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Reisebericht: Begegnung mit Tibet

 
 
 
 
 
Reisebericht: Begegnung mit Tibet

Zauberwort Tibet - diskutierende Mönche, weiß-rote Klöster und intensiv gelebter Buddhismus. Pilger im Barkhor, Niederwerfungen über hunderte Kilometer und goldene Gebetsmühlen, die sich unermüdlich drehten. Nomaden auf dem Weg ins Winterlager, die Berge des Himalaya. und die karge Weite der Hochebenen.
(Nicht) China. Und vielleicht ein bisschen Höhenkoller.

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Seit einer Woche war ich nun mit meiner elfköpfigen Djoser-Reisegruppe schon in China unterwegs. Aber Reisefieber, so richtig Reisefieber, bekam ich erst jetzt. „Tibet“ – dieses magische Land hatte uns in den Bann gezogen, schon bevor wir die ersten Gipfel des Himalaya erblickten.
Und je mehr sich das Flugzeug Lhasa näherte, desto höher wurden die Berge. Breite Flusstäler und Seen mit grünem und blauem Wasser teilten die Berge voneinander. Schließlich der erste Schnee und dann blitzten Gletscher durch die Wolken.



Der Jokhang-Tempel

 
 
 
 
 

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Wie zentral das Hotel gelegen war merkten wir erst am nächsten Morgen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber es wurde langsam heller. Elfi schaute zwischen den Vorhängen hinunter auf den Hotelvorplatz. „Das gibt’s nicht, weißt Du wo unser Hotel ist: Direkt vor der Pilgerstrasse. Gestern Abend war hier doch alles menschenleer.“: Vor unserem Fenster sahen wir die ersten Pilger des Morgens, die mit Niederwerfungen den Jokhang-Tempel umrundeten.

Für uns Touristen ging es durch den Seiteneingang hinein in den Tempel, vorbei an den Pilgern. Wäre ich alleine gewesen, ich hätte mich lieber bei den Pilgern eingereiht, aber an diesem ersten Tag waren wir noch folgsam.
Schnell nahm uns die Atmosphäre der Tempelhallen gefangen. Weihrauchduft mischte sich mit dem Geruch der Butterlampen, die in den Nischen flackerten. Von den oberen Stockwerken drangen die Schläge einer Mönchstrommel zu uns hinunter.
Vor dem Sakyamuni Buddha warfen sich die Pilger zu Boden, zuerst auf die Knie und dann rutschen sie mit den Händen nach vorne bis die Stirn den Boden berührt.
Die Atmosphäre war sehr dicht, religiös, fromm und hingebungsvoll. Mag sein, dass Buddhisten keinen Gott in unserem Sinne kennen, aber für mich war so etwas wie die Gegenwart Gottes deutlich spürbar. Ich war tief berührt.



Tipp Mein Tipp
 
 
 
 
 
Jokhang Tempel

Der Jokhang Tempel ist das Hauptheiligtum des tibetischen Buddhismus. Schon 647 soll hier ein Tempel gestanden haben. Betritt man den Tempel, empfängt einen der Geruch von Weihrauch und Butterlampen. Die Haupthalle des Tempels wird dominiert von einer goldfarbenen Figur des Sakyamuni-Buddha, der nachgesagt wird, dass sie die erste Buddhafigur in Tibet gewesen sei, hergebracht mehr

Persönliche Meinung von windweit:
Es war meine erste enge Berührung mit dem tibetischen Buddhismus und ich war tief berührt von der dichten Atmosphäre des Tempels



Vom Dach des Jokhang aus erblickten wir zum ersten Mal den Potala, von der Sonne beschienen und gar nicht weit weg, eingerahmt von den goldenen Gebetsmühlen auf dem Dachfirst des Tempels.



 
 
 
 
 

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Wir verweilten eine ganze Zeit und ließen das Erlebte auf uns wirken. Und sahen den Pilger nach, die zwischen den Marktständen den Tempel umrundeten.
Zwei Deutsche, die Tibet per Rad bereisten erzählten uns von ihren Erlebnissen. Leider habe ich mir die Namen nicht notiert. Aber vielleicht findet man ihren Reisebericht ja auch irgendwann einmal hier in der Community



 
 
 
 
 

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Das Laufen fiel heute schon wesentlich leichter und die Kopfschmerzen waren nach einer Paracetamol auch weg. Elfi und ich gingen den Pilgerweg nach und stöberten an den Marktständen am Weg. Wir sahen Zimbeln, und Klangschalen, Gebetsmühlen und Gebetsfahnen, Gebetsschals und Mönchsbekleidung und beobachteten die Pilger beim Handeln. Der Silberschmuck mit den Halbedelsteinen fand sich nicht nur auf den Verkaufstheken. Die Menschen hatten ihr Haar damit geschmückt oder trugen ihn in prachtvollen Ketten um den Hals. Nomadenmädchen in wunderschönen Trachten kicherten hinter vorgehaltener Hand über die Touristen, aber noch mehr über die Jungs in gleichem Alter. Und die jungen Männer waren nicht weniger prachtvoll gekleidet, ihr Haarschmuck nicht weniger aufwändig.



 
 
 
 
 

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Von allen Seiten wurden wir freundlich gegrüßt, obwohl wir doch niemanden kannten. Und diese Menschen haben solch eindrucksvolle Gesichter! Aus tiefen Runzeln lächelte uns eine Greisin entgegen und zeigte dann fragend auf meine Wasserflasche mit Sportverschluss. Nach ihren Gesten zu urteilen hatte sie so etwas noch nicht gesehen. Wir hatten beide viel Spaß als ich ihr zeigte, wie so etwas funktioniert. Die Flasche habe ich ihr dann geschenkt und durfte ein Foto von ihr machen.



Haltet den Dieb (nicht)

Grad um die Ecke von unserem Hotel entdeckte Elfi drei typisch gekleidete Männer und zeigte ihnen über Gesten, dass sie gerne fotografieren würde. Da hatten wir drei bereitwillige Opfer erwischt – glaubten wir zumindest. Das eigentliche Opfer war aber Elfi, deren Geldbörse anschließend nicht mehr in der Kameratasche war.
Zum Glück war der enthaltene Betrag überschaubar und wir sperrten schnell ihre Kreditkarte. Zwar bestand unsere Reiseführerin abends darauf, noch mit Elfi zur Polizei zu gehen. Dass wir Bilder von den potentiellen Tätern hatten, verschwiegen wir aber, denn in China kann das leicht den Tod des Diebes bedeuten.



Das Drepung-Kloster

 
 
 
 
 

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Das Drepung-Kloster ist das Hauptkloster der sogenannte Gelupa- oder Gelbmützen-Sekte, zu der auch der Dalai Lama gehört (Hauptgegenspieler dieser – je nach Lesart Sekte oder Konfession – sind die Rotmützen). Wir wollten es über Mittag besuchen. Unser lokaler Guide war wohl der Meinung, wir könnten ein bisschen Bewegung gebrauchen, denn er steuerte eine Bushaltestelle an, die bald eine Stunde zu Fuß entfernt war. So einige von uns fanden das gar nicht gut, da wir die Höhe merkten und immer noch sehr schnell außer Atem kamen (immerhin habe ich später außerhalb Tibets festgestellt, das meine Kondition doch nicht ganz so mies ist :-).



 
 
 
 
 

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Das Kloster selber liegt unterhalb eines 5000er-Berges und geht von Treppe zu Treppe steil hinan. Ein bisschen viel für den ersten ganzen Tag auf einer Höhe von 3600 m und so blieb ich an einem kleinen Andenkenladen/Cafe zurück. Und studierte die Solarkocher, die dort für warmes Teewasser sorgten. Wir hatten so etwas schon mit den Erlösen unseres Eine-Welt-Ladens daheim in Frankfurt finanziert, aber live hatte ich sie noch nie gesehen. Sie funktionierten recht gut, auch wenn das Wasser immer dann aufhörte zu kochen, wenn die Sonne wegging. Leider konnte ich die Mönche am Verkaufstresen nicht fragen, denn sie sprachen weder englisch noch deutsch



Bis der Rest der Gruppe von der Tempelrunde zurück kam, war der letzte öffentliche Bus abgefahren. Was nun? Traktor fahren! Genauer: Traktoren, mit einem festen Anhänger auf dem zwei Bänke festgeschraubt waren. Die fuhren uns hinunter bis zur Hauptstrasse, wo glücklicherweise ein Stadtbus mit der passenden Liniennummer stand, den wir enterten. Und der fuhr dann auch bis auf 100 m vors Hotel. Nach einem schnellen Essen fiel ich erschöpft ins Bett, obwohl es noch hell war.




 
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Übersicht China

Region: Tibet
Stadt: Lhasa

Kommentare
  • J_und_E 12.01.2008 | 01:53 Uhr

    Sehr schöner, lebendig geschriebener Bericht! Danke! Grüße von Elli und John

  • Kirsche 12.01.2008 | 12:05 Uhr

    Vor sechs Jahren habe ich eine ähnliche Tour von Lhasa nach Kathmandu (Landweg) gemacht. Viele Bilder haben mich wieder daran erinnert und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Tibet im September (rückwärts: Kathmandu - Lhasa - Landweg). Glück hat, wer einen einheimischen Führer als Begleitung bekommt, denn die chinesischen Guides haben oft nicht so viel Ahnung vom tibetischen Budddhismus und geben gerne nur die politsch korrekten Erklärungen ab.

  • darek (RP) 12.01.2008 | 13:13 Uhr

    Schön, endlich mal wieder Tibet! Klasse Bericht! Ich hoffe, dass ich vielleicht doch noch dieses Jahr Jokhang sehe :-) Der Tempel ist viel interessanter als der Potala, weil so lebendig uns mystisch durch die vielen betenden Tibeter beim Kerzenlicht...

  • akilegna 12.01.2008 | 19:22 Uhr

    Tibet steht schon lange auf meiner Reise-Wunschliste. Dieser Bericht und die schönen Bilder machen noch mehr Lust darauf, dieses Land einmal zu bereisen.
    Danke!

  • globetrotter 25.02.2008 | 14:32 Uhr

    Toller Bericht! Klasse Bilder! Wir eim Dezember 2007 in Tibet ( Anreise mit der neugebauten Eisenbahn von Chengdu). Ich kann den Dezember als Reisezeit nur empfehlen, da wir fast immer einen klaren, wolkenlosen blauen Himmel hatten.

  • globetrotter 28.02.2008 | 17:50 Uhr

    Die Höhenanpassung ist mit dem Zug meiner Meinung nach weniger abrupt als mit dem Flugzeug. der Zug braucht ja knapp 2 Tage und überquert bereits Höhen von knapp 5000 Metern. Außerdem blasen sie doch ein wenig Sauerstoff hinein, wenn man auch die Fenster kippen kann.ich habe auch Bilder von der Fahrt, werde demnächst noch welche hochladen.

  • agei 13.03.2008 | 12:03 Uhr

    Ein toller Bericht, emotional, sehr persönlich. So richtig nachempfinden kann man das Alles aber wahrscheinlich erst, wenn man all das selbst erlebt hat. Tibet ist ein phantastisches Land, die Menschen arm (bei uns keine Diebe), unendlich lieb und auch wenn man wenig Möglichkeiten zum kommunizieren hat, immer verständnisvoll und dem Gast gegenüber zuvorkommend höflich. Umso furchtbarer wirkte die doch auch für Außenstehende spürbare Aufzwingungung der chinesischen Herrschaft. Als DDR-Bürger kam mir doch vieles sehr bekannt vor. Kontrolle, Bespitzelung und Geschichtsverfälschung waren oft spürbar und wurden durch unsere guides bestens beherrscht.
    Nur die anschließende Zugfahrt von Lhasa nach Beijing, allein mit 3 Chinesen (ohne Englichkenntnisse) im Abteil war zwar von der Landschaft sehr eindrucksvoll, aber trotzdem etwas eintönig. Keine Zugdurchsagen, zu wenige und dreckige Toiletten (kein Papier), nur 2 Waschbecken im Zuggang, schnell ausgehendes Speisenangebot und das bei einer 2-tägigen Zugfahrt. Deine Bilder sind toll, habe aber auch über 400 und nicht schlechter.

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  • tautau006 16.05.2008 | 23:11 Uhr

    Respekt Pespekt, super Bericht der Spaß auf mehr macht

  • bert 28.06.2008 | 07:24 Uhr

    Da hast du ein tolles Land toll beschrieben und die fotos sind sehr gut

  • mamatembo 03.05.2009 | 18:44 Uhr

    Hallo Gabi,
    Danke, dass Du mich mitgenommen hast auf die (mentale) Reise nach Tibet. Seit den 1970er Jahren träume ich davon, aber wie es manchmal so ist im Leben: erst fehlte das Geld, später dann die Kondition. Und heute möchte ich nicht mehr, weil ich nicht weiß, wie ich mit der chinesischen Bestzungsmentalität umgehen könnte ohne schwer anzuecken ...
    Umsomehr habe ich mich über diesen Deinen informativen, persönlichen und engagierten Bericht gefreut!
    LG Beate

  • mamaildi 24.11.2009 | 11:58 Uhr

    Schöne Erinnerungen wurden wieder wach, als ich deinen Bericht gelesen habe! Wirklich schade, dass ihr keinen tibetischen Guide hattet - man bekommt einfach ganz andere Informationen, vorgetragen voller Motivation! Ich kann allen, die vorhaben, Tibet zu bereisen, nur empfehlen, auf einem tibetischen Guide zu bestehen. Es gibt Reiseveranstalter, die das garantieren!

  • Blula 12.02.2010 | 11:00 Uhr

    Ein ganz großartiger und emotionaler Bericht über ein faszinierendes Land. Dieser Bericht enthält alles, was man sich nur wünschen kann. Ich denke, dass ich Tibet nun auch noch auf meine Wunschliste schreiben werde. Sehr eindrucksvoll sind auch Deine Fotos. Vielen Dank!
    LG Ursula

  • harley_flanigen 07.03.2010 | 09:36 Uhr

    Wir wollten schon immer mal nach Tibet und jetzt erst recht ;-) Es ist wieder mal ein Spitzen Bericht, in Gedanken sind wir schon da.
    Vielen Dank
    LG
    Von uns

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  • doubleegg 03.01.2011 | 15:23 Uhr

    Ich kenne die tibetische Kultur nur von einem kurzen Abstecher ins indische Exil des Dalai Lama. Auch in Dharamsala verstehen es die Tibeter ihre Religion und Tradition zu bewahren - was da wohl noch leichter als ist als im besetzten Gebiet. Nein, ich möchte Tibet lieber nicht bereisen, zu tief sitzt der Frust auf autoritäre Regime. Aber es freut mich, in diesem Bericht die Zeichen gewaltlosen Widerstandes und eine lebendige Hoffnung zu finden. Danke fürs Mitnehmen und für das gezeigte Verständnis für die Lage der Menschen (und Diebe). Nicht Auszudenken, was man hier mit einer übertriebenen Reaktion für Schaden anrichten könnte.
    Herzliche Grüße von einer Spätleserin.

  • wasserhexe (RP) 03.01.2011 | 18:02 Uhr

    Vielen Dank, dass ich mitreisen durfte, auch wenn ich den Berficht erst jetzt entdeckt habe ! LG Heike

  • windweit 03.01.2011 | 19:14 Uhr

    @doubleegg, ich war mir auch erst nicht sicher, habe mich dann aber von meiner Freundin mitziehen lassen und es im Nachhinein nicht bereut. Ich glaube, es ist auch wichtig, offen auf die Leute zuzugehen und deutlich zu machen, das Tibet einem wichtig ist.
    @Wasserhexe und all ihr anderen, die hier kommentiert habt: ihr könnt gerne jederzeit wieder mitreisen :-) Vielen Dank

  • wallyRe 03.01.2011 | 21:59 Uhr

    schöner bericht. danke für das angebot, ich reise gerne wieder mit ;-)) lg wally

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