Reisebericht

Reisebericht: Eine Reise durch Laos anno 1997

 
 
 
 
 
Reisebericht: Eine Reise durch Laos anno 1997

Im Dezember 1997 bin ich im Laufe meiner 11-wöchigen Rucksackreise durch Südostasien acht Tage lang durch Laos gereist. Es war eine Reise durch ein damals vom Tourismus kaum berührtes noch sehr ursprüngliches Land. Laos hat sich ab 1995 langsam aus der selbstaufgelegten Isolation gelöst und die Grenzen für den Tourismus geöffnet.

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Reisetagebuch meiner Reise nach Laos

 
 
 
 
 

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Montag, 15.12.1997

Mit dem Nachtzug fuhr ich von Bangkok nach Nong Khai. Morgens kam der Zug mit rund einer Stunde Verspätung in dort an. Dort am Bahnhof standen jede Menge Tuk-Tuks, die alle auf Fahrgäste warteten. Von einem ließ ich mich zu einem Visa-service bringen. Dort gab ich meinen Reisepaß samt einem Paßfoto ab und füllte ein Formular aus. Dann begab ich mich ins Cafe nebenan, um etwas zu frühstücken. Kurz darauf wurde ich mit ein paar anderen Travellern in einen Minibus verfrachtet und es ging über die Friendshipbridge zum laotischen Checkpoint. Dort mußten wir eine halbe Stunde warten, dann erhielten wir unseren Paß zurück und konnten über die Grenze gehen. Dann wurden wir in einen anderen Bus verfrachtet und nach Vientiane gebracht, zu einem Guesthouse unserer Wahl. Ich checkte im Vannasinh-Guesthouse ein, 10US$/Nacht inclusive Frühstück.
Meine erste Amtshandlung war eine schöne Dusche, dann begab ich mich auf Erkundungstour durch die Stadt. Die Menschen hier scheinen keine Hektik zu kennen, alles geht sehr gelassen ab, keine aufdringlichen Jumbofahrer (die Tuk-Tuks heißen hier Jumbo), man wird zwar mal angehupt, aber das war es schon. Ich wollte zum Mekong spazieren und von dort aus die Stadt erkunden, aber das war ein hoffnungsloses Unterfangen, weil man immer wieder von Einheimischen angesprochen und gefragt wird, woher man kommt, wie es einem gefällt, undsoweiter undsofort. Als ich dann nach drei Stunden spazieren für etwa einen kilometer doch endlich am Mekong ankam, habe ich mich auf eine Bank gesetzt, um mir ein Zigarettchen zu rauchen und meinen Reiseführer zu lesen. Zwei hübsche, junge Laotinnen kamen zu mir und wollten ihre Englischkenntnisse an mir ausprobieren, es war etwas mühsam, aber es ging. Nach einiger Zeit boten sie mir an, mich etwas durch Vientiane zu führen, aber das scheiterte daran, das alle Tempel wegen des Montages geschlossen hatte. Ich verabredete mich mit ihnen für den nächsten Tag zu einer Besichtigungstour zu den Sehenswürdigkeiten, und machte ich mich dann alleine auf den Weg. Ich marschierte einfach aufs Geratewohl los und kam dabei zu Triumphbogen Patou Say. Er ist dem Arc de la Triumph in Paris nachempfunden, nur mit mehr laotischen Merkmalen. Man konnte im Inneren hoch gehen. Von oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Vientiane ist eine Stadt im Grünen. Von oben sieht man kaum Häuser und Straßen, alles wird von Palmen und Bäumen überragt. Auf dem Rückweg machte ich an einer Bank halt, um Geld zu tauschen. Ich tauschte 100US$ in Kip, der laotischen Währung. 1 US$ entsprach zu dem Zeitpunkt etwa 2000 Kip. Ber größte Schein sind 1000Kip. Ich bekam für meine 100US$ 194.0000Kip, hatte also folglich 194 Geldscheine in der Hand - gaanz toll! Gleichzeitig mit mir tauschte ein amerikanisches Ehepaar 300US$ um. Die beiden trauten der Bank wohl nicht, und zählten von Hand nach. Der Kassierer der Bank steckte mein Geld in eine Zählmaschine, es stimmte, und amüsierte sich über die beiden Amis. Ich verstaute erst einmal mein Geld und ging dann zurück in Richtung Guesthouse. Ich hatte ein schwerwiegendes Problem, meine Zigaretten waren aufgebraucht und ich bekam allmählich Schmacht. An einer Nebenstraße stand eine Stupa, die ich mir ansehen wollte, und davor ein Haus mit einer kleinen Verkaufstheke, in der auch Zigarettenschachteln waren. Ich ging dorthin, um mir welche zu kaufen. Hinter einer Hecke saß ein junges Mädel, ca. 18-20Jahre alt und grillte Hähnchenfleisch. Auf meinen Zuruf sah sie zu mir auf und lächelte mich süß an - mein Gott war die hübsch - und stand auf. Ich nannte ihr meinen Wunsch, doch leider waren alle Schachteln leer, dienten wohl nur der Dekoration, naja, dann eben nicht. Gegenüber im Laden wurde ich dann fündig, es war ein Supermarkt, wo ich mir dann auch noch was zu knabbern und zu trinken kaufte. Im Supermarkt gab es einen Raum, der gefüllt war mit besten französischen Weinen. Dann kam ich am Guesthouse an, ging auf mein Zimmer und befreite mich vom Straßenstaub mittels einer Dusche. Apropos Staßen, die sind in Vientiane nicht das, was sie eigentlich sein sollten. Nur die Haupt- und einige Nebenstraßen sind asphaltiert, der Rest sind befestigte Pisten bzw Wege, von denen dann bei Nässe der Dreck auf die befestigten Hauptstraßen getragen und dann von den Fahrzeugen dort aufgewirbelt wird. Die Stadt ist in der Trockenzeit in eine wahre Staubwolke gehüllt. Nach meiner Dusche ging ich runter an den Mekong, um dort in einem Restaurant etwas zu essen. Nach meinem Mahl und der ersten Flasche Beerlao wurde ich von einigen Angestellten an ihren Tisch gebeten. Mit Lisa, der Inhaberin, kam ich dann ins Gespräch, es wurde eine lange und intensive Unterhaltung. So gegen 22.30h sind wir dann in eine Musikbar gefahren, wo es, wie hier in Laos üblich, Live Musik gab. Um Mitternacht war Schluß und ich verzog mich in mein Guesthouse.





 
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Kommentare
  • s.gerhard 24.12.2007 | 12:50 Uhr

    Hast Du vielleicht noch ein paar Fotos?

  • klarinos 27.02.2008 | 21:12 Uhr

    Schöner Bericht mit viel Stimmung. Mal sehen, wie es 11 Jahre später dort ist, in gut 2 Wochen bin ich auch in Laos, auf der Durchreise von Vietnam nach Vietnam. Einen Reiseblog mit Routenplanung habe ich schon mal begonnen: http://blogs.macbay.de/Laos08/
    Ganz sicher werde ich nach meiner Rückkehr auch hier berichten.

  • Dunja 27.08.2010 | 16:21 Uhr

    So, endlich komm ich mal dazu, meine Gedanken beim Lesen deines Reiseberichts zu hinterlassen.
    Wenn man mal deine ganzen Frauengeschichten weglässt (jaaa ich weiss dass Laotinnen hübsch sind aber das muss man nicht in jedem dritten Satz schreiben ;)) stimmt das, was du gesagt hast, auf jeden Fall: Ruhiger und relaxter, wobei es natürlich Vorteile hat, jetzt mehr Möglichkeiten zu haben, das Land zu sehen (Anbieter und logistische Möglichkeiten).
    Interessant finde ich, dass du auch hin und wieder Währungsumrechner und Preise genannt hast, ist v.a. toll, das über verschiedene Reiseberichte aus unterschiedlichen Jahren (oder gar Jahrzehnten) mitzubekommen.
    Ich hoffe ja auf jeden Fall, dass du noch viele andere Flecken gesehen hast bei deinen anderen Reisen oder noch sehen wirst, v.a. Luang Nam Tha, Vang Vieng und die 1000 Islands.

  • oldi 01.07.2011 | 02:17 Uhr

    Der Bericht hat in mir sehr angenehme Erinnerungen wachgerufen. Gemeinsam mit meinem Mann war ich noch vor dem Brueckenbau in Vientiane. Nach der Fahnenparade auf Thaiseite ging es dann im kleinen Grenzverkehr mit einem Boot (aussenbordmotor) beladen mit uns und Thais mit Tagesvisa und bepackt mit Konsumartikel auf den damals Niedrigwasser fuehrenden Mekong nach Laos. Die Bruecke hat dem Land viele Moeglichkeiten erschlossen jedoch auch Geheimnissvolles genommen. Damals war das Visum in europa ausschliesslich in Paris zu bekommen. Wir haben es in thailand uber einen Reiseveranstalter in Bangkok mit einen Minipacket erhalten.
    Reiseveranstalter vor Ort sind immer wieder eine sehr gute Moeglichkeit dem Trubel aus dem Weg zu gehen, so man /frau das will. Gruss oldi

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