Reisebericht

Reisebericht: FLUSSWANDERUNG AUF DEM KOBUK RIVER, ALASKA

 
 
 
 
 
Reisebericht: FLUSSWANDERUNG AUF DEM KOBUK RIVER, ALASKA

Erlebnisse während einer Flusswanderung auf dem Kobuk River in Alaska. Nördlich des Polarkreises stellen wir uns Ende August den Herausforderungen der Natur und erleben als selbstgefühlte "alte Hasen" unerwartete Überraschungen der ganz besonderen Art.

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KOBUK RIVER / GATES OF THE ARCTIC, BROOKS RANGE - ALASKA Rafttour mit Tageswanderungen

 
 
 
 
 

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"You're push'n' it guys..." war Rick's einziger Kommentar, als ich ihm Ende August erzählte, daß ich auf dem Weg nach Bettles sei. Die Boote und Ausrüstung hatte er bei meiner Ankunft hinten im Auto liegen sehen. Da ich ihm schon lange von der Brooks Range vorgeschwärmt hatte, wußte er, daß ich mich dort mit ein paar anderen für eine Flußtour treffen wolle. Seine kritische Miene erhellte sich etwas, als ich ihm sagte, wir wollten im Süden bleiben und über den Kobuk nach Kotzebue an der Bering See paddeln. Seine letzte Bemerkung dazu: "Wenn ihr Pech habt, friert euch diese langsame Brühe unter dem Hintern zu, bevor ihr da seid !!" Damit war die `Diskussion' beendet und wir hatten es uns in seiner mollig warmen Hütte in der Nähe von Talkeetna mit einer Tasse Kaffee gemütlich gemacht.
Das Wetter der letzten Tage schien ihm vollkommen recht zu geben. Regen 24 Stunden am Tag, teilweise Neuschnee auch in den niedrigeren Bergregionen - selbst an der sonnigen Südküste Alaskas. Dort war ich vor zwei Tagen losgefahren und hatte die Sonne seit dem nicht mehr gesehen. Die löchrige Karosserie meines 18 Alaskajahre alten Landcruisers hatte für einen guten Test der Trockensäcke gesorgt und mich auf eine Herbsttour im Norden Alaskas perfekt eingestimmt. Es konnte nur noch besser werden.

BROOKS RANGE - ABENTEUER MIT KOMPROMISSEN
In Fairbanks warteten die anderen schon auf mich. Hatten die Tickets nach Bettles und Lebensmittel gekauft, sowie mit Bering Air unseren Weiterflug zum Ausgangsort geregelt. Noch mal schnell in der Stadt duschen und dann ab in die Wildnis.
Die Reise beginnt in Fairbanks, das Abenteuer in Bettles, einem Vorposten der Zivilisation, zu dem es, außer in der Winterzeit, keinen Zugang über den Landweg gibt. Hinter Fairbanks hört die Zivilisation auf. Tundra, Seen, Flüsse und Berge soweit das Auge reicht. Mittendrin, nach gut einer Stunde Flug dann ein paar Holzhäuser und eine Schotterpiste - Bettles!
Das Buschflugzeug ist hier: Schulbus, Fahrzeug zum Einkaufen, Tanklastwagen und vieles mehr - kurz die Nabelschnur zum Überleben. Es dauert nicht lange, bis wir die Biber startklar gepackt und einen letzten Hamburger verschlungen haben. 'Bye, bye du schöne warme Zivilisation! Kälte -- wir kommen!!' Eine andere Gruppe, die Alex, unser Pilot, eigentlich heute nördlich der Brooks (Range) abholen wollte, muss warten. Der Wind ist zu stark, um über die Berge zu fliegen. Wir quälen uns mit donnerndem Motor gegen die Böen, der Regen peitscht gegen die Scheiben. http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/schreiben/208778/0#Aber ab und an sehen wir einen Regenbogen in der Ferne, das macht uns Mut. Bei fast einem Meter Seegang macht sich nach der Landung auf dem Walker Lake im Flugzeug der Magen revoltierend bemerkbar, aber da hinten, daaaaa, da scheint die Sonne.
Wir alle kennen Alaska jedoch gut genug, um uns keine falschen Hoffnungen zu machen, und wissen, worauf wir uns eingelassen haben.

Über den Kobuk River migrieren jedes Jahr riesige Caribou-Herden. Zur richtigen Jahreszeit -und die ist eben Anfang September- kann man sich mit etwas Glück plötzlich inmitten von 5000 oder 10000 den Fluss überquerenden Tieren befinden, die in diesen Momenten wirklich hautnah zu empfinden, zu sehen und zu riechen sind. Die vielfältige Tierwelt ist vom Raft aus besonders gut zu beobachten. Selbst an Bären kann man ganz leise nahe herantreiben, ohne einen Angriff allzu sehr fürchten zu müssen, was ebenso faszinierend ist, wie das Erleben menschlicher Kleinheit in der endlosen Weite dieser arktischen Tundralandschaft. Das und das traditionelle Leben der Inuit, die in ihrer beeindruckenden Gastfreundschaft bereit sind, über ihr Leben zu erzählen, es fühlbar, schmeckbar und miterlebbar zu machen, das wollten wir sehen und erfahren. Dafür waren wir bereit, einige Strapazen auf uns zu nehmen.




 
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Region: Alaska

Kommentare
  • brandriba 22.06.2010 | 23:45 Uhr

    Toller, einfühlsamer Bericht einer Reise in grandioser Natur. Finde es toll dass Du auch von den eigenen Fehlern berichtest, manchmal sind wir halt wirklich Greenhorns!!! LG DAni

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