Der Harzer Hexenstieg - Zwei Südtirolerinnen allein im Harz

Reisebericht

Der Harzer Hexenstieg - Zwei Südtirolerinnen allein im Harz

Reisebericht: Der Harzer Hexenstieg - Zwei Südtirolerinnen allein im Harz

Eigentlich sollte es ja ursprünglich der Jakobsweg sein; - aber leider hatten wir nur eine Woche im Juli Zeit; - und die wollten wir nicht wandernd unter der brütenden Hitze Spaniens verbringen.
So stießen wir auf den Harzer Hexen-Stieg und buchten nach einigem Hin und Her (eine Woche "dolce vita" in der Toskana klang als Alternative natürlich sehr verlockend) dann doch ein Angebot für den Harz.

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Wie alles begann...

Meine Freundin Steffi und ich hatten schon länger geplant, uns für ein paar Tage in Folge auf Wanderschaft zu begeben: Zum Einen, weil wir beide gerne wandern und zum Anderen, weil wir fanden, dass unsere "Männer" sicher eine Woche Urlaub von uns Quälgeistern gebrauchen könnten.
Dass es uns zwei Südtirolerinnen zum Wandern nach Deutschland und dann auch noch nördlich von Bayern (wo es im klassischen Südtiroler Verständnis keine Berge mehr gibt) hinverschlagen sollte, hätten wir uns zu Beginn der Reiseplanung sicher niemals träumen lassen... und dass wir am Ende von Landschaft und Leuten so begeistert sein würden, noch viel weniger!
So buchten wir ein Angebot über einen lokalen Reiseveranstalter im Harz (siehe Tipp auf Seite 4) und schon konnte es losgehen: Wir machten uns an einem sonnigen Südtiroler Samstagmorgen mit meinem Fiat 500 voll Wandergepäck auf nach Norden (um genau zu sein, etwa 850 km); -nach Niedersachsen. Trotz des starken Reiseverkehrs kamen wir zügig voran und erreichten ohne nennenswerte Zwischenfälle unser Ziel für die erste Nacht: das Hotel "Zum Röddenberg" in Osterode am Harz.
Da wir nach der langen Autofahrt doch etwas ermüdet waren, ließen wir uns an jenem Abend nur noch von der Hotelleitung in unseren Wanderverlauf einweisen: Wir erhielten, wie angekündigt, Kartenmaterial, genaue Standortinfos über die nächste Unterkunft und weitere informationen den allgemeinen Ablauf und den Gepäcktransfer betreffend; - Alles bestens soweit also...



Aussicht vom Zimmer im Hotel "Zum Röddenbe...

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Wandertag 1: Von Osterode nach Altenau

Steffis Walderdbeer-Close-Up

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Nach einem ausgiebiegen Frühstück machten wir uns endlich auf den Weg. Dank der guten Wegbeschreibung unserer Wirtin, fanden wir den Startpunkt des Harzer Hexen-Stieges auf Anhieb und marschierten munter drauf los. Zuerst aus Osterode hinaus und dann durch hochstämmige, gesunde Fichtenwälder auf einem Forstweg vorbei am Eselsplatz, Lerbach, den Heidelbeerköpfen bis hin zum Bärenbrucher Teich.
Da es am Vorabend in Osterode noch ordentlich geregnet hatte, waren wir dankbar dafür, den ganzen Tag keinen Spritzer Nass abzukriegen. Beim Bärenbrucher Teich hielten wir das erste Mal Rast (abgesehen von unseren kleinen "Imbisspausen" am Wegrand, bei denen wir uns mit den dort wachsenden Erd- und Heidelbeeren verköstigten) um unser Luchpaket zu vertilgen.
Auch beim Essen fiel uns wieder die wunderbare Stille auf, die uns schon den ganzen Tag umfing. Sobald wir Osterode verlassen hatten, war sie da, die herrliche Ruhe, die wir uns gewünscht hatten: Ab und an ein Wanderer, der uns entgegen kam und sonst nur das Knacken der Kiesel unter uns und das Rauschen des Windes in den Bäumen. Herrlich!
So machten wir uns nach einer halben Stunde Pause wieder frisch und motiviert auf, um das zweite Teilstück der geplanten Tagesstrecke zu erwandern. Der Harzer Hexen-Stieg verläuft zwischen Buntenbock und Altenau an vielen Teichen und Gräben, die zum Oberhazer Wasseregal (ein System zur Umleitung und Speicherung von Wasser, das Wasserräder in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaus antrieb) gehören und mit Schautafeln gut für den interessierten Wanderer aufbereitet sind.
Da es sich in der Nähe von Wasserläufen, meiner Meinung nach, immer gut läuft, kamen wir zügig voran und sahen am späten Nachmittag den Ort Altenau vor uns auftauchen. Eigentlich waren wir mittlerweile ganz froh, nun endlich mal die Füße hochlegen zu dürfen... allerdings mussten wir uns noch etwas gedulden, da sich unsere Unterkunft am anderen Ende der Stadt befand und wir einen Bogen um die Ortschaft schlagen mussten, um dorthin zu gelangen.
Schließlich hatten wir auch dieses Stück noch hinter uns gebracht und checkten glücklich und zufrieden in unsere Wanderpension ein.



Moosbewachsener Baum in der Nähe von Altenau

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Kommentare

  • trollbaby

    Schön geschriebener und zugleich informativer Bericht! Bin gerne "mitgewandert"!
    LG
    Susi

  • RdF54

    Sehr schön geschriebener Wanderbericht.
    Na, da kann man mal sehen, die einen kommen über die Berge zu uns in das schöne Bayern und wir lieben das wundervolle Südtirol ... :-)
    Es ist einfach überall schön!

    LG Robert

  • FlashMan

    Schöner Bericht über die Wanderung fast direkt vor meiner Haustür. Den Brocken selbst habe ich auch schon bei allen Wetterlagen erlebt. Bei meiner Übernachtung auf dem Brocken im Winter hatten wir Eisregen. Aber auch das war ein schönes Erlebnis.

  • A1B2CC

    Schön zu sehen, was man so in Deutschland erleben kann. Gut geschrieben. Gute Abendlektüre. Gruß A1B2CC!!

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