann sind Sie an der französischen Atlantik – Küste, genauer im Medoc, absolut richtig!
Zwischen Gironde und Atlantik liegt das Mekka der Weinliebhaber und Gourmets. Wohlgemerkt: der Gourmets, nicht der Gourmands! Pauillac – Lamm, Weine von Rothschild, Fisch aus den Markthallen von Soulac – sur - Mer, und, und, und… .
Der Weg zum Glück führt über die Buchung einer Unterkunft. Sie müssen nicht in das größte Nudisten-Urlaubsressort „Euronat“ einziehen, um wunderbare Aussichten zu genießen. Dort ist es eh zu voll, und nicht jeder steht auf „Gymnastiqueee… auf die Terrassss…’“ morgens um 8 Uhr. Lieber je nach Geschmack direkt am Meer im trubeligen, „hippen“ Montalivet, im beschaulichen (aber teuren) Örtchen Pauillac direkt an der Gironde oder, als Kompromiss zwischen beiden Extremen, mitten drin in den Gemeinden rund um Lesparre de Medoc. Mein Tipp: ein Ferienhaus in Vensac, St. Vivien o.ä. kleinen Orten in der Mitte der Landzunge suchen. Der Begriff „Landzunge“ gewinnt hier übrigens eine völlig neue Bedeutung: Sie sind direkt mit der Zunge an den kieslandigen Wein(Ein-)lagen der Winzer.
Das Hinkommen ist auch nicht schwer: Die A 10, liebevoll und aussagekräftig auch „L’Aquitaine“ genannt, führt Sie von Paris aus geradewegs über Orleans, Tours und Niort bis nach Saintes. Am erholsamsten ist es, in Tours zu übernachten. Direkt an der Autobahn gibt es von „Formule 1“ bis zum Novotel alle Liegestätten, die sich ihr Rücken erträumt. Ganz zu schweigen von den unzähligen Hotels jedweder Güteklasse in den anliegenden Städten und Örtchen. Das Novotel „Tours Sud“ ist ein Geheimtip…naja…jetzt nicht mehr… Freundlicher Service, hervorragende Küche und, wenn Sie bereits Mittags ankommen, genügend Zeit um im Garten des Hotels sich zu entspannen oder das Frei-Schwimmbecken zu benutzen.
La Vrillonnerie RN10, Rue Michaël Faraday, 37170 Chambray Les Tours, France
Das Novotel Tours Nord ist nicht weniger gut, aber eher ausgebucht. Nord-Süd-Gefälle während der Hauptreisezeit oder so.
In Saintes müssen Sie runter vom Highway, Richtung Royan. In den Hochsommermonaten ist spätestens am Ortseingang des kleinen Hafenstädtchens Schluss mit Fahren. Dann stehen Sie im Stau. Die N 150 führt direkt auf den Fähranleger der Gironde-Schiffahrt zu, klar, dass hier alles dicht ist. Aber auch die vermeintlich gewieften Urlauber mit ausgebufften Umgehungs-Navi-Instruktionen kommen nicht weit. Der gesamte Ort scheint nur aus transferwilligen Autos zu bestehen. Die einzige Möglichkeit, diesem vor allem am Wochenende entstehenden, Tohuwabohu zu entgehen: bereits Donnerstags oder Freitags in Royan auflaufen, abends gemütlich die schöne Strandpromenade entlang schlendern und etwas essen, sich dann zur Ruhe in einem der zahlreichen Hotels zu betten und am Freitag/Samstag die erste Fähre nach Verdon zu nehmen.
Zum Phare de Cordouan geht es ebenfalls von Royan aus mit Fährschiffen. Der Leuchtturm ist ein beliebtes Touristenziel.
Zwei Fähren pendeln ständig hin und her, die eine mit Einfahrt in den Bauch des Schiffes, die andere seitwärts beladbar nur mit einem Deck. An Bord können Sie sich ihr „petit dejeuner“ gönnen. Aber auf der „Seiten-“ Fähre empfiehlt es sich, nicht zur Toilette zu müssen. Das Bild wurde im DAMEN - Wc aufgenommen…ja, DAS ist die Toilette, keine Dusche!) Die Überfahrt dauert ja auch nicht nicht lange.
Pläne gibt es unter montalivet.net
Nach knapp 30 Minuten sind Sie in Le Verdon sur mer, einem Gashafen des Medoc. Hier kurven Sie einfach Richtung Bordeaux auf der D 1215. Sie führt Sie vom Point de Grave an Soulac sur mer vorbei, weiter durch eine tundramäßig anmutende Landschaft mit Pferden, Rindern und einem Aerodrom. Der Blick aufs Meer ist Ihnen aber trotz aller Kargheit versperrt. Kiefernwälder entwässern das sumpfige Gebiet und sorgen dafür dass die Versandung durch Flugsand auf die meernahen Areale beschränkt bleibt.
Alternativ geht es mit dem Auto über Blaye mit der Fähre nach Lemarque, ein wenig unterhalb von Pauillac. Mit dem Zug klappt es ebenfalls, ins Traumland zu kommen. Entweder nach Bordeaux oder nach Royan auf die Fähre und dann ab Soulac.
Natürlich können Sie auch weiter runter nach Bordeaux mit dem eigenen Untersatz fahren, auf der A10 und dann wieder zurück. Ebenfalls auf der D 1215. Ich habe mir aber sagen lassen, dass es in Big B. keinesfalls so einfach ist, durch den Großstadt-Verkehr zu kommen und mindestens eine der Brücken nicht von allen Autos steigungsmäßig genommen werden kann, zumindest nicht, wenn hinten noch ein Campingwagen dranhängt. Überhaupt würden Sie einen riesigen Umweg von...na...ca. 120 km machen.
Stichwort Camping: Franzosen sind campingverrückt! Allerdings anders als unsere holländischen Nachbarn, deren Vorliebe für einigermassen wetterfeste Behausungen ja bekanntlich im Mitführen eines Wohnmobils oder Wohnwagens gipfelt. Echte Franzosen zelten!!! Am liebsten direkt in fussgängerischer Nähe zum Strand. Und sie grillen für ihr Leben gerne. Neben dem im Medoc zum Alltäglichen gehörenden Austernknacken und Weintrinken natürlich. Die Reste der Meeresfrucht-Schlemmereien werden mit einer nonchalanten Geste in das nächste Gebüsch geworfen. Was asuch kein Wunder ist – das französische Abfall-Sortiersystem ist reichlich kompliziert und nicht immer in sich schlüssig.
An- und untergekommen, heißt es sich das Lebensnotwendige zu besorgen. Dazu mehr in Teil 2....
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